Einführung in den Objektivismus: Nachlese

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller

Ich bin wieder da. Das Unvermeidliche ist wahr geworden.

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Meine treuen Leser dürstet es nach meiner Einschätzung des vorgestrigen Vortrags in Mannheim, wo ich ein kritisches Publikum mit der objektivistischen Philosophie konfrontierte. Es war das erste Mal, dass eine Einführungsvorlesung – und meines Wissens irgendeine Vorlesung (Ergänzung: Laut Alexander Fürstenberg gab es 1998 in Frankfurt eine Vorlesung mit Bezug zum Objektivismus von der GEWIS) – über den Objektivismus auf deutschem Boden stattfand. Man möge seinen Durst nun also stillen mit der folgenden subjektiven Einschätzung über die Präsentation des Objektivismus (Pun intended!) vom Vortragenden selbst.

Mir hat es gefallen. Ich fühle mich erst richtig lebendig, wenn ich Vorträge halte und diskutiere. Der Saal war relativ gut gefüllt – leider betrugen sich die örtlichen Medien mal wieder zu selektiv (*räusper*), um über die Aktivitäten der säkularen Humanisten in Mannheim zu berichten. Wenn man von einer Veranstaltung nichts weiß, kann man auch nicht hingehen. Trotzdem waren einige „Normalbürger“ mit dabei und die Veranstalter und ich waren zufrieden mit der Besucherzahl. Die Veranstalter waren übrigens: „Säkulare Humanisten – GBS Rhein-Neckar“ und „Bund für Geistesfreiheit Rhein-Neckar„. Ich denke, es wäre nicht zu viel gesagt, dass die meisten Zuhörer politisch eine eher linke Haltung teilten.

Die Zuhörer – wobei sie teils explizit alles ablehnten, was ich sagte – fanden den Vortrag interessant, seriös vorgetragen und er sorgte für ordentlich Gesprächsstoff. So wurde mir das Privileg zuteil, noch nach Mitternacht beim Essen Repliken formulieren zu dürfen, was ich auch gerne tat. Immerhin wage ich zu behaupten, dass ich auf alle Einwände eine vernünftige Antwort geben konnte, ob sie den Fragenden nun überzeugte oder nicht.

Nun folgt zunächst ein wenig Selbstkritik und dann beantworte ich offene Fragen und ergänze bestimmte Aussagen aus dem Vortrag.

Selbstkritik

1.) Ich hätte den Clip aus „Bioshock“ nicht zeigen dürfen.

Obwohl man mich mehrmals warnte, dass ich das Computerspiel „Bioshock“ und dessen Nachfolger nicht als Werbung für den Objektivismus verstehen und verwenden sollte, ließ ich es mir nicht entgegen, einen YouTube-Clip mit Zitaten von Andrew Ryan (Anagramm „Ayn Rand“) zu zeigen, um darauf aufbauend die objektivistische Ethik zu erläutern. Er diente während der Halbzeit des 90-Minuten-Vortrags unter anderem als Auflockerung – oder sollte dies jedenfalls. Ich wies zwar darauf hin, dass der Objektivismus nicht ganz akkurat im Clip repräsentiert wird, aber da die Aussage des Spiels lautet, dass der Objektivismus zur Katastrophe führen müsse und Andrew Ryan ein gefährlicher ideologischer Führer wäre, hätte ich das mal lieber ganz bleiben gelassen.

Insbesondere Ryans ständiges Gerede über „Parasiten“ sorgte für lange Gesichter. Zwar ist dies tatsächlich ein Begriff, den man auch bei Ayn Rand antreffen kann und dies in ähnlichem Sinnzusammenhang, doch gebraucht ihn Rand seltener und vorsichtiger. In Deutschland ist das zugegeben ein Begriff, den man besser gar nicht verwenden sollte. Rand meint damit alle Menschen – mit Ausnahme jener, die nicht für sich selbst sorgen können -, die von der produktiven Leistung anderer Menschen leben und nicht von ihrer eigenen. In erster Linie betrifft dies reiche Playboys, die für Rand die „schlimmsten Parasiten“ sind, weil sie vom Erbe ihrer Väter leben, statt es produktiv zu nutzen.

Ich dachte, die Philosophie sei hierzulande vor allem durch das Computerspiel bekannt und von daher eigne sich ein kurzer Clip zur Illustration, auch weil es so gut wie keine deutschsprachigen Videos zum Objektivismus gibt – aber tatsächlich kannte das Spiel offenbar keiner der Zuhörer. Ebenso kann ich problemlos erkennen, wie sich Ryan und Rand, Rapture und Atlantis (Rands utopische Gesellschaft) unterscheiden – aber das sollte ich nicht von anderen erwarten. Mea Culpa.

