Das Leiden der israelischen Zierfische

Ich wurde nun also darüber aufgeklärt, dass die Israelis den Palästinensern ihr Grundwasser abgraben und es in Aquarien für Zierfische leiten. Wie verdammt böse ist das denn? Vielleicht habe ich die Sache zu schnell abgetan und einfach zu wenig Mitleid gezeigt mit den Zierfischen.

„Warum müssen wir in diesem scheiß Terroristenwasser rumschwimmen, Nemo?“

„Weil 75% der weltweit generierten Zierfischproduktion heute nicht mehr aus Vietnam kommt, sondern aus Israel.“

„Scheiße, echt?“

„Verdammt wahr.“

„Ich kanns ja verstehen, dass die Israelis irgendwie an Grundwasser rankommen müssen, aber warum ausgerechnet welches, das durch Palästinensergebiete fließt? Da ist bestimmt das Blut von toten Juden drin.“

„Na, danke, jetzt werde ich nie wieder was trinken. Ist ja nicht so, als würde ich mein ganzes Leben in diesem Wasser verbringen.“

Aber mal echt: Wäre ich ein Zierfisch, der von diesem abgepumpten Grundwasser lebt, von dem es ja so schrecklich wenig gibt auf der Welt (2/3 der Erdoberfläche alias 365,5 Millionen km² bestehen aus Wasser), dann würde ich den ganzen Tag nur weinen. Weinen, bis all die Tränen wieder ins palästinensische Grundwasser zurückgeflossen sind. Und dann weine ich noch ein bisschen mehr, bis ich vertrockne, weil ich die ganze verdammte Schande nicht ertragen kann, in diesem von palästinensischen Waisenkindern geklauten Wasser herumzuschwimmen.

Und wie zierlich sehen Zierfische noch aus, die sich trocken geweint haben? Nicht sehr zierlich, so viel steht fest. Nicht sehr zierlich.

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