Die Ethik des fetten Mannes

Bloggers Dilemma (Cox & Forkum)

Im Philosophie-Bereich gibt es mal wieder ein Update: Mehr Metaphysik! Somit ist der größte Bereich noch größer geworden. Sinnvoll – denn die übrige Philosophie baut auf einer bestimmten Metaphysik auf. Konkret geht es um die Verlässlichkeit der Sinne und um die Unterschiede zwischen Materialismus, Idealismus und Objektivismus.

Und nun: Der Objektivismus über die Ethik der Notfälle („sollte man einen fetten Mann auf die Gleise werfen, um fünf Menschen zu retten?“) und ein paar Worte über die Bezahlartikel im Feuerbringer-Magazin.

Die Ethik der Notfälle

Die Hauptbeschäftigung moderner Ethiker sind moralische Dilemmata – unmögliche oder höchst unwahrscheinliche Extremsituationen, bei denen ein ethischer Konflikt entsteht, der kaum aufzulösen ist. Eine Ethik wird von den modernen Schamanen daran gemessen, ob sie eine befriedigende Antwort auf diese Dilemmata liefert. Bekannte Beispiele: Ein Zug rast auf fünf Personen zu und du kannst ihn nur aufhalten, indem du einen fetten Mann von einer Brücke auf die Schienen schubst. Oder: Du bist mit einer Frau, einem Kind, einem Navigator und einem Ruderer auf einer Insel gestrandet. Nicht alle passen auf das Rettungsboot. Wen nimmst du mit und warum?

Ayn Rand sagte, dass man sich derartige Gedankenspiele ersparen kann. Grund: Ethik beruht notwendigerweise auf einer bestimmten Metaphysik. Diese Metaphysik findet keine Beachtung bei modernen Philosophen – meistens, weil sie unsystematisch denken. Sie glauben, sie könnten von Metaphysik, Epistemologie und Menschenbild losgelöst über Ethik nachdenken. Das ist logisch unmöglich. Wer nicht weiß, wie die Welt beschaffen ist, wie der Mensch das erkennt und wie der Mensch ist – der kann unmöglich wissen, wie der Mensch handeln soll.

Mit anderen Worten: Niemals in unserem Leben werden wir uns ernsthaft überlegen müssen, ob wir einen fetten Mann auf einen rasenden Zug schubsen sollen oder nicht. Niemals werden wir uns in unserem Leben überlegen müssen, wer auf das einzige Rettungsboot darf. Solche Dinge passieren entweder gar nicht oder extrem selten. Die Ethik sollte auf der Metaphysik beruhen, die unsere Lebensrealität widerspiegelt. Will heißen: Wir brauchen eine Ethik für unser Leben hier, jetzt, auf Erden, in der Welt, wie sie uns jeden Tag begegnet.

Laut Ayn Rand gibt es keine vernünftige Antwort darauf, was wir in solchen Notfällen tun sollten. Sollen wir den fetten Mann auf die Schienen werfen, um fünf Menschen zu retten (angenommen, wir wissen sicher, dass es die einzige Möglichkeit ist und auch funktionieren wird)? Keine sinnvolle Antwort ist möglich. Wie sollen wir bestimmen, wer mit auf das einzige Rettungsboot kommt? Keine sinnvolle Antwort ist möglich. Der Fehler liegt nicht in der Ethik, sondern in der Metaphysik. Die Philosophen, die uns mit solchen Spielchen belästigen, wollen uns keine lebbare Ethik nahebringen, solndern sie wollen Zweifel sähen an der bloßen Möglichkeit, ein ethisches Leben führen zu können. Zumindest, ohne hin und wieder „Kompromisse“ eingehen oder zwischen widersprüchlichen Pseudo-Prinzipien abwägen zu müssen.

Über die Artikelpreise

Nach einer unschönen Diskussion auf Facebook über das Existenzrecht von Journalisten; über ihr Recht, für ihre Arbeit bezahlt zu werden oder nicht, bin ich offen gesagt sauer. Unser Eigentums- und Urheberrecht steht nicht zur Debatte. Wir benötigen diese Rechte, weil sie einem grundlegenderen Recht dienen: Unserem Recht auf Leben. Wir müssen produktiv tätig sein und dafür belohnt werden dürfen, um zu existieren. Jeder Mensch kann sich frei entscheiden, ob ihm die Bezahlartikel den Preis wert sind oder ob er lieber darauf verzichtet. Klarer Fall. Aber wer meint, er hätte ein Recht darauf, dass ich für ihn umsonst arbeite –  wer also mein Existenzrecht in Frage stellt, mit dem habe ich ein Problem.

