Sind Sie schuld an der globalen Erwärmung?

Ein Kommentator namens Spkr hat zu meinem Beitrag Die globale Erwärmung wird die neue Eiszeit schmelzen eine interessante Frage gestellt:

Einmal angenommen, die Wirkung von CO2 auf andere Menschen (z.B. Luftverschmutzung oder in letzter Konsequenz auch die gebrochenen Dämme, Naturkatastrophen usw.) seien zweifelsfrei nachgewiesen.
Wie würde man im Laissez-faire-Stil damit umgehen? Man kann ja schwierig nachweisen, wer zu welchem Anteil zu welchen Folgen beigetragen hat.
Wäre es in diesem Fall nicht zweckmässig (und auch das einzig Durchführbare) pauschal den CO2-Ausstoss an der Quelle zu messen und entsprechend zu besteuern, und das Geld allen (Betroffenen) auszuzahlen?

Oder wie könnte das ohne solche “politischen Zwangsmassnahmen” aussehen?

Meine Antwort:

Man kann immer nur Individuen für das zur Verantwortung ziehen, was sie selbst anrichten. Wenn ich einen an sich harmlosen Beitrag zur CO2-Verschmutzung leiste und erst das kummulierte CO2 von tausenden Bürgern schädlich ist, dann ist das nicht meine Schuld.

Da kein individueller Mensch dafür moralisch verantwortlich ist, sollte man diese Art von Schaden als natürliches Phänomen ansehen. So wie Menschen auf natürliche Phänomene reagieren und sich an sie anpassen, Unannehmlichkeiten aus dem Weg gehen oder ihnen Technologie entgegensetzen, so sollten sie es auch handhaben mit kummulativen Effekten. Wenn in einer Stadt der Smog zu stickig ist für mich, dann ziehe ich anderswo hin oder in einen anderen Stadtteil. Wenn ich auf einer Insel wohne, die bald im Meer versinkt, verlasse ich die Insel. Wenn am Nordpol zu wenige Eisbären unterwegs sind, dann schaue ich sie mir im Zoo an.

Vgl. die Ausführungen des Ökonomen George Reisman (2. Hälfte des Essays):

http://mises.org/daily/661

Wir sollten den kummulierten negativen Effekten von an sich harmlosen Tätigkeiten wiederum die kummulierte Weisheit von individuellen Menschen entgegensetzen. Ich sehe absolut keinen Grund, warum man Individuen für etwas bestrafen dürfte, für das sie moralisch nicht verantwortlich sind. Ich sehe absolut keinen Grund, Menschen kollektiv für etwas zu bestrafen (etwa durch Steuern) für das keiner von ihnen die Schuld trägt. Es ist in der Tat moralisch obszön, dies dennoch zu tun.

Zur globalen Erwärmung eine Ergänzung: Ich kenne mich mit dem Thema nicht genügend aus, um wirklich klar sagen zu können, ob die Erwärmung menschengemacht ist oder nicht. Ich weiß, dass zahlreiche wissenschaftliche Organisationen und fast alle Klimaforscher dieser Meinung sind. Das ist schön für sie. Ich kann es nicht beurteilen, das Autoritätsargument ist kein gutes Argument – also beurteile ich es nicht. Was ich beurteilen kann, sind die katastrophalen politischen Forderungen vieler Klimaforscher, die keineswegs logisch aus ihren Forschungsergebnissen, auch wenn das alles so stimmt, folgen. Im Übrigen wüsste ich gerne, seit wann politischer Aktivismus eine wissenschaftliche Tugend ist? Und warum das unter Klimaforschern (und Gender Forschern) eine verbreitete Auffassung ist und nicht bei Physikern, Chemikern, Biologen, etc.?

23 Kommentare zu “Sind Sie schuld an der globalen Erwärmung?

  1. apoth sagt:

    Was, wenn die Strafe nicht zum Zwecke der Entschädigung/Wiedergutmachung, sondern zur Abschreckung eingeführt wird?
    Wenn eindeutig klar ist, dass CO2 Ausstoß zu Erderwärmung führt und das eindeutig etwas schlimmes ist, müsste dies doch auch zur Straftat werden.
    Ich denke, unter obiger Prämisse wäre Umweltverschmutzung nicht mehr nur unmoralisch sondern eine simple Straftat, wie Sachbeschädigung oder Mord.
    Aber solange darüber noch debattiert wird, würde ich nicht soweit gehen.

