Klassiker der Ökonomie

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Ich mache jetzt was total Komisches. Ich empfehle ein normales Buch. Gut, nicht von der massentauglichen Hugendubel-Variante, aber dennoch ein mainstreamiges, gemeinhin als normal empfundenes Buch ohne Verbindung zu irgendwelchen marktradikalen Philosophen und Ökonomen. Na ja, ok, irgendwo kommen sie schon darin vor.

Es heißt „Klassiker der Ökonomie. Von Adam Smith bis Amartya Sen“ und wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. Das Buch enthält Zusammenfassungen und Interpretationen der Hauptwerke von historischen Ökonomen verschiedener Schulen. Die spanischen Scholastiker und die französischen Physiokraten (die ersten Ökonomen) sind mal wieder nicht dabei, aber ansonsten erhält man einen guten Überblick.

In den an Zusammenfassung und Hintergrund anschließenden Kommentaren wird das vorgestellte Werk eher wohlwollend bewertet, selbst wenn es böse ist, wie Das kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels. Manchmal kann man sich also ordentlich aufregen. Trotzdem. Didaktisch ist das Einführungswerk hervorragend gemacht und man versteht die Denkweise der einflussreichsten Ökonomen und auch das, was heute so gesagt wird, besser als zuvor.

Die Marktradikalen Ludwig von Mises, August von Hayek, Milton Friedman und Ludwig Erhard (ja, der Begründer der Sozialen Marktwirtschaft war ein überzeugter Kapitalist. Hört ihr, wie er sich im Grab herumdreht?) sind auch in dem Werk vertreten. Nach meinem Dafürhalten ist es ohnehin nicht zutreffend, dass die österreichische Schule in der modernen Volkswirtschaft nicht anerkannt würde. Sie wird in praktisch jedem Einführungsbuch und Überblickswert sehr wohl erwähnt. Danach ignoriert man sie wieder, aber erwähnt wird sie schon.

Unter den ökonomischen Klassikern finden sich eine Reihe von äußerst grotesken Werken. Darunter Joseph A. Schumpeter, aus irgendwelchen Gründen zu den Österreichern gezählt, der glaubte, der Kapitalismus würde wegen inhärenten Fehlern zusammenbrechen und vom Sozialismus abgelöst werden. Oder David Ricardo, der sowohl den globalen Freihandel als auch die Arbeitswerttheorie (der Wert eines Gutes bemisst sich an der Arbeit, die zu seiner Herstellung notwendig war), die Karl Marx teilte, vorwegnahm. Er behauptete auch, die Löhne würden langfristig stets um das Existenzminimum pendeln (was sie nicht tun). Überaus merkwürdig.

Dann hätten wir noch Vilfredo Pareto, der es irgendwie hinbekam, zugleich ein sozialdarwinistischer Faschist zu sein und für den Kapitalismus zu argumentieren. Gespaltene Persönlichkeiten, manche dieser Ökonomen.

Paul A. Samuelson machte den Keynesianismus massentauglich mit seinem Bestseller „Economics“. Ausgerechnet den Keynesianismus musste der Mann im Volk verbreiten. Hätte er lieber schlechtere Bücher geschrieben.

Während frühere Ökonomen (außer Karl Marx) mal Sinnvolles, mal weniger Sinnvolles von sich gaben, führte die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in die totale Degeneration. John Rawls erfand eine Fantasy-Welt mit identitätslosen Kreaturen darin, nur um die Sozialdemokratie zu verteidigen. Da sieht man, wie weit man dafür gehen muss.

Amartya Sen argumentiert, dass manche Menschen reich seien, weil sie ein „Anrecht“ auf Reichtum hätten, während anderen Menschen ein solches „Anrecht“ fehle. Selbstredend bekam dieser Dummschwafler den Sozi-Preis für sein Lebenswerk (den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften).

Während man sich immer wieder gut über einzelne Theoretiker aufregen kann, pflichte ich dem Herausgeber Michael Hüther bei, dass Wirtschaftsgeschichte zur Allgemeinbildung gehört. Werft eure Mathe-Hausaufgaben in die Ecke und lest dieses Buch. Da versteht man die Welt gleich ein bisschen besser.

Literatur

Klassiker der Ökonomie