Humanistische gegen Moderne Kunst

Die Ablehnung der Modernen Kunst durch die objektivistische Philosphie führt oftmals zu Kopfschütteln und zu den obligatorischen „Sag doch gleich Entartete Kunst“-Zwischenrufen, wie ich sie mir ja ebenso anhören durfte bei meinem Vortrag in Mannheim. Die Kunsttheorie scheint da nicht viel weiterzuhelfen, da sie in ein anspruchsvolles philosophisches System eingebunden ist.

Allerdings kann man auch mit traditionelleren Worten ausdrücken, worin das Problem mit Moderner Kunst liegt – und wie die Alternative lautet. Dies kann zum Beispiel der zeitgenössische Künstler Jason Patrick Jenkins.

Jason Patrick Jenkins ist ein realistischer Maler unserer Zeit. Er wollte Maler werden, seit er denken kann. Er machte seinen Bachelor der Feinen Künste an der Universität von Neufundland in Kanada. Seine Karriere kam nie richtig in die Gänge, da kanadische Kunstgalerien ein höheres Interesse an Moderner Kunst zeigten. Also zog er nach Südkorea, um dort Englisch zu lehren. In Korea nahm er sich die Zeit, näher über die Kunstwelt nachzudenken. Er kehrte in die USA zurück, um dem Nihilismus der Moderne eine Kunst entgegenzusetzen, die Sinn und Werten gewidmet ist.

Mit dem auf der objektivistischen Ästhetik begründeten Art Renewal Centre fand Jenkins einen Förderer. Das ARC wurde von Multimillionär und Kunstsammler Fred Ross ins Leben gerufen.

Jason Patrick Jenkins erklärte bei seinem Beitritt zum ARC:

„Ich möchte zu einer Wiederbelebung des traditionellen Kunsthandwerks beitragen und dazu, dass eine momentan entrechtete und entfremdete Öffentlichkeit erneut in Werte investiert und ihr Interesse an Kunst wiedergewinnt. Ich möchte Kunst gebrauchen, um Mitgefühl und Einfühlungsvermögen in einer Generation zu erwecken, die durch den Nihilismus und die Desensibilisierung abgestumpft wurde.

Große Kunst kann Transzendenz, Klarheit des Sehens und das Gefühl für einen Sinn vermitteln. In der Zeit, in der wir leben, haben wir als Gesellschaft ein unerfülltes Bedürfnis nach Ganzheitlichkeit und ich glaube, dass die traditionelle humanistische Kunst dieses Bedürfnis stillen kann. Ich glaube an die Macht und an die Bedeutung des Humanismus bei der Erschaffung von Kunst und an ihre Fähigkeit, der Gesellschaft zu dienen.

Ich glaube, es ist die Berufung und sogar die Verantwortung von Künstlern, Werte in einer Gesellschaft zu erschaffen und zu fördern und daraufhin zu arbeiten, ihre Bedürfnisse und die ihrer Individuen zu erfüllen. Dies ist der sehr wichtige Beitrag, den ich für die Gesellschaft und für meine Generation leisten möchte und dies ist das Erbe, das ich zukünftigen Generationen hinterlassen möchte.“

Website des Künstlers: Jason Patrick Jenkins

Website des Art Renewal Centre

6 Kommentare zu “Humanistische gegen Moderne Kunst

  1. Andreas Dietz sagt:

    Moderne Kunst, das ist eine Altglas-Sammlung in einer Ecke, ein paar herumliegende Stühle und ein Halbnackter umgeben von Glühbirnen. Ein Picasso ist auch ausgestellt. Ich habe nie verstanden, was mich daran beeindrucken soll.

    Und all das wird heute – wenn wundert es? – via Twitter aus zweiter Hand konsumiert. Der Trash scheint wie geschaffen für das Medium der Krümelinformationen.

    Meine Meinung: Ins Museum zu gehen wäre tatsächlich zuviel der Zuwendung:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bilder-und-zeiten/twittern-im-museum-alles-aus-zweiter-hand-12163442.html

    Die Bilder von Jenkins hingegen würde ich mir gerne mal vor Ort ansehen.

  2. Skeptikus sagt:

    Der Vorwurf an moderne Kunst lautet also kurz gesagt, dass sie keine Werte mehr vermittelt und deshalb einen Nihilismus vorschub leistet, richtig?

    Das stimmt so aber nicht, bzw. nicht für den Anfang. Die Surrealisten oder Dadaisten scheinen meines Erachtens sehr wohl gewisse Werte transportiert und sowas wie eine politische Agenda gehabt zu haben. Nämlich, im Rahmen des 1. Weltkrieges, einen Pazifismus, ein Gefühl des Scheiterns der traditionellen Kultur und den Wunsch, den Kunstbetrieb nicht mehr so ernst zu nehmen.
    Bei den Surrealisten nimmt noch die Beschäftigung mit den Unterbewusstsein und der Psychoanalyse einigen Raum ein.

