Wasserprivatisierung: Medien gleichgeschaltet!

Welche Organisation oder welches Individuum in Deutschland spricht sich für die Wasserprivatisierung aus? Wer das Thema googelt, wird nicht allzu schnell jemanden finden (außer mir).

Wenn man auf der Website der EU-Kommission „Wasserprivatisierung“ eingibt, erhält einen einzigen, aber wichtigen Eintrag.  Wenn man dessen Titel, „Falsche Aufregung über Wasserprivatisierung“, bei google eingibt, erhält man genau ein Ergebnis – eben jenen Artikel auf der Website der Kommission. Dasselbe geschieht, wenn man ein Zitat von Dr. Henning Arp, der die Kommissionsvertretung in München leitet, aus dem Artikel googelt.

Kein einziger Journalist berichtet über die Position derer, um die es hier geht: Die EU-Kommission und ihre geplante Wasserprivatisierung. Niemand. Es gibt ausschließlich Gegenstimmen – aber niemand stellt dar, worüber genau gestritten wird!

Warum?

Hier ist die Stellungnahme der Europäischen Kommission (!): Weiterlesen „Wasserprivatisierung: Medien gleichgeschaltet!“

Die objektivistische Sexualethik

Nach einigen Streitereien über das Thema in den Kommentaren wurde es mal wieder Zeit, den „Philosophie“-Bereich zu erweitern. Dort kann man objektivistische Positionen zu verschiedenen Themen nachlesen. Da es sich um ein konsistentes philosophisches System handelt, stimme ich weitgehend mit diesen Positionen überein („Wer A sagt, muss auch B sagen“); nur an sehr wenigen Stellen nicht, wo mir die logischen Zusammenhänge noch nicht einleuchten, oder wo ich sie bestreite.

Das aktuelle Update befasst sich also mit der objektivistischen Sexualethik, die zu den umstrittensten Elementen der Philosophie gehört. Meiner Ansicht nach machen es sich viele zeitgenössische Objektivisten zu einfach, wenn sie einige von Rands Ansichten hier einfach als „Zeitgeist“ abtun, der nichts mit ihrer Philosophie zu tun gehabt hätte. Sieht man genauer hin, erkennt man deutlich, wie sehr sich Rands Ansichten vom konservativen Zeitgeist der Gesellschaft, in der sie lebte (in etwa 1950er, USA), unterscheiden – und wie sie in ihre übrige Philosophie integriert sind.

Siehe: Ethik, Lexikon: Sexualethik

Generation Klartext

In ihrem FAZ-Artikel Wir wollen lieber nicht – oder vielleicht doch? (Danke an Andreas Dietz für den Hinweis) schreibt Eva Berendsen über die mangelnde Entschlussfähigkeit meiner Generation. Es geht um die postmoderne Beliebigkeit, die Unfähigkeit, klare Positionen zu beziehen, zu urteilen, die Ablehnung einer objektiven Realität als solche. Die Auffassung, stets „auf der einen Seite“ und „auf der anderen Seite“ sagen zu müssen, ohne zu einer eindeutigen Synthese zu kommen, um intellektuell ernstgenommen zu werden. Auch, weil man selbst gar nicht weiß, was man denkt. Weil man, wie ich ergänzen würde, nicht einmal weiß, wie man denkt.

Zunächst macht sich Berendsen über die Postmoderne lustig, etwa darüber, dass der postmoderne Philosoph Michael Foucault der Auffassung war, es sei nicht sicher, dass es Dinosaurier gegeben habe – nur, dass wir über sie sprechen. Doch insgesamt scheint sie selbst zur Generation der Vielleichtsager zu gehören, denn sie schreibt: „Postmoderne hat etwas Befreiendes und Ermächtigendes“ und später im Fazit: „Es gibt durchaus Disziplinen, die noch Wahrheit kennen. Aber vielleicht ist genau das ihr Problem.“ Weiterlesen „Generation Klartext“

Die Null-Ethik: „Das muss jeder selbst wissen“

Es ist weder politisch richtig, zu konstatieren, wer was wie im Bett zu tun hat. Das hast du in der Tat auch nicht getan. Noch moralisch, wenn es auf gegenseitigem Einverständnis beruht – was hier durchaus durchscheint.