2.) Ich hätte moderne Kunst nicht erwähnen sollen.

Meine kritischen Randbemerkungen über moderne Kunst zeitigten die übliche Reaktion („sag doch gleich ‚Entartete Kunst'“). Ich hätte also das Thema komplett streichen oder es näher ausführen müssen. Einmal mehr musste ich meine Kritiker darauf hinweisen, dass jemand, der moderne Kunst aufgrund einer ästhetischen Theorie nicht für Kunst hält, sich durchaus von jenen unterscheidet, die moderne Kunst zensieren oder gar verbrennen lassen wollen. Und darauf, dass in einem freien Markt, für den ich argumentiere, keine Zensur von Kunst stattfinden würde. Sonst wäre der Markt nicht frei. Und darauf, dass man etwas nicht gut finden muss, nur weil es erlaubt ist. Gangster-Rap ist erlaubt, aber ich finde ihn nicht gut. Die NPD ist erlaubt, aber ich finde sie nicht gut. Moderne Kunst ist erlaubt und sollte es bleiben – aber ich finde sie nicht gut. Und das muss ich auch nicht.

3.) Zu wenig Biografie.

Ich hätte mehr über die Biografie Ayn Rands sagen sollen – dass sie aus dem kommunistischen Russland in die USA geflohen war, um dort die freie Welt vor gefährlichen Ideen zu warnen. Stattdessen konzentrierte ich mich auf die Inhalte der Philosophie, die ich systematisch darstellte und möglichst ohne gravierende Lücken.

4.) Einige Auslassungen zu viel.

Obwohl der Vortrag recht lange war, sind einige Darstellungen nicht ganz klar geworden. Dies lag daran, dass ich einige meiner Notizen aus Zeitmangel ignorierte.

5.) Gewichtung könnte massentauglicher sein

Zwar habe ich mich an die Vorgaben von Leonard Peikoff gehalten, wie man den Objektivismus lehren soll (ich habe also in jeder Hinsicht die „offizielle Doktrin“ gelehrt), aber diese richten sich an eine akademische Zielgruppe. Für eine breite Zielgruppe ist der Stoff zu schwierig und nicht zugänglich genug.

Die meisten Menschen interessieren sich zudem mehr für Ethik und Politik als für Metaphysik und Epistemologie. Für einen systematischen Philosophen ist das ein schwierig zu lösendes Problem, da die letzten beiden Gebiete auf den ersten aufbauen und er insofern intellektuell verpflichtet ist, auch die ersten beiden darzustellen. Für den nächsten Vortrag bin ich auf Peikoffs Lösung gestoßen: Ich sage kurz, was ich voraussetze, und erkläre dann das, was die Menschen am meisten interessiert – Ethik und Politik.

Fazit

Ich denke, der Vortrag war insgesamt gelungen und dem Anlass angemessen. So schienen das auch die meisten Zuhörer zu sehen, inklusive der meisten kritischen Zuhörer. Einige Fehler im Detail muss ich ausbügeln und ich sollte den Vortrag noch zugänglicher gestalten. Ich werde jede Kritik, die man am Vortrag äußerte, in die Neufassung einarbeiten.

Ergänzungen

Bei der Diskussion beim Essen nach dem Vortrag ist mir aufgefallen, dass doch ein paar Missverständnisse entstanden waren. Die möchte ich kurz ausräumen.

1.) Die Sinne sind verlässlich – aber nicht die bewusste Identifizierung und Integration der Sinnesdaten!

Ja, es gibt optische Täuschungen, Halluzinationen, Träume. Doch liegen deren Ursachen nicht auf den Ebenen der Sinnesempfindung (Stimulus trifft auf Sinnesorgan), noch auf der Ebene der Wahrnehmung (Sinnesempfindung wird bewusst), sondern auf der konzeptuellen Ebene, auf der Ebene des Denkens und Interpretierens. Entweder das, oder eine „optische Täuschung“ ist eigentlich gar keine Täuschung. Beispiel: Der Stock, der im Wasser gekrümmt aussieht. Der sieht so aus, weil das Licht langsamer durch das Wasser reist als durch die Luft. Zwar ist der Stock nicht wirklich gekrümmt, aber wir müssen das im vollen Kontext aller Tatsachen der Realität so wahrnehmen, weil auch die Lichtgeschwindigkeit zu den Tatsachen der Realität gehört.