Was die konkrete Preisgestaltung angeht, meine ich, eine moderate, vernünftige, humane Staffelung gefunden zu haben. Für die Leser ebenso wie für mich. Die Preise für Bezahlartikel reichen von 49 Cent bis maximal 1,49 Euro. Die Reportage Schule ohne Gott kostet 1,49 Euro, weil sie sehr gut ist und sehr anschauliche Fotos enthält, alles exklusiv – und aus meiner Sicht, weil ich dafür mehrere volle Arbeitstage investieren und 130 Kilometer nach Fürth und zurückfahren musste für die Recherche. Wer meint, ich hätte dafür kein Geld verdient, der muss mir keines bezahlen. Ich möchte auch nicht, dass sich jemand dazu genötigt fühlt, wenn er auf den Artikel verzichten kann.

Wer allerdings meint, ich hätte kein Recht, Geld zu verlangen und sollte stattdessen Sklavenarbeit für Humanisten machen, weil sie Humanisten sind (Bezahlartikel sind „nicht ganz der richtige Weg“) der ist kein Humanist. Ich kenne ein treffendes Wort dafür, was er ist, und das wird sich jeder denken können. Es gibt keine Stiftung, die mich finanziert, ich habe keinen reichen Gönner. Ich habe im Gegensatz zum Humanistischen Pressedienst auch keinen Erotikshop als Partner und möchte das auch niemandem zumuten (Amazon ist mein Bücher-Vertriebspartner, daher unverzichtbar). Ich habe nur eines: Viele anständige Leser und leider einige wenige Unanständige, die glauben, sie hätten ein gottgebenes Recht, von der Arbeit anderer Menschen ohne Gegenleistung zu leben.

Für diese parasitäre Geisteshaltung gegenüber journalistischen Produkten sind leider die großen Verlage selbst mitverantwortlich, da sie jahrelang ihre Artikel im Netz gratis angeboten haben und erst jetzt versuchen, das Monster wieder loszuwerden, das sie erschufen, indem sie Bezahlschranken einbauen. Da mache ich mit, auf meine bescheidene Weise. Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich leben möchte und dass ich der Meinung bin, dass meine Arbeit etwas wert ist.

(Wer die Einbindung des Cartoons oben nun ironisch findet: Man darf ihn einbinden, solange man die Quelle angibt und verlinkt, was ich getan habe. So oder ähnlich ist das auch bei anderen Bildern, die ich verwende. Bilder, die ich nicht verwenden darf, verwende ich nicht).

19 Kommentare zu “Die Ethik des fetten Mannes

  1. Elrassel sagt:

    Hallo!
    Ich sträube mich bislang ebenfalls, für deine Artikel zu zahlen. Aber nicht, da ich deine Lebensgrundlage verneine, sondern da ich – kurz bevor du die Bezahlartikel eingeführt hast – einen – für mein Studentenbudget – höheren Geldbetrag für deine Arbeit gespendet habe und ich nicht einsehe, dass ich jetzt noch mal zahlen soll.
    Ich weiß, dass du auf solche Spezialfälle wie mich nicht achten kannst; lasse dich aber wissen, dass ich bereit wäre, für die Artikel zu zahlen, wenn sie wieder einmal gesammelt und als E-Book verkauft werden würden.

    Grüße

    Christian

    • Hallo Christian,

      ja, das ist auch legitim und verständlich. Die Spender waren in der Tat alle großzügig. Gerade deshalb ist es unfair, dass alle Leser von denjenigen profitieren, die meine Arbeit finanziell unterstützen. Sobald das Programm eine Weile läuft, werde ich wohl einen Abonnenten-Bereich aufmachen, der sich dann für die Spender anbietet. Es gibt auch weiterhin gratis Artikel und der Philosophie-Bereich wächst auch an, wovon alle Leser profitieren, insofern hat sich die Spende sicher auch so schon ein wenig gelohnt.

      Ich hatte vor einer Weile, vor der Einführung von Cleeng, eine Umfrage zum Thema Bezahlartikel gemacht. Daraus ging hervor, dass ein gewisser Anteil der Leser grundsätzlich nicht bereit ist, meine Arbeit zu entlohnen und trotzdem meinen, einen Anspruch darauf zu haben. Bei der letzten Facebook-Debatte hatte ich auch diesen Eindruck. So eine Haltung möchte ich einfach nicht fördern.

      Im Prinzip hast du Recht. Die Spender könnten sich ein wenig vor den Kopf gestoßen fühlen, was mir leid tut. Die Artikel werde ich bestimmt mal wieder für ein Buch sammeln, sobald es genügend sind.

      Schön grüßt,
      Andreas

      • Andreas sagt:

        Wo er doch schon gespendet hat – warum schickst du ihm nicht die letzten Bezahlbeiträge als PDF/print friendly via E-Mail? Sozusagen eine Ausnahme für Spezialfälle. 🙂

        • Stimmt. Aber ich mache lieber ein Prinzip daraus. Alle Spender (die nachweisen können, dass sie welche sind, oder von denen ich es weiß) können die bisherigen Bezahlartikel gratis als PDF haben.

          • Andreas sagt:

            Und die sollten sie dann natürlich nicht an andere weiter verteilen.

            Das wäre die Gefahr, wenn du ein Prinzip daraus machst. Je mehr Leute dieses PDF erhalten, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass potentiell ALLE Leute dieses PDF erhalten.

