Die Hälfte des Lebens ist umsonst

Was das neue Bezahlartikel-System im Feuerbringer-Magazin angeht, noch ein paar erläuternde Worte: 1. Alle Artikel sind natürlich neu. 2. Der Preis ermisst sich daran, was geboten wird. Privatisiert die Umwelt ist umfangreicher als normalsterbliche Artikel und enthält Fotos, die ich selber aufnahm. Darum kostet der Zugriff 99 Cent. Die Verteidigung der Telekom ist zwar umfangreicher als Gratis-Artikel, aber nicht so umfangreich wie die Umweltprivatisierung, kommt außerdem ohne Fotos aus und kostet insofern 69 Cent. Generell wird sich der Preis in dieser erschwinglichen, Raffgier-freien Sphäre bewegen. Ausgenommen sind Artikel, die eine Vor-Ort-Recherche erforderten – die kosten etwas mehr.

Generell wird es nun abwechselnd aufwändige Bezahlartikel und kürzere Beiträge im Feuerbringer-Magazin geben. Also diese beiden Kategorien:

1. Schnell runtergetippte Beiträge für das breite Volk, für die undankbaren Massen, für den gemeinen Pöbel (und für Studenten – wie mich). Die werde ich gratis den Proletariern vor die Füße werfen. Nach dem Wegfall der Gladiatorenkämpfe im Kolosseum müssen die wankelmütigen Arbeiter und Bauern mit kostenfreien Blogartikeln abgespeist werden, damit sie in ihren Kolchosen etwas zu tun haben, wenn der Schwarze Kanal gerade nicht läuft.

2. Auserlesene Exklusiv-Artikel für Menschen mit hohen Ansprüchen an gewitzte Unterhaltung, gehaltvolle Information, überzeugende Argumentation, augentränend schöne Präsentation. Ich nenne sie „meine Basis“, wie George W. Bush es in Bezug auf reiche Amerikaner ausdrückte. Sie sind die Elite, sie sind diejenigen meiner Leser, die für mich im eigentlichen Sinne existieren.

Dann gibt es noch Artikel, die ich für fremde, für outgroupige, für vaterlandslose Medien schreibe. Bei diesen Artikeln entscheidet jemand, der nicht ich ist, über ihren Preis oder Nicht-Preis.

Als Kapitalist bin ich ein Sklave meiner Kundschaft. Insofern möge man es stets kritisieren, wenn Artikel nicht den Ansprüchen genügen, wenn es Fragen gibt, wenn ein Verlangen nach der Bearbeitung eines bestimmten Themas aufkommt. Die Wünsche der zahlenden Leser sind meine eigenen Wünsche, waren schon meine Wünsche, bevor es ihre Wünsche waren. Es sei denn, sie sind aus guten Gründen nicht realisierbar. Die Bezahlartikel sind in der Kategorie „kostenpflichtig“ gesammelt. Amen.

Europäische Weltraumbehörde vermisst die Welt

…lautet der Titel eines Berichts, den ich auf der diesjährigen Hannover Messe für die Fachzeitschrift „MM MaschinenMarkt“ geschrieben habe. Die Europäische Weltraumorganisation ESA zeigte auf der Messe das Datensammelsystem Copernicus, den GPS-Verbesserer Egnos und die europäische Konkurrenz zu GPS, Galileo. Für den Bericht habe ich mit dem Astrophysiker Eleftherios Mamais gesprochen und ihn zudem auf einem Foto verewigt.

Den Artikel gibt es gratis auf der Website der Industrie- und Logistikspezis MM Maschinenmarkt, die auch jährlich die Messezeitung anfertigen. Die Vor-Ort-Recherche und das Artikeltippen in ihrer „gläsernen Redaktion“ war aufschlussreich und gewiss eine anregende Erfahrung insbesondere für die unzähligen jungen Damen, die mich lüstern von außen durch die tiefe Einblicke gewährenden Scheiben beim Schreiben beobachteten. Die vorgesehenen Sprüche über den gläsernen Bürger und Nacktscanner muss ich wegen Abschweifgefahr leider streichen. Hier der Artikel:

Europäische Weltraumorganisation vermisst die Welt

Privatisiert die Umwelt

Privatisiert das! (Foto: morguefile.com)