…findet der Kommentator „Sugar Sun“. Das erinnert mich an ein Gespräch, das ich unfreiwillig im Zug mitbekam. Eine Gruppe Jugendlicher von 18-20 Jahren saß vor mir auf einem Viererplatz, also je zwei saßen sich gegenüber. Ein Mädchen unter ihnen, das neu in ihrer Klasse war, sollte über ihren Hintergrund berichten und warum sie die Schule gewechselt hatte.

„Ich habe gestohlen, mich geschlägert und ein paar Autos von den Lehrern in Brand gesetzt.“ Weiterlesen „Die Null-Ethik: „Das muss jeder selbst wissen““

Frauenquoten: Das umstrittene Zitat

Ich komme mir allmählich vor wie Bruce Campbell, denn erneut macht ein One-Liner von mir die Runde im Netz. Als professioneller Sprücheklopfer bin ich noch einmal kritisch drübergegangen und habe Kritik einbezogen, um Missverständnisse auszuräumen. Hoffentlich macht folgender Absatz nun deutlich, was gemeint war:

Frauen sollen angebliche männliche Eigenschaften, wie Chauvinisten sie verstehen (Triebe, Aggression) übernehmen, um „so erfolgreich zu sein wie Männer“, während sie auf positive Eigenschaften wie „Vernunft“, die angeblich männlich sind, verzichten sollen. Ergebnis ist die neue Frau: Ein schreiendes, irrationales, unkontrollierbares Kind, das sofort alles haben möchte, aber nicht bereit ist, dafür zu arbeiten. Ergo die Forderung nach Frauenquoten.

Wie „Die Ärzte“ schon sangen: Immer mitten in die Fresse rein!

Wo wir schon bei Bruce Campbell sind, welcher der folgenden soll mein neuer Wahlspruch werden?

„Alright you primitive screwheads, listen up!“

„Don’t touch that please, your primitive intellect wouldn’t understand alloys and compositions and things with… molecular structures.“

„Probably was raised in a barn, along with the other primitives.“

„Now I swear the next one of you primates even *touches* me…“

„Say hello to the twenty-first century!“

„Ha ha. Manufactured parts. Ha…“

(Quelle: Army of Darkness)

Der Weg, den ich nicht wählte

Von britischer Poesie nun zur amerikanischen: Robert Frost: The Road Not Taken. Ein Klassiker, den in den USA so ziemlich jeder kennt und hier so ziemlich niemand. Es geht um die Entscheidungen, die wir im Leben treffen und das Gedicht ist auch ein schönes Beispiel für eine introspektive Erkundung der Willensfreiheit. Diesmal ein Video von einem anderen Vorleser, denn Robert Frost ist im Gegensatz zu Jonathan Smith „noch nicht lange genug tot“, um hier mal urheberrechtlich zu sprechen:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=5hwUrBgZeUA[/tube]

Und begeisterte Zuschauer mögen bitte mein eigenes Video, „Was ist Gott? Teil 2: Berühmte Christen antworten“ weiterempfehlen, das könnte noch ein bisschen Publikum vertragen:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=fmjcPyGV8eE[/tube]

Romantik in der Moderne

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=FqYPhvDBEOs[/tube]

Mitchell und Webb bringen es mal wieder auf den Punkt in den ersten Minuten dieser Folge. Cyrano de Bergerac möchte einem Mann dabei helfen, seiner Angebeteten ein Liebesgedicht vorzulesen. Nur Cyrano selbst findet schließlich die passenden Worte…

Jonathan Swift: The Logicians Refuted

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=KXXSeuaIE-E[/tube]

Mein aktueller Produktivitätsanfall nötigte mich nunmehr zur Produktion eines weiteren YouTube-Videos. Diesmal rezitiere ich ein Gedicht von Jonathan Swift in dessen Originalsprache, also britisches Englisch. Es geht in „The Logicians Refuted“ um die Frage, ob der Mensch ein rationales Lebewesen ist (wovon die objektivistische Philosophie ausgeht) und Swift widerspricht dem. Er vergleicht das Verhalten der Menschen mit dem Verhalten von Tieren und schlägt sich auf die Seite der Tiere. Swift kritisiert also, dass die Menschen ihrem Anspruch nicht gerecht werden, aber auch, dass sie sich eitel überschätzen. Geht als Sozialkritik durch, außerdem ist es einfach ein schönes Gedicht, das zu meinem spöttischen Stil passt.

