Feministische Logik und Post Skriptum

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=ACGV-fhZ-xs[/tube]

In diesem Video erklärt Thunderf00t, warum er kein muslimischer Extremist ist. Das soll er nämlich laut amerikanischen Feministen sein, weil er Frauen auf Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen hat, die sie beachten könnten, um die Wahrscheinlichkeit für eine Vergewaltigung zu verringern (wie: Gehe nicht in einem Minirock und „Vergewaltige mich“-T-Shirt nachts in eine dunkle Gasse hinter der wildesten Rockerkneipe der Stadt). Seine Argumentation ist erneut sehr komplex und subtil. Ich verstehe sie schon gar nicht mehr – kann er nicht einfach polemische Witze über Feministen machen wie der Rest von uns?

Davon abgesehen möchte ich noch ein paar Dinge loswerden als Reaktion auf diverse Kommentare:

1. Ungleichheit ist superklasse

1. In Warum sollten Reiche nicht reich sein? antworte ich auf eine Reihe von Argumenten, warum die „Schere“ zwischen Arm und Reich ein Problem darstellen soll. Jetzt haben sie doch noch ein Argument gefunden, das Buch Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind von Richard Wilkinson und Kate Pickett. Demnach gebe es eine Korrelation (und natürlich ist eine Kausalität impliziert) zwischen Einkommensungerechtigkeit einer Gesellschaft und diversen gesellschaftlichen, medizinischen und psychologischen Krankheiten.

Da sollten eigentlich gleich einige kritische Fragen aufblitzen: Warum sollte ich psychisch krank werden, nur weil es Leute gibt, die viel mehr verdienen als ich? Da werden doch nur Leute psychisch krank, die sowieso nicht mehr zu retten sind. Warum sollte ich glücklicher sein, wenn andere Menschen ähnlich viel verdienen? Das ist mir doch egal. Ich bin glücklich, wenn ich ein Ziel im Leben habe und auf dem Weg bin es zu erreichen, wenn ich einen Partner habe, wenn ich gesund bin, eine Aufgabe, die mich erfüllt. Andere Leute interessieren mich gar nicht, oder zumindest wenig.

Tatsächlich ist das Buch nur eine Aneinanderreihung von linken Wunschvorstellungen, die mit Statistiken geschmückt werden. Ein Beispiel: „Die Autoren glauben eine positive Korrelation zwischen Recycling und Gleichheit ausmachen zu können und schließen daraus auf einen kausalen Zusammenhang.“ (Steffen Hentrich in seiner Rezension, siehe unten). Alles, was die Linke toll findet – sogar Recycling – hänge mit anderen Dingen zusammen, die Linke toll finden und das alles mache die Menschen „nachweisbar“ fröhlich und gesund und das ganze liberale und rechte Zeug hängt auch zusammen und macht die Menschen unglücklich und krank. Wers glaubt, wird links.

Die „üblichen Verdächtigen“ haben bereits eine Antwort auf die Argumentation von Wilkinson und Picket geschrieben, also kann ich es mir ersparen, näher ins Detail zu gehen:

Steffen Hentrich: Ist Gleichheit wirklich Glück?

Christopher Snowdon: Fact-checking The Spirit Level

2. Natürlich ist moderne Kunst hässlich!

Moderne Kunst muss man gut finden, weil die Nazis sie schlecht fanden (oder so – nicht, dass die Leute, die jenen Zusammenhang anmahnen, irgendetwas über das Kunstverständnis der Nazis wüssten). Ich finde das moderne Zeug aber größtenteils nicht gut. Sehr verdächtig, oder? Wie immer kann man einfach im Philosophie-Bereich vorbeischauen, wenn man sich für nähere Ausführungen über meine gelegentlichen polemischen Einwürfe interessiert. Im Übrigen glaube ich, dass etwas mit Leuten auf fundamentaler Ebene nicht stimmt, die Beuys Fettstuhl für großartige Kunst halten. Ich traue ihnen nicht über den Weg. Wahrscheinlich essen sie junge Katzen zum Frühstück. Sie jagen mir Angst ein (sie jagen mir wirklich Angst ein). Man kann als rationaler Mensch gar nicht so etwas sehen und es für große Kunst befinden. Wenn sich jemand eine weiße Leinwand mit einem schwarzen Punkt ins Büro hängt, muss ich davon ausgehen, dass er seine Frau ermordet und sie in kleine Stücke zerhackt hat. Oder, dass er nicht in der Lage ist, selbst zu denken und einen eigenen Geschmack zu entwickeln. Was aus meiner Sicht ähnlich verwerflich ist.

3. Ich bin nicht Leonardo da Vinci

Und ich dachte schon, ich wäre da Vinci. Zum Glück hat mich eine Leserin vom Gegenteil überzeugen können. Es geht darum, dass ich über so viele verschiedene Themen schreibe und ich kann doch nicht von allem eine Ahnung haben? Nun, es gibt zum Glück ein verbindendes Element aller Themen hier, die objektivistische Philosophie. Und davon abgesehen: Doch, kann ich. Muss muss lediglich sein Privatleben gegen ein intellektuelles Dasein austauschen – und schon steht jedem die Möglichkeit offen, zu allem seine gelegentlich falsche, aber nicht vollkommen unfundierte Meinung abgeben zu können, und sei es die Geschichte der Kuckucksuhr (die im Übrigen sehr langweilig ist). Dafür muss man kein Universalgenie sein, sondern lediglich ein gewisses Interesse an der Welt haben, in der man lebt. Das wirkt nur darum exzentrisch, weil jeder sechste Deutsche lediglich auf dem Niveau eines Zehnjährigen lesen kann –laut einem globalen OECD-Test. Und vor nicht allzu langer Zeit fragte mich sogar ein Student eines naturwissenschaftlichen Faches, ob die Renaissance vor dem Mittelalter kam oder danach. Ist ja nicht so, als würde das Ding „Renaissance“ heißen (Wiedergeburt – nämlich der antiken Kultur nach der kulturellen Armut des Mittelalters). Das fand er wahrscheinlich verwirrend, weil er glaubte, dass die Antike nach der Rennaissance kam.