„Weltweit hat der rücksichtslose Umgang mit der Umwelt schlimme Folgen“, beschweren sich die Grünen auf der Website ihrer Bundestagsfraktion. Und über die „neoklassische Wirtschaftsweise“ schreibt der Grünen-Politiker Kai Klose, Sprecher für Wirtschafts-, Wohnungs-, Lesben und Schwulenpolitik der hessischen Grünen: „Das dieser Theorie innewohnende Problem ist heute offensichtlich: Die Natur hat keinen Preis. Sie gehört niemandem und damit ist sie kostenlos.“

Ungefähr 90 Prozent des Klose-Artikels sind blanker Unsinn – aber in diesen zwei Sätzen steckt eine gewisse Wahrheit. Verteidiger der freien Marktwirtschaft müssen darauf eine Antwort geben können. Hier ist meine. Die Frage lautet konkret:

Flüsse, Seen, das Meer, Naturschutzgebiete, seltene Tierarten, der Regenwald, das Eis der Arktis – sie alle sind nicht Gegenstand des freien Tausches von Gütern und Dienstleistungen, der Marktwirtschaft. Wie also können wir mit rein marktwirtschaftlichen Methoden den Schutz von Dingen garantieren, die niemandem gehören?

Außerdem werde ich auf die Vorstellung der Grünen eingehen, der Umweltschutz sei ein „Wert an sich“ und wir könnten die Umwelt mit diesem Verständnis besser schützen.

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Der Natur einen Preis geben

Zivilisatorisch gezähmte Natur: Blumen im Würzburger Residenzgarten (Foto: AM)

Wie schützen wir die Umwelt? Indem wir die Umwelt privatisieren. Indem wir externe Effekte internalisieren. Indem wir dafür sorgen, dass die Natur einen Preis hat. Und was nicht sinnvoll privatisiert werden kann (die Luft, die Tiefsee, das Weltall), sollte durch klarer definierte Eigentumsrechte geordnet werden.

Bedeutet das, dass in Naturschutzgebieten nach Rohstoffen gegraben und die schöne Landschaft verschandelt wird? Nicht unbedingt – nicht dann, wenn es den Menschen mehr wert ist, in schönen Landschaften herumzulaufen, in denen nicht nach Rohstoffen gegraben wird. Dann würde sich der Tourismus in Naturschutzgebieten mehr auszahlen als die Förderung von Rohstoffen in Naturschutzgebieten, sofern man nicht beides kombinieren kann. Und falls sich ein privater Investor findet, der der Meinung ist, dass Naturschutzgebiete von der menschlichen Anwesenheit verschont werden sollten, ist auch das in der freien Marktwirtschaft kein Problem. Freie Marktwirtschaft bedeutet, dass die Menschen im Zweifelsfall das bekommen werden, was ihnen am meisten wert ist – wofür sie am meisten einzutauschen bereit sind.

Bedeutet das, dass seltene Tierarten ausgerottet werden? Wenn sich Tierschützer finden, denen der Schutz der seltenen Tierarten mehr wert ist als den Jägern deren Tod, so würde es im Kapitalismus zu einem Schutz seltener Tierarten kommen. Wenn die Tierschützer nur rhetorische Floskeln um sich werfen und ihnen die seltenen Tierarten tatsächlich keinen müden Cent wert sind, so werden sie jene in die Hände bekommen, die mehr von ihrem Tod als von ihrem Leben profitieren. Wenn jemand eine seltene Tierart schützen möchte, kann er sie sich, kurz gesagt, einfach kaufen – beziehungsweise ihren natürlichen Lebensraum.

Bedeutet das, dass jemand das Meer kaufen und es verseuchen dürfte? Das Meer wird gerade darum verseucht, weil es niemandem gehört. Was niemandem gehört, versucht sich jeder rücksichtslos unter den Nagel zu reißen, bis nichts mehr davon übrig ist. Bis die Meere überfischt, übermüllt und verseucht sind. Es gehört ja niemandem. Also gibt es einen Wettlauf um die rücksichtslose Ausbeutung des Meeres. Das Meer gibt es umsonst – also ist es offenbar nichts wert, nicht wert, in einem sauberen, gesunden Zustand erhalten zu werden. Wenn die Grünen dies schon explizit anerkennen, müssten sie auch mit meiner Lösung etwas anfangen können.