Wir treten zurück!

So, der Papst ist zurückgetreten. Irgendwie ist mir das total egal. Scheint jeder so zu sehen.

Bundespräsident Joachim Gauck konnte dem Rücktritt nicht viel abgewinnen. „Als Bundespräsident habe ich dazu keine Meinung. Ich kommentiere nicht die inneren Angelegenheiten religiöser Institutionen. Mich geht das so viel an wie ein Rücktritt von Tom Cruise aus Scientology.“

Der Rücktrittsentscheidung des Papstes brachte Kanzlerin Angela Merkel „allerhöchste Gleichgültigkeit“ gegenüber. Benedikt XVI. „ist und bleibt einer, der Kirchenoberhaupt war und dies nun nicht mehr ist“, sagte Merkel.

„Dass Papst Benedikt, der im 86. Lebensjahr steht, von sich aus das Amt abgibt, empfinde ich als bewegend, und es erfüllt mich mit großem Respekt“, erklärte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider. „Wäre er jünger, hätte er das Amt nicht abgegeben, wie wir in der Tat beobachten konnten. Somit gab er das Amt erst jetzt ab, wo er 86 Jahre alt ist. Ich finde das ganz erstaunlich, total bewegend, eine ganz große Leistung. Wer hätte das noch von ihm erwartet in seinen alten Tagen?“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sprach von „einer großen menschlichen und religiösen Geste“. „Es ist so ähnlich, wie wenn einer, der Jahrzehnte in einer Frittenbude gearbeitet hat, jetzt endlich sagt: Ich kann den Fettgeruch nicht mehr ertragen!“, erklärte Zollitsch. „Das ist eine große menschliche Geste, nicht mehr Papst sein zu wollen, wenn einem die Energie dafür fehlt – so wie wenn Jesus für die Sünden der Welt gestorben ist.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier äußerte großen Respekt für den Schritt. „Papst Benedikt hat sein Amt in einer durch vielfältige Umbrüche gekennzeichneten Zeit angetreten und seiner Kirche mit seiner großen geistlichen und intellektuellen Autorität Orientierung gegeben und Maßstäbe gesetzt“, sagte Steinmeier. Unvergessen sei seine vorsichtige Öffnung zu den Kirchen der Reformation. „Gut, eigentlich war Benedikt kein großer Versöhner, wie mir mein Berater gerade ins Ohr flüstert. Offenbar hat sich die Kirche unter ihm eher zurückentwickelt. Aber mein Gott, ich bin Sozialdemokrat, das ist mir im Grunde völlig wurscht.“

Mehr Kommentare zum Rücktritt.

Feminismus: Wer glaubt das wirklich?

Der Kommentator „Trinculo“ bezweifelte, dass Feministen wirklich glauben, was ich behaupte. Ich würde gegen Strohmänner ankämpfen. In der Tat scheinen viele Leute über etwas anderes zu reden als ich, wenn sie „Feminismus“ sagen. Ich höre dann so etwas wie „Man(n) sollte Frauen respektvoll behandeln“ oder „Man(n) sollte Frauen nicht gegen ihren Willen belästigen“.

Ja, danke, das ist mir auch schon aufgefallen!

Unter „Feminismus“ hingegen verstehe ich nicht vor allem eine kulturelle Bewegung, die dafür argumentiert, Frauen wie menschliche Subjekte zu behandeln, sondern eine politische Bewegung, die politische Forderungen stellt. Und das bedeutet: Forderungen, wie der Staat sein Gewaltmonopol einsetzen sollte.

Selbst bei spätabendlichen Stammtischen dürfte die Frage, ob man Frauen respektvoll behandeln sollte, keine Debatten mehr auslösen:

„Hey Frank, ich bin Feminist, ich finde man sollte Frauen mit Respekt behandeln.“

„Du, Joe, da kann ich jetzt nicht mitgehen. Ich plädiere eher für Respektlosigkeit gegenüber Frauen. Ich finde, Frauen sind einfach keine menschlichen Subjekte.“

Wer bitte sagt so etwas?

Und nun zum historischen Hintergrund und den Forderungen des politischen Feminismus.