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Wenn ich einen an sich harmlosen Beitrag zur CO2-Verschmutzung leiste und erst das kummulierte CO2 von tausenden Bürgern schädlich ist, dann ist das nicht meine Schuld.

    Extra-Annahme: Wenn das kumulierte CO2 tödlich ist absehbarerweise, im Sinne eines Runaway Climate Change und einer Venusfikation der Atmosphäre

    …dann würden Sie aber doch das Gemeinwohl, auch bei individuell schädlichem Verhalten, durchsetzen wollen?!

    MFG
    Dr. W (der sich laienhaft und umfangreich mit dem Klimawandel beschäftigt hat, die Ausgasung u.a. von Carbon wird das Klima ändern, wenn auch absehbarerweise langsamer als zurzeit alarmisiert)

  3. Martin sagt:

    Wie sollte man denn eigentlich mit den „Klimahysterikern“ umgehen, wenn sich herausstellen sollte (wofür es wohl auch zumindest Indizien gibt), das die Gefahr durch menschengemachtes CO2 weit übertrieben wurde?

    Immerhin haben diese Verluste -direkt und indirekt durch technologische Verluste- in enormer Höhe verursacht.
    Und da Vermögen ja auch mit Gesundheit und Lebenserwartung korrelliert, was auch gerne als Argument grünlicher „Umfairteiler“, angeführt wird, müsste man da nicht auch passende Sanktionen für „Klimahysteriker“ finden?

    D.h. man sollte Leute, wie Mann, den „Erfinder“ der berüchtigten Hockeyschlägerkurve für ihre ideologisch motivierten Fälschungen -soweit nachgewiesen- nicht nur ächten, man sollte sie entsprechend auch pekuniär und auch mit Haftstrafen zur Rechenschaft ziehen.

    • Enrico sagt:

      Hallo,

      ein schönes Beispiel dafür ist auch die Zerstörung von Feldern mit „Golden Rice“ auf den Philippinen (http://preview.tinyurl.com/mazbbhf). Hier wird die Gesundheit und u.U. sogar das Leben von Menschen unmittelbar aufs Spiel gesetzt.

      Ich denke, sobald man eine konkrete Handlungskette nachweisen kann ist es auch möglich, solche Leute vor Gericht zu bringen.

  4. Enrico sagt:

    Hallo,

    diese CO2-Diskussion erscheint mir sehr hypothetisch. Es müssen sehr viele Annahmen getroffen werden. Dann kann jeder noch seine persönlichen Extra-Annahmen hinzufügen (Strafe als Abschreckung wirkt, tödliche Auswirkungen) um ein beliebig kompliziertes Gedankenkonstrukt zu erzeugen, in dem man jede Argumentation scheitern lassen kann. Der Mensch ist von seiner Natur aus auf CO2-Emmission ausgelegt. Der Körper gewinnt so Energie. Wir atmen u.A. O2 ein und CO2 aus. Wenn CO2-Emission unter Strafe stünde wäre jeder nur durch seine bloße Existenz ein Straftäter 🙂

  5. Ich kenne mich mit dem Thema nicht genügend aus, um wirklich klar sagen zu können, ob die Erwärmung menschengemacht ist oder nicht. Ich weiß, dass zahlreiche wissenschaftliche Organisationen und fast alle Klimaforscher dieser Meinung sind. Das ist schön für sie. Ich kann es nicht beurteilen, das Autoritätsargument ist kein gutes Argument – also beurteile ich es nicht.

    Dass das Autoritätsargument kein gutes Argument ist, ist kein gutes Argument. Ein wissenschaftlicher Konsens ist keine Autorität, wie sie im Autoritätsargument gemeint ist.

    • Die Intelligenzdebatte hat zur Vorsicht gemahnt, was die Verlässlichkeit irgendeines „wissenschaftlichen Konsenses“ in unserer Zeit angeht. Die öffentlichen Äußerungen von Forschern zum Thema und zu Sarrazin haben nicht gerade von Unabhängigkeit gezeugt, sondern waren oftmals zutiefst ideologisch (ohne irgendwem in der Sache Recht oder Unrecht zu geben). Wenn man etwas politisch Falsches sagt, kann man schon mal seinen Lehrstuhl verlieren, nimm mal den Rücktritt von Lawrence Summers.