Niemand investiert viele Millionen Euro in etwas, nur um es zu zerstören. Ein Mann kauft sich kein Auto, um es absichtlich gegen eine Wand zu fahren. Ein Mann kauft sich kein Haus, um es abzureißen. Ein Mann kauft sich kein Gemüse, um es wegzuwerfen. Wir kaufen uns Dinge, weil wir von ihnen profitieren oder dies jedenfalls glauben. Wer sich für viele Millionen Euro einen Teil des Meeres kauft, wird es wirtschaftlich sinnvoll in seinem eigenen Interesse nutzen. Er wird dafür sorgen, dass es den Fischen in seinem Meeresgrundstück gut geht – damit die Kunden seine Fische kaufen. Er wird dafür sorgen, dass das Wasser rein ist – damit Badegäste dafür bezahlen, darin zu schwimmen. Er wird keine Öltanker sein Grundstück passieren lassen, wenn er nicht überzeugt ist, dass sie sicher sind.

Bedeutet das, dass die Luft von einem Industriellen gekauft und verseucht werden darf? Der Ökonom Murray Rothbard schrieb über die Teil-Privatisierung der Luft. Demnach würde niemand die gesamte Luft in einer geografischen Region besitzen. Jedoch wäre die Luft in und über seinem Eigentum, etwa über seinem Haus oder seiner Fabrik, ebenfalls sein Eigentum. Das bedeutet einerseits, dass er die Luft zum Beispiel in seiner Garage mit Benzindämpfen verunreinigen und darin ersticken darf, sofern er niemand anderem damit schadet. Es bedeutet aber auch, dass niemand das Recht hat, die Luft zu verunreinigen, die andere einatmen müssen.

Man darf nicht mit seinem Eigentum das Eigentum oder das Leben anderer Menschen schädigen. Sowohl exzessiver Lärm als auch schädliche Luftverschmutzung kämen rechtlich betrachtet einem Übergriff auf das Eigentum und das Leben anderer Menschen gleich. Wer sich also vor der Teil-Privatisierung der Luft fürchtet, sollte bedenken, dass diese ein wirkungsvolles Mittel gegen Lärmbelästigung durch Flugzeuge und Luftverschmutzung sein könnte.

Bedeutet das, dass jemand die Straßen privatisieren und sie in Rennstrecken für rücksichtslose, reiche Raser umfunktionieren könnte, welche die Atmosphäre mit einem unendlichen CO2-Ausstoß beglücken dürften? Im Gegenteil. Auch die Straßen wären in einer kapitalistischen Gesellschaft Privateigentum. Ist der Eigentümer einer Straße daran interessiert, dass möglichst viele Unfälle auf seiner Straße passieren und die Leute in den Zeitungen lesen können, wie gefährlich seine Straßen sind? Wohl kaum. Also wird er sinnvolle Geschwindigkeitsbegrenzungen erlassen und die Straße so konstruieren, dass sie sicher ist. Sonst fährt ja niemand mehr darauf. Möchten Spaziergänger oder auch Autofahrer gerne auf diesen Straßen möglichst viel Kohlenstoffdioxid einatmen oder eher weniger? Je nach Straßenlage könnte der Eigentümer sogar besonders schmutzige Fahrzeuge auf seiner Straße verbieten.

Verschwendung von Rohstoffen?

„Durch Verschwendung und Verschmutzung werden die Lebensgrundlagen kommender Generationen zerstört“, klagen die Grünen. Nicht-regenerierbare Rohstoffe gehen irgendwann zur Neige, also sollen wir sparsam mit ihnen umgehen.

Die Auffassung, wie materielle Produkte entstehen, teilt die ökologische Bewegung grundsätzlich mit Karl Marx: Fabriken sind demnach einfach da. Die Arbeiter brauchen sie sich nur zu nehmen und darin ihre physische Arbeit zu verrichten. Produkte werden sich daraufhin irgendwie von selber materialisieren mit Hilfe der Maschinen, die bestimmte Arbeiter bedienen. Unternehmer, Manager, Erfinder, Denker – braucht man alles nicht. Das sind nur die „Kapitalisten“, die Geld machen mit der physischen Tätigkeit der Arbeiter. Das sind nur die „Ausbeuter“, die selbst keine „produktive“ (damit meinen die Marxisten ausschließlich physische) Arbeit verrichten.

Die Grünen glauben, dass die Umwandlung von Rohstoffen in materielle Produkte ebenso funktioniert: Durch bloße physische Tätigkeit. Man bohrt ein wenig im Boden herum, stößt auf Erdöl, pumpt es aus dem Boden raus und schon bald hat man unter Zuhilfenahme irgendwelcher Maschinen irgendwie Benzin und Plastik, etc. Und in diesem Boden, schlussfolgern die Grünen, kann ja nicht unendlich viel Erdöl drin sein. Denn, wenn man Beeren aberntet oder Kartoffeln ausgräbt, sind irgendwann auch keine mehr da.

