Ein Hoch auf Apple!

rotten APPLE (c) Bosch Fawstin

„Laut einem Bericht des US-Senats hat der i-Produkte-Hersteller in den vergangenen vier Jahren Milliarden Dollar an Unternehmenssteuern am Fiskus vorbeigeschleust. Und das ganz legal, aber laut einem Bericht mit allen nur erdenklichen Steuertricks.“ (chip.de)

Gut gemacht, Apple. Gut gemacht.

Vielleicht kennt jemand den Aphorismus: „Wenn jemand einen Menschen tötet, nennt man ihn einen Mörder. Tötet er Tausende, einen König. Tötet er alle, einen Gott.“

Hier ist meine Version davon:

Wenn jemand einen Menschen bestiehlt, nennt man ihn einen Dieb. Wenn jemand Millionen Menschen bestiehlt, nennt man ihn einen Staat. Bestiehlt er alle, soziale Gerechtigkeit.

Wenigstens Apple lässt sich nicht freiwillig bestehlen.

„Asoziale Parasiten“ nennt ein Blogger namens Ronald das Unternehmen. Glaubst du, Apple braucht „die Gemeinschaft“, Ronald? Oder braucht die Gemeinschaft Unternehmen wie Apple, die Jobs erzeugen, die den Menschen ihre Existenz erst ermöglicht?

Jemand, der sich nicht freiwillig berauben lässt, ist kein Parasit, sondern ein Mensch mit Selbstvertrauen. Müsste Apple nur für die Dinge Steuern zahlen, von denen das Unternehmen profitiert, wie Infrastruktur, Polizei, Gerichte (abzüglich Prozesse wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht) und Militär – dann hätte Apple seine Schuld längst abgetragen, doppelt und dreifach.

Der Staat ist der Parasit. Diejenigen, die sich über Steuervermeidung aufregen, sind die Parasiten. Sie wollen von der produktiven Tätigkeit anderer leben, die sie sich nicht verdient haben. Sie wollen, dass erfolgreiche Menschen für ihren Erfolg beraubt werden. Sie wollen, dass diejenigen bestraft werden, ohne die es keine Arbeitsplätze gäbe und kein „Bruttoinlandsprodukt“, kein Geld, das man ihnen mittels staatlicher Gewalt in Form von Steuern gegen ihren Willen abknöpfen könnte. Sie verlangen, dass sich ein erfolgreicher Mensch für seine Existenz entschuldigt. Sie fordern, dass ein Mensch sein Dasein legitimiert, indem er sich von anderen freiwillig berauben lässt.

Doch ein menschliches Leben braucht keine Legitimation. Wir erwerben nicht unser Existenzrecht dadurch, dass wir uns für andere aufopfern – oder ohne Widerstand aufopfern lassen.

Der Mensch ist sein eigener Zweck, nicht Mittel zum Zwecke anderer.

Wir sind nicht euer Eigentum. Wir sind nicht eure Sklaven. Und wir brauchen euch nicht.

2 Kommentare zu “Ein Hoch auf Apple!

  1. Blub sagt:

    Mir geht das Parasiten- und Gemeinschaftsgelaber im Bezug auf Unternehmen wie Apple auch auf den Nerv. Wenn es jemanden stört kann er ja für eine andere Organisation der Steuereintreibung eintreten, sollte aber gleichzeitig für einen vernünftigen Umgang mit Steuergeldern eintreten, denn wo ist der Unterschied zwischen nicht gezahlten Steuern und zu viel ausgegebenen Steuern? Das ist ja auch sicherlich einer Gründe warum du umgekehrt den Staat als Parasiten bezeichnest.
    Eine Frage habe ich aber trotzdem. Wie denkst du würde eine ausreichende Versorgung mit Kapital für Menschen die nicht arbeiten, zur Verfügung gestellt werden? Aber hier hat sich sogar ein wahrlich nicht für planwirtschaftliche Lösungen bekannter Ökonom namens Milton Friedman für eine staatliche Organisation ausgesprochen, Stichwort negative Einkommenssteuer.
    Bei allen anderen Dingen, denke ich auch, dass eine private Organisation (wobei das meiner Meinung nach genossenschaftliche Lösungen einschließt, gibt’s da überhaupt einen Unterschied?) besser ist. Schließlich gibt es auch keine verbeamteten Bäcker 😀

    • Wie denkst du würde eine ausreichende Versorgung mit Kapital für Menschen die nicht arbeiten, zur Verfügung gestellt werden?

      Es kommt darauf an, was genau Sie meinen. Spontan ist mir dazu „gar nicht“ eingefallen. Warum sollte irgendwer Menschen, die nicht arbeiten, mit Kapital versorgen wollen? Aber wenn Sie Menschen meinen, die schwer behindert sind, sich in irgendeiner Krise befinden, aus irgendwelchen Gründen finanzielle Hilfe benötigten, so würde ich antworten: Wer es sich leisten kann, sollte aus Gründen des Wohlwollens freiwillig für Menschen in Not sorgen. Das ist eben Moral. Und wenn man Moral dem Staat überlässt, ist es keine Moral mehr. Denn dann ist der freie Wille genommen – man kann nicht mehr entscheiden, ob man moralisch handeln möchte oder nicht, sondern der Staat übernimmt die Entscheidung.

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