Träume sind nicht durch freie Willensentscheidungen gesteuerte, automatische, unbewusste Kombinationen von Wahrnehmungen, die wir tätigten, als wir wach waren. Könnten wir Traum und Realität nicht unterscheiden, wäre uns der Begriff „Traum“ unbekannt.

Halluzinationen können durch die chemische Beeinträchtigung unseres Bewusstseins oder unserer Sinnesorgane, oder auch durch die physische Verletzung unserer Sinnesorgane auftreten. Die Art und Weise der Beeinträchtigung führt zu einer bestimmten Halluzination, die sich genau auf die Art der Beeinträchtigung zurückführen lässt. „Beeinträchtigung“ impliziert eine Abweichung vom Normalzustand – verlässliche Sinne.

Ferner können wir Interpretationsfehler begehen. Wir nehmen etwa einen Löwen wahr und interpretieren ihn als einen höllischen Dämon. Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir tatsächlich einen Löwen wahrgenommen haben. Der Fehler liegt nicht bei unseren Sinnen.

2.) Wie ergänzt der Objektivismus die Naturwissenschaften?

(Das war eine Frage aus dem Publikum und ich möchte hier meine Antwort noch ergänzen.)

Philosophie befasst sich generell mit Wahrnehmungen und mit Wissen, das uns allen zur Verfügung steht – egal, zu welcher Zeit und in welcher Kultur wir leben. Das ist auch der Grund, warum ein Philosoph wie Aristoteles weitaus besser sein kann als ein moderner Denker wie Bertrand Russel. Philosphie identifiziert und integriert bestenfalls das, was wir alle wahrnehmen, auf widerspruchsfreie Art. Sie folgt also Logik und Vernunft. Wenn sie das nicht tut, braucht man sie auch nicht.

Der Objektivismus bietet einen Rahmen grundsätzlicher Auffassungen über die Realität und über das, was wir mit ihr tun sollen, an. Das naturwissenschaftliche Wissen lässt sich in diesen Rahmen eingliedern. Konkret dienen die Naturwissenschaften dazu, unsere Sinnesdaten konzeptuell aufzuschlüsseln. Sie helfen mit bestimmten Messinstrumenten (Teleskop, Mikroskop, etc.) dabei, genau festzustellen, was wir wahrnehmen, welche Natur es hat, warum es handelt, wie es handelt. Die Naturwissenschaften haben also eine wichtige epistemologische Rolle als Instrumente zur Erkenntnis von bestimmten Aspekten der Realität.

Neben den Naturwissenschaften, die sich mit „Extrospektion“ (dem Blick nach außen, auf die Außenwelt) befassen, gibt es jedoch noch eine weitere zentrale Erkenntnisquelle: Die Introspektion (der Blick nach innen, auf das eigene Bewusstsein, die eigene Person) und damit befassen sich, unter anderem, die Geisteswissenschaften (die zusätzlich auch extrospektiv arbeiten). Man versucht dabei auf vernünftige Weise zu verstehen, wie das eigene Bewusstsein arbeitet, welche Erfahrungen einen zu der Person gemacht haben, die man ist, wie man auf andere wirkt, wie man sich verbessern kann. Ayn Rands außergewöhnliche Originalität hat viel damit zu tun, dass sie stark mit einer rationalen und exakten Variante der Introspektion arbeitete, die eine Hauptquelle ihrer Epistemologie war. In der modernen Philosophie ist die Introspektion ziemlich verpöhnt und wird häufig mit mystischem Unsinn wie der buddhistischen Meditation in Verbindung gebracht.

Was also existiert uns zufolge, was die Naturwissenschaften mit ihren extrospektiven Methoden nicht erkennen können? Antwort: Das menschliche Bewusstsein, der menschliche Geist. Er widerspricht keinen wissenschaftlichen Erkenntnissen, da sie so interpretiert werden können, dass sie die Existenz des Bewusstseins und der Willensfreiheit akzeptieren.

3.) Was ist mit jenen, die nicht für sich selbst sorgen können?

Insbesondere die weiblichen Zuhörer interessierten sich für eine Antwort auf die Frage, ob und warum wir uns denn um jene kümmern sollten – wie Kinder oder Schwerbehinderte – die auf uns angewiesen sind. Eine Kritik lautete, dass eine Tugend, die darauf hinausläuft, dass wir uns um sie kümmern, nicht explizit im Objektivismus angelegt ist und nur abgeleitet werden kann.