Aus der Gleichung haben sie die Ursache des modernen Wohlstands herausgenommen: Den Unternehmer. Der Unternehmer ist derjenige, der sich der Wissenschaften bedient, um herauszufinden, welche Rohstoffe man auf welche Art und Weise in Werte verwandeln kann, die den Menschen dienen und für die sie Geld bezahlen. Daraufhin plant er die Umwandlung der Natur in menschliche Werte, organisiert sie, führt sie aus.

Grüne und Marxisten starren auf den Vorgang der Umwandlung von Erdöl in Kunststoff und Treibstoff wie Wilde aus dem Dschungel, die den weißen Mann beobachten. Sie sehen, wie der weiße Mann Löcher in den Boden gräbt, etwas herausholt und sie hören, wie der weiße Mann erklärt, dass seine Autos damit fahren und seine Plastikboxen daraus gemacht sind. Wie der weiße Mann diese wundersamen Dinge zustandebringt, das verstehen die Wilden nicht. Aber es scheint ganz einfach zu sein. Er braucht nur physische Arbeit dazu.

Tatsächlich ist die Umwandlung der Natur in Werte ein kreativer und intellektueller Prozess, der von der Anwendung des menschlichen Verstandes abhängt. Daher das grüne Unverständnis gegenüber allem, was sich seit der industriellen Revolution zugetragen hat. Mit anderen Worten können wir Öl effizienter nutzen, wir können Öl durch andere Rohstoffe ersetzen, wir können bereits transformierte Produkte recyclen – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Alex Epstein vom Ayn Rand Institute beantwortete die Frage, ob uns das Öl ausgehen und so unsere Wirtschaft austrocknen wird, mit „Nein“ und hier ist seine Erklärung:

„Weil in einem freien Markt, wenn die Nachfrage steigt oder das Angebot sinkt, die Preise steigen und daher die Unternehmer einen Anreiz haben, bessere Methoden zu finden, wie sie Öl lokalisieren und extrahieren können – oder Ersatzstoffe für Öl finden.“

Einschub: Eine effizientere Methode für die Gasförderung wurde mit dem „Fracking“ erfunden. Die Grünen sind dagegen. Weiter mit Epstein:

„Zum Beispiel wurde Öl zur Elektrizitätserzeugung durch Kohle und Erdgas ersetzt. Sobald die Ölvorkommen tatsächlich erschöpft sind (was noch lange dauern wird), werden steigende Preise Unternehmern jeden Anreiz geben, wirklich Erfolg versprechende Ersatzstoffe zu finden. Vielleicht auf der Grundlage von Erdgas, nuklearer Energie oder einer bislang noch nicht erfundenen Technologie.“

Einschub. Thema: Nukleare Energie. Die Grünen sind dagegen. Weiter mit Epstein:

„Das werden sie jedenfalls tun, sofern die Regierung sie nicht durch Restriktionen auf Erschließung, Minenbau, Bohren oder industrielle Entwicklung – oder durch die Verzerrung des Marktes durch Subventionen – davon abhält.“

Einschub: Die Grünen halten Unternehmer durch Restriktionen davon ab, neue Ölquellen zu erschließen, siehe hier und hier. Weiter mit Epstein:

„Darum ist die Regierungspolitik – nicht die endliche Quantität von irgendeinem Rohstoff – die tatsächliche Bedrohung unserer zukünftigen Energieversorgung.“

Umweltschutz als „Wert an sich“

Elefanten sollten dem Menschen dienen, nicht wir den Elefanten (Elefanten im Zoo Karlsruhe, Foto: AM)

„Umweltschutz ist für uns ein Wert an sich“, schreiben die Grünen ferner. Diese philosophische Aussage bedeutet, dass der Umweltschutz als solcher, unabhängig vom Menschen und von menschlichen Werten, etwas Gutes sei. Laut der objektivistischen Philosophie ist hingegen nur eine Entität ein „Wert an sich“: Der Mensch. Nicht die Umwelt. Und schon gar nicht der Umweltschutz.

In der Praxis bedeutet der Umweltschutz als Wert an sich, dass jemand, der die Umwelt schützt – nicht unbedingt zum Wohle des Menschen, sondern generell – , laut Definition etwas Gutes tut.

Die Grünen versus friedliche Naturvölker

Angenommen, ein See, von dem ein Naturvolk existenziell abhängig ist, trocknet aus. Das Naturvolk begibt sich auf die Suche nach einem neuen See. Sie finden auch einen, doch es gibt ein Problem: Ein Grünenpolitiker steht mit verschränkten Armen vor dem See und verbietet dem Naturvolk, das Wasser zu trinken oder sich im See zu baden.

