Frankfurter Erklärung zur Gleichstellung

Prof. Dr. Günter Buchholz hat mich auf die Frankfurter Erklärung zur Gleichstellung hingewiesen. Ich finde sie unterstützenswert und habe sie unterschrieben. Einige Auszüge:

Gleichberechtigung bedeutet die Gewähr gleicher Chancen bei erstens völliger Wahlfreiheit und zweitens Ergebnisoffenheit. Gleichstellung hingegen bedeutet Ergebnisgleichheit, unter Ignoranz oder gar Missachtung gleicher Chancen. Tatsächlich gibt es keine „bestehenden Nachteile“ im Sinne des Art. 3 (2) Satz 2. Insbesondere statistische Unterrepräsentanzen von Frauen sind kein bestehender Nachteil im Sinne des GG.

Männer und Frauen sind in unserem Land nicht gleichgestellt, sondern gleichberechtigt, und dies tatsächlich. Jedem Mann und jeder Frau stehen grundsätzlich jegliche Bildungs-, Berufs- und Entwicklungsmöglichkeiten offen. Diese Freiheit in solcher oder anderer Weise zu nutzen, ist jedem Mann und jeder Frau selbst überlassen.Gleichstellungspolitik ignoriert diesen Umstand und hat eine weitgehende Gleichverteilung der Geschlechter in attraktiven und privilegierten Positionen zum Ziel. Gleichstellungspolitik ist damit unweigerlich eine privilegierende Quotenpolitik. Wer für Gleichberechtigung einsteht, muss sich gegen privilegierende Quoten aussprechen. Und wer sich gegen privilegierende Quoten stellt, muss auch gegen Gleichstellungspolitik Position beziehen.

Hier kann man die Erklärung im Volltext lesen und sie unterschreiben.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

3 Kommentare zu “Frankfurter Erklärung zur Gleichstellung

  1. Skeptiker sagt:

    Statistische Unterrepräsentation ist vielleicht nicht unbedingt Ungleichbehandlung, aber sie kann unter Umständen darauf hindeuten.

    • sba sagt:

      Dann ist die Frage aber immernoch, wer wen warum ungleich behandelt: Behandelst Du als (wildes in der Gegend herummutmaßen) Mann Frauen nicht anders als Männer? Oder Kinder anders als Erwachsene?
      Die Gleichheit vor dem Gesetz sagt lediglich (!) aus, dass der Staat, und zwar in Rechtssachen niemanden vorziehen oder benachteiligen darf, sondern sich an das objektiv vorhandene Recht zu halten hat. Die Gleichheit der Rechte aller Geschlechter und sonstigen Gruppen (die manchmal immernoch nach einer Utopie ausschaut), besagt im Kern letztlich nichts anderes, als dass es keine Privilegien im Sinne einklagbarer, also mit Gewaltandrohung durchsetzbarer Vorrechte mehr für irgendwen gibt, ganz gleich, welcher Gruppe man angehört.
      Das heißt aber auch, dass man unter Privatleuten sich nicht vorschreiben lassen braucht, wie man wen zu behandeln hat – man kann jeden beliebigen Adligen verachten und entsprechend behandeln (statt wie früher herumzuheucheln) und jedem beliebigen Obdachlosen, der sich langsam aber sicher aus seiner schlimmen Lage herausarbeitet, mit Hochachtung begegnen.
      Und da und solange und sofern Firmen in Privathand sind, sollte (!) jeder Kadercheff selbst entscheiden dürfen, ob er lieber eine vollqualifizierte Frau oder einen unterqualifizierten Mann einstellt (und vice versa – ich habe es mal erlebt, dass in einer Gaststätte grundsätzlich nur weibliche Kellner eingestellt wurden).

    • Dr. Günter Buchholz sagt:

      An Skeptiker: „Kann …, möglicherweise …“ ?

      Oder auch nicht:

      Statistische Unterrepräsentation ergibt sich normalerweise daraus, dass sich freie und mündige Menschen unter Berücksichtigung der jeweiligen gesellschaftlichen Situation aufgrund ihrer Ziele und Präferenzen Entscheidungen treffen, zum Beispiel über einen angestrebten Beruf oder über ein Studienfach.

      Es gibt keinerlei Grund anzunehmen, daß sich aus diesen Wahlentscheidungen irgendeine Gleichverteilung ergeben könnte oder sollte. Ungleichverteilung und Ungleichheit sind deswegen der Normalzustand.

      Gleichberechtigung gewährleistet Chancengleichheit, aber nicht Gleichheit im Sinne einer Gleichstellung im Ergebnis. Gleichstellung ist überhaupt kein Verfassungsbegriff, wie die Lektüre des Art. 3 und des Art. 33 zeigen.

      Ferner gibt es keinerlei irgendwie begründbare Norm, von der her diese individuellen Wahlentscheidungen problematisiert werden könnten. Denn das würde voraussetzen, dass es ein übergeordnetes Subjekt gäbe, das befugt wäre, in die individuelle Freiheit einzugreifen. Das gibt es, allerdings nur in Diktaturen. Dennoch werden diese freien Entscheidungen aber angegriffen, meist, indem eine völlig unbewiesene Diskriminierung einfach unterstellt wird, aber dann handelt es sich um eine Anmaßung, die zurückzuweisen ist.

      Im übrigen geht es nie um eine allgemeine Unterrepräsentation von Frauen, für die es in schweren und gefährlichen Berufen genügend Beispiele gibt, die aber von Frauen gemieden werden, sondern immer nur um solche Berufe und Positionen, die begehrt werden, weil sie als lukrativ angesehen werden.

      Es geht also n u r um Rosinenpickerei und persönliche Vorteile zu Lasten von männlichen Konkurrenten!

      Statt sich aber darum zu bemühen, die begehrten Positionen auf demselben Weg zu erreichen, wie die Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt es tun müssen, nämlich durch berufliche Leistung, sollen diese Positionen wettbewerbswidrig qua G e s c h l e c h t vergeben werden, also aufgrund eines biologischen Merkmals, dass mit Qualifikation, Leistung und Eignung überhaupt nichts zu tun hat.

      Und die Diskriminierung konkurrierender Männer, die damit unvermeidlich einhergeht, wird gewollt oder hingenommen und zugleich öffentlich verleugnet. Das alles ist nicht nur eine logische Absurdität, sondern es ist zugleich zutiefst unmoralisch. Es gehört daher abgeschafft.

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