Grüner Friede

In den düsteren Hallen der Massentierhaltung haben Tiere oft keinen Zentimeter Bewegungsfreiheit. Nach ihrem kurzen, freudlosen Leben werden sie mit Elektroschockern malträtiert, um dann getötet zu werden. Der moderne Mensch reduziert das Tier zur Ware. Der Bio-Bauernhof mit Schlachterei Grünfriede GmbH ist anders. Dort führen die Tiere ein glückliches Leben, bis sie auf natürliche Weise geschlachtet werden. Man knüpft an die traditionelle Tierhaltung an, die dem modernen Menschen längst verloren ging.

(Satire; Vorsicht: Hoher Gewaltgrad)

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Als unser Reporter-Team von der ARD beim Schlachthof Grünfriede ankommt, werden wir von Bauer Horst Müller begrüßt. Wir gehen hinter unserem Sendewagen in Deckung, während wir mit Schrot beschossen werden. „Wir brauchen hier keine Fremden!“, ertönt die rüstige Stimme des Landwirts. Wir haben unachtsam die naturbelassene Ruhe des Betriebes gestört. „Wir sinds doch von den Nachrichten!“ rufen wir dem heimatverbundenen Herrn zu und er stellt das Feuer ein. „Ah, die Pressefuzzis. Na, dann hoffe ich mal, dass sie nichts Übles über mich schreiben, sonst ergehts Ihnen schlecht!“

Glückliche Hühner auf Bauer Horsts Bio-Bauernhof Grünfriede

Zufriedene Hühner auf Bauer Horsts Bio-Bauernhof

Wir sichern dem tugendhaften Landwirt eine objektive Berichterstattung zu und er lädt uns gastfreundlich zu einem Rundgang ein. „Die Tiere werden hier natürlich gehalten“, versichert Bauer Horst. „Keine Impfstoffe, kein Genfood, alles wie in der freien Wildbahn.“ Wir sind auf dem Weg zum Hühnerstall. Ein Fuchs rennt uns über den Weg und schnappt sich eines der Hühner. Er beißt unserem gefiederten Freund den Kopf ab. Blut strömt aus dem Hals des Tieres. Der Hühnerkopf rollt auf unsere Praktikantin (1-Euro-Basis) Susanne zu und sie muss sich übergeben.

„Das räudige Vieh! Aber wir haben hier keine Jäger, Jagd ist bei uns verboten, das ist Tierquälerei. Wir Landwirte kümmern uns selbst um Fressfeinde.“ Mit diesen Worten legt Bauer Horst mit seiner Schrotflinte auf den Fuchs an und schießt ihm den Kopf ab. Als auch dieser Kopf auf Susanne zurollt, wird sie ohnmächtig. „Die kann ja gar nichts wegstecken, das Weibsbild!“, spricht der Bauer weltgewandt. „An Ihrer Stelle würde ich die verkaufen. Die schadet der Familienehre. Ich wette, die ist nicht mal beschnitten, so empfindlich, wie die ist.“

Susanne ist noch nicht an das traditionsreiche Leben auf dem Biobauernhof gewöhnt. Doch bald sieht sie mit eigenen Augen, dass eine Viehhaltung ohne enge Käfige und künstliche Chemie ein Segen ist für Tier und Mensch.

Die Hühner laufen frei herum, nur ein Holzzaun weist sie an, in der Heimat zu verweilen. Einige Hühner laufen immer im Kreis, daneben liegt ein totes Federtier. „Sind die krank?“, fragen wir den Landwirt. „Keine Ahnung. Da wir ihnen keine Medikamente geben dürfen, ist es ziemlich egal, ob sie krank sind, oder nicht. Wir können da so oder so nichts machen.“ Der natürliche Kreislauf kann grausam sein, aber wenigstens ist er das auf natürliche Art. Natürlich grausam.

„Das sind die Säue!“, ruft Horst aus und zeigt uns seinen ganzen Stolz. Auch die Schweine genießen ihre Bewegungsfreiheit. Ein junges Schweinchen hat die Geburt nicht überlebt und wird gerade von den Elterntieren aufgefressen. „Schicken Sie mal Ihre Magd da rüber, das kann man nicht so da liegen lassen!“, bittet uns Bauer Horst höflich um Mitarbeit. Susanne wird angewiesen, das Herz des Jungtieres aufzulesen und es sorgsam in einen dafür vorgesehenen Behälter zu geben. Sonst kann sie sich einen neuen Job suchen, das Öffentlich-Rechtliche ist nicht die Wohlfahrt. Tränenüberströmt kommt Susanne zurück. „Fruchtbar sieht sie ja schon aus“, bemerkt Bauer Horst nachdenklich. „Vielleicht kaufe ich sie euch ja ab. Sie taugt nicht für die Landarbeit, aber es gibt hier noch andere Aufgaben.“

Das glücklichste Schweinchen der Grünfriede GmbH

Das glücklichste Schweinchen von Bauer Horst Müller

Es ist das erste Mal, dass ein Betrieb, über den wir berichten, unseren Praktikanten echte Zukunftschancen eröffnet, die geradezu zwangsläufig besser sind als die beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Doch Susanne bedankt sich nicht einmal, was sich später rächen wird.

„Jetzt müssen wir Ihnen doch einmal eine kritische Frage stellen“, bemerken wir. Bauer Horst lädt derweil seine Schrotflinte nach – man weiß ja nie, wann der nächste Fuchs die Hühner heimsucht. „Wie findet denn bei Ihnen die Schlachtung statt?“ Horst Müller führt uns zu einem abgelegenen Gebäude im Hinterhof. „Nehmen Sie mal das Weibsbild an die Hand, damit die nicht wegläuft“, ordnet er an, besorgt um die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Solidarität wird hier noch groß geschrieben. Er öffnet die Tür zum Schlachthaus. „Vorsicht, rutschig!“, warnt der umsichtige Bauer. Auf dem Boden stehen überall Blutlachen. „Hans, zeig den Schmierfinken, wie wir hier schlachten!“ Der junge, rüstige Sohn des Landwirts nähert sich einem Rind, das angekettet in der Ecke steht. Er holt mit seiner Axt aus und trifft das Tier in die Brust. Er hackt ihm die Beine und dann den Kopf ab. Bis das Rind verendet ist, sind weitere zehn Schläge nötig. „Und jetzt wird das Essbare ausgesondert“, erklärt Bauer Horst das Prozedere. „Darf ich?“ Wir lassen ihm freie Hand und er schleudert Susanne zu Boden. „Heb die Gedärme auf und steck sie in diesen Eimer!“

Die Kühe von Bauer Horst werden auf natürliche Weise geschlachtet

Da freut sich die Kuh: Die Kühe von Bauer Horst werden auf natürliche Weise geschlachtet

Die grüne Harmonie einer traditionellen Schlachterei erfüllt uns mit tiefster Demut. Aus Dank verkaufen wir unsere Praktikantin an den Landwirt, der sie sogleich von seinem Sohn Hans begatten lässt. „Das Leben war früher so viel einfacher!“, seufzen wir. Damals hatte alles noch seine Ordnung und jeder hatte seinen Platz. Keine Gentechnik, keine Tierfolter durch „Betäubung“, keine gefährliche Chemie im Futter, keine Medizin. Die reine Natur. Fressen und gefressen werden. Willkommen auf dem einzigen echten Bio-Bauernhof.[/cleeng_content]