Die Kinder könnten auf seltene Frösche treten, die im See leben. Sagt er. Die Jäger könnten seltene Fische ausrotten, die im See leben. Das Naturvolk könnte den See leer trinken, wenn es nicht rechtzeitig regnet. Das natürliche Gleichgewicht und seltene Spezies und der See überhaupt sind gefährdet. Würde das Naturvolk andererseits nicht den See für sich nutzen dürfen, würden alle verdursten.

Mit dem Gewaltmonopol des Staates an seiner Seite kann der Grünenpolitiker jedoch seine Vorstellung vom „Umweltschutz als Wert an sich“ durchsetzen. Und die Mitglieder des friedlichen Naturvolks können ins Gras beißen (bzw. können sie nicht, weil auch das Gras als Teil der Umwelt geschützt werden muss).

Der wahre Wert an sichRote Pflanze: Vom Menschen angepflanzt für das menschliche Auge (Würzburger Residenzgarten, Foto: AM)

Der objektivistische Philosoph Michael S. Berliner vom Ayn Rand Institute fand bereits eine passende Replik auf die Idee, die Umwelt oder deren Schutz sei ein „Wert an sich“, beziehungsweise ein „intrinsischer Wert“:

„Die Natur, versichern sie, hat einen ‚intrinsischen Wert‘, solle für sich selbst verehrt werden, unabhängig von irgendeinem Vorteil für den Menschen. Folglich ist dem Menschen verboten, die Natur für seine eigenen Zwecke zu nutzen. Da die Natur angeblich als solche Wert und Güte besitzt, wird jede menschliche Handlung, welche die Umwelt verändert, notwendig als unmoralisch gebrandmarkt. Umweltschützer führen dieses Argument eines intrinsischen Wertes nicht im Falle von Löwen an, die Gazellen auffressen oder von Bibern, die Bäume fällen; sie führen es nur gegen den Menschen an und nur, wenn der Mensch etwas haben möchte. Das Konzept der Umweltschützer vom intrinsischen Wert ist nichts anderes als das Verlangen, menschliche Werte zu zerstören.

„Die intrinsische Theorie“, beklagt Ayn Rand, „trennt das Konzept des ‚Guten‘ von jenen ab, die davon profitieren, und das Konzept des ‚Wertes‘ vom Wertenden und einem Ziel – sie behauptet, das Gute sei gut in sich, durch sich und als es selbst“ (The Virtue of Selfishness, S. 21). Tatsächlich, so stellt Rand fest, ist es anders: „Das Konzept des ‚Wertes‘ ist nicht primär; es setzt eine Antwort auf die Frage voraus: Von Wert für wen und für was?“ (The Virtue of Selfishness, S. 16).

Werte existieren in einer Hierarchie und einige werden nur als Mittel zu anderen, höheren Zwecken angestrebt. Dies impliziert die Existenz eines ultimativen Zweckes, der das Fundament der Hierarchie darstellt. „Ohne einen ultimativen Zweck oder ein ultimatives Ziel kann es keine niederen Zwecke oder Ziele geben… Nur ein ultimativer Zweck, ein Ziel, das sein eigenes Ziel ist, ermöglicht die Existenz von Werten.“ (The Virtue of Selfishness, S. 17). Dinge gelten als gut oder böse, wertvoll oder schädlich, nur insofern sie dem ultimativen Zweck dienen oder ihm schaden. „Der Mensch muss seine Handlungen, Werte und Ziele anhand des Maßstabs dessen wählen, was dem Menschen angemessen ist – um diesen ultimativen Wert, den Selbstzweck zu erreichen, zu erhalten, auszufüllen und zu genießen, der sein eigenes Leben ist.“ (The Virtue of Selfishness, S. 26)

Nichts anderes als das individuelle menschliche Leben, das eigene Leben, kann also ein „Wert an sich sein“. Nicht die Umwelt, nicht der Umweltschutz. Nur der Mensch ist ein Wert an sich. Wer dies leugnet und etwas anderes als Maßstab der Ethik ansieht, der nimmt es in Kauf, dem menschlichen Leben zu schaden.

Fazit

In Tübingen kontrolliert der Mensch die Natur (Foto: AM)

1. Wir sollten die natürliche Umwelt privatisieren, um ihr einen Preis zu geben. Dadurch erhalten Menschen die nötige Motivation, im eigenen Interesse die Umwelt zu schützen.