            Meine eigene Spende war zweckgebunden für das Video zum Vortrag. Ich bezahle die Artikel, die ich lesen möchte, extra.

            Aber danke für das Angebot!

          • Ja, ich weiß. Die Nicht-Weiterverbreitung ist eine Bedingung.

            Das Video zum Vortrag hängt immer noch beim Kameramann fest. Er wird wohl nicht dazu kommen, das Video selbst zu schneiden, sondern ich muss das wohl selbst machen. Nur habe ich leider noch nicht die Dateien hierfür. Ich hoffe, er schickt sie mir bald und mein Laptop hat genügend Leistung für die Videobearbeitung. Tut mir Leid für die Leser, dass es so lange dauert. Ich habe darüber keine Handhabe und mehr als regelmäßig nachfragen kann ich nicht. Ich hatte vorsorglich angekündigt, den Vortrag notfalls wieder erneut aufzunehmen. Aber da es die Videoaufzeichnung ja gibt, wird das hoffentlich nicht nötig sein.

  2. Skeptiker sagt:

    „Die Hauptbeschäftigung moderner Ethiker sind moralische Dilemmata – […] Eine Ethik wird von den modernen Schamanen daran gemessen, ob sie eine befriedigende Antwort auf diese Dilemmata liefert.“

    Nun, eigentlich ist der Gedanke gar nicht so schlecht. Eine Ethik soll uns eben Orientierung besonders in Extremsituationen geben.
    Unsere alltägliche Entscheidungen, sofern sie überhaupt moralische Relevanz haben, müssen wir in der Regel nicht moralisch reflektieren.
    Wir reflektieren sie ja auch tatsächlich nicht.

    Wenn aber eine Ethik den Anspruch verfolgt, für jede Situation eine passende Antwort zu geben, dann muss sie das auch in solchen Extremsituationen tun. Ich würde diese Denkweise sogar als verwandt mit einer experimentellen betrachten: Wir stellen die allgemeine ethische Regel in Frage, indem wir einen Einzelfall untersuchen und seinen Erklärungswert abklopfen.

    „Wer nicht weiß, wie die Welt beschaffen ist, wie der Mensch das erkennt und wie der Mensch ist – der kann unmöglich wissen, wie der Mensch handeln soll.“

    Dem muss ich voll zustimmen.
    Allerdings: Selbst wenn die Menschen überhaupt nicht wissen, wie die Welt aufgebaut ist, was der Mensch ist und wie man Erkenntnis erlangt, müssen sie dennoch Essen, Trinken, Schlafen und so weiter.

    „Jeder Mensch kann sich frei entscheiden, ob ihm die Bezahlartikel den Preis wert sind oder ob er lieber darauf verzichtet.“

    Das setzt aber voraus, dass in der „Vorschau“ schon enthalten ist, welche Informationen man bekommt.

    • Andreas sagt:

      „Eine Ethik soll uns eben Orientierung besonders in Extremsituationen geben.“

      Warum eigentlich? Wenn wir die meiste Zeit unseres Lebens nie in derartige Extremsituationen kommen, brauchen wir dafür doch keine Ethik. Und selbst wenn wir in eine solche Situation geraten: Welche Antwort hätte die Ethik darauf? Dilemmata zeichnen ja gerade durch ihre Unauflösbarkeit auf. Wie auch immer man sich entscheidet, man entscheidet sich falsch. Das ganze hat nicht mehr Wert als ein Zen-Koan. Es soll unseren Geist beschäftigen, ohne zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen.

      „Unsere alltägliche Entscheidungen, sofern sie überhaupt moralische Relevanz haben, müssen wir in der Regel nicht moralisch reflektieren.“

      Jede alltägliche Entscheidung hat moralische Relevanz, sofern andere Menschen von ihr betroffen sind. Ob ich dem Bäcker Geld für die Brötchen gebe oder sie ihm stehle – das macht schon einen Unterschied.

      „Wir reflektieren sie ja auch tatsächlich nicht.“

      Weil wir die ethischen Prinzipien i.d.R. schon verinnerlicht haben. Man kann aber auch andere Richtlinien verinnerlicht haben und dann unreflektiert jeden Donnerstag halb elf in eine Wohnung einbrechen. Einbrüche geschehen so häufig, dass man sich schon darüber Gedanken machen sollte, ob es richtig ist, jemandes Hab und Gut zu stehlen. Für offenbar sehr zahlreiche Zeitgenossen ist diese Frage nicht so klar beantwortet wie für uns hier.

    • Die Ethik sagt dem Menschen, wie er handeln soll. Ohne Ethik hat er keine Handlungsrichtlinie.

