Margaret Thatcher, Hayek und Ayn Rand

Von links nach rechts: Joan Carter, Margaret Thatcher und John Aglialoro

Zwei der politisch einflussreichsten Akteure des 20. Jahrhunderts waren Frauen. Allerdings gehörten sie der „falschen“ politischen Richtung an und gelten somit nicht als die feministischen Pioniere, die sie waren: Die britische Premierministerin Margaret Thatcher und die amerikanische Philosophin Ayn Rand.

John Aglialoro, der Produzent der aktuellen Verfilmung von Ayn Rands Der Streik / Atlas Shrugged, traf die kürzlich verstorbene Margaret Thatcher im Jahr 1995 und lud sie zur Premiere des ersten Atlas-Films in die USA ein. Dies erzählt er auf seinem Blog. Thatcher sei ein Fan von Atlas Shrugged gewesen und auf die Frage, ob sie zur Premiere des Films kommen wolle, antwortete sie: „I would be delighted!“ („Ich wäre hocherfreut!“). Als der Film fünfzehn Jahre später seine Premiere feierte, war Thatcher allerdings schon zu alt zum Reisen und konnte nicht kommen.

Margaret Thatcher bemerkte einst, dass man ihre Wirtschaftspolitik mit dem Namen „Friedrich August von Hayek“ auf den Punkt bringen können. Von Hayek (The Road to Serfdom) war ein Schüler von Ludwig von Mises, also ein Befürworter freier Märkte aus der Österreichischen Schule. Es gibt allerdings erhebliche philosophische Unterschiede zwischen Ayn Rand und August von Hayek, die der Philosoph David Kelley im Essay Rand versus Hayek on Abstraction aufschlüsselt. Kurz gesagt war Von Hayek, typisch für die Österreicher, ein ethischer Relativist und Ayn Rand ethische Realistin. Ayn Rand gehörte ebenfalls zu den Denkern, die der Think Tank rund um Thatcher studierte.

Ayn Rand hatte allerdings keine hohe Meinung von August von Hayek, wie ihre Notizen in seinen Büchern verdeutlichen:

Als Hayek eine „dogmatische Laissez-faire-Haltung“ ablehnte, nannte Rand ihn: „Gottverdammter, entsetzlicher Schwachkopf“. Als Hayek argumentierte, dass bestimmte Güter wie Straßen und Müllentsorgung von der Regierung bereitgestellt werden müssten, schrieb Rand, „er ist so mit den Gemeinplätzen des Kollektivismus gefüllt, dass es erschreckend ist.“ Und als Hayek von den „eng definierten Grenzen“ sprach, innerhalb derer der Individualismus Menschen „erlaubt“, „ihre eigenen Werte und Bedürfnisse anstelle jener von anderen“ anzustreben, notierte Rand: „Oh, zur Hölle mit diesem absoluten, vollkommenen bösartigen Mistkerl! Das bedeutet, dass der Mensch nicht für sich selbst existiert, sondern da er nicht weiß, wie er das tun soll, werden die Führer ihm ‚eng definierte Grenzen‘ für ihn selbst erlauben.“