2. Das menschliche Leben ist ein Wert an sich. Nicht die Umwelt. Nicht der Umweltschutz. Die Umwelt ist für den Menschen ein Wert.

3. Wer die Umwelt oder deren Schutz als „Wert an sich“ ansieht, der nimmt die Zerstörung des menschlichen Lebens im Dienste des Umweltschutzes in Kauf.[/cleeng_content]

Eigentumsrecht versus Recht auf freie Meinungsbildung

Die Sache mit den Bezahlbeiträgen funktioniert doch erstaunlich gut. Zu denken, dass ich das bereits die ganze Zeit hätte tun können… Tja. Aber ihr könnt aufatmen, dieser hier ist gratis und es wird auch generell eine Abwechslung zwischen aufwändigeren Bezahlartikeln für die Elite geben und feinen Gratis-Bonbons für das Volk.

Der Leser Fabian Burkard möchte wissen, warum ich schrieb, dass ich eine „Sozialverpflichtung des Eigentums“ nicht vollständig ablehne. Weil man bedenken sollte, wie dieser Paragraf in der Rechtssprechung ausgelegt wird. Warum, erkläre ich hier: Weiterlesen

Verteidigung der Telekom

Deutsche Telekom Logo (Quelle: Deutsche Telekom)Nachdem ich die Geschäftsmethoden von Microsoft und Amazon verteidigte, ist nun die Telekom ins Kreuzfeuer der Kritik geraten – und die werde ich ebenfalls verteidigen. Wie bei den anderen Fällen ist die Rechtfertigung für die Empörung wenig bis gar nicht identifizierbar und die Ignoranz für ökonomische Zusammenhänge in der Bevölkerung nimmt sogar im Vergleich zu den Fällen Amazon und Microsoft neue Dimensionen an.

[cleeng_content id=“692732636″ description=“Die Telekom möchte ihr DSL für Vielsurfer drosseln. Politiker haben kein Recht, es zu verhindern.“ price=“0.69″ t=“article“]

Zunächst einmal hat jeder Bürger das Recht, seinen Anbieter, ob von Betriebssystemen, Online-Warenhäusern oder von Telekommunikation, frei zu wählen. Wenn jemandem Windows nicht gefällt, kann er auch MacOS, Android oder Linux verwenden. Mag jemand Amazon nicht, kann er bei Ebay oder bei Tante Emma einkaufen. Wenn jemand die Telekom nicht mag, hat er die Wahl zwischen unendlich vielen anderen Mobilfunk- und Internetanbietern.

Falls ein Kunde also zu den drei Prozent der Telekom-Internetnutzer gehört, die von der geplanten Drosselung von DSL bei Hardcore-Surfern betroffen ist, kann er seinen Vertrag kündigen und anderswo hingehen. Niemand ist gezwungen, da mitzumachen. Wenn er kein Problem damit hat oder nicht betroffen ist, kann er auch bei der Telekom bleiben. Hurra, freier Markt. Zudem ist die Telekom weder der erste noch der einzige Internet-Provider, der mit DSL-Volumenbegrenzungen arbeitet, siehe SPIEGEL.

Darf sich ein Kunde, der von der Neuregelung betroffen ist, darüber aufregen? Klar, man darf sich über alles aufregen.

Politiker wollen Telekom kontrollieren

Das bloße Aufregen von betroffenen Kunden ist es jedoch nicht, jedenfalls nicht nur, was gerade stattfindet. Vielmehr möchten deutsche Politiker verschiedener Parteien in den Markt eingreifen (= in die Rechte der Menschen eingreifen) und der Telekom verbieten, mehr von Extrem-Downloadern zu verlangen.

Das ist reiner, prinzipienloser Populismus. Dass neben CDU und SPD auch die FDP da mitmacht, mag einen weiteren Hinweis darauf geben, warum ich nicht länger wählen gehe. Ich möchte nicht von Gegnern der freien Welt regiert werden, die die Rechte der Bürger bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Füßen treten, um an Wählerstimmen zu kommen.

Wenigstens die EU hält sich heraus. Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte der Bild, es sei normal, wenn ein Unternehmen höhere Preise für höhere Datenmengen durchsetzen wolle. „Die EU wird deswegen nicht eingreifen.“ Sehr vorbildlich. Dass sie überhaupt eingreifen könnte, ist schlimm genug.