      Ich habe trotzdem schon häufiger gehört, dass „wir“ angeblich einfach irgendwie handeln ohne darüber zu reflektieren. Ich verstehe das überhaupt nicht. Ich reflektiere immer über alles, insofern ich wach bin. Ich verstehe, dass man automatisch Fahrrad fährt, dass man sich nicht sonderlich konzentriert, wenn man denselben Weg wie immer zur Arbeit, Uni, Schule läuft. Auch „Guten Morgen“ sagt man wohl halb automatisch. Aber die soziale Interaktion mit anderen Menschen, die über Grußformeln hinausgeht, ist jedenfalls bei mir nicht automatisch. Der Großteil des Tages ist bewusst reflektiert. Ich kann mir das nicht vorstellen, wie das sein mag, mit jemandem automatisch zu reden. Vielleicht ein Verkäufer an der Kasse, der immer wieder dasselbe sagt. Aber in normalen Situationen?

      • sba sagt:

        zu beachten ist bei Automatismen auch, dass sie erst das Ergebnis längerer Gewöhnung sind und man sich zum Dran gewöhnen irgendwann einmal bewusst entschieden haben muss (Fahrrad zu fahren; Kassierer zu werden etc.)

        @skeptiker:
        „Selbst wenn die Menschen überhaupt nicht wissen, wie die Welt aufgebaut ist, was der Mensch ist und wie man Erkenntnis erlangt, müssen sie dennoch Essen, Trinken, Schlafen und so weiter“
        Naja, schätzungsweise geht es da ja schon los: Wenn ich niemals auch nur ein µ Ahnung von irgendetwas hätte, woher wüsste ich, dass ein Hungergefühl ein HUNGERgefühl ist und wie ich darauf reagieren sollte? Ist dieses Szenario absoluten Unwissens überhaupt denkbar, wenn man bedenkt, dass Säuglinge ihren Hunger, wie jedes Unwohlbefinden, laut und deutlich kund tun? Bald darauf lernt man, wie man sich selbst Nahrung zuführt, etwas später, wie man die Nahrung vorbereitet und dann, wie man sich die Mittel verschafft, die vorzubereitenden Rohstoffe zu erlangen. Ich habe den Objektivismus in Seiner Anwendung als eine Philosophie des gesunden (!) Menschenverstandes erlebt. Und um erfolgreich an Essen zu kommen etc. muss man nuneinmal philosophische Vorraussetzungen machen, ob einem diese nun bewusst sind, oder nicht, was bedeutet: Erfolgreichem Handeln überhaupt liegt notwendig eine hinreichend genaue Kenntnis über Wesen und Funktionieren der Welt zu Grunde. Dass zu reflektierende Fragen zu oft erst dann explizit werden, wenn die Welt sich unerwartet verhält (also die eigene Kenntnis sich als nicht-hinreichend exakt herausstellt), tut dem keinen Abbruch.

        Herrn D.: Möchte ich nurnoch hinterherwerfen, dass das Ethische nicht erst an der Haut des anderen beginnt, sondern in unserem eigenen Fleisch und Blut (nämlich als die Frage, was wir damit anfangen und warum)…ach ja, und, dass es mir immerwieder Spaß macht, „Dilemmata“ mit objektivistischen Instrumenten durchzuschneiden.

        • Andreas sagt:

          Geworfen und getroffen. Grundsätzlich natürlich richtig. Aber wenn der fette Mann ein grober Holzklotz wäre, hätten wir kein Dilemma. (Und man bräuchte zum Schneiden eine Säge.)

        • Skeptiker sagt:

          „Wenn ich niemals auch nur ein µ Ahnung von irgendetwas hätte, woher wüsste ich, dass ein Hungergefühl ein HUNGERgefühl ist und wie ich darauf reagieren sollte?“

          Die Antwort darauf ist relativ einfach: Man kann das Gefühl lokalisieren und man weiß ungefähr zu welchen Zeiten es auftritt. Dementsprechend nennen wir es „Hunger“.
          Dass wir ein Gefühl manchmal nicht zuverlässig identifizieren können, davon zeugen einigen Beispiele aus der Medizin. Vielleicht muss man aber auch gar nicht so weit gehen. Schon wenn man sich an irgendeine Stelle leicht am Rücken berühren lässt, kann man oft auch nicht die genaue Stelle benennen, an der die Berührung stattfand.

          Im Allgemeinen kommen die Leute aber ganz gut zurecht, auch trotz des Auftretens solcher Täuschungen.

          „Ich habe den Objektivismus in Seiner Anwendung als eine Philosophie des gesunden (!) Menschenverstandes erlebt.“

          Der Anspruch, den „gesunden Menschenverstand“ zu vertreten, besonders in moralischen Dinge, ist sehr verbreitet.
          Es ist auch eine Frage, was man unter „gesunden Menschenverstand“ versteht. Die Auffassung, die man ohne philosophisches (?) Nachdenken sowieso vertritt? Die alltägliche Praxis?

          Nun, in gewisser Hinsicht müsste man meiner Aussage (meines Erachtens) dann schon zustimmen. Die Leute müssen ihren Hunger stillen, schlafen usw., egal welche sonstigen Auffassungen sie haben. Auf diesen Bedürfnissen kann man dann ggf. in Sachen Menschenbild aufbauen.