4. Ich bin kein Anti-Feminist

Man könnte angesichts meiner konsequent anti-feministischen Beiträge auf die Idee kommen, ich wäre ein Anti-Feminist. Das ist aber gar nicht wahr. Es sei denn, man meint damit jemanden, der gegen den modernen Feminismus ist. Dann ist es wahr. Aber im 18. Jahrhundert wäre ich definitiv ein Feminist gewesen – damals forderten Feministen nämlich, dass Frauen gleiche Rechte – und gleiche Pflichten (ihren Lebensunterhalt selbst verdienen) – haben sollten wie Männer. Und das ist super. Vorrechte für Frauen hingegen (und paranoide Wahnvorstellungen) sind nicht super, und dafür stehen die Feministen unserer Tage.

5. Ich bin kein Klimaskeptiker

Die globale Erwärmung ist menschengemacht. Es ist wohl sogar legitim, den CO2-Ausstoß mit sehr geringfügigen politischen Eingriffen zu reduzieren – Eingriffe, die unserer individuellen Verantwortung für die Klimaerwärmung angemessen sind. Nur, weil ich liberal bin, muss ich nicht jedes Klischee erfüllen. Trotzdem halte ich die Ökobewegung insgesamt für eine irrationale, menschenfeindliche Bewegung, die das Wohl von Tieren und sogar Steinen über das Wohl der Menschen stellt. Die ideologische Ökobewegung ist nicht zu verwechseln mit jedem, der sich „Sorgen um die Umwelt“ macht oder sich Solarzellen auf das Dach montiert.

6. Ich bin kein Außerirdischer

Allmählich geht mir das echt auf die Nerven. Anfangs dachte ich noch, die Leute nennen mich nur darum „Spock“ oder „Data“, weil Michael Schmidt-Salomon einst so nett war, mich mit einer derartigen Bezeichnung zu erfreuen. Jetzt gibt es aber auch Leute, die das gar nicht wissen können, und die mich trotzdem mit einem Außerirdischen vergleichen. Das Ding, aus dem meine exzentrische Weltanschauung stammt, heißt „Amerika“ und nicht „Mars“! Fast jeder in diesem Land scheint der Meinung zu sein, seine „Peer-Group“, seine Kultur und seine Eltern würden irgendwie den Inhalt ihrer eigenen Gedanken und die eigene Persönlichkeit bestimmen. Typisch für die determinierten Europäer. Jahrtausendelang fremdbestimmt durch unsichtbare Mächte. Dann war mir das wohl einfach zu blöd und ich habe mir mein Weltbild selbst angeeignet, graduell dem Kriterium folgend, welche Argumente überzeugender sind. Weder meine Eltern, noch meine Freunde, noch sonst irgendwer war oder ist je meiner Meinung gewesen in meinem persönlichen Umfeld. Ja, es gibt einen freien Willen. Man muss es nur wollen.

26 Kommentare zu “Feministische Logik und Post Skriptum

  1. Dr. Webbaer sagt:

    ad 2)
    Es gibt wohl Kunst-Rankings:
    -> http://www.art-report.com/en/ranking/top-30-contemporary-art-artists-art-report

    Keine Ahnung wie seriös die sind und wie der Markt auf sie reagiert bzw. die Rankings den Markt abbilden.

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Seine Argumentation ist erneut sehr komplex und subtil.

    Freundlich formuliert, das Vid schreckt „ei wenig“ ab.

    MFG
    Dr. W

  3. Jana sagt:

    „Better safe than sorry.“
    Erinnert mich an die Fahrradhelmdebatte in Deutschland.

    Diese rape-Angelegenheit ist ein amerikanisches Thema, oder? Ich nehme es hier nicht wahr. Aber Fahrradhelmpflicht – das ging und geht heiß her.

    Was sagt der Objektivismus eigentlich dazu? 😉

  4. Andreas D. sagt:

    Spock ist ein Vertreter des Utilitarismus („Das Wohl Vieler, es wiegt schwerer als das Wohl Weniger – oder eines Einzelnen.“) und hat sich denn auch konsequent selbst geopfert. Wer einen Objektivisten mit solch einer fiktiven Figur vergleicht, sollte diese Figur auch kennen. Als Data bezeichnet zu werden, ist da schon schmeichelhafter: Obwohl als emotionslose Maschine konstruiert, verfügt er dennoch über Bewusstsein und freien Willen. Wo Spock seine menschliche Seite stets unterdrückte, war es Datas Bestreben, mehr aus sich zu machen als er war. Er wollte Mensch sein, nicht Maschine.

