Das Böse hat einen Namen

Ja, es geht noch einmal um den Feminismus. Der moderne Feminismus ist eine Form des Kollektivismus. Verschiedene Individuen, die unterschiedlich handeln und die völlig verschiedene Motivationen haben, werden anhand einer Eigenschaft in einen Topf geworfen und moralisch für die Verfehlungen bestimmter Individuen verurteilt. Andere Formen des kollektivistischen Denkens sind der Rassismus und der Antisemitismus.

Der Feminismus arbeitet dabei mit einer Variante des christlichen Ursünde-Mythos. Diesem Mythos zufolge habe Gott den Ungehorsam des Menschen bestraft, indem er ihn mit einer Neigung zum Bösen verfluchte. Der Mensch neige also von Natur aus dazu, Böses zu tun, Kriege zu führen, die Ehe zu brechen, zu stehlen und auf der Loveparade am Gruppensex teilzunehmen.

Der Feminismus nimmt die Frauen aus der Kollektivschuld heraus und behauptet, nur Männer seien von Natur aus böse. Tatsächlich ist weder der Mensch noch der Mann von Natur aus moralisch irgendetwas. Es ist zutiefst unmoralisch, einen Menschen für seine bloße Existenz und seine Identität als Mensch zu verurteilen. Das ist Misanthropie, Menschenhass – und im Falle des Feminismus blanker Männerhass.

„Das, was außerhalb der Möglichkeit einer Wahl liegt, liegt außerhalb des Gebietes der Moral. Falls der Mensch von Natur aus böse ist, hat er keine Macht, das zu verändern; falls er keinen freien Willen hat, so kann er weder gut noch böse sein; ein Roboter ist amoralisch. Dem Menschen eine Tatsache als Sünde vorzuwerfen, bei der er keine Wahl hat, ist eine Veralberung der Moral. Die Sünde als die Natur des Menschen anzusehen ist eine Veralberung der Natur. Den Menschen für ein Verbrechen zu bestrafen, das er beging, bevor er geboren wurden, ist eine Veralberung der Gerechtigkeit. Ihn in einer Angelegenheit schuldig zu sprechen, in der keine Unschuld existiert, ist eine Veralberung der Vernunft. Moral, Natur, Gerechtigkeit und Vernunft mit Hilfe eines einzigen Konzeptes zu zerstören ist ein Übel, das kaum erreicht werden kann. Doch das ist die Wurzel deines ethischen Codes.“ (Ayn Rand)

Im Folgenden die offizielle Position meiner Philosophie, des Objektivismus, zur Rolle der Frau und des modernen Feminismus:

„Es gibt starke Ausprägungen des Kollektivismus im Feminismus unserer Zeit. Diese Denkweisen behandeln Männer und Frauen als verfeindete Klassen. Einige schreiben berüchtigterweise Männern und Frauen als solchen radikal unterschiedliche Denkmuster zu. Der Objektivismus lehnt Gruppendenken dieser Art ab und spricht sich dafür aus, dass jedes Individuum auf Grundlage seines Charakters, seiner Handlungen und Fähigkeiten, nicht einfach auf der Grundlage seines Geschlechtes beurteilt werden sollte.

Laut dem Objektivismus ist der Platz einer Frau dort, wo sie entscheidet, dass er sein sollte. Als rationales Lebewesen muss eine Frau Beziehungen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts anstreben und den ehrlichen Austausch von Wert gegen Wert. Sie muss eine Karriere mit produktiver Arbeit anstreben. Sie braucht Freundschaft und Liebe. Die Aufzucht von Kindern kann ein Teil ihres Lebens sein, aber falls sie sich dazu entscheidet, sollte sie die Kinderaufzucht mit der Ernsthaftigkeit ernsthafter Arbeit verfolgen. Kurz gesagt gibt es keine objektive Grundlage, die Wahlmöglichkeiten von Frauen nur aufgrund ihres Geschlechtes einzuschränken. Frauen haben wie alle Individuen das politische Recht und das moralische Bedürfnis, frei zu sein und ihr eigenes Leben zu bestimmen. (William R. Thomas, Atlas Society)

Feministen behaupten, dass nur „Männer“ Kriege führen würden. Also sei das moralisch verurteilte Krieg führen im männlichen Geschlecht begründet, mit dem Männer geboren werden und für das sie also nicht verantwortlich zu machen sind. Natürlich führen Männer nicht wirklich wegen ihres Männerseins Kriege – viele Männer führen überhaupt keine Kriege. Und manche Kriege waren und sind obendrein moralisch absolut gerechtfertigt (nämlich Kriege zur Selbstverteidigung). Die bloße Idee, „Männer“ wären für Kriege verantwortlich, zeugt von einer groben Missachtung historischer Zusammenhänge. Jeder Hitler hatte seine Eva Braun, jeder König MacBeth hatte seine Lady MacBeth und sehen wir uns die erste Generation der RAF an, so finden wir drei Frauen und drei Männer in der Terrorgruppe: Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Horst Mahler, Peter Homann, Brigitte Asdonk.

Was meinen umstrittenen Spruch über politisch uninformierte Frauen, die trotzdem wählen dürfen, angeht – das erkläre ich bereits in meinem umstrittenen Beitrag:

Im Gegenzug, so Wollstonecraft, müssten Frauen ihren Geist ausbilden, um auch die Kinder rational erziehen zu können. Sie sollten politisch informiert sein und darum auch wählen dürfen.

