Mordaufrufe gegen Hamed Abdel-Samad

Islamisten fordern die Ermordung von Islamkritiker Hamed Abdel-Samad (er war mit Henryk Broder in Entweder Broder unterwegs). Im Gegensatz zu den Standard-Drohungen, die man als Religionskritiker bekommt, handelt es sich um eine organisierte Kampagne von islamistischen Terrorgruppen. Anlass war ein Vortrag von Abdel-Samad in Ägypten. Aus aktuellem Anlass kopiere ich eine Pressemitteilung der Giordano Bruno Stiftung zum Thema hier rein.

Die deutsche Politik muss Präsident Mursi unter Druck setzen und Facebook die eigenen Löschkriterien überdenken

(09.06.2013)

Ägyptische Islamisten haben zur Ermordung von gbs-Beirat Hamed Abdel-Samad („Der Untergang der islamischen Welt“) aufgerufen. Zum Teil stammen die Hetzkampagnen gegen den deutsch-ägyptischen Politologen und Islamkritiker, der sich zurzeit in Kairo aufhält, aus dem direkten Umfeld des ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi. Die Giordano-Bruno-Stiftung fordert daher die Verantwortlichen der deutschen Politik, insbesondere Bundeskanzlerin Merkel und Bundesaußenminister Westerwelle, auf, den ägyptischen Staatspräsidenten „mit Nachdruck dazu zu bewegen, den Mordaufrufen in aller gebotenen Deutlichkeit entgegenzutreten“.

In den letzten Tagen haben mehrere Facebook- und Internetseiten von Muslimbrüdern und Salafisten ein Bild von Hamed Abdel-Samad mit dem Aufruf „Wanted Dead!“ veröffentlicht. Am Freitagabend rief zudem Assem Abdel-Maged, einer der Köpfe der militant-islamistischen Bewegung „Dschamaa Islamiya“ und einst auch am Attentat auf Präsident Sadat beteiligt, im salafistischen Fernsehsender „Al-Hafez“ zur Ermordung des Islamkritikers auf. Seit Tagen schon führen die Salafistensender Al-Nas und Al-Hafez eine regelrechte Hetzkampagne gegen Abdel-Samad durch. Sie werfen ihm vor, den Propheten Mohammed und den Islam beleidigt zu haben. Grund für die Kampagne war ein Vortrag, den der Islamkritiker am vergangenen Dienstag in Kairo über den religiösen Faschismus in Ägypten gehalten hatte.

gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon erklärte, dass Religionskritiker zwar immer wieder mit Morddrohungen konfrontiert würden, die aktuellen Aufrufe gegen Hamed Abdel-Samad aber besonders besorgniserregend seien. Er forderte die deutsche Politik, insbesondere Bundeskanzlerin Merkel und Bundesaußenminister Westerwelle, auf, „Präsident Mursi mit Nachdruck dazu zu bewegen, den Mordaufrufen, die zum Teil von seinem eigenen politischen Lager verbreitet wurden, in aller gebotenen Deutlichkeit entgegenzutreten“. Zugleich äußerte Schmidt-Salomon sein „Befremden darüber, dass Facebook die Seiten, die den Mordaufruf zustimmend verbreiten, etwa die ‚Masrawy-Page‚ der Muslimbrüder mit ihren mehr als eine Million Followern, trotz mehrfacher Aufforderung nicht sperren will“. Es könne, so Schmidt-Salomon, doch nicht sein, „dass Websites gelöscht werden, bloß weil sie einen einzigen nackten Busen zeigten, während eindeutige Mordaufrufe problemlos verbreitet werden dürfen.“ Die Facebook-Leitung müsse ganz offensichtlich die eigenen Kriterien noch einmal gründlich überdenken.

Hamed Abdel-Samad wurde 1972 in Gizeh (Ägypten) als Sohn eines Imams geboren und gilt heute als einer der profiliertesten Islamexperten im deutschsprachigen Raum. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er bekannt als Autor der Bücher „Mein Abschied vom Himmel“, „Der Untergang der islamischen Welt“ und „Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens“ sowie als einer der beiden Protagonisten der TV-Serie „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“. Kurz vor seiner Abreise nach Kairo nahm Hamed Abdel-Samad als Referent an der „Kritischen Islamkonferenz“ teil (siehe hierzu auch sein Interview in der Wochenzeitung „Jungle World“). 2012 wurde er in den Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung berufen.

OHL: Deutsches Leichentuch

aus: Freier Wille

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Ein Kommentar zu “Mordaufrufe gegen Hamed Abdel-Samad

  1. anti3anti sagt:

    Ich bin gegen den Mordaufruf. Mir ist es gleichgültig, ob Merkel und Westerwelle deswegen mit Mursi Kontakt aufnehmen werden, da hieraus keine Konsequenzen zu erwarten sind.
    Solange Mordaufrufe gegen Juden im Internet und nicht nur bei facebook auftauchen, halte ich einen Aufruf an facebook, die Löschkriterien zu überdenken, für hypertroph.

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