Ich denke, da ist sogar etwas dran. Man sollte eine solche Tugend noch ergänzen – ähnlich wie bereits David Kelley die Tugend des Wohlwollens ergänzte. Laut Ayn Rand war die Liste der Tugenden erweiterbar. Leonard Peikoff ergänzte beispielsweise die persönliche, individuelle Ehre. Die Tugend muss lediglich unseren Werten und unserem Leben dienen und von diesen abgeleitet sein. Ich denke, eine Tugend wie „Hilfsbereitschaft“ würde zu unserem Selbstwertgefühl beitragen (ist sogar ziemlich offensichtlich aus meiner Alltagserfahrung). Wir fühlen uns besser und haben ein größeres Selbstwertgefühl, wenn wir jenen helfen, die sich nicht selbst helfen können. Dies dient unserem Leben – solange wir uns nicht für andere aufopfern, uns die Hilfe also leisten können.

Was Kinder angeht, so müssen sich ihre Eltern um sie kümmern, weil die Eltern die freie Entscheidung trafen, ein Wesen in die Welt zu setzen, das einige Jahre lang existenziell von ihnen abhängig ist. Die Kinder stellen für die Eltern Werte dar. Und zwar höhere Werte als ihre kurzfristige Bequemlichkeit. So kann Unangenehmes wie das Wechseln der Windeln einem höheren Wert für uns dienen, dem Wohl unserer Kinder.

Allerdings: Jene, die existenziell nicht nur auf ihre Eltern, sondern auf Fremde angewiesen sind, die sollten nicht auch noch Forderungen stellen. Nehmen wir an, ich nehme einen Obdachlosen bei mir auf, der eine existenzielle Krise durchleidet. Seine Frau und seine Kinder wurden durch einen Unfall getötet. Nun würde ich mir bis zu einem gewissen Grad schon allerlei Jammern von diesem Menschen anhören, das ist ja verständlich, aber es wäre nicht verständlich, wenn er von mir verlangen würde, dass er bei mir grenzenlos ohne Miete, ohne Gegenleistung, auf meine Kosten leben darf. Oder wenn er mich gar gegen meinen Willen dazu zwingen würde. Das ist die Funktion der Sozialhilfe.

4.) Der Mensch als Affe

Ein Einwand aus dem Publikum: Der Mensch ist biologisch betrachtet Pan Sapiens, ein Trockennasenaffe. Das predigt die Giordano Bruno Stiftung, vor allem der Anthropologe Volker Sommer, schon seit Jahren. Stimmt auch: Wir teilen mit Affen einen gemeinsamen Vorfahren, der ebenso ein Affe war – das ist aber nicht so relevant, wie man glaubt. Der Mensch ist nicht in erster Linie, essenziell „Der Affe mit einem Daumen“ oder „Der kochende Affe“ oder irgendsoein, mit Verlaub, haarsträubender Blödsinn. Der Mensch ist der denkende Affe, das rationale Tier. Das heißt nicht, dass jeder Mensch immer denkt, sondern dass der Mensch das Potenzial hat, seinen Verstand zu gebrauchen. Warum ist das bei Menschen, die behaupten, in der Tradition der Aufklärung zu stehen, so umstritten?

Ferner wurde bezweifelt, dass der Mensch seine Umgebung seinen Bedürfnissen anpasst, während sich Tiere ihrer Umgebung anpassen. Gegenargument: Affen brechen Stöcke ab und sammeln damit Termiten. Ich ergänze selbst ein Gegenargument: Vögel bauen Nester, Bienen bauen Bienenstöcke. All dies tun sie ebenso instinktiv wie Affen, die „Werkzeuge“ herstellen. Das Herstellen von Werkzeugen ist bei Affen kein geplanter, bewusster Vorgang. Woher will ich das wissen? Ganz einfach: Weil sie nicht auf ihren Erfindungen aufbauen. Sie schnappen sich etwas, das sie in der Natur unmittelbar vorfinden, spitzen es noch ein wenig und benutzen es.

Affen tun nicht das, was die Menschen mit ihrem konzeptuellen, voluntaristischen Bewusstsein tun: Sie entwickeln ihre Werkzeuge und ihre übrigen Erfindungen nicht maßgeblich weiter. Seit Jahrtausenden haben die dämlichen Viecher nur angespitzte Stöcke! Währenddessen haben wir aus einem Holzspeer mit Eisenspitze ein Maschinengewehr gemacht. Wenn wir Affen sind, warum können wir das? Und die anderen Affen nicht?

