Wen soll ich wählen?

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Wer da noch Zweifel hat, kann einen ersten Eindruck durch Ausfüllen des Wahl-O-Mats gewinnen. Dort gibt es eine Reihe von Fragen zur aktuellen Parteipolitik zu beantworten und am Ende kann man seine Positionen mit denen verschiedener Parteien vergleichen.

Mein Ergebnis war nicht gerade überraschend, außer vielleicht von einer kleinen Ausnahme abgesehen. Meine Leser werden es ohnehin erraten haben. Allerdings: Meine Zustimmung zur Politik der Alternative für Deutschland ist minimal höher, als ich dachte, und etwas höher als meine Zustimmung zur FDP-Politik. Jedenfalls laut den Fragen des Wahl-O-Mats – bei einem Blick in die Parteiprogramme habe ich einen anderen Eindruck gewonnen. Am höchsten ist meine Übereinstimmung mit dem Programm der Partei der Vernunft – die libertäre Partei des Landes. Bei der AfD stoßen mir einige konservative Elemente sauer auf. Bei der Partei der Vernunft missfällt mir ihre Unterstützung von Elementen der direkten Demokratie und bei der FDP stört mich ihre Inkonsequenz. Die Wahlplakate der PdV sind mir zu populistisch, während sich die FDP vorbildlich zurückhält.

FDP-Wahlprogramm

PdV-Wahlprogramm

AfD-Wahlprogramm

Vielleicht schwanken manche meiner Leser auch zwischen den beiden Parteien FDP und PdV. Wie seht ihr die Vor- und Nachteile?

Update: Ok, dann mache ich mal das „FDP gegen PdV gegen AfD“ Fass auf.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

14 Kommentare zu “Wen soll ich wählen?

  1. Lukas sagt:

    An der FDP stört mich vor allem, dass sie quasi gezwungen ist mit CDU/CSU zu koalieren. Ist konservativ nicht das Gegenteil von liberal? Diese Parteien passen doch gar nicht zusammen.

    • Rüdiger sagt:

      >Ist konservativ nicht das Gegenteil von liberal?

      Nicht einverstanden. Konservative, erhaltende Kräfte sind nötig, um den stets drohenden Rückfall einer Gesellschaft in das archaische Bandenwesen und das reine Recht des Stärkeren zu verhindern. Der Liberalismus mit all seinen schönen Freiheitsrechten ist etwas, was ene Gesellschaft sich dann erlauben kann, wenn diese Grundlage einmal steht. Konservativ ist also nicht das Gegenteil, sondern die Voraussetzung von liberal.

  2. Habe mich entschieden: AfD. Die pdv kandidiert in meinem Bundesland ohnehin nicht, deshalb kann ich sie ignorieren. Die FDP kommt nach Rettungspaketen und Energiewende nicht (mehr) in Frage (bei Frank Schäffler würde ich eine Ausnahme machen). Eine Partei, die sich liberal nennt, darf sich so etwas nicht erlauben.

  3. Maier sagt:

    Oliver Janich ist mir zu unseriös, sieht überall eine staatliche Verschwörung am Werke, auch beim WTC. Die PdV hat ohnehin keine Chance.
    Wir müssen die alten Parteien abwählen, inklusive der FDP. Weg damit!
    Die AfD bietet einen ernstzunehmenden Kurswechsel an. Hier sehe ich die letze Chance für unser Land.
    Ich fürchte, wir sind die letzte Generation die Deutschland noch vor dem totalen Zerfall retten kann. Wir können das Ruder noch mal rumreissen und dafür sorgen, dass die jetztigen Machthaber wegen Hochverrates gerichtlich verurteilt werden.

    • So ist es! Davon abgesehen, das Wahlprogramm der AfD mag bezüglich des Liberalismus einige Wünsche offen lassen, allerdings verfügt die AfD durchaus über einen hoch vitalen liberalen Flügel. Woher ich das weiß? Ganz einfach, ich bin selbst ein Teil des selben. Die AfD ist jedenfalls sicher nicht weniger liberal als die FDP, bei der „liberal“ doch schon lange nur noch draufsteht, welche die letzten vier Jahre in jeder Beziehung gnadenlos versagt hat.

      Die in Teilen auch für meinen Geschmack zu konservative Ausrichtung stört mich dabei weniger. Legt man die bestehenden Verhältnisse in unserem Land zu Grunde, so kann sie sich nur als Korrektiv erweisen.

      Die AfD ist somit ganz klar das Pferd, auf das zu setzen es sich lohnt. Man verschwende seine Stimme weder aus falschem Pragmatismus an die etablierte und degenerierte FDP (die womöglich gar nicht mehr in den Bundestag einziehen wird), noch aus unrealistischem Idealismus an die vollkommen chancenlose pdv, hinter der – das sei hier auch von mir nochmals nachdrücklich betont – der antiamerikanische Verschwörungstheoretiker Oliver Janich steckt.

