Wer war für Boston wirklich verantwortlich?

„Es ist keine Leugnung. Ich bin nur sehr selektiv, was die Realität angeht, die ich akzeptiere.“

Wird der aufgeklärte Anschlag auf den Bostoner Marathon jemals aufgeklärt werden? Auf der einen Seite wurden die beiden islamistischen Terroristen Tamerlan und Dzhokhar Tsarnaev als Täter identifiziert. Aber das bedeutet andererseits nicht, dass sie die Täter waren. Oder, dass die Brüder wirklich Islamisten waren. Nicht jedenfalls, wenn man in der Welt jener lebt, die anfangs rechte Tea-Party-Amerikaner verdächtigten – und die mit beachtlicher Kreatitivität auf die Wahrheit reagierten, als sie bekannt wurde.

Beitrag von Mark Humphrys. Deutsche Übersetzung und Redigierung: AM.

Wie Perry Mason einst sagte: „Die Fakten, Madam. Bitte nur die Fakten.“ Hier sind sie:

Was spricht für eine Verbindung der Tsarnaev-Brüder zum radikalen Islam?

1. Tamerlan und Dzhokhar Tsarnaev unterstützten auf YouTube und Twitter und Social-Media-Netzwerken offen den Dschihad.

2. Die Brüder und ihre Mutter standen auf russischen und amerikanischen Listen mit islamistischen Terrorverdächtigen. Russland warnte die USA vor Tamarlan Tsarnaev wegen seines Verhältnises zu islamistischem Terror.

3. Ein kanadischer Dschihadist, der in Dagestan kämpfte, berichtete Russland in einem Verhör, dass Tamerlan Tsarnaev auch ein Dschihadist sei.

4. Es gibt auch Behauptungen, laut denen Saudi Arabien die USA vor Tamarlan warnte.

5. Tamerlan Tsarnaev wurde möglicherweise nach dem alten islamistischen Schlächter Tamerlan benannt.

6. Dzhokhar wurde möglicherweise nach dem tschetschenischen Kriegsherr Dzhokhar Dudayev benannt.

7. Die Brüder wurden von Videos des islamistischen Predigers Anwar al-Awlaki beeinflusst.

8. Tamerlan Tsarnaev war bereits seit 2009 ein islamistischer Fanatiker.

9. Tamerlan Tsarnaev könnte für den Mord an drei jüdischen Männern am 10. Jahrestag des 11. Septembers verantwortlich gewesen sein.

10. Die Brüder nahmen am Gottesdienst in einer Bostoner Moschee der Islamic Society of Boston teil, deren Verbindung zum islamistischen Terrorismus seit langem bekannt ist. Der erste Präsident der Moschee, Abdul Rahman al-Amoudi, wurde wegen islamistischen Terrors zu 23 Jahren Haft verurteilt. Die Islamkritikerin Michelle Malkin warnt seit Jahren vor der Bostoner Moschee der Islamic Society of Boston, aber niemand hörte auf sie.

11. Dzhokhar Tsarnaev hatte Verbindungen zur radikalen Muslim Student Association (USA), die den Dschihad, Khomeini und Bin Laden lobte. Die Islamkritiker Robert Spencer und David Horowitz warnen schon seit Jahren vor der Muslim Student Association, aber niemand hörte auf sie.

Islamphobie widerlegen – wie man es nicht tut

dzhokhar tsarnaev twitter

Januar 2013: Dzhokhar Tsarnaev („Jahar“) ist wütend auf Leute, die den Islam mit dem Terrorismus in Verbindung bringen.

April 2013: Dzhokhar Tsarnaev führt einen islamistischen Terroranschlag auf den Bostoner Marathon aus, tötet drei Menschen und sprengt von 14 Menschen Körperteile ab.

Was spricht gegen eine Verbindung der Tsarnaev-Brüder zum radikalen Islam?

Nichts.

Linke Journalisten mit Tatmotiv konfrontiert

Ihre Reaktion:

1.) „Die Boston Bomber waren Muslime: Na und?“ von Megan Garber. The Atlantic, 19. April 2013.

Garber argumentiert, dass wir keine Etiketten wie „muslimischer Dschihadist“ an muslimische Dschihadisten heften sollten. Sie sind so viel mehr als das. Sie hatten Freundinnen und sie mochten Musik und Skateboarding und Twitter. Kindern die Füße für den Dschihad abzusprengen sollte sie nicht definieren.

