Frauen und Kinder zuerst?

Beim Untergang der „Costa Concordia“ haben sich Konservative zu Wort gemeldet und prangerten an, dass sich die Schiffsreisenden nicht heldenmütig für die Frauen und Kinder an Bord aufopferten, wie das in den guten alten Zeiten der Fall war.

Stellt sich nur die Frage: Warum hätten sie das eigentlich tun sollen?

Wen oder was rettet man in einer Katastrophe? Das, was es wert ist, gerettet zu werden. Aber: Für wen? Für das Volk, für die eigene Klasse, für einen selbst?

Für andere Väter hat die Rettung ihrer Frauen und Kinder oberste Priorität, für einen selbst hat die Rettung dessen, was einem selbst am meisten bedeutet, was den höchsten Wert für einen selbst darstellt, oberste Priorität. Jedenfalls, wenn man halbwegs vernünftig ist. Das können durchaus die eigene Frau und die eigenen Kinder sein oder im Zweifelsfall das eigene Leben, wenn die Frau ständig fremd geht und die eigenen Kinder ihre Zeit mit Ladendiebstahl und Mobbing verbringen.

Auf jeden Fall haben die Frauen und Kinder anderer Ehemänner und Väter für einen Mann keinen so hohen Wert, dass sie die Aufopferung des eigenen Lebens rechtfertigen würden. Es bringt einem kurz gesagt gar nichts, irgendwelche Fremden vor dem Ertrinken zu retten, wenn eine höhere Gefahr besteht, dass man selbst dabei draufgeht (andernfalls sollte man es versuchen, da andere einen ebenso retten würden!). In den Zeitungen wird vielleicht stehen, wie heldenmütig man handelte, irgendwer baut ein Denkmal – aber man ist auch tot, kann die Zeitungen nicht lesen und sich das Denkmal nicht ansehen.

Wahrscheinlich wird man mir wieder vorhalten, unsozial zu sein. Die Aufopferung seines Lebens für etwas „Größeres“ wie das deutsche Volk oder das Proletariat haben sich schließlich historisch bewährt. Wer angesichts des Erfolgsrezepts „Altruismus“ noch immer mit dem rationalen Eigeninteresse daherkommt, braucht sich nicht zu wundern, wenn niemand ihn ernstnimmt.

Altruisten haben kulturell die Übermacht, denn das Leben für andere und der Tod für andere, auch wenn diese einem gar nichts bedeuten, werden als in hohem Maße ethisch angesehen – anstelle von irrational und bösartig.

Doch sie haben ein Problem: Jemand könnte ein Tabu brechen und sie fragen: Warum sollen Frauen und Kinder eigentlich zuerst kommen? Darauf werden sie keine überzeugende Antwort geben können.

Sieht diese Frau ähnlich:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=vp8tToFv-bA[/tube]

10 Kommentare zu “Frauen und Kinder zuerst?

  1. Volkssieger sagt:

    Abstoßend, niederträchtig und kleingeistig, wie hier versucht wird, die primitivste Form der Existenz, den Egoismus, der unfähig macht, sich als Teil des Ganzen zu begreifen, unter dem Deckmantel von Philosophie und Vernunft, welche für diesen perversen Zweck missbraucht werden, anzupreisen.
    Aus Amerika kommt eben nie etwas Gutes, in intellektueller Hinsicht schon gar nicht. Eine „Philosophie“ für feige und selbstsüchtige Seelen ohne Moral und Werte.

    • derautor sagt:

      Dazu passend der Name „Volkssieger“. Moral und Werte des Objektivismus sind hier ausführlich erläutert:
      http://www.objektivismus.de/2Studium/S08Tugenden.htm

      Danke für die Bestätigung, dass Altruisten die Frage, warum man sich altruistisch verhalten soll, nicht beantworten können.

    • sba sagt:

      Abstoßend, niederträchtig und kleingeistig, wie Sie versuchen, die primitivste Form der Existenz, den Altruissmus, der unfähig macht, jemals ein Ganzes zu sein, im Gewand der schönen deutschen Sprache, welche für diesen perversen Zweck missbraucht wird, anzupreisen. Worte einer feigen Seele ohne Selbstachtung, Moral und Werte.
      ~.~
      Ich mag diese Spiegeltechnik irgendwie.
      Jetzt fehlen nurnoch die Argumente. Oder wenigstens Klärungen. Zum Beispiel: Um welche Werte geht es Ihnen denn genau? Und woraus besteht eigentlich „das Ganze“?