      Man kann als Laie nur alles selbst nachprüfen, bis man kein Laie mehr ist, oder man vertraut Wissenschaftlern. Wenn sie ihre eigene Vertrauenswürdigkeit nicht mit solchem Mist wie Homoöpathie als Universitätsfach, Gender Studies und den politischen Aktivismus von Klimaforschern in Frage stellen würden, wäre es einfacher, Wissenschaftlern zu vertrauen.

      • Vielleicht kann man es so ausdrücken: Ich vertraue der wissenschaftlichen Methode, der Wissenschaft, aber nicht den Wissenschaftlern. Klar müsste man sich wiederum im Detail ansehen, wer von ihnen vertrauenswürdiger ist als andere. Aber generell gesagt ist mir das viel zu ideologisch geworden. Im Medizin-Fachmagazin The Lancet schreiben sie beispielsweise, es gäbe ein „Recht auf Gesundheit“ und meinen damit ein Recht auf vollständige Gesundsheitsfürsorge für alle Menschen auf der Erde, finanziert durch den Westen. Sicher ist auch viel echte Wissenschaft drin, aber wie soll das ein Laie noch unterscheiden?

        • Aber gut, ich habe nicht vor, zum Klimaskeptiker zu werden. Ich neige schon deutlich zur Auffassung, dass die globale Erwärmung menschengemacht ist, zu messbaren Veränderungen führt und wir am besten darauf reagieren können, wenn wir die Freiheit haben, uns darauf einzustellen (also nicht durch staatliche Interventionen).

        • Ohne es zu kennen vermute ich jetzt mal, dass das Zitat aus dem Lancet aus einem Editorial stammt. Das gilt sowieso nicht als wissenschaftliche Äußerung und kann getrost ignoriert werden.

          Was die Vertrauenswürdigkeit betrifft, so setze ich auf den wisdom of the scientific crowd. „Homoöpathie als Universitätsfach“ ist ja zum Glück ein obskures Randphänomen, „Gender Studies“ sind keine Wissenschaften und behaupten das oft nicht einmal, und „politischen Aktivismus von Klimaforschern“ gibt es sicher in Einzelfällen, aber die Aktivisten sind doch ein kleine Minderheit unter den Klimaforschern. Außerdem muss politischer Aktivismus nicht zwingend auf eine ideologische Agenda hindeuten, die Forschungsresultate verzerrt. Vielleicht läuft die Kausalität ja von den Forschungsresultaten zum Aktivismus?

          • Vielleicht läuft die Kausalität ja von den Forschungsresultaten zum Aktivismus?

            Das werden die betroffenen Klimaforscher (der extrem einflussreiche IPCC ist eine politische Einrichtung – der „Weltklimarat“, gegründet von den Vereinten Nationen) sich gewiss einreden. Aber man kann unmöglich von Forschungsresultaten einer Einzelwissenschaft zu politischen Forderungen gelangen. Politische Ideen gehen immer auf eine bestimmte Metaphysik (gehorcht die Welt Naturgesetzen, hat der Mensch einen freien Willen?), eine bestimmte Epistemologie (können wir die objektive Realität erkennen oder ist die Wahrheit das, was wir sagen, das sie ist?), eine bestimmte Ethik (sollen wir uns für andere Menschen oder für Eisbären aufopfern?) und schließlich auf politischen Grundprinzipien zurück (kommen wir besser miteinander aus, wenn wir die Rechte unserer Mitmenschen respektieren oder sind sie unser Spielzeug und ihr Eigentum ist unseres?).

            Wenn die Klimaforscher keine derartigen Überlegungen anstellen und glauben, sie könnten aus ihren empirischen Ergebnissen politische Forderungen ableiten, dann liegen sie auf verhängnisvolle Weise daneben. Mit Sicherheit folgt der Aktivismus aber nicht kausal aus den Forschungsresultaten. Ich halte es höchstens für möglich, dass die Aktivisten gar nicht bewusst wissen, welche Philosophie ihren Forderungen zugrundeliegt.

          • Warum kann ich „unmöglich von Forschungsresultaten einer Einzelwissenschaft zu politischen Forderungen gelangen“? Ich meine ja nicht, dass dies logisch zwingend folgt, aber es ist doch plausibel.