    • sba sagt:

      So, wie ich das mitbekommen habe, durchzieht der Utilitarismus die ganze Vulkanische Kultur, betrifft also nicht ausschließlich Spock. Augenscheinlich empfinden sie ihn als „logisch“ (was ich bei ST immer mit „vernunftgsmäß“ übersetze). Hängt vielleicht mit ihrer totalen Abkehr von Emotionalität zusammen…Wenn man nicht durch Emotionen an das eigene Leben oder das von irgendwem gebunden ist, warum sollte man dann überhaupt irgendetwas tun, wenn nicht aus der übergeholfenen Pflicht heraus, seinen Mitlebewesen zu dienen (gab es hier auch schon mal den Streit, ob „ich will leben“ eine rein rationale Entscheidung sein kann oder nicht)?
      Letztlich vermutlich Buddhismus mit Raumschiffen drin…

  5. Alexia sagt:

    Thunderfoot ist in ein Wespennest getreten. Metaphorisch.
    Ich habe mir das Video angesehen. Was er sagt, ist unnötig, zynisch und gegen die eigentliche Problematik kaum hilfreich. Wie viele andere, welche Zeitung lesen aber nie selbst mit Vergewaltigung konfrontiert waren, nimmt er die Opfer in die Pflicht und – was noch schlimmer ist – verteidigt (vielleicht unbewusst) die Täter.

    Frauen minimieren bereits ihre Wahrscheinlichkeit vergewaltigt zu werden indem sie nachts nur in Begleitung rausgehen (Wenn überhaupt), indem sie selbst solche Körperpartien bedecken, deren Entblößung kaum ein Zeichen sexueller Bereitschaft ist. Unterschenkel zum Beispiel. Oder Schultern.
    Sie gehen Checklisten durch, planen Routen zwischen Wohnung und Bahnhof abhängig von Tageszeit, vermeintlich schutzgebender Menschenmengen, welche dort auftreten können und vermeiden dabei kürzere Wege oder solche mit besserer Luft abseits der Hauptverkehrsstraßen, weil die Wahrscheinlichkeit, dort überfallen zu werden, größer ist.
    Die Checkliste vor dem Verlassen der Wohnung enthält neben Handy und Schlüsselbund auch Pfefferspray.

    Trotz allem bekommen wir immer noch zu hören, wir sollen kein Opfer sein. Thunderfoot versucht hier, sich selbst aus den Nesseln zu ziehen, indem er die Minimierung einer Vergewaltigungsgefahr mit Unfallverhütung gleichsetzt. Erbärmlich.
    Ich unterstelle ihm keine böse Absicht. Er scheint zu glauben, er würde Vergewaltiger nicht verteidigen. Aber er setzt die Täter auf eine Ebene mit Löwen die zwei Typen in einem Zebrakostüm angreifen.

    Sind Männer wie diese Stiere in Bugs Bunny-Cartoons, die jede Selbstkontrolle verlieren wenn jemand mit etwas Rotem wedelt?

    In Deutschland schaltet sich gern mal die RKK ein, wenn Opfer auch nur versuchen, eine Beweissicherung in einem Krankenhaus zu bekommen.
    Ein Essener Vergewaltiger wurde freigesprochen weil sich sein 15jähriges Opfer nicht genug wehrte. (Dass sie wiederholt nein sagte, reichte der Richterin nicht.)
    Überhaupt passiert es recht häufig, dass Vergewaltiger freigesprochen werden, weil sich das Opfer nicht genug wehrte. Was sollen Frauen tun? Um sich schlagen, nur um dann vom Täter vor der Vergewaltigung ins Koma geprügelt zu werden?

    Im nahen Osten gehen Frauen kaum ohne Burka und männliche, verwandte Begleitung auf die Straße. Trotzdem werden sie vergewaltigt. Und – wie es auch im Westen häufig vorkommt – wird hinterher das Opfer juristisch behelligt. Die Steinigung als Strafe fürs Vergewaltigtwerden dort ist vielleicht eine Nummer schärfer als der psychische Druck, unter den Opfer in Europa oder den USA gesetzt werden. Der Druck durch Gesellschaft und Obrigkeit eine eventuelle Schwangerschaft nicht abzubrechen ist überall auf der Welt gewaltig und bestraft die Opfer gleich doppelt.

    Typen wie Thunderfoot und ihre Argumente die immer wieder in die „Sei kein Opfer“-Kerbe schlagen helfen gegen das Problem überhaupt nicht. Im Gegenteil.

    Es ist im Prinzip nichts Schlechtes daran, Sicherheitshinweise zur Gefahrenminderung zu geben. Aber die Pflicht, die potentiellen Opfern gegeben wird überwiegt bei weitem was potentiellen Tätern über die Kontrolle der eigenen Triebe beigebracht wird. Also fast nichts.

    • Also, tut mir leid, aber Thunderf00ts Ausführungen klangen erheblich rationaler als die Planung, die du offenbar auf dich nimmst, um nicht überfallen zu werden. Ich habe eigentlich nicht die Erfahrung gemacht, dass Frauen dergleichen tun würden. Ich habe das noch nie gehört, außer als Behauptung von Feministen. Lebst du vielleicht in einem Ghetto, in Stockholm, in einem Kriegsgebiet, sind die Russen wieder einmarschiert oder warum hältst du das für notwendig?

      Also, keiner, der das Video unvoreingenommen sieht, wird das ernsthaft als „zynisch“ auffassen und glauben, dass Thunderf00t „vielleicht“ die Täter verteidigt. So eine Einschätzung ist doch völlig neben der Spur.

      Das mit der RKK und der Beweissicherung ist jetzt einmal vorgekommen und hat einen angemessenen Skandal ausgelöst. Das wurde von niemandem gutgeheißen, auch nicht von der RKK. Und mit dem nahen Osten haben wir schon mal gleich gar nichts zu tun.

      • Alexia sagt:

        Es freut mich für dich, dass du dich so sicher fühlen kannst. Würzburg ist bestimmt eine schöne Gegend.

