Wir brauchen mehr Überwachung

US-Präsident Barack Obama ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Die Amerikaner speichern im Zuge des „Prism“-Projektes die Metadaten praktisch jeglicher Kommunikation zwischen den eigenen Bürgern.

Deutschland muss sich bemühen, den Anschluss nicht zu verlieren.

(Satire)

Die Deutschen sorgen sich heute nur noch darum, dass Privatunternehmen ihre Daten sammeln könnten, um ihnen Werbung für Angry Birds zu schicken. Den Staat hingegen fürchtet niemand mehr. Das unerwartete Klopfen der Gestapo an die Haustür ist längst Geschichte. Der Staat darf schon lange nicht mehr seiner Aufgabe nachkommen, die Sicherheit und das Glück seiner Bürger durch totale Überwachung und Kontrolle ihres Privatlebens zu gewährleisten. Die Interessen des Volkskörpers sind in Vergessenheit geraten.

Heute sind die Deutschen nur noch die versprengten Organe eines vormals einigen, biologischen Ganzen, das zusammenhielt oder das vom Staat freundlich zum Zusammenhalt ermutigt wurde. Ausgerechnet ein schwarzer, amerikanischer Demokrat zeigt uns, wie wir wieder zusammenwachsen können.

Mit totaler Überwachung könnte eine Frau nachts wieder sicher über die Straße gehen. Sie wüsste, dass die starke Hand des Staates stets schützend über ihr schwebt. Tagsüber geht der Bürger heute stundenlang unbelästigt einkaufen, das ist wahr, doch ist er dabei einsam und verlassen. Er wünscht sich sehnlichst die Gesellschaft eines Beamten, der ihn anhält und um den Ausweis bittet. Heute kann sich ein Mensch beinahe schon durch sein Leben quälen, ohne das Interesse von Vater Staat an seinem Wohle überhaupt zu bemerken. Der Staat muss wieder sichtbarer werden.

Das Leben an sich ist für viele Deutsche schrecklich langweilig geworden. Wenn sie sich einigermaßen an die Gesetze halten, werden sie nicht eingesperrt. Wir müssen zurückkehren zu den Tagen, wo man sich genauestens an die Gesetze halten musste, und auch dann noch verhaftet werden konnte, wenn man es tat: Weil man im eigenen Haus etwas Zweideutiges zur eigenen Frau sagte. Spannung und Abwechslung wären garantiert.

Doch bei der Umsetzung müssen wir die kulturellen Befindlichkeiten der Bürger achten. Das Beispiel der USA hat gezeigt, dass sich die Bürger von einem weißen Konservativen wie George W. Bush eine totale Überwachung nicht bieten lassen. Ein schwarzer Demokrat hingegen darf ohne allzu große Widerworte dasselbe machen und den Republikaner dabei noch um ein Vielfaches übertreffen. Mit anderen Worten: Die Bürger sollten wieder vom Staat überwacht werden – aber auf politisch korrekte Art! Ein weißer Deutscher kann das Programm also nicht überzeugend umsetzen. Ein brauner Salafist als Bundeskanzler wäre hingegen hervorragend geeignet, um die totale Überwachung wieder einzuführen.

4 Kommentare zu “Wir brauchen mehr Überwachung

  1. anti3anti sagt:

    Sicherheit kostet Freiheit.

    • sba sagt:

      Negativ..ich halte das schon seit längerem für eine Scheinalternative: Wie soll man ohne Freiheit für seine Sicherheit sorgen? – Die Auslagerung von Sicherheitsaufgaben an Dritte macht von diesen abhängig, kostet Freiheit und bringt in der Konsequenz Unsicherheit, weil man sich auf Verstand und Moral Fremder verlassen muss.
      Und anders herum: Wie will man ohne Sicherheit des Rechtsstatus und von Urteil und Handeln frei bleiben?
      Sicherheit und Freiheit bedingen einander.

  2. DeeTee sagt:

    Schöne Satire!

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was unsere zahme Bundesregierung nun gegen ihren großen Vaterfreund USA in dieser Hinsicht unternehmen will. Ich denke, es wird nur zu einer Rüge kommen. Bezüglich unseres Grundgesetzes nehmen es die Politiker in letzter Zeit ja nicht so genau, siehe Beschneidungsdebatte: nur hier wäre der „Gegner“, mit dem sich die Regierung anlegen müsste, noch ungleich wichtiger und einflussreicher.
    Zum Thema Freiheit: Ich weine keinem Terroristen hinterher, der Besuch von einer Drohne bekommen hat, aber diese Form der massiven Überwachung und auch nur die Möglichkeit, die sie bietet, wird sicherlich knallhart und warscheinlich hauptsächlich von den USA zur Wirtschaftsspionage ausgenutzt.
    Völlig baff war ich über die angebliche Möglichkeit, sogar unsere Abgeordneten und die Kanzlerin abzuhören-verschlüsseln die etwa nicht mal solche Telefonate?

    Da sich dieser Blog mit Philosophie beschäftigt:
    Jemand sagte die Tage, es gäbe in diesem Zusammenhang „keine Ethik, nur deren Interessen und unsere Interessen!“

    Ich denke, unsere Welt ist nicht so sicher, wie viele meinen.

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