Meine Aussage lautete, dass Frauen politisch ebenso informiert sein sollten wie irgendwer, der politisch informiert ist, wenn sie ein Wahlrecht haben wollen. Mir selbst ist mein Wahlrecht egal. Der Staat soll unsere Rechte schützen und sich anderweitig aus unserem Leben heraushalten und die Frage des Wahlrechts lautet lediglich, welche Politiker dies am ehesten garantieren können. Meine Antwort lautet: Keine, die aktuell zur Wahl stehen. Alle unterstützen die „Umverteilung“ der Einkommen. Also wähle ich sie nicht. Sobald es einen Politiker gibt, der wenigstens ansatzweise meine Moral und meine Politik teilt, wähle ich ihn. Das ganze Gerade über Wahlrecht ist belanglos. Reden wir lieber über die Frage, wozu eine Regierung eigentlich da ist, welche Befugnisse sie hat und welche nicht. Die große Sorge um das Wahlrecht ist mit der Idee verbunden, die Regierung habe grenzenlose Macht und man müsse lediglich die nötigen Mehrheiten aufbringen, um das staatliche Gewaltmonopol für die eigenen Zwecke missbrauchen zu dürfen.

Schließlich noch einmal zum Patriarchat: Ja, auch in der islamischen Welt nehmen Frauen aktiv an der Zementierung des Patriarchats teil, obwohl es weder in ihrem eigenen rationalen Interesse ist, noch im Interesse der Männer. Die Idee, alle Muslima seien unschuldig an ihrem Schicksal und ausschließlich Männer wären die bösen Unterdrücker, ist selbst in der islamischen Welt eine groteske Lüge. Es ist für alle, die es wissen wollen, ein offenes Geheimnis, dass Mütter auf den Schutz der „Ehre“ ihrer Töchter bedacht sind, dass Frauen in der islamischen Welt mit ihrer Sexualität wie mit einer Ware handeln, eben weil sie keine andere Ware produzieren dürfen. Es gibt auch begeisterte weibliche Selbstmordattentäterinnen, eifrige Israelfeindinnen, und jeder Osama bin Laden hat nicht nur eine Frau, die ihn unterstützt, sondern gleich mehrere davon.

Das Böse hat einen Namen: Kollektivismus. Und darunter Feminismus.

5 Kommentare zu “Das Böse hat einen Namen

  1. Celine sagt:

    Nicht zum Thema, aber da es hier erwähnt wurde. Wie begründest Du, dass gar nicht wählen besser sei, als die Partei zu wählen, die noch am ehesten die eigenen Werte vertritt.
    Wählst Du nicht, „unterstützt“ Du in unserem aktuellen Wahlrecht alle Parteien mehr oder weniger gleich stark. Wie kann das im eigenen Interesse sein?

    • apoth sagt:

      „Wähl nicht. Das macht sie nur noch dreister“
      Ich Weiß aber leider nicht mehr, von wem der ist.

    • derautor sagt:

      Auf meine Stimme kommt es nicht wirklich an. Der Einfluss, den ich mit Wählen ausübe ist im Vergleich zum Aufwand des Wahlvorgangs gering. Einen viel größeren Einfluss auf die Politik übe ich mit diesem Blog und meinen Büchern aus. Wer natürlich sonst nichts tut, kann auch wählen gehen.

  2. Trinculo sagt:

    Oh, da hast du aber einen schönen Strohmann abgefackelt. Was du da beschreibst ist kein Feminismus. Im Grunde steht es dem Feminismus sogar diametral entgegen.
    Es ist auch nur eine Version des Sexismus. Es ist doch wieder die gleiche Rollenverteilung wie im Patriarchat. Der Mann ist der aktive, der aggressive. Der grobe Kerl, der gerne überall drauf haut. Und die Frau eher passiv. Kompromisssuchend.
    Der Unterschied ist nur, das historisch das männliche eher als positiv und das weibliche als minderwertig angesehen wurde, und in dieser Version ist es eben andersherum. Es ist die gleiche sexistische Rollenverteilung, nur die andere Seite der gleichen Medaille.
    Und ja Frauen sind keine besseren Menschen. Sie können auch Sexisten sein. Sogar dann, wenn sie sich damit selbst schaden.

    Das sind dann aber keine Feministen. Die Feministische Position ist, dass sich alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht (und anderen Kategorien) allein auf Grundlage ihrer persönlichen Vorstellungen und ihrer individuellen Fähigkeiten ihr Leben frei gestalten können sollten, ohne Einschränkungen der Gesellschaft oder des Staates. (Sofern sie dabei nicht andere Menschen in ihren Rechten beschneiden. Aber das sollte sich eigentlich von selbst verstehen.)

    Im Grunde solltest du doch eigentlich pro-feministisch sein mit deinen Ansichten.
    Ich verstehe nicht, warum du unbedingt irgendwelche idiotischen Vorstellungen als Feminismus verkaufen willst, um sie dann mit großem Pathos zu zerlegen.
    Feministen sind keine verbitterten Männerhasser. Im Schnitt haben Feministen sogar ein besseres Männerbild als Nicht-Feministen:
    http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1471-6402.2009.01491.x/abstract

    • derautor sagt:

      Ach, haben sie mal wieder College-Studenten befragt, um einen Mythos zu entzaubern. Schön, dass empirische Sozialpsychologen was zu tun haben.

      Ansonsten erübrigt sich jede Diskussion, wenn du einfach „Feminismus“ auf eine bestimmte Weise definierst und daraus ableitest, dass es andere Feministen gar nicht geben kann. Und dass ich dieser (Aufklärungs-)Variante des Feminismus zustimme, steht im Philosophie-Bereich und auch in meinen neueren Beiträgen zum Thema. Klar bin ich Feminist laut der „Gleiche Rechte“-Position.

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