Die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sieht das laut Bild anders: „Sollte sich herausstellen, dass die Telekom ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzt, muss das Kartellamt einschreiten.“

Und warum, wenn ich fragen darf? Warum sollte man es nicht einfach den Kunden der Telekom überlassen, sich gegebenenfalls einen anderen Anbieter auszusuchen, wenn sie mit der Preiserhöhung für Vielsurfer nicht einverstanden sind? Nichts hält sie davon ab. Ja, warum gibt es überhaupt ein Kartellamt?

Auch Lars Klingbeil, der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sieht „gesetzgeberischen Handlungsbedarf zur Sicherung der Netzneutralität“ angesichts der Preiserhöhung der Telekom fürs Vielsurfen. Das Cnetz, ein Verein für Netzpolitik der Union, sieht es ebenso.

Willkür am Stiel: „Netzneutralität“

Netzneutralität“ ist ein Kampfbegriff, der in dieser Debatte beständig gebraucht wird. Demnach sollen alle Datenpakete unabhängig von ihrem Inhalt gleich schnell von den Providern verschickt werden. Die angeblichen Vorteile sind bei Wikipedia nachzulesen:

So werden Unternehmen an wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen gehindert, die eine Monopolbildung fördern würden. Außerdem wird durch derartige Netzneutralität die Verschlüsselung von privaten Daten möglich, da ihre Übertragung nicht benachteiligt wird. Ohne derartige Netzneutralität könnten Anbieter verschlüsselte Daten als weniger beförderungsdringlich ansehen.

Warum sollte ein Provider verschlüsselte Daten langsamer verschicken wollen, sie als „weniger beförderungsdringlich ansehen“? Verschlüsselte Daten sind in der Regel kurze Passwörter und Dokumente, die so gut wie keinen Speicherplatz einnehmen. Nun könnte ein Provider seinen eigenen Videostreamservice bevorzugt behandeln und die Konkurrenz langsamer laufen lassen. Soll er doch! Wenn sich die Kunden das gefallen lassen, gibts kein Problem. Wenn nicht, gehen sie woanders hin. Warum sollte der Staat so etwas unterbinden dürfen? Werden hier irgendwelche Rechte verletzt oder Verträge gebrochen? Nein!

Davon abgesehen, dass das bloße Konzept der Netzneutralität eine Absurdität ist, verstößt die Telekom nicht einmal dagegen. Wie der Vorstandsvorsitzende der Telekom, René Obermann, in seiner Replik auf Philipp Rösler von der FDP schreibt:

Die in Ihrem Schreiben implizit erhobenen Vorwürfe, es könnte zu Verstößen gegen die Netzneutralität und Wettbewerbsvorschriften kommen, sind nicht zutreffend. Die Internetdienste der Telekom, wie Videoload.de, Telekom-Cloud und andere, werden ebenso in das individuell verfügbare Volumen eingerechnet wie die Dienste von Wettbewerbern, wie beispielsweise Google oder Amazon.

Klassenkampf – jetzt online

Auf stern.de spricht sich Christoph Fröhlich in einem Kommentar gegen das „Zwei-Klassen-Netz“ aus:

Die Politik hat das Thema lang genug im Schneckentempo vor sich hergeschoben. Nun ist es Zeit, Gas zu geben: Damit das Internet für alle High-Speed bleibt.

Warum sollte das Internet für alle „High-Speed“ bleiben? Normalerweise muss man dafür bezahlen, wenn man etwas haben möchte. Wenn jemand lieber Ferrari als VW fährt, muss er eben den entsprechenden Aufpreis zahlen. Warum nicht, wenn es um das Internet geht? Beim Internet schalten die Leute sowieso ihr Gehirn ab. Da muss es alles umsonst geben. Nicht mehr die Kunden, sondern nur noch die Anbieter sollen zahlen. Der Kunde degradiert sich selbst zum Parasiten.

„Zwei-Klassen-Netz“ ist nicht zufällig marxistische Terminologie. Dahinter steckt die Idee, jeder habe gleichermaßen ein Recht auf alle Angebote – egal, ob er bereit ist, dafür zu zahlen. Weil alle Menschen „gleich“ sind. Es gibt aber keine Klassen. Es gibt Menschen, die für das bezahlen, was sie nutzen, und es gibt Diebe.

Selbstredend gibt es eine Petition gegen die DSL-Drosselung der Telekom vom 18-jährigen Malte Götz („Klassengesellschaft“, „Netzneutralität“, etc.). Das Alter entschuldigt ihn. Wie jedoch lautet die Entschuldigung der über 94000 Unterzeichner?

