Wir treten zurück!

So, der Papst ist zurückgetreten. Irgendwie ist mir das total egal. Scheint jeder so zu sehen.

Bundespräsident Joachim Gauck konnte dem Rücktritt nicht viel abgewinnen. „Als Bundespräsident habe ich dazu keine Meinung. Ich kommentiere nicht die inneren Angelegenheiten religiöser Institutionen. Mich geht das so viel an wie ein Rücktritt von Tom Cruise aus Scientology.“

Der Rücktrittsentscheidung des Papstes brachte Kanzlerin Angela Merkel „allerhöchste Gleichgültigkeit“ gegenüber. Benedikt XVI. „ist und bleibt einer, der Kirchenoberhaupt war und dies nun nicht mehr ist“, sagte Merkel.

„Dass Papst Benedikt, der im 86. Lebensjahr steht, von sich aus das Amt abgibt, empfinde ich als bewegend, und es erfüllt mich mit großem Respekt“, erklärte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider. „Wäre er jünger, hätte er das Amt nicht abgegeben, wie wir in der Tat beobachten konnten. Somit gab er das Amt erst jetzt ab, wo er 86 Jahre alt ist. Ich finde das ganz erstaunlich, total bewegend, eine ganz große Leistung. Wer hätte das noch von ihm erwartet in seinen alten Tagen?“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sprach von „einer großen menschlichen und religiösen Geste“. „Es ist so ähnlich, wie wenn einer, der Jahrzehnte in einer Frittenbude gearbeitet hat, jetzt endlich sagt: Ich kann den Fettgeruch nicht mehr ertragen!“, erklärte Zollitsch. „Das ist eine große menschliche Geste, nicht mehr Papst sein zu wollen, wenn einem die Energie dafür fehlt – so wie wenn Jesus für die Sünden der Welt gestorben ist.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier äußerte großen Respekt für den Schritt. „Papst Benedikt hat sein Amt in einer durch vielfältige Umbrüche gekennzeichneten Zeit angetreten und seiner Kirche mit seiner großen geistlichen und intellektuellen Autorität Orientierung gegeben und Maßstäbe gesetzt“, sagte Steinmeier. Unvergessen sei seine vorsichtige Öffnung zu den Kirchen der Reformation. „Gut, eigentlich war Benedikt kein großer Versöhner, wie mir mein Berater gerade ins Ohr flüstert. Offenbar hat sich die Kirche unter ihm eher zurückentwickelt. Aber mein Gott, ich bin Sozialdemokrat, das ist mir im Grunde völlig wurscht.“

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