Feminismus: Dasselbe ohne Sarkasmus

…oder jedenfalls nicht mit viel Sarkasmus.

1. Ich bin für den Feminismus der Aufklärung, der die politische Gleichstellung von Frauen und Männern fordert (gleiche Rechte für alle). In Deutschland haben Frauen und Männer bereits gleiche Rechte, teilweise werden Frauen aufgrund der Forderungen moderner Feministen bevorzugt behandeln – etwa bei Scheidungen.

2. Ich bin gegen den modernen Feminismus des 20. und 21. Jahrhunderts, der nachweislich aus der marxistischen Theorie hervorgegangen ist. Wie der Marxismus die Geschichte als einen Kampf zwischen verfeindeten Klassen von Menschen darstellte, so stellt der moderne Feminismus die Geschichte als einen Kampf zwischen verfeindeten Geschlechtern dar. Tatsächlich lebten Frauen und Männer stets zusammen und bewältigten das Leben gemeinsam. Die männerfeindlichen Thesen des modernen Feminismus sind empirisch widerlegt.

Eine echte Unterdrückung von Frauen gibt es heute in der islamischen Welt, aber nicht im Westen. Diese Unterdrückung ist nicht nur für die Frauen schlecht, sondern auch für Männer, die von ihrem Potenzial als romantische Ehemänner auf die Rolle eines Raubtieres reduziert werden, das sein Gegenüber mit Gewalt zu bändigen habe.

3. Natürlich darf man sich gegen Gewalt gegen Frauen aussprechen! Natürlich ist Gewalt gegen Frauen schlecht und nicht gerechtfertigt! Das ist bereits Konsens (auch für mich) und insofern langweilig und irrelevant. Man könnte ebenso schreiben „Man sollte seine Tochter nicht an Sklavenhändler verkaufen“. Ach was, wirklich? Sollte man nicht? Wie gut, dass wir fortschrittliche, sensible Gesellschaftskritiker haben, die uns in gutmenschlicher Überzeugung auf Selbstverständlichkeiten hinweisen, die absolut niemand, nirgends im Westen bezweifelt.

So etwas aber ausgerechnet am Valentinstag zu machen, der die Geschlechter zusammenführen und nicht auf Phänomene hinweisen soll, die sie trennen, halte ich als hoffnungsloser Romantiker für geschmacklos und destruktiv – was es sehr wahrscheinlich auch sein soll. Jeder kann selber überlegen, ob ihm der Valentinstag etwas bedeutet oder nicht, oder ob ihm Weihnachten etwas bedeutet oder nicht. Nach dem Wegfall religiöser Konnotationen halte ich es aber angebracht, säkulare Werte, die mit diesen Festtagen verbunden sind, zu erhalten. Die Alternative ist ein Festtags-Nihilismus, mit dem ich nichts anfangen kann.

4. Ich trenne „Politik“ und „Moral“. Die Politik soll unsere Rechte schützen, damit wir frei handeln können. Die Moral sagt uns, wie wir handeln sollen, um ein glückliches Leben als Mensch zu führen. Die objektivistische Sexualethik gehört in den Bereich der Moral. Wie die übrige Philosophie teile ich auch diesen Aspekt des Denkens von Ayn Rand (übrigens eine Frau und intellektuell den meisten männlichen Philosophen weit überlegen). Wer sich also über mein persönliches Frauenbild informieren will und über das bevorzugte Verhalten der Geschlechter zueinander, der kann einfach nachlesen, was die objektivistische Sexualethik beeinhaltet. Im Grunde gilt das für alle möglichen Aspekte meines Denkens, die sehr bequem im Philosophie-Bereich dieser Website nachzulesen sind – wären meine Kritiker nur nicht so grottenfaul, dort einmal nachzuschlagen.

Ein Kommentar zu “Feminismus: Dasselbe ohne Sarkasmus

  1. Fabian Burkard sagt:

    Falls noch jemand daran interessiert ist, hier ist ein weiterer „Erfolg“ für die „Gleichberechtigung“ von Frauen an der Uni Leipzig:

    http://www.welt.de/vermischtes/article116820012/Maenner-werden-an-Uni-als-Professorin-angesprochen.html

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