Der Zirkus der Interessensgruppierungen

Der deutsche Routerhersteller Viprinet widerspricht der Argumentation der Telekom, die wie folgt lautet: „Immer höhere Bandbreiten lassen sich aber nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren.“ Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel stellt vielmehr fest: „In Deutschland gibt es gigantische Backbone-Überkapazitäten.“ Dass es Viprinet vielleicht, möglicherweise um etwas anderes gehen könnte, wird im übrigen Artikel von golem.de deutlich. Nämlich um den „Routerzwang“. Bestimmte Internetprovider zwingen ihre Kunden, nur den Router der eigenen Firma (und nicht den von Viprinet) zu verwenden, wenn sie mit diesem Provider ins Internet wollen.

„Das ist ein Horrorszenario für die Verbraucher, wie auch für die gesamte Branche der Modem- und Routerhersteller in Deutschland“, sagte Kissel und ergänzt, dass die Telekom stark auf Geräte aus China setzen würde (anstelle auf die Geräte von Viprinet). Und dieser China-Schrott taugt ja nichts. Also bitte: Wer darauf hineinfällt, ist nicht mehr zu retten.

Schließlich finde ich die Argumentation der Telekom vollkommen gerechtfertigt, laut der die 3% der Nutzer, die 30% des Traffics zu verantworten haben, auch mehr dafür bezahlen sollten. Aktuell subventionieren nämlich 97% der Nutzer die 3% der Hardcore-Downloader. Telekom-Sprecher Philipp Blank im Deutschlandradio:

Auch ein Restaurantbesitzer wird sein ‚All you can eat‘-Angebot überdenken müssen, wenn einige Kunden daraus ‚You can eat it all‘ machen. Fakt bei uns ist: Drei Prozent der Kunden verursachen mehr als 30 Prozent des Datenvolumens. Das bedeutet für die Kunden: Lieschen Müller subventioniert bisher den Heavy User.“

Verrückte Welt.

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Humanistische gegen Moderne Kunst

Die Ablehnung der Modernen Kunst durch die objektivistische Philosphie führt oftmals zu Kopfschütteln und zu den obligatorischen „Sag doch gleich Entartete Kunst“-Zwischenrufen, wie ich sie mir ja ebenso anhören durfte bei meinem Vortrag in Mannheim. Die Kunsttheorie scheint da nicht viel weiterzuhelfen, da sie in ein anspruchsvolles philosophisches System eingebunden ist.

Allerdings kann man auch mit traditionelleren Worten ausdrücken, worin das Problem mit Moderner Kunst liegt – und wie die Alternative lautet. Dies kann zum Beispiel der zeitgenössische Künstler Jason Patrick Jenkins. Weiterlesen

Spinner-TV: Ägyptischer Kleriker über jüdische Verschwörung

Da ein gewisses Missverhältnis zu bestehen scheint zwischen der öffentlichen Wahrnehmung der islamischen Welt im Westen und der islamischen Welt  – erscheint es angemessen, regelmäßig einen Blick in den Orient zu werfen, damit wir etwas über fremde Kulturen lernen. In dieser Reihe gibts darum Videos aus dem Fernsehen islamischer Länder zu sehen. Glauben Sie den Islamkritikern kein Wort – schauen Sie sichs einfach selbst an!

Heute: Ein ägyptischer Kleriker namens Sayyed Azab erzählt, wer für die französische Revolution verantwortlich ist (Tipp: Sie feiern das Laubhüttenfest), wer die kommunistische Revolution in Russland einfädelte (könnten es die Juden gewesen sein?) und wer den Atheismus verbreiten will (jüdische… Atheisten). Die Juden in Ghettos zu sperren sei ferner Selbstverteidigung gewesen, weil „die Menschen so viel von dem Bösen der Juden erleiden mussten“.

Außerdem beschwert sich der Kleriker, dass Juden einen sofort als Antisemiten brandmarken würden, sobald man sie „kritisiert“. Das Problem kennen Israelkritiker zur Genüge.

Diese französischen Juden-Atheisten warten nur darauf, den harmlosen, braven Bürger Sayyed Azab des Antisemitismus zu bezichtigen – ausgerechnet ihn, der nichts weiter sagt, als dass die Juden Böses in die Welt tragen und Revolutionen auslösen würden, um die Menschheit zu unterjochen. Ausgerechnet ihn!

godzilla-facepalm

Offenbar muss man derartige Behauptungen in Ägypten nicht weiter begründen.

Quelle:

MEMRI TV

Egyptian Cleric Sayyed Azab: The Jews Staged the French and Communist Revolutions to Corrupt the World
Al-Omma TV (Egypt) – April 18, 2013