Die Wahrheit über Vergewaltigung

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=Hog9Nlf-dRs[/tube]

Es taucht immer wieder die Angabe auf, dass eine von vier Frauen in den USA schon einmal vergewaltigt wurde. Wie es ausschaut, ist das tatsächlich nahe an der Wahrheit. Es sind irgendwo zwischen 9% und 26%. Damit ist eine echte, mit physischer Gewalt verbundene Vergewaltigung gemeint. Das zeigen offenbar eine Reihe von Studien und es ist wissenschaftlicher Konsens.

In Deutschland sind es erheblich weniger – 8,6%. Und das inklusive sexueller Nötigung und versuchter sexueller Nötigung, also nicht nur „richtige“ Vergewaltigung.

Wie es dazu kommt und in welchem Kontext sich Vergewaltigungen ereignen, erscheint von einiger Bedeutung, die über eine Fußnote hinausgehen sollte.

Kurzversion: Am häufigsten passiert so etwas im Teenageralter und bei jungen Erwachsenen. Wenn sie betrunken sind. Und sich gegenseitig kennen.

Bei den Fällen, die angezeigt werden, ist die Aufklärungsrate hierzulande hoch:

Laut deutscher Polizeistatistik wurden 2010 in Deutschland 46.869 Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gemeldet, davon 7.724 Fälle von Vergewaltigung oder schwerer sexueller Nötigung. Die Aufklärungsquote lag bei rund 82 Prozent, wie auch in den Jahren zuvor

Es ergibt also durchaus Sinn, Vergewaltiger anzuzeigen.

Der Kontext ist wie immer entscheidend. Der sieht so aus: In den allermeisten Fällen – über 98% – kannten sich Täter und Opfer. Und in zwei Drittel der Fälle fand die Vergewaltigung unter dem Einfluss von Alkohol statt. Also junge, betrunkene Freunde und nähere Bekannte wie Klassenkameraden beim Trinken und „Party machen“ – das dürfte das häufigste Szenario sein. Ein fremder Vergewaltiger, der hinter dem Baum hervorspringt – so etwas gibt es äußerst selten.

Die Verabreichung von K.O.-Tropfen durch Fremde geschieht ebenso extrem selten – in der Regel ist Alkohol das Problem:

In einer 2009 vom British Journal of Criminology veröffentlichten Studie wurde der weitverbreitete Gebrauch von K.-o.-Tropfen als moderne Sage bezeichnet. Der Studie zufolge habe die Polizei keine Hinweise, dass K.-o.-Tropfen regelmäßig bei Vergewaltigungen eingesetzt werden. In den meisten Fällen sei die Ursache stattdessen exzessiver Alkoholkonsum.[12] Im Jahr 2008 wurde in einer australischen Studie festgestellt, dass keiner der 97 Patienten, die in einem Zeitraum von 19 Monaten in einem Krankenhaus in Perth wegen vermeintlichen Konsums von K.-o.-Tropfen behandelt worden waren, diesen tatsächlich ausgesetzt gewesen war.[12] Am Münchner Institut für Rechtsmedizin wurden zwischen 1995 und 1998 insgesamt 92 Fälle registriert, bei denen der Verdacht auf Verabreichung von K.-o.-Tropfen bestand. Häufigste Folgestraftat war hier nicht Vergewaltigung (13 % der Fälle), sondern Raub (47,8 %).[4] Einer Studie im Deutschen Ärzteblatt zufolge liege in den untersuchten Fällen häufig eine freiwillige Einnahme vor; in Großbritannien sei in den Jahren 2000 bis 2002 lediglich in 21 von 1014 Fällen eine unfreiwillige Einnahme von K.-o.-Tropfen nachgewiesen worden.[4]

Wie hoch die Dunkelziffer auch sein mag – da kann man praktisch alles behaupten und das wird auch gemacht – so beträgt der Anteil von Falschanschuldigungen in Europa im Schnitt sechs Prozent. Sechs Prozent der bei der Polizei angezeigten Vergewaltigungen waren keine, sondern sie waren vorgegeben, da sich Frauen an Männern rächen oder ihnen aus sonstigen Gründen schaden wollten. So etwas gibt es auch.