        Ich selbst habe ein paar Jahre lang in Berlin gearbeitet. Teilweise auch im Schichtbetrieb. Und nachts werden Teile dieser Stadt sehr unheimlich. Was meinst du, wie es jemandem geht, der früh um vier auf dem Südkreuz auf die erste S-Bahn wartet während die einzigen anderen Menschen auf dem Bahnsteig betrunken sind und sich gegenseitig anpöbeln? Da geselle ich mich lieber zu dem Typen, der damit beschäftigt ist, die Zigarettenstummel der Fahrgäste des Vortages aufzusammeln und fertigzurauchen.

        Mitternacht in San Franzisko ist auch nicht wirklich lustig, wenn gefühlt 90% der Menschen dort entweder betrunken oder auf irgendeinem Drogentrip zu sein scheinen oder wie Raubtiere die Spaziergänger betrachten und auf eine Taschendiebstahlgelegenheit warten.

        In München bei Nacht habe ich noch nicht oft erlebt. Die Stadt scheint okay zu sein.

        Zur Verteidigung der Täter durch Thunderfoot:
        Mir ist klar, dass er es nicht beabsichtigt. Aber er vergleicht Vergewaltiger mit Raubkatzen, deren Instinkt ihnen sagt ein Zebra zu reißen, selbst wenn es nur zwei Idioten in einem Kostüm sind. Er sagt also im Prinzip: „Was überrascht euch das? Die sind eben so. Pass dich entsprechend an, dann wirst du auch kein Opfer. Vielleicht.“

        Mich wundert ein wenig, dass das dich das nicht stört. Freier Wille? Nein? Egal. Ich sehe hier hauptsächlich ein Erziehungsproblem. Mädchen wird beigebracht, wie sie sich anzuziehen haben und wo sie nicht allein sein sollten. Jungs nicht. Denen wird gezeigt dass nichts dabei ist, einer Frau hinterzupfeifen oder laute Kommentare über ihre Beine oder Oberweite zu machen. Selbst die missbilligenden Reaktionen weiblicher Cartooncharakter auf dieses Verhalten wirkt komisch. Die meisten sehen mit der Zeit ein, dass das nicht okay ist. Manche tun das nicht.

        Was übrigens bisher hier nicht erwähnt wurde, sind Vergewaltigungen in einer Partnerschaft. Aus meinem Umfeld ist mir zwar nichts aus der Richtung bekannt, was aber nicht heißt, dass es nicht passiert. Vor allem, da viele Frauen unerwünschten Sex einfach über sich ergehen lassen. Es ist ja schließlich der eigene Ehemann. Klar könnte jedes Opfer zurück kämpfen, zur Polizei gehen, sich vom Täter trennen und einen neuen Partner suchen. Und dann geht vielleicht alles wieder von vorn los. Nur weil Kerle nicht beigebracht bekommen dass nein wirklich nein heißt.

        Meine Anerkennung geht an all diejenigen, die es dennoch verstehen und mein Stinkefinger an die, die immer wieder die Rolle der Täter und ihrer Erziehung ignorieren und Frauen sagen, dass diese sich nicht vergewaltigen lassen sollen.

        • Denen wird gezeigt dass nichts dabei ist, einer Frau hinterzupfeifen oder laute Kommentare über ihre Beine oder Oberweite zu machen.

          Von wem soll das Männern beigebracht werden? Glaubst du, dass Eltern oder Lehrer Männern so etwas beibringen?

          Vor allem, da viele Frauen unerwünschten Sex einfach über sich ergehen lassen. Es ist ja schließlich der eigene Ehemann.

          Warum möchte eine Frau mit jemandem verheiratet sein, mit dem sie keinen Sex wünscht? Das muss doch äußerst verletzend für den Mann sein. Aber der ist wohl egal, der hat sich den Launen der Frau unterzuordnen. Die Ehe dient wohl nur dazu, dass der Mann für die Frau sorgt und sie anderweitig nicht weiter belästigt.

          Nur weil Kerle nicht beigebracht bekommen dass nein wirklich nein heißt.

          Wieso sollen sie das nicht beigebracht bekommen?

          • Alexia sagt:

            „Von wem soll das Männern beigebracht werden?“
            Im Kindesalter: Cartoons, in denen weibliche Charaktere kaum etwas anderes tun als zusammen mit Saxophonhintergrundmusik dafür zu sorgen dass den mannlichen die Zunge bis zu den Schuhen runterrollt und diese im Anschluss ein Wolfsgeheul ausstoßen.
            Im Jugendalter:
            Junge prahlt damit, ein Mädchen geküsst zu haben -> Er ist ein Held und wird von Papa gelobt.
            Mädchen hat Jungen geküsst -> bloß nix sagen, sonst gibt’s Hausarrest oder zumindest lange Tiraden über damenhaftes Verhalten
            Im Erwachsenenalter:
            Dir ist sicher schon das Vokabular aufgefallen, mit dem quer durch alle sozialen Schichten hindurch Frauen beschrieben werde. Fahrgestell, Holz vor Hütte geiler Arsch. Weniger attraktive Frauen haben gefälligst ihre unansehlichen Attribute zu verhüllen … Klar gehen derartige Kommentare in beide Richtungen. Aber auf offener Straße gegenüber dem Ziel der Begierde/Abneigung ist das schon mehr als nur unhöflich. Es ist Belästigung und kommt fast ausschließlich von der männlichen Seite.
            „Eloquentere“ Kommentare a la „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“ werden euphemistisch als „Herrenwitz“ bezeichnet.
            Ein Politiker, der in einer professionellen Situation derartige Kommentare über eine Journalisting macht, ist kein Herr sondern ein Belästiger. Und der Witz ist nicht lustig also schon der Definition nach kein Witz. Das Wort „Herrenwitz“ ist mir bisher nur im Zusammenhang der jüngsten Sexismus-Debatte aufgefallen. Aber allein seine Existenz ist ein Zeichen dafür, dass wir hier ein Problem haben.