            Beispiel: Wenn ich zufällig herausfinden sollte, dass Zucchini in höchstem Maße krebserregend sind, die diversen Ämter aber sehr träge auf diese Erkenntnis reagieren, dann könnte ich mich durchaus veranlasst sehen, politische Forderungen an die zuständigen Behörden zu stellen, indem ich öffentlich zu dringlichem Handeln aufrufe. (Welche Philosophie diesem Aktivismus zugrunde liegt, das spielt hier keine große Rolle – es ist jedenfalls keine, die mich von vornherein als crank ausweist.) Spricht mein politischer Aktivismus dann gegen die Glaubwürdigkeit meiner Forschungsresultate? Oder nicht vielleicht sogar dafür? Oder weder noch?

          • Ökologen fordern immer wieder staatliche Verbote und andere Eingriffe in die Wirtschaft, um einfach jede Form moderner Technologie zu bekämpfen. Beim Aufkommen der elektrischen Zahnbürste behaupteten Ökologen, diese führe zur Energieverschwendung und sei nicht im Sinne der Nachhaltigkeit (sie verbrauchen so gut wie keinen Strom). Die Grünen warnten in den 1980ern vor Personalcomputern. Ökologen sind gegen Gentechnik, gegen Atomenergie (obwohl sie umweltfreundlich und effizient ist), sie warnen vor der „Überbevölkerung“, weil jeder Mensch das „natürliche Gleichgewicht“ durcheinanderbringt. Wenn jemand die zuständigen Ämter (ich vielleicht irgendwann auch mal die Öffentlichkeit) vor giftigen Zucchini warnen möchte, spricht das nicht für eine bestimmte politische Ideologie (obgleich ihm offenbar die Gesundheit seiner Mitmenschen wichtig ist, wichtiger als Pflichterfüllung unabhängig von den Folgen beispielsweise – Kants Ethik). Aber wenn eine Bewegung systematisch moderne Technologie verdammt und absolut alles, was der Mensch als moderner Mensch nach der Industrialisierung tut – dann spricht das allerdings für eine bestimmte Ideologie.

  6. Alexia sagt:

    „Wenn ich einen an sich harmlosen Beitrag zur CO2-Verschmutzung leiste und erst das kummulierte CO2 von tausenden Bürgern schädlich ist, dann ist das nicht meine Schuld.“
    Doch. Und meine und die meiner Familie und deiner Familie, unserer Nachbarn und überhaupt allen, die mehr CO2 produzieren als nur durch normale Körperfunktionen.

    Anderes Beispiel: Wenn ich irgendwo im Wald einen Eisennagel fallen lasse, wird das Ding einfach wegrosten und seine Materie vom Ökosystem absorbiert und sogar genutzt. Dann kommen aber noch ein paar Schrauben von irgendeinem Klimaskeptiker dazu, Omas Besteck, das nach dem ersten Geschirrspühlwaschgang ganz unansehlich wurde, ein Benzintank aus irgendeinem Moped, ein „vergessenes“ Auto …

    Wenn alle kollektiv an der Zerstörung von etwas Schuld sind, dann sollten auch alle gemeinsam die Konsequenzen tragen. Wenn sich die genauen Anteile der Schuld nicht nachweisen lassen – Pech gehabt. Dann wird der Anteil eben Pi mal Daumen geschätzt.

    • Gut, dass du keine Richterin bist.

      Angenommen, eine Eisverkäuferin schaut einen Kriminellen komisch an, er wird darum wütend und sticht einen Passanten ab, dann müsstest du die Eisverkäuferin für den indirekten Schaden, den sie mit komischen Blicken anrichtete, ebenso bestrafen wie den Autofahrer wegen dem indirekten Schaden durch seinen CO2-Ausstoß. Ist doch egal, ob man genau sagen kann, welche Faktoren den Mord auslösten, dann wird der Anteil am Mord einfach Pi mal Daumen geschätzt.

      Ich bin ganz ehrlich schockiert, dass diese Art von Denken, die barbarische Idee kollektiver Schuld, schon so weit verbreitet ist. Wenn das Mitglied eines anderen Stammes eine Frau aus deinem Stamm entführte, bedeutete das einen Freischein für Krieg und die Auslöschung des anderen Stammes. Die Idee kollektiver Schuld war ebenso typisch für Kommunisten, die Mitglieder der Bourgoisie unterschiedslos exekutierten (man weiß ja nie genau, welcher Bourgois individuell ein Ausbeuter war und welcher nicht – also Pi mal Daumen) und für die Nazis, für die alle Juden schuldig waren für in der Regel auch noch fiktive Vergehen einzelner.

      Nein, nur individuelle Schuld ist strafrechtlich relevant. Es gibt keine Kollektivschuld.

      Wenn ich irgendwo im Wald einen Eisennagel fallen lasse, wird das Ding einfach wegrosten und seine Materie vom Ökosystem absorbiert und sogar genutzt. Dann kommen aber noch ein paar Schrauben von irgendeinem Klimaskeptiker dazu, Omas Besteck, das nach dem ersten Geschirrspühlwaschgang ganz unansehlich wurde, ein Benzintank aus irgendeinem Moped, ein “vergessenes” Auto …

      Seit wann darf man irgendwas in den Wald werfen? Ich bin bekanntlich für die Privatisierung aller Wälder und den Waldeigentümer musst du mir zeigen, der kein Problem damit hätte, wenn du deinen Müll in seinen Wald schmeißt.

      • Alexia sagt:

        Deine Ansicht zur Privatisierung von allem kenne ich. Nur wie die im Fall von Wäldern funktionieren soll, ist mir unklar.
        Nicht alle Waldflächen eignen sich für die Nutzholzwirtschaft oder wie auch immer der Fachbegriff dafür ist. Besonders kleine Wäldchen, die vielleicht noch mit Sümpfen durchzogen sind, bieten ein reichhaltiges Ökosystem. Hohe Biodiversität.
        Viele dieser Gebiete stehen unter Naturschutz.
        Außer einen Zaun drum herum ziehen und Eintritt zu kassieren gibt es da kaum Profitmöglichkeiten.

    • Enrico sagt:

      Hallo,

      ich bin ebenfalls ziemlich entsetzt über den Beitrag.

      „Doch. Und meine und die meiner Familie und deiner Familie, unserer Nachbarn und überhaupt allen, die mehr CO2 produzieren als nur durch normale Körperfunktionen.“

      Woraus leitest Du ab, daß Du anderen Menschen (auch mir) eine Schuld zuweisen kannst ohne Anklage oder Beweise? Oder anders ausgedrückt: wie rechtfertigst Du Sippenhaft?

      Und was definierst Du als „normale Körperfunktionen“? Darf ich mich noch bewegen oder muß ich den ganzen Tag still liegen? Dann produziere ich nämlich weniger CO2. Oder sollte ich gar… jeder kann jetzt diesen Gedanken weiter denken. Ich tue es nicht, da ich gerne lebe und mir nicht von anderen Schuldgefühle einreden lasse.

      • Alexia sagt:

        Ich rede nicht von Strafrecht. Oder irgendeinem Recht. Ich rede von ganz allgemeinen Konsequenzen.
        Konsequenzen sind nämlich das, was alle tragen werden müssen, wenn wir unsere Ökosysteme soweit verändern, dass das Leben darin schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich wird.
        Oder aber wir versuchen (gemeinsam), das, was unser Leben möglich macht, zu retten.
        Einige dieser Versuche wirken auf mich eher dämlich (wie das Vergraben von CO2). Andere (wie das Retten von Arten in durch Steuergelder geförderten Zoos) kommen mir schon sinnvoller vor.
        Aber als Einzelperson und Nicht-Richterin habe ich natürlich kein Recht, zu bestimmen, was versucht wird und was nicht. Mein Beitrag besteht aus Steuergeldern. Ich fahre mit dem Auto zur Arbeit. Die Konsequenz daraus ziehe ich mit dem Bezahlen von KFZ- und Mineralölsteuer.
        Ich zahle Stromsteuer dafür, dass ich hier in einem elektrisch beleuchteten Raum am Computer sitze. U.s.w.

        Bis letztes Jahr wohnte ich in einer Gemeinde mit vielen Naturschutzgebieten. Diese wurden über die Jahre von vielen Einzelpersonen zugemüllt. Tüten, Maschinenteile, Sperrmüll… Irgendwann hat die Gemeindeverwaltung zum freiwilligen Müllsammeln aufgerufen. Es wurden Handschuhe und Mülltüten an die Freiwilligen verteilt (finanziert durch Steuergelder) und am Ende des Wochenendes waren die Wäldchen sauber.
        Das war keine Strafe. Die Notwendigkeit des Aufräumens war einfach eine Konsequenz, die gezogen werden musste. Das Ergebnis ware eine saubere Umgebung, in der Menschen wieder leben konnten, ohne sich über den Dreck zu ärgern.

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