Der Feind ist da

Wir sind heute alle Amerikaner

Bislang detonierten zwei Bomben beim Marathonlauf in Boston. Ein Brand in der nahe gelegenen J.F.K. Bibliothek scheint hingegen nicht durch eine Bombe ausgelöst worden zu sein. Das FBI geht davon aus, dass es sich bei den Explosionen beim Marathonlauf um einen terroristischen Anschlag handelt. Zwei Tote, darunter ein achtjähriges Kind, und hundert Verletzte, so der aktuelle Stand. Zwei weitere Bomben entlang der Rennstrecke konnten entschärft werden. Mit 500 Läufern und 250 000 Zuschauern gehört der Bostoner Marathonlauf zu den globalen Großevents.

Noch ist unbekannt, wer für den Anschlag verantwortlich ist. Es erscheint naheliegend, dass es sich um radikale Muslime handelt, da der Terrorangriff in das Muster ihrer Anschläge passt: Die gezielte, medienwirksame Tötung von Zivilisten.

Zumindest dürfte jetzt auch der letzte Schönredner mitbekommen haben, dass wir uns im Krieg befinden und dass es nicht unsere Schuld ist (oder sind die Marathonläufer auf eine westlich-hegemonial-unterdrückerische Weise gelaufen?). Es gibt keine Rechtfertigung für die Ermordung und Verstümmelung von Zivilisten – oder von unseren Soldaten, wenn man es sich mal so überlegt.

Zugegeben bin ich noch immer wütend, weil ich mir in einem Seminar heute anhören durfte, dass eine an sich gute Idee schon dadurch schlecht werden kann, weil sie aus Amerika kommt. Diese Krankheit namens Anti-Amerikanismus sollten wir endlich überwinden. Wir sind heute alle Amerikaner. Und wer es anders sieht, kann zur Hölle fahren.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

2 Kommentare zu “Der Feind ist da

  1. Rayson sagt:

    Und bei allem Liberalismus finde ich nach wie vor, dass niemand das Recht haben sollte, seine abweichende Meinung über die Berechtigung von solchen terroristischen Anschlägen öffentlich zu äußern.

    Doch, dafür bin ich. Ich will wissen, welche Arschlöcher das sind, die sowas vertreten.

    Wir sind heute alle Amerikaner. Und wer es anders sieht, kann zur Hölle fahren.

    Und soll es auch!

  2. sba sagt:

    „Wir sind heute alle Amerikaner. Und wer es anders sieht, kann zur Hölle fahren.“

    Tut mir leid, aber ebenso könnte man angesichts unserer Gefallenen auf dem Balkan und in Afghanistan sagen „Wir sind alle Kammeraden“ und wenn man die Solidarität weiter treibt, so vieles sein, dass man am Ende alles und jeder ist, nur nicht man selber. Klar ist es eine Metapher. Ich befürchte nur, dass sie in ihrer Konsequenten Anwendung an ihrer Bedeutung vorbei führt: Wir sind freie Menschen von gutem Willen. Und wo und wann immer freie Menschen von Sklaven attackiert werden, die im Namen ihrer Sklaverei kämpfen (und letztlich ist jeder Verbrecher ein Sklave, ob seine Motive „politisch“ sind, oder nicht), da wird die Freiheit attackiert und da sind wir mitgemeint.
    Aber das ist natürlich eine viel weniger knappe Zusammenfassung als die Formulierung „Heute sind wir alle Amerikaner“.

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