            „Warum möchte eine Frau mit jemandem verheiratet sein, mit dem sie keinen Sex wünscht?“
            Wer sagt denn, dass sie gar nicht will? Ich nehme mal an, dass auch Männer Zeiten haben, in denen sie einfach nicht wollen. Müde, gestresst, Kopfschmerzen, zu viel gegessen …
            Sex ist, wenn beide wollen. Unter Zwang ist es Vergewaltingung. Ausnutzung eines wehrlosen Zustands ebenfalls. Was gibt einem Ehemann das Recht, seine Frau zu besteigen während sie schläft? Mag ja sein, dass ein paar vielleicht so geweckt werden wollen. Aber Hilfesuchen in Foren zeigen auch andere Geschichten.

            „Wieso sollen sie das nicht beigebracht bekommen?“
            Siehe oben.
            Und nein. Ein simples Gesetz welches Vergewaltigung unter Strafe stellt, reicht nicht. In vielen Elternhäusern und auch Kindergärten und Grundschulen gibt es das Problem, dass ganz allgemeiner gegenseitiger Respekt für andere Menschen nicht gelehrt wird. Obendrein gibt es noch ein eklatant sexistisches Phänomen, das international über fast sämtliche Schulhöfe verbreitet ist. Schon mal von „Mädchenpest“ gehört?
            Ich könnte jetzt vermuten, dass dieses Wort bestehen bleibt, weil es von Zweit- und Drittklässlern an neue Erstklässler weitergegeben wird. Aber warum wird es gestattet? Es liegt hier an den Lehrern, einfach mal einzuschreiten und es zu unterbinden. Nur ein paar Jahre, in denen Kinder, die erwischt werden, wie sie es sagen, vor der Klasse ermahnt oder auch mal zum Tafelwischen verdonnert werden. Vielleicht würde es verschwinden.
            Ich kann nur vermuten, dass sich die verantwortlichen Autoritätspersonen sagen „Jungs sind eben so.“

            Um der Differenzierung willen will ich noch klarstellen, dass das nicht auf alle zutrifft. Die meisten Männer haben gelernt, dass andere Menschen auch Gefühle haben und dass auch Frauen ein Recht darauf haben in Ruhe gelassen zu werden. Sie kennen den Unterschied zwischen professionellen Umgebungen und solchen in denen geflirtet werden darf. Die meisten von denen, die das nicht beigebracht bekommen, kommen irgendwann von selbst drauf und handeln mehr oder weniger instinktiv nach dem kathegorischen Imperativ.
            Aber einige brauchen einfach mehr, um die Gegebenheiten zu verstehen. Und da mangelt es. Sowohl hier in Europa, als auch in den USA, und im nahen und fernen Osten.

            Aber komm jetzt bitte nicht nochmal damit, dass wir mit den anderen nichts zu tun hätten. Das ist ein Planet den wir uns teilen und wir müssen irgendwie miteinander klarkommen.

          • Im Kindesalter: Cartoons, in denen weibliche Charaktere kaum etwas anderes tun als zusammen mit Saxophonhintergrundmusik dafür zu sorgen dass den mannlichen die Zunge bis zu den Schuhen runterrollt und diese im Anschluss ein Wolfsgeheul ausstoßen.

            In dem Cartoon (vermutlich hast du das aus „Die Maske“ mit Jim Carrey) soll der Wolf wie ein Idiot aussehen – nicht wie ein Vorbild.

            Junge prahlt damit, ein Mädchen geküsst zu haben -> Er ist ein Held und wird von Papa gelobt.

            Nie passiert, nie gehört. Klingt absurd.

            Mädchen hat Jungen geküsst -> bloß nix sagen, sonst gibt’s Hausarrest oder zumindest lange Tiraden über damenhaftes Verhalten

            Vor tausend Jahren vielleicht. Heute bringen die jeden Tag einen Neuen von der Disco mit.

            Fahrgestell, Holz vor Hütte geiler Arsch.

            Grundsätzlich stimmt es, dass Männer unter sich oft wie Machos reden – aber gegenüber Frauen verhalten sie sich dann doch ganz anders.

            Weniger attraktive Frauen haben gefälligst ihre unansehlichen Attribute zu verhüllen

            Die Idee kommt einem jedenfalls, wenn man dicke Mädels im Minirock betrachten muss. Männer laufen nicht so rum. Weil es unästhetisch und ablenkend ist. Es gehört sich auch nicht, nackt rumzulaufen.

            Aber auf offener Straße gegenüber dem Ziel der Begierde/Abneigung ist das schon mehr als nur unhöflich.

            Ich glaube, ich habe das in meinem Leben einmal mitbekommen. Die Männer waren betrunken und den Frauen hat es gefallen.

            Es ist Belästigung und kommt fast ausschließlich von der männlichen Seite.

            Ach ja? Frauen sagen manchmal ganz schön miese Dinge über einen, wenn man an ihnen vorbeigeht und den Fehler macht, ihnen keine Beachtung zu schenken, was so ein bisschen meine Angewohnheit ist.

            Ein Politiker, der in einer professionellen Situation derartige Kommentare über eine Journalisting macht

            Ja, kann man schon verurteilen – wie natürlich auch die gezielte politische Ausschlachtung der Sache durch die Journalistin. Sie hat das ja erst viel später veröffentlicht, als sie Brüderle damit besonders schaden konnte.