Weiterlesen „Feminismus: Wer glaubt das wirklich?“

Die Wahrheit über die UN

…in einer 4-Minuten-Ansprache von Hillel Neuer, UN Watch, beim UN-Menschenrechtsrat:

„Die rassistischen Mörder und Vergewaltiger der Frauen von Dafur erzählen uns, dass sie sich um die Rechte der palästinensischen Frauen sorgen; die Besatzer Tibets über die Besetzten; und die Schlächter von Muslimen in Tschetschenien über Muslime. Aber scheren sich diese selbstbezeichneten Verteidiger wirklich um die Rechte der Palästinenser? …Tatsächlich könnten die Palästinenser oder irgendwelche Menschenrechte den Diktatoren, die diesen Rat leiten, nicht gleichgültiger sein. Sie versuchen, die israelische Demokratie zu dämonisieren, den jüdischen Staat zu delegitimieren, das jüdische Volk zu Sündenböcken zu machen. Sie versuchen auch etwas anderes: Die bloße Sprache und die Idee der Menschenrechte zu verfälschen und zu pervertieren.“

„Ich werde keine weiteren Aussagen dieser Art tolerieren.“ (Präsident des UN-Menschenrechtsrats, Luis Alfonso De Alba of Mexico in seiner Antwort auf Neuers Ansprache)

Fuck you, Mr. President!

Schließt die UN, diesen Diktatorenstadl und Schandfleck des Westens!

„Wenn eine Institution diesen Grad an Korruption, schamlosen Zynismus und Ehrlosigkeit erreicht, den die UN in ihrer beschämenden Geschichte demonstrierte, so würde eine längere Diskussion über sie implizieren, dass Mitglieder und Unterstützer vielleicht nur einem unschuldigen Fehler über ihre Natur unterliegen – was nicht länger möglich ist. Es gibt keine Fehlertoleranz bei einer Monstrosität, die für den angeblichen Grund erschaffen wurde, Kriege durch eine Vereinigung der Welt gegen jeden Aggressor zu verhindern, aber die damit fortfuhr, sie gegen jedes Opfer der Aggression zu vereinen.“

„Psychologisch hat die UN viel zum grauen Sumpf der Demoralisierung – zu Zynismus, Bitterkeit, Hoffnungslosigkeit, Furcht und namenloser Schuld – beigetragen, der die westliche Welt verschlingt.“

(Ayn Rand)

Quelle: Mark Humphrys

Lasst die Frauen sprechen!

Auch hier sollte die Debatte über Sexismus nicht in den Händen eines Mannes bleiben. Ich übergebe das unsichtbare Mikrofon also nunmehr an „girlwriteswhat“, eine anti-feministische YouTube-Aktivistin; empfohlen von Stefan Dietrich von der gbs Mittelfranken. „girlwriteswhat“ ist auch anderweitig einflussreich in der säkularen Szene, was bedeutet, dass mir jemand Konkurrenz um das Bad-Boy-Image bei uns macht… Und erneut ein Beweis, dass Frauen einfach nicht mehr wissen, wo ihr Platz ist!

Übrigens komisch: Einige Reihe Leserinnen waren höchst empört über meinen Vergleich von den Frauen in vergangenen, patriarchalen Gesellschaften mit einem außerirdischen Parasiten aus der Stargate-Serie namens „Goa’uld“, der das Universum erobern möchte. Die kollektive Geschlechtersolidarität erstreckt sich noch über Jahrhunderte und Jahrtausende zurück.

Ich weiß ja, wie wichtig Feministen ihre Genealogie ist. Wenn sie selbst keine Persönlichkeit haben, so blicken nicht nur Männer gerne auf ihre mächtigen Vorfahren zurück und schwellen voller Stolz an, wie eng sie doch mit Dschinghis Khan verwandt sind – sondern auch Feministen erinnern sich an ihre Vorfahrinnen, jene von Männern verfolgten Wicca-Hexen und in Paläste eingesperrte Prinzessinen, die nicht zugleich einen charmanten Literaten-Bürger heiraten und den Wohlstand des Königs behalten durften, während die Bauern, der Großteil der Bevölkerung, bei der ganztäglichen Feldarbeit verhungerten. Das schwere Schicksal der schwer arbeitenden, in Kriegen für ihre Unterdrücker sterbenden, unter katastrophalen Bedigungen für ihre Familie sorgen müssenden Frauen… Hm. Na ja. Mein Beileid.

Und nun zu „girlwriteswhat“: Weiterlesen „Lasst die Frauen sprechen!“