  2. matthias Stein sagt:

    Da ich zum Glück dieses Unglück nicht miterleben musste, kannich zu den Ereignissen, die „Konservative“ beklagen nicht beurteilen.
    Wenn aber, wie der Artikelschreiber offenbar denkt, dem Egoismus Loblieder gesungen, dem Altruismus Spott und Hohn entgegengebracht werden, dann ist das mMn. die Rückkehr zum „nackten Dschungelkampf der Kreaturen“.
    Von Humanisten=Menschen mag ich da nicht mehr sprechen – weil das, was durch die Aufklärung als Ergebnis der Humanität angestrebt wurde, obsolet wird.
    Rücksichtnahme auf andere – auch ohne persönlichen Vorteil – oder das „für
    Andere dasein, man könnte es auch als „Liebe zu Menschen“ im persönlichen Umfeld als Liebe zu seinen Mitmenschen bezeichnen, wird negiert.
    Es ist daher kein Wunder, wenn die psychischen Erkrankungen und Fehler in der Gesellschaft zunehmen.
    Ohne Liebe zu Menschen funktioniert auf Dauer keine Gesellschaft wirklich gut.
    Soll das das Ziel sein???

    • derautor sagt:

      Warum ist es „Liebe zu Menschen“, wenn ein Mann sein Leben für Fremde aufopfert? Wäre es sexistisch, von einer Frau oder einem Kind zu erwarten, sich für einen fremden Mann aufzuopfern? Zudem habe ich geschrieben, dass man versuchen sollte, auch Fremde zu retten, wenn man sich selbst dadurch nicht zu sehr gefährdet, nämlich aus Wohlwollen, das einem andere auch entgegenbringen.

      Warum (!) sollen wir uns altruistisch verhalten?

      • matthias Stein sagt:

        DAS wäre ein „Aufrechnen“, gegenseitigen Wohlwollens.
        Das würde dann genau zu einer inhumanen Haltung führen, die – gerade in diesen Tagen – anderorts beklagt wird, weil alles und jedes Handeln nur noch nach „Wertschöpfung“ – was bringt es mir wenn ich helfe – hat oder würde der andere mir auch helfen?
        Warum wir uns altruistisch verhalten sollen?
        Vielleicht weil dann zumindest die Chance vergrößert werden könnte, dass sich das Zusammenleben derMenschen sukzessive verbessert.
        Sie sehen,ich bin dabei sehr vorsichtig, TROTZDEM:

        Mir wäre es das Wert!

        • ben sagt:

          Es wäre Ihnen wert, Ihr eigenes Leben zu opfern, im Namen einer nicht näher spezifizierten inkrementellen Verbesserung des „Zusammenlebens“ der Menschen?

          Was die Aufklärung anbelangt, diese führte gerade *weg* von der Forderung, dass der Einzelne sich für den König / die Kirche / den Staat aufzuopfern habe ohne zu mucken oder auch nur darüber nachzudenken.

          • matthias Stein sagt:

            Zum ersten Teil: JA – auch wenn Sie mich für „unverbesserlich“ halten – ich hoffe als Humanist immer noch auf eine Verbesserung des Klimas zwischen den Menschen, das eben NICHT von Egoismus geprägt ist.

            Zu Teil 2: Ich spreche ja nicht vom „Unterordnungsverhältnis zu irgendeiner Institution, Kirche, Staat , Religion, sondern von MENSCHEN und da sehe ich mich durchaus bei den Zielen der Aufklärung.
            Aufklärung nach Kant, dass man sich von der selbstverschuldeten Unmündigkeit befreit. Dazu gehört auch, dass man selbständig entscheidet was man tut – und wenn es altruistischen Handeln ist.´
            Das ist ja nicht zwingend vorgeschrieben -es ist mehr eine Option – eine die ich allerdings für wichtig halte.

  3. doublemoth sagt:

    Individuell hat der Autor natürlich vollkommen recht. Für die Fitness der Art ist es aber besser, wenn Männer sich für Frauen Opfern. Einfach deswegen, weil Frauen weniger Kinder bekommen können als Männer zeugen können.

    Altruismus ist in unserer DNS festgeschrieben. Deswegen werden Kinder adoptiert, wir Opfern uns für andere Menschen auf etc..
    Aber auch der Egoismus ist festgeschrieben, denn Egositen können sich besser fortpflanzen.

    Deswegen werden Egosimus und Altruismus immer in einem gewissen Gleichgewicht stehen. Denn Egoisten können sich zwar besser fortpflanzen gefährden aber die Population (und manchmal sogar die ganze Art) und damit auch ihr eigenes Genom, wenn dieser Egoismus überhand nimmt.

    Ich weiß jetzt nicht wie viele Schnittstellen der Autor zwischen Altruismus und rationalem Egoismus sieht, aber ohne Altruismus würde langfristig unsere Art an Fitness verlieren.

    • Curious.Sol sagt:

      Aha. Da hat jemand mindestens 40 Jahre Soziobiologie verschlafen und überdies nicht einmal die Suchfunktion dieses Blogs bemühen können, ansonsten hätte er festgestellt, dass diese Argumente längst widerlegt sind.

      Die Fitness einer Spezies kann übrigens zwar insgesamt untersucht und damit festgestellt werden, ergibt sich aber letztlich aus der jeweiligen Fitness ihrer Individuen.

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