Egalitarismus und Überwachung

Die Überwachung in den USA ist das logische Resultat der Opposition zur Diskriminierung. Polizeiarbeit bedeutet diskriminierende Verdächtigung und Untersuchung. Diskriminierend bedeutet unterscheidend. Die Polizei unterscheidet zwischen Verdächtigen und Unverdächtigen, zwischen stärker und weniger stark Verdächtigen. Man durchsucht am Flughafen den 30-jährigen Muslim, der gerade aus Pakistan zurückkommt und der schon ein kleines Strafregister hat. Man untersucht keine kleinen Mädchen, die gerade vom Besuch der Oma zurückkommen. Diskriminierung.

Ebenso überwacht die Polizei – auf gerichtliche Anordnung – nur diejenigen, bei denen es klare Anzeichen gibt, dass sie bald einen Anschlag durchführen wollen. Die Polizei überwacht nicht Dieter Schmidt, wenn er am Telefon die Einkaufsliste für Sonntag mit seiner Frau durchgeht. Diskriminierung.

Lehnt man die Unterscheidung zwischen Menschen ab und erklärt, dass jeder gleich ist – im Sinne von identisch, nicht im Sinne von „gleich vor dem Gesetz“ – und man ist für die Sicherheit der Bürger verantwortlich, gibt es nur noch eine Option: Man muss jeden Bürger unterschiedslos überwachen.

So viel zu den realweltlichen Auswirkungen der Ideologie des Egalitarismus.