            Ich nehme mal an, dass auch Männer Zeiten haben, in denen sie einfach nicht wollen. Müde, gestresst, Kopfschmerzen, zu viel gegessen …

            Ja, wenn sie das äußert, muss ein Mann das respektieren. Aber Frauen haben leider die Neigung, allzu häufig gar nicht zu äußern, was sie nun wollen oder nicht wollen. Sie lassen es sich gefallen und beschweren sich vielleicht später oder zeigen es nur indirekt, wenn ihnen etwas nicht gepasst hat. Wir müssen ihre Gedanken lesen. Vielleicht merken wir, das sie sich unwohl fühlt oder beleidigt ist oder sauer ist, aber haben keine Ahnung, warum. Weil sie es einfach für sich behält und dann irgendwann einfach Schluss macht. Die großen Kommunikationsexpertinnen kommunizieren wichtige Dinge überhaupt nicht und erwarten, dass wir es trotzdem einfach wissen.

            Schon mal von “Mädchenpest” gehört?

            Nein. Klingt nach so einer Muslimschule in Berlin.

            Aber komm jetzt bitte nicht nochmal damit, dass wir mit den anderen nichts zu tun hätten.

            Wir haben mit den anderen nichts zu tun. In Afghanistan wird eine Frau vergewaltigt, wenn sie zu westlich aussieht. Hier nicht. In Saudi-Arabien werden Frauen für Ehebruch gesteinigt, hier nicht. Es gibt sehr deutliche kulturelle Unterschiede.

          • sba sagt:

            „Um der Differenzierung willen will ich noch klarstellen, dass das nicht auf alle zutrifft. Die meisten Männer haben gelernt, dass andere Menschen auch Gefühle haben und dass auch Frauen ein Recht darauf haben in Ruhe gelassen zu werden. Sie kennen den Unterschied zwischen professionellen Umgebungen und solchen in denen geflirtet werden darf. Die meisten von denen, die das nicht beigebracht bekommen, kommen irgendwann von selbst drauf und handeln mehr oder weniger instinktiv nach dem kathegorischen Imperativ.
            Aber einige brauchen einfach mehr, um die Gegebenheiten zu verstehen. Und da mangelt es.“

            Find ich interessant, den Absatz.
            Der erste Satz klingt so ähnlich wie „nicht alle Ostdeutschen waren Kommunisten“, also auf eine, wenn schon nicht Minderheit, dann doch sehr leise Stimme bezogen.
            Im zweiten Satz repräsentiert dann aber diese leise Stimme „die meisten Männer“, die, nebenbei impliziert, Menschen sind, Gefühle haben und ein Recht darauf haben, in Ruhe gelassen zu werden. Nett, dass einem das mal zugestanden wird.

            Im Vierten Satz heißt es, dass von Minderheit mit dem Lerndefizit glücklicher Weise die Mehrheit in der Lage ist, erfolgreich nachzuholen

            Geht es also um die Minderheit einer Minderheit. Und kommt vermutlich noch mal eine Minderheiten-Ebene hinzu, wenn man bedenkt, wie viele Lerndefizitäre ohne erfolgreiches Nachholen trotzdem nicht zur Vergewaltigung schreiten, weil es ihnen an der Gelegenheit mangelt oder die Furcht vor Eskalation überwiegt oder sie sich einfach mal selbst beherrschen können.
            Bleibt noch übrig, was statistisch gesehen Ausreißer sind, nämlich diejenigen, die tatsächlich die Tat begehen – und, so sie ihnen nachgewiesen werden kann, die juristischen Folgen in aller Härte abbekommen. Reicht die Jurisdiktion etwa nicht als jenes „mehr“, das es braucht, um die Gegebenheiten zu verstehen?
            Und falls nicht: Woraus sollte dieses „mehr“ denn sonst noch bestehen?

          • Alexia sagt:

            Keine Muslimschulen, keine tausend Jahre alten Szenerien, nicht nur „Die Maske“ und nicht nur .
            Einfach nur Realität, wie ich sie in den 80ern in Ostdeutschland, in Brandenburg erlebt habe.
            Die geschlechterbasierte Differenzierung des Küssens kenne ich persönlich nur aus Erlebniserzählungen meiner Mutter. Aber die 70er, in denen das passiert ist, sind wohl kaum verstaubte Geschichte.

            Pepe le Pew kennst du bestimmt. Ein Stinktier aus der Bugs Bunny Show, welches immer einer schwarzen Katze nachjagt und versucht sie abzuknutschen. Fluchtversuche zwecklos. Die Moral die hier gelehrt wird ist wohl die dass Aufdringlichkeit zu Erfolg führt. Auch in der Liebe.

            Die Grundschule auf der ich das ganze „Mädchenpest“-Drama erlebt habe, steht in Cottbus. Muslime habe ich dort überhaupt nicht gesehen. Ich habe später von Freunden erfahren, dass das auch an deren Schulen vorkam. Ob nur im Osten, kann ich jetzt nicht sagen. Bis heute dachte ich, diese Diskriminierung wäre ähnlich häufig wie das „Der Fußboden ist aus Lava“-Spiel. Es gibt allerdings erstaunlich wenige Google-Treffer dazu. Vielleicht ist das Problem tatsächlich eher klein.

            Gedanken lesen musst du übrigens nicht. Die meisten Frauen sagen es einfach, wenn sie nicht wollen. Manche zeigen ihren Unwillen durch ein Wegdrehen des Gesichts einen nicht begeisterten Gesichtsausdruck oder einfach ungewöhnliche Passivität. Eine Frau, die sich in solchen Situationen einfach so verhält wie sonst auch und so tut als würde sie den Wunsch nach Sex erwidern, ist selbst Schuld. Da gebe ich dir recht.