          „Und um erfolgreich an Essen zu kommen etc. muss man nuneinmal philosophische Vorraussetzungen machen, ob einem diese nun bewusst sind, oder nicht“

          Sobald man so eine Voraussetzung nennt, wird es meistens irgendjemanden geben, der ihr widerspricht.

          „Erfolgreichem Handeln überhaupt liegt notwendig eine hinreichend genaue Kenntnis über Wesen und Funktionieren der Welt zu Grunde.“

          „Hinreichend“ kann in diesem Zusammenhang aber auch bedeuten, dass man im Wesentlichen so gut wir gar nichts weiß, aber sich (ungefähr) auf das verlässt, was empirisch schon mal geklappt hat.

          @Andreas:
          „Warum eigentlich? Wenn wir die meiste Zeit unseres Lebens nie in derartige Extremsituationen kommen, brauchen wir dafür doch keine Ethik.[…]Weil wir die ethischen Prinzipien i.d.R. schon verinnerlicht haben.“

          Man könnte die Frage auch umdrehen und fragen, wieso sollen wir eine Ethik des täglichen Lebens betreiben? Welcher Nutzen entstünde daraus? (Die Kosten dürfen allerdings in der Tat auch gering sein.)
          Wenn die meisten Leute die Prinzipien schon verinnertlicht haben, dann würde so eine Ethik nur dort einen Sinn haben, wo diese Prinzipien entweder schon in Frage gestellt werden oder wo sie in Frage gestellt werden müssen (das Einbrecher-Beispiel).
          Außerhalb des Alltags gilt natürlich etwas anderes: Da wir nur extrem selten und dann nur sehr wenige Leute in solche Extremsituationen kommen, gibt es dafür auch keine verinnerlichten Prinzipien.
          Das bedeutet, dass dann ethische Überlegungen als Entscheidungshilfe hilfreich sind. Zumal der Bereich alltäglicher moralischer Entscheidungen meistens auch schon juristisch geregelt ist, was in Extremsituationen auch oft nicht der Fall ist.

          • Die grundlegenden ethischen Prinzipien des Objektivismus bleiben auch in solchen Situationen relevant. Man sollte im aufgeklärten Eigeninteresse handeln, man darf aber auch keine Gewalt gegen andere initiieren. Die Ethik dient letztlich dem eigenen Überleben. Insofern man wirklich nur überleben kann in irgendeiner außergewöhnlichen Situation, indem man Unschuldige tötet, wäre es ethisch zulässig, dies zu tun.

          • sba sagt:

            Hallo Skeptiker,
            „Die Antwort darauf ist relativ einfach: Man kann das Gefühl lokalisieren und man weiß ungefähr zu welchen Zeiten es auftritt. Dementsprechend nennen wir es “Hunger”.“

            Aber woher weiß man, ohne irgend etwas anderes zu wissen, was dieses merkwürdige, irgendwie drückende Gefühl in der Leibesmitte zu bedeuten hat?
            Im Anschluss an Rand würde ich vermuten, dass wir Erfahrungen aus tiernäheren Zeiten (kurz nach der Geburt bis zum Beginn des Bewusstseins) mitnehmen und im Laufe der Zeit abstrakter aus- und bewerten können. In concreto: Für den intellektuell noch dem Tier näher stehenden Säugling gilt noch das simpelste moralische Prinzip der Lust-/Schmerz-Dualität (wobei Schmerz vor Übel warnt bzw. es anzeigt und Lust das Vorhandensein eines Gutes anzeigt, auch wenn man darüber noch nicht nachdenken kann – objektiv ist Hunger für den Säugling gefährlich und gefüttert werden gut, auch wenn er von Hunger, Übel und Gut noch keine Konzepte hat). Insofern würde ich sagen, dass der Mensch nicht tabula rasa auf die Welt kommt, sondern intellektuell schon als Tier, das sich später noch enorm nach oben entwickeln kann.
            (alles in Anwendung des Stufenschemas von Handeln und Wissen, das Rand in „The Ethics of Objectivism“ (u.a. erster Aufsatz in „The Virtue of Selfishness“) zu Grunde legt und ausführlich darstellt.)

            „Es ist auch eine Frage, was man unter “gesunden Menschenverstand” versteht. Die Auffassung, die man ohne philosophisches (?) Nachdenken sowieso vertritt? Die alltägliche Praxis?“

            Nun, meiner privaten und evtl. primitiven Auffassung nach ist „gesund“ = „nicht-krank“ (also vom Gegenteil abhängig) und „krank“ = „die Alltagsbewältigung be- oder verhindernd“ (im Anschluss an Nietzsche und gegen die WHO und das Bundesbildungsministerium).

