Wer ist für die Anschläge in Boston verantwortlich?

Wie der Islamkritiker Robert Spencer im amerikanischen Frontpage Magazine schrieb, verdächtigten linke Medien sofort „Rechtsextremisten“, für den Anschlag in Boston verantwortlich zu sein. Spencer hält die Islamisten-These für plausibler, ohne so zu tun, als wüsste er genau, wer es war. Was meiner Position entspricht. Die wüsten Reaktionen auf meine Meinung zum Thema seitens linker Facebook-Kommentatoren ließen allerdings einige Fragezeichen bei mir aufblitzen.

Was ist eigentlich verwerflich daran, radikale Muslime zu verdächtigen, für einen Anschlag auf amerikanische Zivilisten verantwortlich zu sein? Es ist ja nun nicht die abwegigste Idee der Welt.

Nun kann man sicher innerhalb eines vernünftigen Rahmens vor frühzeitigen Verdächtigungen warnen. Man kann ebenso vernünftige Argumente anführen, die für eine bestimmte Art von Rechtsextremist sprechen – allerdings wohl kaum für die Tea-Party-Variante.

Alles spricht gegen rechte Amerikaner

Warum es abwegig ist, davon auszugehen, dass sich ein „Tea-Party-Extremist“ für den Anschlag verantwortlich zeichnet, ist in einem Welt-Artikel von Ume Schmidt zu erfahren. In der Zwischenüberschrift heißt es treffend: „Alles spricht gegen steuerfeindliche Milizen“. Laut dem „National Journal“ gehen demnach immer weniger Terrorexperten davon aus, ein rechter Extremist oder eine steuerfeindliche Miliz sei für den Anschlag verantwortlich. Die Gründe:

1. Etliche Milizen distanzierten sich vom Bostoner Terrorakt

2. Es fehlt ein klares Ziel: Beamte, Bundespolitiker, ein Bürogebäude des Bundes für die libertären Extremisten (vor denen Ayn Rand übrigens bereits warnte). Ein rechtsradikaler Extremist hätte derweil eine Abtreibungsklinik, Schwarzen- oder Schwulenclubs angegriffen. Ein Marathonlauf hat einfach nichts mit den möglichen Zielen von extremistisch-libertären oder rechtsradikalen Gruppen zu tun.

3. Boston gilt für viele Patrioten als Gründungsstadt der USA. Boston war die Stadt, in der die „Boston Tea Party“ stattfand. Ebenso war Boston eines der Zentren des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Boston selbst ist heilig für die Tea-Party-Fraktion. Insofern wäre es die abwegigste und dämlichste Idee eines jeden patriotischen oder libertären Amerikaners, ausgerechnet in Boston einen Terroranschlag auszuführen.

Stimmt, der 15. April ist „Tax Day“, wenn Amerikaner ihre Steuererklärung einreichen müssen. Aber wenn alles andere gegen rechte Extremisten spricht, reißt es das auch nicht heraus.

Vieles spricht für Islamisten als Täter

Die Facebook-Linken argumentierten, es habe seit dem 11. September 2001 keine islamistischen Anschläge mehr in den USA gegeben. Sie ignorieren das dschihadistische Massaker in Fort Hood, welches die US-Behören groteskerweise als „Gewalt am Arbeitsplatz“ einordnen. Wie es ausschaut, war der überzeugte Islamist Nidal Malik Hasan, der bei seinem Amoklauf „Allah ist groß!“ schrie, einfach von zu viel Büroarbeit überfordert. Mit dem „Heiligen Krieg“ hat das gar nichts zu tun.

Zudem wurden seit dem 11. September, wie die Heritage Foundation dokumentiert, 40 überwiegend islamistische Anschläge geplant – und vereitelt oder sie schlugen fehl. Sollte man auch mal erwähnen. Dann wird es plötzlich umso plausibler, dass mal einer nicht vereitelt werden kann oder fehlschlägt.

Mal abgesehen von der Tatsache, dass wir uns mit radikalen Muslimen, will heißen dschihadistischen Gotteskriegern, unlängst im Krieg befinden. Genau das ist es, was geleugnet werden soll: Dass so etwas wie ein Dschihad gegen die freie Welt überhaupt existiert.

Was für jeden vernünftigen Menschen geradezu verrückt erscheinen muss, bedenkt man alleine die Anschläge in London und Madrid, die sich nach dem 11. September ereigneten. Die Salafisten, die dem ein oder anderen Deutschen einen Koran in die Hand drückten, werden dann wohl als nette Weihnachtsmänner mit extravaganter Kleidung aufgefasst. Wie viele vernünftige Menschen es in Deutschland gibt, ist sicher fraglich.

Ein weiterer Beleg für den Dschihad (wirklich kaum zu glauben, dass man so etwas noch belegen muss!) ist der kürzliche Angriff auf die Koptische Sankt-Markus-Kathedrale in Alexandria durch einen muslimischen Mob, der laut Robert Specner von der islamistischen Muslimbruderschaft, welche die ägyptische Regierung bildet, unterstützt wurde. Diese Kathedrale gilt für Millionen von Christen und insbesondere für Kopten als die heiligste Kathedrale überhaupt. Dass dieser Angriff als Angriff auf das Christentum als solches angesehen werden kann, ist nun nicht das abwegigste, was man sich vorzustellen vermag.

Nun ist es bekannt, dass islamistische Terroristen eben solche Anschläge auf amerikanische Zivilisten bei Großveranstaltungen mit eben solchen Methoden empfehlen. Also ist es naheliegend, eben solche Leute in diesem Fall zu verdächtigen.

Tatverdächtiger festgenommen

Inzwischen wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Vielleicht erfahren wir also bald, wer es war. Sollte tatsächlich ein rechter Amerikaner für den Anschlag verantwortlich sein, muss es sich um einen äußerst verwirrten rechten Amerikaner handeln. Wenn, dann gehört er wohl eher zur Breivik-Kategorie. Anders Breivik war der norwegische Massenmörder mit einem an dem rassistischen Schwachkopf Fjordman angelehnten Weltbild. Die Islamisten-These kann man aber sicher noch nicht von der Hand weisen.

2 Kommentare zu “Wer ist für die Anschläge in Boston verantwortlich?

  1. apoth sagt:

    Naja, normalerweise melden sich die Islamisten schnell, wenn sie irgendwas machen.
    Und dass gleichzeitig in Alexandria eine Kathedrale angegriffen wurde, würde ich auch nur als Zufall durchgehen lassen.

    Ich setze mein Geld daher eher auf Linke, die von Occupy enttäuscht waren.

    Wobei ich aber auch zugeben muss, dass noch eine Vergeltung für das Osama-bin-Laden Attentat aussteht.

  2. Andreas D. sagt:

    Wer war verantwortlich?

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/berlin-sprengstoffverdaechtiger-brief-im-bundespraesidialamt-12155022.html

    Rechtsextremisten? Linksextremisten? Islamisten? Alle sind sie Kinder des selben freiheitsverachtenden Geistes.

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