Vergewaltigung: Was darf die Kirche (eigentlich nicht)?

Zugegeben, ein wenig übellaunig war mein Beitrag „Zermalmt die Niederträchtige“ schon. Aber wenn es der Kirche nicht passt, dann soll sie halt keine Kinder vergewaltigen.

Kann doch nicht so schwer sein. Die meisten Menschen schaffen es, ihr ganzes Leben lang nicht ein Kind zu vergewaltigen, so unglaublich das für manche Zeitgenossen klingen mag, und obendrein gelingt es ihnen, keinen einzigen Missbrauch zu verschleiern. Guckst du!

Im Grunde ist es zudem egal, ob jemand Kirchenmitglied ist oder nicht. Was das Verhalten der Institution Kirche angeht, gibt es doch nur eine moralisch akzeptable Reaktion: Absolute Verurteilung ohne Relativierung. Moral predigen ist einfach. Die moralische Urteilskraft darf einen dann nicht verlassen, wenn es darauf ankommt.

Trotzdem habe ich mir Gedanken darüber gemacht, welche Art von Beitrag zu dem Verhalten der Kirche bei der „Aufarbeitung“ (or lack thereof, as the Brits would have it) der Missbrauchsfälle wirklich unangemessen wäre.

Hier ist er.

Inspiration war vor allem der Titel des folgenden Videos, „Vergewaltigung: Was darf die Kirche?“ vom ZDF:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=VK9GJAkuxoM[/tube]

(Das Folgende ist natürlich eine Satire….)

ZDF-Journalistin: „Unser heutiges Thema lautet: ‚Vergewaltigung: Was darf die Kirche?‘ Mit mir im Gespräch ist nun Erzbischof Weihenstephan, der mit der Aufklärung des Kindesmissbrauchs in kirchlichen Reihen in Deutschland betraut wurde.  Herr Weihenstephan, leben Sie lang und in Frieden!“ (zeigt vulkanischen Gruß).

Erzbischof Weihenstephan: „Da… danke ich Ihnen. Gott segne Sie!“

ZDF-Journalistin: „Also zum Thema, was darf die Kirche?“

Erzbischof Weihenstephan: „Nun, das ist jetzt ein bisschen allgemein gefragt…“

(Pause)

ZDF-Journalistin: „Na, vergewaltigen darf sie nicht, oder?“

Erzbischof Weihenstephan: „Selbstverständlich nicht!“

ZDF-Journalistin: „Herr Erzbischof Weihenstephan, Sie wurden mit der Verschleierung des Kindesmissbrauchs beauftragt.“

Erzbischof Weihenstephan: „Das ist zutreffend. Warten Sie, was haben Sie da gesagt?“

ZDF-Journalistin: „Sie wurden mit der Aufklärung des Kindesmissbrauchs beauftragt.“

Erzbischof Weihenstephan: „Ja, das stimmt.“

ZDF-Journalistin: „Wie geht es übrigens Ihrem Kinderchor?“

Erzbischof Weihenstephan: „Oh, großartig, danke der Nachfrage!“

ZDF-Journalistin: „Sie haben die Zusammenarbeit mit dem Kriminologen Professor Christoph Pfeffer beendet. Zu alt, was?“

Erzbischof Weihenstephan: „Die Chemie zwischen uns hat nicht gestimmt. Er zeigte nicht das nötige Einfühlungsvermögen. Weder mit uns, noch mit den Missbrauchsopfern. Ja, auch sein Alter könnte eine Rolle gespielt haben bei seinem Verhalten.“

ZDF-Journalistin: (Schaut den Bischof an, zieht die Augenbraue hoch.)

Erzbischof Weihenstephan: (Schaut die Journalistin an.)

ZDF-Journalistin: „Wie beurteilen Sie das Verhalten der Presse? Zeigen wir das nötige Einfühlungsvermögen?“

Erzbischof Weihenstephan: „Ich weiß nicht. Gegenüber der Kirche sind Sie ziemlich grob.“

ZDF-Journalistin: „Wie? Soll ich sanfter sein?“

Erzbischof Weihenstephan: „Sie? Oh, Sie sind doch schon eine ziemlich erfahrene Frau. Ich denke, Sie machen das ganz gut. Aber Ihr Alter könne natürlich auch Ihre Wahrnehmung beeinflussen, irgendwann sind die Vorurteile zu festgefahren und dann überlässt man das lieber einer Praktikantin.“

ZDF-Journalistin: „Einer… Meine Damen und Herren, das war Erzbischof Weihenstephan. Ich sehe mich leider nicht in der Lage, das Interview fortzusetzen. Es folgt der Sport. Guten Abend.“

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Religion.