      Ich kann also nur allen Liberalen raten, in die AfD einzutreten, um deren liberalen Flügel zu stärken. In dieser Hinsicht ist auch das Selbstverständnis der AfD, als Partei eines neuen Typus, welcher aus den folgenden drei Punkten des Wahlprogramms konstruiert werden kann, von entscheidender Bedeutung:

      – Parteien sollen am politischen System mitwirken, es aber nicht beherrschen.
      – Wir fordern mehr direkte Demokratie auch in den Parteien. Das Volk
      soll den Willen der Parteien bestimmen, nicht
      umgekehrt.
      – Wir setzen uns dafür ein, dass auch unkonventionelle
      Meinungen im öffentlichen Diskurs ergebnisoffen diskutiert werden, solange die Meinungen nicht gegen die Werte des Grundgesetzes verstoßen.

      Grundsätzlich sind Forderungen nach mehr direkter Demokratie natürlich nur mit größter Vorsicht zu genießen. Eine diesbezügliche Sensibilität, ist in der Parteiführung jedoch zweifellos vorhanden, nur kann eine differenziertere Betrachtung dieses Themas schwerlich Eingang in ein exoterisches Wahlprogramm finden. Worum es mir hier aber eigentlich geht, ist, dass offensichtlich eine Schwächung der Partei als Apparat und ein möglichst offener Diskurs (innerhalb und außerhalb der Partei) propagiert wird. Insofern entspricht dies einer für Deutschland neuen Parteikultur, in welcher die möglichst freie Entfaltung verschiedener innerparteilicher Strömungen ausdrücklich begrüßt wird. In diesem Sinne mögen sich Liberale in der AfD in etwa auf die Art und Weise zu Hause fühlen, wie Ron Paul es in der GOP tut.

  4. Leopold Stotch sagt:

    Der Liberalismus hat in Deutschland nun mal wenig Einfluss, und eine liberale Partei hat keine andere Chance, als mit Parteien zu koalieren, die „das Gegenteil von liberal“ sind – mit der SPD in den siebziger Jahren, oder mit der CDU jetzt. Bei allem, was man der FDP vorwerfen kann: Könnte eine liberale Partei in diesem Land eigentlich wesentlich mehr erreichen, als sie es in ihrer Geschichte getan hat?

    Deshalb, und weil ich doch lieber die jetzige Regierung behalten will als eine fröhlich in Korruption versinkende große Koalition, werde ich FDP wählen. Ich habe sogar vor in sie einzutreten, falls der „Liberale Aufbruch“ um Frank Schäffler noch irgendwann aus dem Quark kommt. Zur Zeit passiert da wohl nichts mehr, hab seit 4 Monaten den Newsletter abonniert und kaum was bekommen.

    Zur PdV siehe die Ausführungen von Ayn Rand über Kleinstparteien – Hätte sie irgend eine Chance, ins Parlament zu kommen, oder auch nur mit 2% etwas Aufsehen zu erregen, würde ich sie wählen.

  5. ketam1n sagt:

    Ging mir beim Wahl-O-Mat ähnlich. Ich werde nun mit meiner Erststimme Frank Schäffler wählen und mit meiner Zweitstimme die AfD. Ich denke ein bisschen Konservativismus kann Deutschland nicht schaden.

  6. Dr. Webbaer sagt:

    Normalerweise müsste ich ja als Ordoliberaler die FDP wählen, was aber leider unmöglich ist wegen des Ausmaßes an Pseudo-Liberalismus. Zudem habe ich der Partei den ganzen „sozialliberalen“ Mist, der heute noch von Schnarre und anderen gepflegt wird, nicht verziehen. Die JuDos waren sogar teilweise linksradikal.

    Ich drücke der AfD die Daumen, die haben m.E. in schwieriger Lage einen soliden Wahlkampf gemacht.

    Allerdings darf ich sowieso nicht wählen, lol.

    MFG
    Dr. W

  7. DeeTee sagt:

    Ich werde mich wohl für die AfD entscheiden. Bestürzt bin ich darüber, wie schnell der Wahlbürger vergessen hat, dass in den letzten Jahren die Regierung die Interessen anderer Volksgemeinschaften über die Interessen seiner Bürger gestellt hat. Die schrittweise Enteignung wird nur noch nicht deutlich genug wahrgenommen. Ich habe mich im Blog meiner Tageszeitung mehrfach über die Eurorettungspolitik ausgelassen und die Positionen der AfD verteidigt – sachlich. Schon landet man in der braunen Schublade. Das hat mir Angst gemacht-vor dem Weltbild unserer Mitmenschen, die allesamt eingelullt sind und mehr Angst vor Veränderung haben als vor dem langsamen Ausbluten unserer Zukunft.

