Die patriarchale Wende

Zunächst hoffe ich, dass dieser Beitrag nicht zu psychedelisch ausfallen wird, denn aktuell habe ich mir eine Virusinfektion eingefangen und kann mich nur ein paar Minuten am Stück konzentrieren. Möglicherweise schreibe ich abwechselnd geniale Einsichten und totalen Schwachsinn auf. In meinem hypnotischen Zustand habe ich mir jedenfalls zwei neue Videos reingezogen, die ich hier verlinken und einige Gedanken dazu notieren möchte. Aber zunächst eine allgemeine Beobachtung.

Kurz gesagt sind wir auf dem Weg zurück zu einem patriarchalen, vor-aufgeklärten Frauenbild und Feministen sind schuld.

Mir ist nach ausgiebiger Inspektion folgendes am anderen Geschlecht aufgefallen:

1.) Einerseits sind in unserer Zeit und Kultur Bücher wie die „Shades of Grey“-Reihe und die „Twilight“-Filme und -Bücher populär. Darin sind die Frauenfiguren weitgehend passive Rezipienten männlicher, dominanter Aufmerksamkeit. In den „Twilight“-Filmen und -Büchern wird der weiblichen Hauptfigur Bella Swan vom Vampir-Boy Edward nachgestellt und überwacht. Dieser Vampir ist ein Psychopath, der seit Jahrhunderten immer wieder dieselbe Schulklasse besucht. Bella tut im Grunde nichts. Sie kann nicht einmal richtig laufen und muss immer wieder von Edward aufgefangen und von ihm herumgetragen werden. Irgendwann wird sie dann von ihm geschwängert. In „Shades of Grey“ geht es darum: „Die Trilogie schildert die Beziehung zwischen der 21-jährigen Studentin Anastasia Steele und dem sechs Jahre älteren Unternehmer und Milliardär Christian Grey“. „Shades of Grey“ war ursprünglich Fanfiction von E.L. James zu Büchern der „Twilight“-Autorin Stephanie Meyer, einer stockkonservative Mormonin. Christian Grey ist ein Psychopath, der Anastasia nachstellt, aber nicht nur das: Er gibt ihr genaue Anweisungen, wie ihr Tagesablauf auszusehen hat und überwacht sie. Passenderweise haben Anastasia und Grey dann sadomasochistischen Sex. Eine Steigerung der Sexszenen in Twilight, wo Bella völlig passiv ist.

Diese millionenfach gelesenen, bei unzähligen Frauen beliebten Fiction-Serien beschreiben eine patriarchale, autoritäre, stockkonservative Beziehung mit einem allmächtigen, dominanten Mann, der eine passive Frau unterwirft. Und das ist eine heute, in unserer Zeit höchst populäre Frauenfantasie. Ein Wunschtraum, geteilt von Abermillionen Frauen – nicht in islamischen Ländern, sondern im Westen.

2.) Zur selben Zeit wird die Gesellschaft von radikal-feministischen Forderungen heimgesucht, die nach und nach erfüllt werden. Das radikal-feministische Frauenbild ist im Grunde identisch mit dem patriarchalen Frauenbild: Die Frau als unfähige, unselbständige, intellektuell minderbemittelte Kreatur, die von Männern beschützt und verwöhnt werden muss. Feministen fordern daher, dass Frauen mittels Zwangsquoten Positionen in der Gesellschaft erhalten, die sie aus eigener Kraft (glauben Feministen), nie erreichen könnten. Frauen wird bei einer Scheidung das Sorgerecht zugesprochen, sie werden für dieselben Vergehen weniger hart bestraft als Männer, sie sind weniger häufig obdachlos – sie werden in praktisch jedem Bereich bevorzugt behandelt. Feministen fordern, die Bevorzugung der Frauen vom häuslichen Bereich aus alten Zeiten auf die Politik auszuweiten.

Dazu kommt eine bemerkenswerte, unbegründete Paranoia von vielen Frauen, dass sie von fremden Männern vergewaltigt werden könnten. Ängste, die systematisch von Feministen geschürt werden. In Unis diskutieren „progressive“ Gruppen schon, ob Männer die Straßenseite wechseln sollten, wenn eine Frau auf derselben Straße läuft. Wie in islamischen Ländern. Mir ist das auch selbst zwei Mal aufgefallen, als ich auf dem Heimweg von der Uni oder Bibliothek war: Ich gehe meines Weges und höre mir The Fountainhead als Hörbuch an und vor mir läuft ein Mädchen (jeweils ein anderes), das sich immer wieder beunruhigt zu mir umdreht und plötzlich schneller läuft. Und das nicht nachts auf irgendeiner Seitengasse, sondern tagsüber auf einem Weg neben der Hauptstraße, wo viele Menschen unterwegs sind. Ich sehe übrigens nicht wie ein Stalker oder Verrückter aus. Ich bin normal, ordentlich gekleidet, laufe in gewöhnlichem Tempo mit mindestens zehn Metern Abstand, lausche konzentriert meinem Hörbuch. An mir kann es nicht liegen. Da fühlt man sich als Mann übrigens herabgewürdigt, wenn Frauen schon mal per se davon ausgehen, dass man ein Krimineller ist.

3.) These: Wir kehren zu patriarchalen Verhältnissen zurück. Die aufgeklärte Frau, die ein selbstbestimmtes Leben führt, dient heute weder für erotische Fantasien, noch als gesellschaftliches Ideal. Die Frau gilt erneut als unfähige, passive, vom Mann zu beschützende Kreatur.

Und nun zu den aktuellen Videos über den Feminismus:

The Amazing Atheist: Es gibt keine Vergewaltigungskultur

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=1KQQ1bzQn0k[/tube]

In diesem Video kontert der Amazing Atheist Argumente von Feministen, warum es im Westen eine „Vergewaltigungskultur“ geben soll. Angeblich würde Vergewaltigung irgendwie schön geredet oder verharmlost werden und Frauen hätten keine Chance vor Gericht. Ähnlich wie die in den meisten Fällen unbegründete Furcht, von fremden Männern vergewaltigt zu werden, ist die Idee einer Vergewaltigungskultur eine paranoide Wahnvorstellung.

Thunderf00t: Rückblick auf die Unterwanderung der säkularen Szene durch Feministen

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=Nm1R2aIm9Po[/tube]

Tunderf00t blickt auf die Auseinandersetzung über den Feminismus in der amerikanischen Atheistenszene zurück, in deren Zentrum er sich befand. Die säkulare Szene hatte sich nach dem Neuen Atheismus dem Atheism Plus zugewandt, der politische Korrektheit und feministische Forderungen predigte und eine Hexenjagd auf Abweichler startete. Inzwischen ist Atheism Plus an mangelndem Interesse gescheitert und die säkulare Szene befindet sich in einer Krise.

Ein Kommentar zu “Die patriarchale Wende

  1. The Oppressed sagt:

    Genialer Artikel, traumhaft poientiert bzw. scharfsinnigst auf dem Punkt bracht … könnten so evtl. sogar 1 oder 2 Feministinnen verstehen.( ich kann leider die Hoffnung nicht sterben lassen, auch wenn ich weiss, dass es Schwachsinn ist… )

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