            „Frauen sagen manchmal ganz schön miese Dinge über einen, wenn man an ihnen vorbeigeht und den Fehler macht, ihnen keine Beachtung zu schenken, was so ein bisschen meine Angewohnheit ist.“
            Deine Angewohnheit ist vollkommen okay. Ich mag dieses Aufmerksamkeitsgeheische auch nicht.

        • Jana sagt:

          Was ist denn nun „Mädchenpest“? Ich kenne den Begriff nicht und finde dazu nix im Netz.

          • Alexia sagt:

            Das ist das deutsche Equivalent zu „girl germs“ oder „girl cooties“.
            Etwa um die erste bis dritte Klasse herum „dürfen“ Jungs nicht mit Mädchen spielen, sie anfassen oder etwas anfassen das kurz vorher von einem angefasst wurde.
            Tut es doch einer, weil ihm diese Idiotie egal ist, schreit normalerweise irgendein andere Junge „Ieeeh!“ zeigt auf den Betreffenden und erklärt lautstark, so dass es alle höhren, dass dieser jetzt Mädchenpest hätte.
            War ein meiner Grundschule üblich, an einigen anderen in Deutschland auch, und nach Aussage einer US-amerikanischen Freundin in den USA fast überall üblich.
            Ich bin halbwegs froh, dass ich relativ wenige Googletreffer (112)dazu erhielt. Aber es gibt sie.
            https://www.google.de/search?q=%22M%C3%A4dchenpest%22

          • Jana sagt:

            Echt, das „Mädchenpest“-Ding ist mir fremd. Wenn ich im Netz ein bissl darüber stöbere, finden sich auch Sätze wie: „Its a way of little girls telling other little girls not to play with boys and vice versa. You played with little Jimmy? Ooow, your going to get cooties.“

            Zeigt mir, dass es sich hier um die ungefährliche Phase handelt, in der Mädchen nich mit Jungs spielen wollen und Jungs nicht mit Mädchen. Das wiederum kenn ich 🙂
            Wird nun 7-jährigen Sohn meiner Freundin ernsthaft Chauvinismus vorgeworfen, wenn er sagt „Ih, Mädchen sind doof!!“

            Hoffentlich nicht! Das bringt uns doch maximal zum Schmunzeln.

          • Alexia sagt:

            Ich sehe darin eine Form von Sexismus in sehr jungem Alter, die sich nicht nur gegen das andere Geschlecht richtet.
            Für mich war es schon damals unsagbar nervig. Wie kommen die dazu, mich als krankmachend zu bezeichnen?!
            Und ich kannte damals wenigstens einen Jungen, der ebenso darunter gelitten hatte, weil wir nun mal Freunde waren und er plötzlich nicht mehr bei mir sein durfte, wenn der männliche Rest der Klasse in der Nähe war.

            Dich lässt es schmunzeln? Mich ärgert es einfach. Und ich vermute stark, dass es dieses Alter ist, wo Meinungen über Geschlech5terunterschiede gesäht werden und Verachtung beginnt, die später zu Diskriminierung, offenen Abfälligkeiten über anwesende Frauen und teils zu Vergewaltigung führen.

        • Alexia sagt:

          @SBA
          „Geht es also um die Minderheit einer Minderheit. Und kommt vermutlich noch mal eine Minderheiten-Ebene hinzu, wenn man bedenkt…“
          Diese Minderheiten unter Minderheiten sind in absoluten Zahlen ausgedrückt immer noch zu viel. Prozente spielen keine Rolle, wenn ich mir in einer Millionengroßstadt mehrmals wöchentlich irgendwelche dämlichen Kommentare über meine physischen Attribute anhören darf.

          • sba sagt:

            Also, eigentlich…aber na schön, fragt sich nur, wo anfangen?
            Vielleicht damit, dass ich das Zahlenspiel nicht angefangen habe, sondern Sie? Und, dass ich eigentlich beeindruckt war, jemanden so schnell so weit zurück rudern zu sehen, und dann allerdings für meine positive Überraschung vielleicht die blödest mögliche Ausdrucksform wählte?
            Oder damit, dass Ihr Einwurf leider keine Antwort auf meine Frage enthält, auf die das Zahlenspiel von meiner Seite eigentlich hinaus sollte?
            Vielleicht sollte ich auch, captatio benevolentiae, damit anfangen, dass sie nicht allein sind? Dass ich buchstäblich meine Kindheit damit verbracht habe, blöde Kommentare überhören zu lernen, die ich mit physischem Alleinstellungsmerkmal auf dem Dorf meiner Aufzucht jeden einzelnen Tag zu hören bekam (und mit Blick auf meine Vita könnte ich mich zu der Einschätzung hinreißen lassen, dass dieser Umstand mir mehr geschadet habe, als den meisten Frauen, aber das würde auf das Spiel „wem geht’s beschissener?“ hinauslaufen)?
            Vielleicht auch etwas flappsiger: „Dafür gibt es Kopfhörer und misanthrope Metal(/Punk/ Hip Hop/ klassische/Industrial/…)-Musik“?
            Oder mit dem von mir heiß geliebten historischen Vergleich: Früher hat man in der Schule versucht, den Kindern ihre Blödheit, Faulheit und allgemein Nonkonformität auszuprügeln?
            Oder pragmatisch? – Ist doch gar nicht so schlecht, wenn die Doofen sich freiwillig selber taggen.

            Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll und wollte darum eigentlich gar keinen Kommentar schreiben. Denn prinzipiell scheint es mir ein Problem der Freiheit zu sein: Hier kann und darf jeder im öffentlichen Raum laut sagen, was er oder sie im öffentlichen Raum laut sagen zu müssen meint. Wenn einem der Inhalt einzelner Äußerungen nicht passt, hat man eben Pecht gehabt. Wird es einem partout zu doof, sollte man mit den Leuten reden (und nicht fordern, dass irgendeine Institution sie für einen quasi „umprogrammiert“).

            Ansonsten würde ich noch darum bitten, dass Sie mich nicht majuskeln – das sieht dämlich aus. Gibt einen Grund, dass ich mich klein schreibe.

            Ach ja: Mit der „Blöde Kommentare“-Sektion sind wir aber schon ungefähr ein Lichtjahr von der Vergewaltigungsproblematik weit weg?

    • Jana sagt:

      Der Thread geht in eine eigenartige Richtung.
      Es gibt Vergewaltiger. Sie sind Verbrecher. Punkt.

      Daraus eine allgemeingültiges Regelwerk Wie-Männer-und-Frauen-sich-verhalten-sollten abzuleiten, empfinde ich als absurd. Ich verstehe, dass das Video provozierend aufgefasst werden kann. Man kann sich aber auch einfach Mühe geben und den Kerngedanken dahinter gut zu verstehen versuchen. Man muss das Video in die vorhergehende Diskussion einbetten (was es ja selbst sehr gut tut.) Dann ist es ganz einfach. Und dann ist auch mal wieder gut.

      Ist es möglich, dass hier ein amerikanisches Thema angewendet werden will? Ist das passend für uns hier?

      Mir und meinen Freundinnen ist – soweit ich weiß – nix von diesen merkwürdigen Geschichten / bedrohlichen Grenzüberschreitungen passiert. Ich lebe im Osten, ist das der Grund? Glaub ich nicht.
      Und seit den 70ern dürfte doch auch in der gesamten Bundesrepublik sich einiges getan haben.

      In der Pubertät gibts sicherlich unschöne Geschichten, hier leiden aber Jungs ebenso wie Mädels.

      Es gibt Unterschiede zwischen Mann und Frau. Auch und besonders in der Flirtphase sind die Rollen klar verteilt. Frau sendet ein Signal. Mann wird aktiv. Frau reagiert. Dann folgt ein bisschen Katz- und Mausspiel. Ist das nicht schön? So läuft es täglich.

      Vergewaltiger sind extreme Ausreißer, seltene Verbrecher. Unter Umständen gibt es eine Soziologie / Psychologie der Gewalt unter den Geschlechtern. Da müssten wir aber weiter ausholen.

      Thunderfoot hat etwas sachliches dargestellt. Und er hat deutlich gesagt, was er NICHT sagen will: Nämlich dass die Opfer selbst schuld sind. Better safe than sorry. Das ist alles.

  6. Alexia sagt:

    Auch noch relevant zur Vergewaltigungsproblematik:
    Statement des Webcomic-Machers Tatsuya Ishida:
    http://www.sinfest.net/archive_page.php?comicID=4563

  7. Alexia sagt:

    Ein bisschen Offtopic…

    Ich glaube, ich beginne langsam zu verstehen, warum ich so wenigen Positionen von dir nicht zustimmen kann, obwohl deine Argumentationen in sich logisch sind.

    Wir sind anscheinend in Welten mit mehr Unterschieden aufgewachsen, als ich dachte. Und das macht mich sauer. Nicht weil es dir gut geht. Das ist kein Neid. Ich ärgere mich einfach, dass Brandenburg und Berlin viel mehr und viel tiefere Probleme haben, als ich ahnte. Und ich ärgere mich darüber, dass ich diese Zustände für normal gehalten habe. Diese Welt, also Brandenburg/Berlin, kommt mir langsam vor, als würde dort ein System aus Hackordnungen herrschen, in der Leute die am Boden liegen, von besser gestellten aktiv unten gehalten werden. Ungeachtet der Möglichkeiten gleichberechtigter Kooperationen, die vielleicht für alle profitabel wären.

    Es gibt dort einfach viele Menschen, die keine Chance auf eine faire Bezahlung in einem gefährlichen und verantwortungsvollen Job haben, weil es genügend andere gibt, die mit dem Privatauto auf eigene Spritrechnung und eigene Unterkunftskosten zum Einsatzort fahren und dämlicherweise zufrieden sind, wenn ihre rein finanzielle Bilanz am Monatsende knapp positiv ist.

    In dieser Welt ist es einfach notwendig, die Menschen zum Beispiel mit Mindestlohngesetzen vor sich selbst zu schützen.
    Und es ist notwendig, Männer daran zu erinnern (oder es ihnen erst beizubringen), dass Frauen ein Recht darauf haben, in Ruhe gelassen zu werden.

    Im Spiegel gab es vor einer Weile mal einen Artikel darüber, wie die Vornamen von Schülern zu tendentiell schlechteren Benotungen führen können. Ich war überrascht, dass es dazu erst eine wissenschaftliche Studie geben musste, weil ich selbst erlebt habe, wie meine Klassenlehrerin in der ersten Klasse einen Jungen namens Roger heruntermachte und sich weigerte, seinen Namen richtig auszusprechen (Sie sagte immer [ro:ger] statt [rɔd͜ʃer] und reagierte ziemlich angepisst auf Versuche, sie zu korrigieren). In einer anderen Schule weiß ich von einer Janine, die seitens der Lehrer dasselbe Problem mit der Verdeutschung ihres Namens hatte. Vielleicht ein ostdeutsches Problem?

    Bevor ich selbst nach Bayern gezogen bin, habe ich jedenfalls ständig Leute getroffen, denen scheinbar nicht klar war, dass andere Leute auch Leute sind.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.