            „Geunder Menschenverstand“ demnach also ein menschlicher Verstand, der in der Lage ist, sein Leben und dessen Erfordernisse langfristig erfolgreich zu bewältigen, „erfolgreiche Bewältigung“ unterdessen das Setzen und Erreichen von Zwecken (mit dem Primat des eigenen Weiterlebens).
            Nun kann man (mit etwas Glück) im Setzen und Erreichen seiner Zwecke gut sein, ohne großartig darüber nachdenken zu müssen, wie man Zwecke setzt und erreicht, vielleicht, weil man eine chronische Glückssträhne hat, vielleicht auch, weil der eigene Verstand ein Talent für Ursache-Wirkungsrelationen hat. Also ja: Die Leute müssen essen, schlafen etc., unabhängig davon, welche sonstigen Auffassungen sie haben.
            Der letzte Teil ist dabei wichtig. Der letzte Teil nämlich beinhaltet, dass es objektive Gegebenheiten in der Welt und damit objektive Notwendigkeiten für ein menschliches Leben gibt. Und das wiederum eröffnet die Möglichkeit, dass es Auffassungen gibt, die dem gesunden Menschenverstand, weil den objektiven Notwendigkeiten menschlichen Lebens widersprechen.

            Und in gewisser Weise hat Rand ihr Menschenbild darauf aufgebaut (unter Rückgriff auf Aristoteleos Formulierung des animal rationale): Der Mensch ist dasjenige Tier, welches die Erfüllung seiner Grund- und sonstigen Bedürfnisse bewusst, langfristig und zuverlässig planen kann (im Gegensatz zum Tier, das jagt oder sucht, wenn es Hunger hat, aber nicht auf Landwirtschaft kommt.)

            „Sobald man so eine Voraussetzung nennt, wird es meistens irgendjemanden geben, der ihr widerspricht.“
            Und solch einen Widerspruch kann man dann anhand der Realität und der darin vorkommenden objektiven Notwendigkeiten überprüfen.

            „“Hinreichend” kann in diesem Zusammenhang aber auch bedeuten, dass man im Wesentlichen so gut wir gar nichts weiß, aber sich (ungefähr) auf das verlässt, was empirisch schon mal geklappt hat.“

            Ja, natürlich.
            Und erst, wenn es nicht mehr klappt, hat man (spätestens) Anlass, vom Vorhandensein eines Fehlers auszugehen und ihn zu finden (auf deutsch: Wissenschaftlichen Fortschritt zu erreichen).

            Gruß,
            S

    • Benedict Henries sagt:

      „Ich würde diese Denkweise sogar als verwandt mit einer experimentellen betrachten: Wir stellen die allgemeine ethische Regel in Frage, indem wir einen Einzelfall untersuchen und seinen Erklärungswert abklopfen.“

      Es gibt in den Naturwissenschaften sehr viele Ansätze, die voraussetzen, dass man sich nicht in Extremen bewegt.
      Man versucht i.d.R. Zusammenhänge für einen eng begrenzten Bereich aufzustellen bevor man auf größere Bereiche verallgemeinert.
      Eine Abweichung im Extremen stellt i.d.R. nicht die Theorie im Allgemeinen in Frage sondern definiert höchstens die Grenzen der Gültigkeit dieser Theorie.

      Wie der Autor bereits betonte lässt sich die objetivistische Ethik des Zusammenlebens der Menschen nicht auf klassisch dramatische Situationen ausdehnen, in denen das handelnde Subjekt sowohl durch Handeln, als auch durch Nicht-Handeln Schaden an Anderen nicht verhindern kann.
      Die objektivistische Ethik ist deshalb aber nicht ungültig oder unlogisch für den Normalfall menschlicher Interaktion, der sich eben außerhalb der Extrem bewegt.

  3. Skeptiker sagt:

    Ich fange mal hier neu an.
    @Andreas Müller:
    Naja, das Beispiel hat aber nichts mit dem Problem des „Fetten Mannes“ zu tun.
    Interessant in diesem Zusammenhang fand ich auch, dass die Antworten von verschiedenen Menschen auf diese Fragen empirisch ermittelt wurden.

    @sba:

    Aber woher weiß man, ohne irgend etwas anderes zu wissen, was dieses merkwürdige, irgendwie drückende Gefühl in der Leibesmitte zu bedeuten hat?

    Hmm. Ehrlich gesagt, das weiß ich nicht. Ich kann mir 2 Gründe denken, erstens, wir haben das irgendwann als Kinder gelernt, allerdings naturgemäß zu einem sehr frühen Zeitpunkt, zweitens, es ist bereits evolutionär-genetisch codiert, dass wir Essen suchen (wollen), wenn wir Hunger haben. Das Gefühl von Leere bringt uns ja zum Wunsch, die Leere füllen zu wollen.
    Näheres kann ich aber nicht sagen, dazu müsste ich mich näher in die Thematik einlesen.

    Vielleicht sollte ich anmerken, dass dieses mehr oder weniger biologisch bedingte Verhalten ethisch ja auch eine gringere Relevanz hat. Je bewusster wir etwas tun müssen (würde ich denken), umso ethisch relevanter ist es.
    Nebenbei: Wer sagt eigentlich, dass wir das im Sinne der Philosophen „wissen“? Wissen wird ja manchmal nach Platon definiert als begründeter, wahrer Glaube. In dem Sinne könnte man fragen, ob eine der 3 Kritierien hier überhaupt vorliegen.