Doch nicht etwa darum, weil wir denken können?

5.) Der Objektivismus als „typisch männliches Denken“

Eine feministische Kritik lautete, der Objektivismus sei eine besonders „männliche Philosophie“.

Merkwürdig insofern, als er von einer Frau namens Ayn Rand erdacht wurde. Und dass die Heldin ihres Hauptwerks „Der Streik“ eine Frau war, Dagny Taggart – eine erfolgreiche Großunternehmerin! Und das in den 1950ern in den USA. Aber ich schätze, dass Philosophie eben etwas „männliches“ ist und Frauen mit ihren „Gefühlen“ sind offenbar zu irrational, um Philosophie betreiben zu können. Früher nannte man diese Haltung „Chauvinismus“. Heute heißt sie „Feminismus“.

Neue Vortragsangebote

Mir ist aufgefallen, dass bestimmte Themen besonders „behandlungsbedürftig“ und gefragt sind. Insofern hier meine neuen Vortragsangebote für alle Interessenten:

1. Objektivismus: Eine Ethik, die man leben kann

Dieser Vortrag beschränkt sich auf die objektivistische Ethik. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie Theorie und Praxis überbrückt und dass man sie widerspruchsfrei und kompromisslos leben kann. Es ist eine Ethik für den Menschen auf Erden.

2. Der denkende Affe: Warum wir mehr sind als „Pan Sapiens“

Die Evolutionsbiologie hat gezeigt, dass wir vom Affen abstammen, ja, dass wir biologisch betrachtet Affen sind. Doch zeichnet sich der Mensch vor allem durch zwei Eigenschaften aus, die kein anderes Lebewesen teilt: Seine Vernunft und sein freier Wille. Schaffen wir es vom „Homo demens“ zurück zum „Homo sapiens“?

Wird es ein Video geben?

Es war sehr aufwändig und hat viele Wochen gedauert, den Vortrag vorzubereiten und insofern möchte ich damit noch ein wenig Geld verdienen und ihn noch ein paar Mal vortragen, bevor ich ihn veröffentliche. Viel verdient man damit nicht, aber auf eine kleine Anerkennung für meine Leistung bestehe ich dann doch. Er dauert immerhin ganze 90 Minuten.

Da ich den Vortrag allerdings sowieso unter Einbezug der Kritik noch einmal überarbeiten werde und es keine deutsche Einführung in den Objektivismus in deutscher Sprache gibt, überlege ich mir, die Aufzeichnung trotzdem online zu stellen. Dann kann man gemächlich Kaffee trinken und Kuchen essen und sich von meinem charmanten Auftritt entzücken lassen.

Die Säkularen Humanisten werden den Vortrag als Video bei YouTube hochladen und es obliegt mir, auf den Veröffentlichungsbutton zu klicken. Eine große Herausforderung. Man möge mich mit großzügigen Spenden überzeugen, dies zu tun. Rechts auf dem Blog ist der PayPal-Spendebutton. Irgendeinen Vorteil muss es ja haben, als „Kapitalist“ durch die Lande zu ziehen. Falls das aus irgendwelchen Gründen nichts werden sollte mit der Aufzeichnung (denke ich nicht), würde ich den Vortrag selbst für YouTube neu aufzeichnen.

9 Kommentare zu “Einführung in den Objektivismus: Nachlese

  1. Andreas D. sagt:

    Passend zum Beispiel mit dem Obdachlosen, dem du hilfst und der sich erdreisten könnte weitere Forderungen zu stellen, empfehle ich diesen schönen Beitrag von Carlos A. Gebauer im Schweizer Monat (29. März 2013). Dort kostenpflichtig, aber bei Frank Schäffler frei zu lesen:

    http://liberaler-aufbruch.net/blog/2013/04/02/biedermann-und-die-euro-brandstifter/

    Es geht um ein Stück von Max Frisch: «Biedermann und die Brandstifter». Gebauer sieht in der Entwicklung der Europäischen Union Parallelen zu Frischs Stück.