  8. sba sagt:

    PdV tritt meines Wissens in meinem Wahlkreis nicht an. AfD hat es sich mit ihrem Slogan „Mut zur Wahrheit“ bei mir erstmal versaut. Das Programm liest sich dann doch ganz interessant, bisschen viel Gruppendenken (Bildungspolitik), das aber auch strategisch begründet sein kann, dafür gibt es Pluspunkte für Europa (Föderlaismus?) und Asyl (Arbeitserlaubnis für Asylbewerber, dürfte ad hoc zwar immernoch zur Misere werden, aber wenn das Arbeitsamt weniger Macht über die Leute hätte, könnte es was werden. Die Sache mit der DM halte ich allerdings für illusionär. Es dürfte schlichtweg zu spät sein, um mit deren gutem Ruf jetzt noch irgendetwas zu reißen. Würde insgesamt schätzen, dass sie eher weniger Alternative anbieten, als vorne drauf steht, aber das, was drin ist, ist interessant.

    Die FDP ist mit dem Bürgergeld eigentlich unten durch. Bleibt nur zu hoffen, dass sie das nicht durchziehen können.

    PdV..Viele schöne Sachen, auch wenn man ihnen die deutsche Herkunft anmerkt (der Akzent auf den Kommunen^^); Angriffskriege pauschal zu verbieten, kann blöd enden, wenn man einem voll ausgerüsteten Gegner gegenüber steht, statt ihn am Mobilmachen gehindert zu haben. Durch unsere Bindung an das Kriegsrecht sind wir sowieso schon extrem verwundbar (weil Vorteil für jeden, der sich nicht dran hält); außerdem wären ein paar Ideen zu Berufs- und Reservearmee (z.B. die Möglichkeit, sich statt Wehrpflicht zur Reserve zu melden und für die daraus entstehenden Pflichten auch im Frieden natürlich entschädigt zu werden) sehr willkommen gewesen. Die Idee „privater Gerichtsanbieter“..klingt ungewohnt; wettbewerbsentscheidend dürfte sein, was ein Verfahren kostet, wie schnell es abgewickelt wird und wie gesetzestreu und fair (noch so ein missbrauchtes Wort :-/) das Urtail ausfällt – und dann steht im Streitfall immer die Frage an, an welches Gericht man sich wendet. Nein, ich sähe das lieber durch private Schiedsleute und Mediationsangebote ersetzt, rechtlich bindende Kraft im Sinne der polizeilichen Durchsetzbarkeit sollte Monopol staatlicher Richtsprüche sein.
    Das mit der direkten Demokratie wird m.E. durch den Kommunenfokus wett gemacht und auch gerechtfertigt: Wenn es um Handlungen geht, die nur in Körperschaft zu erledigen sind, sollten alle mit bestimmen dürfen, deren Eigentum mit drin hängt. Und von der Kommune aus kann man, wenn einem irgendwelche oder zu viele Beschlüsse nicht passen, um einiges leichter mit den Füßen abstimmen, weil der Geltungsbereich der betreffenden Regelungen nicht so verdammt groß ist, wie bei Bundesgesetzen. Außerdem sollten Handlungsbeschlüsse der politischen Gemeinwesen, die über die staatlichen Kernaufgaben hinaus gehen, zeitlich befristet sein.
    Mein Senf.

  9. apoth sagt:

    Das große Problem, das die FDP hat, ist dass sie sich politisch mit ihren Koalitionspartnern einigen muss. Jeder Versuch, etwas liberales durchzusetzen, wird von der linken Mehrheit einfach niedergewalzt.
    Mein Lieblingsbeispiel ist, wie die FDP bei der letzten Wahl versprochen hat, dass wir uns trotz Wirtschaftskrise Steuersenkungen leisten können.
    So wie ich das sehe, wird jede Stimme für die AfD oder PdV konservativ-liberalen Politikern extrem nötiges Selbstvertrauen einbringen. Für die FDP wählen würde ich lieber nicht, weil sie das mit etwas Pech auf die falsche Fährte führen könnte.
    Aber um ehrlich zu sein, habe ich etwas Schiss, dass ich die Stille Mehrheit der AfD Wähler unterschätze und sie am Ende schlagartig die drittstärkste Partei werden und sich dann so wie die Piraten blamieren, weil sie sich erst mal in der Politik zurechtfinden müssen.

    Alles nur weil man sich in diesem Land nicht offen als Konservativer bekennen kann.

  10. Positron sagt:

    Ich will ja nicht gleich rumuncken, nur glaubt ihr das die AfD eine Chance hat etwas zu bewegen?

    MfG Positron

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