Insgesamt betrachtet ist Vergewaltigung sicher ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem – in den USA mehr als hier. Die Analyse durch Feministen ist praktisch vollkommen falsch (Fremde Agenten des Patriarchats als Vergewaltiger statt Freunde beim Feiern, K.O. Pillen statt Alkohol), aber das ändert die Lage auch nicht. Eines wird jedenfalls mehr als deutlich: Alkohol spielt eine große Rolle. Vielleicht sollte man einen Weg finden, Spaß zu haben, ohne seine Sinne zu betäuben.

Quellen (neben dem Video oben und den Statistiken darin) sind die auf Wikipedia recht ordentlich gesammelten Daten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Vergewaltigung

http://de.wikipedia.org/wiki/K.-o.-Tropfen

9 Kommentare zu “Die Wahrheit über Vergewaltigung

  1. Dr. Webbaer sagt:

    Die effektivste Lösung des Problems bestünde darin, eine vernünftigere Feierkultur zu entwickeln.

    Das klingt jetzt, auf die Schnelle und aus der Ferne kommentierend, nicht so-o zustimmungsfähig; es klingt nicht so als ob man laut rufen möchte „Muss ich haben, jetzt, hier & unbedingt!“.

    War das Maskulinismus oder Maskulismus?

    MFG
    Dr. W

    • Der Vorschlag ist von geringem populistischen Wert. Statt mit dem Trinken und der Hurerei aufzuhören zahlen die Leute lieber für ein paar feministische Fakultäten.

      • Dr. Webbaer sagt:

        Die es vielleicht nicht erfordert, extrem laute, weitgehend aus melodiefreiem Takt bestehende Geräusche anzuhören, während man seine Sinne mit harten Drogen (zu denen Alkohol eigentlich zählen müsste) betäubt.

        Klingt dennoch ein wenig rückwärts gekehrt. Früher wurde vor dem Rock’n’Roll gewarnt, jetzt ist es wohl Techno oder vergleichbare Musik, die in Ungnade fällt, den Rap nicht zu vergessen.

        Klingt also auf das erste Hören nicht so super-liberal, denn ein dementsprechend Aufgestellter würde womöglich doch eher die Tat in den Vordergrund rücken wollen, nicht die Umstände.

        Wobei Ihre Nachricht natürlich nicht gänzlich unverstanden bleibt, es muss Frauen bspw. klar bleiben, das sie, auch wenn indisponiert, gegenüber womöglich ebenfalls Indisponierten klar Nein sagen müssen, vor allem auch noch dementsprechend in der Lage sein müssen.
        Denn ansonsten wäre man recht schnell bei der „Vergewaltigung“ ohne Vergewaltiger.

        MFG
        Dr. W (der freundlich zu weitergehender Reflektion einlädt)

        • sba sagt:

          Ähm…fällt das nicht mehr oder weniger unter „dagegen ohne Verbotsantrag“ a.k.a. „kritisieren ohne zur Zustimmung zu zwingen“?

          Und ist es nicht eigentlich in jeder Musikgattung so, dass es gute und miserabele Stücke gibt? Und dass beim sogen. „Feiern“ (ich nenn es Wochenend-Besäufnis-Touren“) selbst die besten Stücke spätestens an übersteuerten Lautsprechern scheitern?
          Animositäten, vielleicht. Bei mir aber auch eine Nachwirkung von Atlas, darin Miss Tagart den Gedanken äußerte, Feiern sollten jenen vorbehalten sein, die etwas zu feiern haben, woraus ich „Feiern sollte man, wenn man etwas zu feiern hat“ gemacht habe – Ausdruck der Freude über etwas Erreichtes mit jenen, die einem wichtig sind, bzw. jenen, mit denen man es erreicht hat. Alles andere ist m.E. eher eine verschärfte Form von Feierabendbier (welches ich an sich ja nicht mal kritisiere, der Schaden liegt nur eben im Exzess.) Und es sollte doch eigentlich jedem klar sein, dass eine Trübung der eigenen Wahrnehmung, Koordinations-, Artikulations- und Reaktionsfähigkeit einen verwundbarer macht, als man bei klarem Kopf ist? (Und zumindest zwischen Alkoholika und Mineralwasser abzuwechseln ist nun wirklich nicht allzu schwierig)
          (Na, wie weit habe ich daneben geschossen ;-)?