  2. Andreas D. sagt:

    Ich habe kein PayPal-Konto. Habe bisher keins gebraucht. Aber wenn du mir per E-Mail deine Bankverbindung mitteilst…

  3. sba sagt:

    Dankeschön! (auch für die implizite Bestätigung, dass Selbstkritik durchaus sinnvoll ist, auch wenn sie vor der Wende in meiner Gegend ein wenig übertrieben wurde)
    In Sachen Bioshock bin ich mir nicht ganz so sicher, ob „müssen“ das richtige Modalverb ist. Bin zwar im Buch noch nicht bei Atlantis (habe „Der Streik“ glatt verschenkt und das Original ist dann doch etwas zu anspruchsvoll, um es auf dem Klo zu lesen), aber ich glaube, eines der Hauptprobleme von Rapture sind Isolation und U-Boot-Stimmung: Wenn Lagerkoller auf die Tendenz mancher Mitmenschen trifft, einfach alles als Rechtfertigung für eigene Schweineigeleien zu nehmen, tauchen irgendwann Probleme auf – auf der Nautilus bleibt es ja nur friedlich, weil sie alle mal Landgang bekommen und persönlich an Nemo gebunden sind. Insofern würde ich in Bioshock eher die Aussage lesen, dass um den Objektivismus ähnlich ist, wie um Windows, Mac und Linux: Größte Problemquelle ist der Anwender. Ist aber vielleicht auch überkomplex gedacht.
    Ansonsten wäre Batman vielleicht ein geeigneterer medialer Einstieg? Liefert zwar keine direkten Vorlagen, aber immerhin Problemvorlagen (Bruce Wayne der Öffentlichkeit nur als Erbe und Playboy bekannt; der Kampf gegen das Böse; der mögliche Konflikt zwischen Selbstverteidigung, Verteidigung anderer und legitimer staatlicher Gewalt; diverse „Rechtfertigungen“, die die Villains sich zurechtlegen (Twoface und Bane auf jeden Fall), an denen man sich abarbeiten kann.

    Bloß meine Gedanken dazu, Deine Ansicht zu beidem würde mich schon interessieren (immerhin hast Du mich sowohl auf Rand als auch auf Batman aufmerksam gemacht).

  4. Claus sagt:

    Ja, schade ich konnte dann doch nicht kommen, obwohl ich in der Nachbarstadt wohne (allerdings wäre der Weg als Nichtautofahrer Sa-nachts auch recht beschwerlich und lange gewesen).
    Hoffe den Vortrag doch mal irgendwann (online oder real) ansehen zu dürfen.

    Das mit der „Entarteten Kunst“ ist ein typischer Fall für Godwins Law… irgendwann kommt immer der Nazivergleich. Besonders bei nervigen und selbstgerechten linksstehenden Personen (deshalb mochte ich auch den BfG nie so besonders).

    In Bioshock würde ich nun nicht besonders viel hineininterpretieren. Sicher,das Design und Konzept ist ganz interessant für Philosophie- Insider aber alleine die Drogen/Plasmide/Waffen deuten doch eher auf ein Ballerspiel hin als auf ein Objektivismus-PR Spiel 😉

  5. Gottlob Hadschi sagt:

    „Merkwürdig insofern, als er von einer Frau namens Ayn Rand erdacht wurde. “

    Wurde jemals bewiesen, dass Ayn Rand eine Frau ist??

    • Ich weiß jetzt nicht genau, ob das eine ernsthafte Frage war oder nicht. Da ich aber die komischsten Anfragen bekomme, die ernst gemeint sind: Sie war natürlich mit einem Mann, Frank O’Connor, verheiratet, und sie hat zeitlebens ausgesehen wie eine Frau und hatte eine weibliche Stimme, was man auf Ton- und Bildaufnahmen nachvollziehen kann. Ebenso waren ihre Texte über Sexualität „weiblich“.

  6. Hauck sagt:

    @Claus: in diesem Fall kamen die nervigen, selbstgerechten Linken aus den GBS-Lager. Der BfG Rhein-Neckar hebt sich nämlich, im Gegensatz zu anderen BfG-Gruppen, wohltuend vom linken Mainstream ab. Unterstützenswert! : -)

  7. Gerhard sagt:

    Danke für den interessanten Vortrag am Samstag.
    Ich musste feststellen, dass ich mich im täglichen Leben durchaus „objektivistisch“ verhalte, wenn auch natürlich ohne den philosophischen Überbau. Ich hätte es eher Pragmatismus oder Realismus genannt, aber das zielt alles in eine ähnliche Richtung (IMHO).
    Und Bioshock war nicht allen Zuhörern unbekannt. Der Bezug zur Philosophie war mir, mangels Kenntnis des Objektivismus, allerdings entgangen.

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