    Im Vergleich dazu scheint – polemisch überspitzt – die traditionelle Kunst, die z. B. die Perspektive entwickelt hat, regelrecht apolitisch gewesen zu sein. Natürlich auch den Umständen geschuldet. Man war von reichen Gönnern abhängig und konnte sich deshalb bestimmte Meinungen nicht erlauben. Auch war man von Königen, Fürsten oder gar Päpsten abhängig.
    Natürlich hat es auch immer einzelne Künstler gegeben, die mit ihren Werken auch Ideale des Schönen und Guten ausdrücken wollten.

    • Na ja, ausgerechnet die Dadaisten waren sicher keine Wertevermittler, sondern Wertezerstörer. Für Salvador Dali spricht seine klare Epistemologie, die in den exakten geometrischen Formen, der rationalen Darstellung seiner Kunst deutlich wird. Aber metaphysisch war Dali ein – wie du sagst, auch wenn ich es anders bewerten würde – von der Psychoanalyse und dem Skeptizismus beeinflusster, die Faschisten unterstützender Verrückter, um das mal möglichst unpolemisch auszudrücken. Seine Kunst zeigt eine entsprechend verworrende Welt.

      Politisch muss Kunst auch nicht sein, im Sinne der Belehrung sollte sie das auch nicht. Kunst stellt etwas dar, zeigt etwas, konkretisiert ein Lebensgefühl, eine Metaphysik. Sie soll nicht indoktrinieren (von daher erscheint Dalrymples Klage, Rands romantischer Realismus sei vom sozialistischen Realismus praktisch nicht zu unterscheiden, reichlich abwegig).

      Praktisch die gesamte klassizistische Kunst und auch die Romantik und auch der Realismus wollten das Schöne und Gute konkretisieren. Nicht nur einzelne Künstler.

      • Skeptikus sagt:

        @Salvador Dali: Ich muss zugeben, dass ich mich mit ihn nicht ausreichend beschäftigt habe. Aber es gab ja noch andere Surrealisten.

        „Politisch muss Kunst auch nicht sein, im Sinne der Belehrung sollte sie das auch nicht.“
        Gut, dann muss ich Sie falsch verstanden haben.
        Ich persönlich kann mit belehrender Kunst (oder solche, die ich so empfinde) auch weniger anfangen.

        „Praktisch die gesamte klassizistische Kunst und auch die Romantik und auch der Realismus wollten das Schöne und Gute konkretisieren. Nicht nur einzelne Künstler.“

        Der Realismus?
        Zumindest bei manchen klassischen Stücken steht eher das Tragische, bei manchen romantischen mehr die Weltflucht im Vordergrund. Das ist zumindest mein Eindruck.

  3. Joachim sagt:

    Um mich in die Diskussion einzuklinken, muss ich erstmal zugeben,daß ich mich mit den Artikeln über Kunst in diesem Blog noch nicht so wirklich beschäftigt habe.

    Trotzdem, so ein wenig erinnern mich Forderungen,wie „.. die Kunst soll den Menschen dienen..“ oder „.. Werte schaffen..“ schon an den Sozialistischen Realismus. Kunst ist ja auch immer ein Stück Freiheit. Deshalb hatten die Dadaisten oder die Kubisten vor 100 Jahren sicherlich schon ihre Berechtigung. Andererseits ist es natürlich ein Armutszeugnis der zeitgenössischen Kunst, immer noch Dinge dekonstruieren zu wollen, die eh schon kaputt sind. Dabei kommen dann tatsächlich nur noch diese Pipi-kacka-Hitler-Schmierereien von Jonathan Meese heraus.

    Gut, ich sollte mich mit den Artikeln über Kunst hier sicher intensiver beschäftigen.

    PS:

    Seit Jahren faszinieren mich die Aktionen von Christo. Obwohl man nicht wirklich von bleibenden Kunstwerken sprechen kann, beeindruckt mich schon die Freiheit, die er sich nimmt. Zum Verständnis seiner Werke muss man seine Herkunft aus dem kommunistischen Bulgarien kennen. Seine Kunstaktionen sind auch immer eine Hymne an die Freiheit im amerikanischen Sinn.

    Abgesehen davon finanziert er alles selbst – eine sehr liberale Einstellung.

    • Ja, eine Zensur von Kunst sollte gewiss nicht stattfinden und auch keine Zensur von „Kunst“. Trotzdem befasse ich mich mit der Frage, was Kunst eigentlich ist – kann ja nicht alles sein – und welche Funktion sie erfüllen sollte.

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