    Der letzte Teil nämlich beinhaltet, dass es objektive Gegebenheiten in der Welt und damit objektive Notwendigkeiten für ein menschliches Leben gibt.

    Im Grunde genommen wiederholst du damit, was ich gesagt habe. Nur fügst du dabei ein Konzept „objektive Notwendigkeiten“ hinzu.

    Später versuchst du dann, anhand dieser „objektiven Notwendigkeiten“ widersprechende Meinungen zu prüfen. Nun werden aber die meisten Widerredner auch entgegnen können, dass sie mit ihren Ansichten ihr persönliches Leben ganz gut organisiert bekommen haben.

    im Gegensatz zum Tier, das jagt oder sucht, wenn es Hunger hat, aber nicht auf Landwirtschaft kommt.

    Dann will ich mal meinen Nickname alle Ehre machen und füge hinzu: Die Ameise domestiziert gewissermaßen andere Tiere.
    Das Eichhörnchen sammelt und versteckt Nüsse, Hande stecken ein Revier ab. Es macht auch den Anschein, dass manche Haustiere nicht alles Futter auf einmal verzehren, um etwas für späteren Hunger zu bewahren.
    Ob dagegen der Mensch die Landwirtschaft systematisch erfunden hat oder ob er anfangs nur eine Beobachung gemacht hat und sich der Rest dann „von allein“ ergab, wissen wir zurzeit noch nicht. Vielleicht ergeben neuere Funde ein genaueres Bild. Von „Ötzi“ wissen wir, dass er bereits Weizen gegessen haben soll, soweit ich mich erinnere.

    • sba sagt:

      Hallo Skeptiker,
      und: heuréka! Unsere Differenzen rühren aus unterschiedlicher Einschätzung der Relevanz biologischer Konstanten (Du schreibst „biologisch bedingtes Verhalten“ ). Nun, diese sind eben nicht ethisch irrelevant, jedenfalls nicht, wenn es um die logischen Anforderungen an eine beliebige Ethik geht:

      Unmögliches darf nicht gefordert werden, Notwendiges darf nicht verboten sein.

      Und was unmöglich und was notwendig ist, wird uns Menschen – und jeder Gattung Lebewesen – von unserer Biologie im Zusammenspiel mit der Welt um sie herum vorgegeben, von Körperbau, Stoffwechsel, Wahrnehmungsapperat und Gedankenapperat, von den Ressourcen und Bedingungen, die wir vorfinden und den Ideen, die wir darüber entwickeln, was wir damit anstellen können. Unsere Biologie gehört zu unseren metaphysischen Vorgaben (um nicht zu sagen: sie ist transzendental für jegliches Subjekt sowie sein Wissen und Handeln). Und insofern, würde ich sagen, haben die biologischen Vorgaben, sowie biologisch bedingtes Verhalten (je nachdem wir jetzt dasjenige darunter verstehen, was zum Weiterleben unabdingbar notwendig ist, absolut, oder, wenn Du es in einem weiteren Sinne meinst, der mir nicht ganz bekannt ist, ich dazu setzen möchte: der Sinn des biologisch bedingten Verhaltens für das Leben des Individuums) höchste Priorität, da sie die unverrückbare Grundlage aller weiteren Ethik bilden (sofern es bei Ethik um Handlungsorientierung geht und man nicht handeln kann, wenn man nicht lebt, eine Ethik, die das eigene Überleben nicht berücksichtigt also komplett sinnlos ist).
      Sorry, falls ich abgeschweift bin.

      Zu der Sache mit dem Wissen muss ich zunächst eine Wissenslücke bei mir selbst eingestehen: Ich weiß nicht, was der Objektivism dazu meint, außer, das Rand auf Platon nicht sonderlich gut zu sprechen war. Und, dass sie die Instinkte der Tiere als „automatisches Wissen“ kennzeichnet (u.a. in „The Ethics of Objectivism“ in „The Virtue of Selfishness“ ). Diese sind nun weder durch Glaube, noch durch Begründung gekennzeichnet, sondern dadurch, dass best. Bedingungen best. Verhalten auslösen, das in der Regel erfolgreich für das Überleben des Tieres sorgt. Insofern ist „Wahrheit“ auch nur in Ableitung im Instinkt verortbar, wenn man davon ausgeht, dass er Ziele und Mittel korrekt zueinander in Beziehung setzt und diese Korrektheit anhand des Erfolgs der Handlung bewertet wird. Was für die farmenden Ameisen und die buddelnden Eichhörnchen bedeutet: Wären sie in der Lage, das selbe unter anderen Bedingungen erfolgreich zu tun? Wären sie in der Lage, neue Methoden innerhalb einer Generation zu entwickeln, um mit Permafrostboden oder Kühen zurecht zu kommen?
      …Und nun gut, ich habe mal nachgeschaut:“‚Wissen‘ … ist die geistige Erfassung realer Fakten auf Grundlage wahrnehmender Beobachtung oder eines gesitigen Prozesses, der sich auf wahrnehmende Beobachtung bezieht.“ ( http://aynrandlexicon.com/lexicon/knowledge.html )