2.) „Motiv des Bombenanschlags: Keineswegs offensichtlich“ von Josh Gerstein und Jennifer Epstein. Politico.com, 19. April 2013.

Das Motiv bleibt auch nach seiner lückenlosen Aufklärung ein ewiges Rätsel.

3.) „Boston: Eine Stadt zwischen Furcht, Aufatmen, Mitgefühl und Wut“ von Richard Seymour. Guardian.co.uk, 20. April 2013.

Seymour schreibt, es sei „rassistisch“, den Islamismus für islamistische Bombenanschläge verantwortlich zu machen. [Einwurf AM: Es geht nicht mehr darum, zu hinterfragen, inwiefern der Islam extremistische Interpretationen zulässt – es geht lediglich darum, die Verantwortung der politischen Ideologie des Islamismus einzugestehen. Selbst das ist für manche Linke inakzeptabel. Wenn man sich erst einmal auf die schiefe Ebene begibt…].

Zitat Seymour: „Auch wenn zwei der Tatverdächtigen identifiziert wurden… versteht noch keiner, warum der Bostoner Marathon als Ziel ausgewählt wurde… Da wir so wenig über die Motive der Angreifer wissen, ist keine Logik in ihren Angriffen erkennbar… Irgendwelche rechten Politiker, wie der republikanische Kongressabgeordnete Peter King, verloren keine Zeit, die Tatsache herauszustellen, dass die Täter Muslime waren… Aber Rassismus ist nicht die einzige Antwort… Auf dieses Messers Schneide sucht Boston sein Gleichgewicht: Zwischen Solidarität und Rassismus.“

4.) „Der Islam könnte eine zweitrangige Rolle bei den Bostoner Anschlägen gespielt haben“ von Lisa Wangsness. The Boston Globe, 20. April 2013.

Die Suche nach einem anderen Grund geht weiter!

Die Zeit heilt keine Realitätsverleugnung

Einige Tage später. Weitere Fakten lassen keinen Zweifel mehr an der Motivation der Terroristen. Manchen linken Journalisten ist das egal:

1.) „Gott helfe uns in einer Welt voller Hass“ von Lionel Shriver. The Age.com, 22. April 2013.

Lionel Shriver verfasste einen ganzen Artikel über die Terroristen, ohne jemals ihre Motivation zu erwähnen. Sie verknüpft sie mit „wütenden Menschen“ auf Internet-Blogs und Twitter.

2.) Der amerikanische Journalist Geraldo Rivera schien alle Belege zu ignorieren und twitterte am 22. April 2013: „Schande über jene, die die Verfassung missachten mit ihren krampfhaften Versuchen, für Bostons selbst erschaffenen Terror etwas Fernes & Fremdes verantwortlich zu machen. Der Feind sind wir selbst.“

Hä?

3.) „Eine Nation, durch ihr Bostoner Trauma erschüttert, aber noch immer mit der Waffe verbunden“ von Liz O’Donnel. Irish Independent, 23. April 2013.

Die Motivation der Terroristen spielt im ganzen Artikel keine Rolle. Stattdessen geht es um die amerikanische Waffengesetzgebung.

4.) „Die Bostoner Verdächtigen entziehen sich der Etikettierung“ von Krissah Thompson und Michelle Boorstein. Washington Post, 23. April 2013.

„Tschetschenen? Amerikaner? Einwanderer? Bürger? Muslime? Die Bostoner Terrorverdächtigen Tamerlan und Dzhokhar Tsarnaev mögen alles davon sein, aber unser Versuch, mit den Angriffen klarzukommen, für die die Brüder angeblich verantwortlich sind, hat viel damit zu tun, wie wir sie identifizieren.“ NewsBusters antwortete: „Das Etikett, das hier scheinbar vermieden werden soll: ‚Islamistische Terroristen.'“

Satire der Realsatire

Solche Artikel sind eigentlich bereits Realsatire. Weil das aber nicht von allen verstanden wird, hier noch ein wenig „echte“ Satire:

Boston Twitter

Tweet von Lee Stranahan: „Wir werden niemals erfahren, warum ein sehr religiöser Muslim mit einer YouTube-Playlist namens „Terroristen“ Schnellkochtopf-Bomben benutzen würde, die von der al-Qaida empfohlen werden.“

Ein urkomischer Clip zum Thema von der israelischen Comedy-Gruppe Latma: