Die Welt sei nunmehr mit meiner Meinung belästigt

Aktuelle Gedanken, frisch aus meinem Kopf:

Syrien

Wir sollten nicht in Syrien intervenieren und die USA auch nicht. Grund: Syrien ist aktuell keine Sicherheitsbedrohung für den Westen, weil es genügend mit dem Bürgerkrieg im eigenen Land befasst ist. Im Grunde sind beide Parteien, der Diktator Assad und die Rebellen, Terroristen (weil der Großteil der Rebellen aus Islamisten besteht) und von daher gibt es m.E. keinen Grund, den einen oder anderen zu unterstützen. Bevor sich die Rebellen (die Freie Syrische Armee) mit den Islamisten vereinten, hätte man das vielleicht noch tun können, aber jetzt ist es zu spät.

Es gibt auch vernünftige Gründe, anderer Meinung zu sein, und wie immer findet man sie bei Mark Humphrys. Er argumentiert insbesondere mit Assads Unterstützung von Terroristen, die den Westen und vornehmlich amerikanische Truppen im Irak angegriffen haben. Stimmt natürlich und ich werde keinen Assad-Fanclub aufmachen. Sollte er den Krieg gegen die Rebellen verlieren, können wir ihn immer noch den Rest geben. Dann haben wir die Islamisten dort los und Assad obendrein. Dafür bekomme ich bestimmt den Zynismusnobelpreis.

Ökonomie und Ökologie

Wer es nicht mitbekommen hat, interessiert sich vielleicht für die Diskussion zwischen dem Volkswirtschafts-Professor Ulrich Berger (der außerdem bei der von mir geschätzten GWUP tätig ist) und mir. Man kann die Diskussion im Kommentarbereich des Artikels „Externalität“ ist kein valides Konzept nachvollziehen. Er argumentiert, dass externe Effekte eben doch ein sinnvolles Konzept wären und überhaupt sei der Laissez-faire-Kapitalismus ein ziemlicher Quatsch. Das denken die meisten Ökonomen, was mir auch bekannt ist, aber deshalb muss es ja nicht stimmen.

Während er nur bedingt etwas mit meiner philosophisch-historischen Argumentation anfangen kann, sehe ich kaum die praktische Relevanz seiner mathematischen Modelle, die m.E. zu viele Faktoren (z.B. die Realität) außer Acht lassen. Die Diskussion ist trotzdem sehr interessant und hat mir mehr Spaß gemacht als eine Diskussion mit anderen deutschen Objektivisten kürzlich, die ich als sehr frustrierend empfand. Vielleicht bin ich nur zufrieden, wenn ich gegen etwas anrennen kann.

Einige Antworten und Repliken zur Kritik bin ich noch schuldig geblieben und die werde ich nachreichen.

2 Kommentare zu “Die Welt sei nunmehr mit meiner Meinung belästigt

  1. sba sagt:

    Nachvollziehen trifft es nicht ganz..habe mir letzten Monat schon überlegt, dass es schön wäre, wenn Du, oder Herr BErger und Du, die Diskussion nochmal thematisch sortieren könntet? Die Fäden sind selbst für mich als nicht ganz unbedarften Leser ein wenig durcheinander, was nicht gerade motivierend zur Lektüre war (andererseits habt Ihr beide damit recht hübsch quasi im Reagenzglas vorgeführt, wie-in-etwas der Textkomplex Genesis bis Zweite Könige entstanden ist..nur, dass da noch mehr Leute unterschiedlicher Meinung waren).

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Im Grunde sind beide Parteien, der Diktator Assad und die Rebellen, Terroristen (weil der Großteil der Rebellen aus Islamisten besteht) und von daher gibt es m.E. keinen Grund, den einen oder anderen zu unterstützen.

    Es gäbe schon gute Gründe dafür Assad und die Alawiten aus dem schiitischen Block herauszulösen, allerdings weiß Assad, dass er entsprechenden Angeboten seitens des „Westen“ kein Vertrauen schenken kann, denn der „Westen“ theoretisiert unzureichend, was den Islam und die säkularen Bewegungen betrifft.

    Assad ist ein säkularer Diktator, wie es auch Ben Ali, Khadafi und Mubarak waren.

    Seit jener Entschuldigungsrede Obamas in Kairo geht dbzgl. nichts.

    MFG
    Dr. W

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