      Wahrnehmung: „…eine Gruppe von Empfindungen, die vom Gehirn eines Lebewesens automatisch behalten und zusammengesetzt werden, was es in die Lage versetzt, nicht nur einzelne Stimuli, sondern ganze Entitäten, Dinge, wahrzunehmen.“ ( http://aynrandlexicon.com/lexicon/perception.html )

      Bzgl. des Wissens des Säuglings heißt dies: Anfangs verlässt er sich auf Instinkte, automatisches „Wissen“ im Sinne von Verhaltensweisen bei Stress, die i.d.R. dem Stress abhelfen, die er sich aber abgewöhnen kann, wenn sie erfolglos sind, bzw. deren erfolgreiche Varianten und Alternativen er sich angewöhnen kann („Konditionierung“), bevor er anfängt, konzeptuelles Wissen zu erlangen.

      „Nun werden aber die meisten Widerredner auch entgegnen können, dass sie mit ihren Ansichten ihr persönliches Leben ganz gut organisiert bekommen haben.“
      Weswegen ich sie auch nicht mit der Waffe dazu zwingen werde, mir zuzustimmen (sehr im Gegensatz zu meiner Herkunft 😉 Weshalb ich ihnen aber auch so fern wie möglich bleiben werde, sobald ihre Ansichten das Maß mir tollerabler Falschheit übersteigen. Das ist alles, was dazu zu sagen ist. Denn wenn man sich nicht einmal auf grundlegende Prämissen einigen kann, kann man sich gar nicht einigen. Und dann lautet die Frage nur noch, ob man zivilisiert auseinander geht und sich in Ruhe lässt, oder ob man sich drum schlägt.

  4. Wafthrudnir sagt:

    Bei den vielzitierten Dilemmata der postmodernen Ethiker (ich glaube, unter diesem Begriff kann man sie ganz gut zusammenfassen) fällt mir noch eine weitere Schwachstelle auf, nämlich das, was bei Hayek und Mises „Anmaßung von Wissen“ heißt. Im Beispiel mit dem Rettungsboot wird vorausgesetzt, daß ich das Boot ohne Ruderer nicht von der Stelle kriege, ohne Navigator nirgends hinfinde, daß das Rettungsboot nicht ein wenig umgebaut werden kann, und daß jeder, den ich zurücklasse, unweigerlich sterben wird. In der Realität mag ich mit einem Ruderer, Navigator etc. und einem zu kleinen Boot stranden, aber es werden den Anwesenden mit Sicherheit Ideen kommen, die über das sture „A mitnehmen, B zurücklassen“ hinausgehen. Tatsächlich scheint es mir die einzige tatsächlich ethische Entscheidung zu sein, in diesem Dilemma nach bestem Wissen nach weiteren Auswegen zu suchen.
    Das scheint mir eine interessante Parallele zum sonstigen Denken linkslastiger postmoderner Denker zu sein: sie vertrauen geradezu blind darauf, 1) daß die Welt so simpel ist, daß eine Behörde alles für alle planen kann (es gäbe also auch in der Realität nur die wenigen Optionen gibt, wie in den ethischen Beispielen) und 2) daß die Menschen so unendlich blöde sind, daß sie weder angesichts ethischer noch sonstiger Probleme in der Lage sind, eine andere als die vorgegebene Lösung zu finden.

    • Skeptiker sagt:

      Bei den vielzitierten Dilemmata der postmodernen Ethiker (ich glaube, unter diesem Begriff kann man sie ganz gut zusammenfassen)

      Also als Postmodern würde ich diese Ethiker nicht alle bezeichnen. Es handelt sich oft um Anhänger der amerikanischen, analytischen Philosophie und die sieht sich ganz und gar nicht postmodern.
      Die Anhänger der Postmoderne scheinen mir auch mehr Probleme mit solchen Begriffen wie „Wahrheit“ usw. zu haben als die meisten dieser Philosophen.

      Man sollte diese Leute also nicht unbedingt als „postmodern“ bezeichnen, es sei denn, man möchte aus „postmodern“ einen Begriff für „lehne ich persönlich ab“ machen.

      was bei Hayek und Mises “Anmaßung von Wissen” heißt.

      Das hat meines Wissens der frühe v. Hayek gesagt.
      Er ist in diesem Zusammenhang aber vielleicht auch deshalb interessant, weil er später eine Theorie über eine Art evolutionäre Entwicklung von Moral aufgestellt hat.
      Demnach setzen sich diejenigen Verhaltensnormen durch, die der Gemeinschaft, in der sie gelten, besonders nützen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.