          Ansonsten stellt sich mir bei einer derart hohen Opferzahl die Frage, ob die Täterziffer tatsächlich so niedrig sein kann, wie ich sie vor ein paar Tagen aufgrund anderer Angaben vermutet habe? Oder ob mein Fehler darin bestand, eine „feministische Analyse“ zugrunde zu legen? Oder sind die Fälle, die sich im Kontext benannter „Feier“-Kultur abspielen „lediglich“ Manifestationen extremer und ziemlich verbreiteter Idiotie (seitens der Täter)? Oder was ist überhaupt los?

        • Kulturell und ethisch bin ich auch nicht liberal. Bestimmte Rituale und Traditionen, wie Komasaufen, empfinde ich als irrational und bin dagegen. Ich bin nur politisch liberal, lasse die Menschen also mit Freuden in ihr Unglück laufen, ohne sie gesetzlich daran hindern zu wollen.

          • Dr. Webbaer sagt:

            Wobei die Politik wohl die allgemeine Kultur und Ethik verwaltet indem sie zumindest Rahmen setzt.
            Es sich also um die Politik zu bemühen gilt, wenn bspw. Witwenverbrennungen, Kinderheiraten und das gerne so genannte Komasaufen verhindert werden sollen.

          • Die Politik dient m.E. dazu, unsere Rechte zu schützen. Witwenverbrennungen und Kinderheiraten sind Eingriffe in individuelle Rechte, Komasaufen per se nicht. Es sei denn, Kindern wird Alkohol verkauft oder irgendwer wird zum Trinken gezwungen. Von daher sehe ich Komasaufen als Frage individueller Verantwortung – Ethik, nicht Politik.

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Herr Müller, die Politik ist in etwa die Summe des allgemeinen ethischen Bemühens, in etwa so wie die Wirtschaft die Summe des allgemeinen wirtschaftlichen Austausches ist.

    Bereits in den Staats- oder Herrschaftsformen ist Ethik eingegossen, die modernen „westlichen“ Systeme folgen denn auch den Wertemengen der Aufklärung und dem Liberalismus.
    Erkennbar an vielen Einzelpunkten, etwa daran, dass in D (und vielen anderen „westlichen“ Ländern) Parteien mit einem gewissen Mindestmaß an Liberalismus am Start sein müssen, denn ansonsten werden sie verboten.

    Eine Trennung zwischen Gesetz und Ethik ist nicht möglich.
    Das sogenannte Komasaufen wäre also ethisch OK – solange nicht verboten. [1]
    Aber womöglich meinen wir dasselbe.

    MFG
    Dr. W

    [1] und wird es verboten, könnte die Ethik des Einzelnen oder des Liberalismus gegen das Gesetz sprechen – überhaupt geht ja der Trend der Liberalen, mich eingeschlossen, ein wenig dahin die „westlichen“ Systeme mehr und mehr zu kritisieren, weil sie auf einem ungünstigen Weg scheinen, auf einem Dritten Weg, der nur im Kollektivismus enden kann, denn „Dritte Wege“ können nicht stabil sein

  3. The Oppressed sagt:

    also die nur 6% Falschanschuldigungen kann nicht ansatzweise stimmen ! Das sind weeesentlich mehr ! Schon allein die Tatsache, dass der Frau nichtmal einen plausiblen Verdachtsmometn braucht und der Mann seine Unschuld beweisen muss ( in dr Praxis ), Frau also duch das blosse erheben des Wortes Schwezensgeld ‚verdienen‘ kann, sollte zu denken geben.

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