Das Monopol auf Dummheit

Das Kartellamt möchte die Marktmacht der Monopole eindämmen. Kapitalismuskritiker verurteilen Monopole, weil diese viele Kunden an sich binden, die Preise erhöhen, die Löhne senken könnten. Die Kunden würden „abhängig“ gemacht von Unternehmen mit monopolartiger Stellung.

Die Alternativvorschläge der Kritiker:

1. Man sollte privatwirtschaftliche Monopole verstaatlichen. Damit ein Privatunternehmer nicht mehr „zu viel Marktmacht“ hat, soll der Staat die absolute Marktmacht erhalten. Während Kunden bei privaten Monopolen weniger Ausweichmöglichkeiten haben, so sollen sie nun gar keine Ausweichmöglichkeiten mehr haben. Während Privatunternehmen mit angeblicher Monopolstellung die Preise etwas höher ansetzen können und die Löhne etwas niedriger, bis sich das Unternehmen selbst gefährdet und der Konkurrenz Möglichkeiten eröffnet, so soll stattdessen der Staat die Preise und Löhne willkürlich festlegen und alle Konkurrenz ausschalten. Damit die Kunden nicht so sehr von einem Unternehmen abhängig sind.

2. Das Kartellamt soll die Marktmacht von zu großen Unternehmen einschränken. Es gibt keine objektiven Kriterien, wann ein Unternehmen „zu groß“ ist. Unternehmer müssen also jederzeit damit rechnen, dass sie Strafen in Milliardenhöhe zahlen müssen, wenn sie ihren Job zu gut machen, wenn sie zu erfolgreich sind, wenn sie die Wünsche der Kunden zu genau erfüllen, wenn ihre Produkte zu gut sind, ihre Preise zu niedrig. Möchte ein Unternehmen mit einem anderen fusionieren, um die eigene Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen, bessere Produkte zu günstigeren Preisen anbieten zu können, so kann jederzeit das Kartellamt die Pläne zunichte machen. Das Kartellamt verhält sich wie ein Gott der Rache – Rache für Erfolg, Rache für das Gute, entsprungen aus dem Neid jener, die schlechter sind als erfolgreiche Großunternehmer. Das Ergebnis für den Kunden: Weniger gute Produkte zu höheren Preisen. Das Ergebnis für die Arbeitnehmer: Weniger Jobs.

Ja, hier will uns jemand verarschen. Aber es ist nicht Microsoft, es ist nicht Apple (die beide ein Monopol in der selben Branche haben sollen) und es ist nicht Coca Cola oder Pepsi.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Ökonomie.

4 Kommentare zu “Das Monopol auf Dummheit

  1. tertius gaudens sagt:

    „Das Kartellamt verhält sich wie ein Gott der Rache – Rache für Erfolg, Rache für das Gute, entsprungen aus dem Neid jener, die schlechter sind als erfolgreiche Großunternehmer.“

    Ganz genau so ist es! Ich nutze Windows jetzt seit 1993 (damals Version 3.1) Meine erste Handlung beim aufsetzen eines neuen Systems ist es immer gewesen, einen anderen als den IE Standardbrowser zu installieren. Mir wurde bis jetzt niemals ersichtlich, inwiefern Microsoft hier mit „unfairen Geschäftspraktiken“ arbeitet um mir diesen Vorgang zu erschweren. Das Urteil gegen MS ist einfach nur lächerlich und dient ausschließlich dazu, unter dem Vorwand eines ekelerregenden Paternalismus, Geld in die klammen Kassen der EU-Bürokraten zu spülen.

  2. Wafthrudnir sagt:

    Grundsätzlich Zustimmung, aber man darf auch nicht vergessen, daß es Unternehmen gibt, die ihren Erfolg keineswegs ihrer eigenen Leistungsfähigkeit oder der Zufriedenheit ihrer Kunden verdanken, sondern ihrer Priviligierung durch staatliche Stellen.
    Ein ehemaliger Monopolist beispielsweise (Post, Bahn, Wasserwerke etc.) hatte u.U. jahrzehntelang Zeit, seine Infrastruktur ungestört auszubauen, und kann kann nun, zum Schaden der Kunden, Mitbewerber über lange Zeit erfolgreich vom Markt fernhalten.
    Hier wäre also das Handeln eines Kartellamtes durchaus segensreich, nicht, um das Ergebnis marktwirtschaftlichen Wettbewerbs zu verfälschen, sondern um Diskriminierung in der Vergangenheit auszugleichen.

    • sba sagt:

      Naja..ich denke, an ehem. staatlichen Monopolisten kann man ganz hübsch beobachten, was Rand über Erbschaft geschrieben hat: Entweder ist man ihr gewachsen, oder sie richtet einen zu Grunde (also, wenn man den (teil)privatisierten Betrieb als Erben des zuvor staatlichen Betriebes gelten lässt).
      Selbst wenn das nicht der Fall wäre, wäre die Frage, ob nach einer richtig abgelaufenen Privatisierung die weitere staatliche Einmischung auf den frei gelassenen Betrieb notwendig wäre (man könnte z.B. einen zentralen staatlichen Betrieb in mehrere regional oder sachlich getrennte privatisieren – oder auch das Eigentum an Betrieb und Infrastruktur separat verkaufen (frage ich mich sowieso dauernd, Warum der Bahn noch das Schienennetz gehört, das sie vorher schon hatte).
      Vermutlich habe ich gerade Blödsinn geschrieben, aber ich glaube, wir können uns darauf einigen, dass zum einen ein Kartellamt mit Aufgaben nach Deiner Beschreibung zum einen nur eine übergangsweise Aufgabe hätte und nach einiger Zeit Tätigkeit und Existenz einzustellen hätte; zum anderen, dass die Bahn etwa immernoch nicht richtig privat ist, da sie zum größeren Teil dem Bund gehört.

      • Wafthrudnir sagt:

        Nein, für Blödsinn halte ich das überhaupt nicht! Genau eine solche vorübergehende Rolle des Kartellamtes hatte ich gemeint, wie etwa, dass es darauf achtet, dass Monopolbetriebe bei der Privatisierung aufgespalten werden.
        Rands Ausspruch läßt sich hier vielleicht nicht so gut anwenden, wie man etwa am Beispiel der Bahn sieht: sie besitzt ein Schienennetz, der dafür erforderliche Grund wurde tw. von früheren Besitzern enteignet. Da, glaube ich, niemand hier wünscht, dass Privatunternehmen Enteignungen veranlassen können, und es kaum möglich sein dürfte, eine durchgehende, halbwegs gerade Kette von tausenden Grundstücken über hunderte Kilometer zu kaufen (von Problemen mit Flächenwidmungsplänen und dgl. abgesehen), wäre ein privater Bahnbetreiber dem ehemaligen Monopolisten gegenüber dauerhaft im Nachteil.
        Hingegen würde die von Dir angedeutete Idee eines eigenen Betreibers für das Schienennetz das Problem lösen, denn dieser wäre ja daran interessiert, möglichst viele zahlende Kunden für seine Gleise zu gewinnen, ohne einen zu bevorzugen.

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