Deschner, der altruistische Mystiker

Karlheinz Deschner gehört zu den einflussreichsten Religionskritikern Deutschlands. Er ist der Autor der zehn Bände umfassenden „Kriminalgeschichte des Christentums“. Er wird immer und überall von Atheisten und Religionskritikern gelobt. Aber wie Deschner selbst schrieb: „Nur Lebendiges schwimmt gegen den Strom.“

Um hier einmal etwas Ungewöhnliches über den Propheten der deutschen Kirchenkritik anzumerken: Mir hat Karlheinz Deschner vor allem als Literaturkritiker gefallen. Wie Deschner Hermann Hesse in seinem Klassiker „Kitsch, Konvention und Kunst“ auseinandernimmt, finde ich noch immer grandios.

Der Mystiker

Man kann den Großteil von Deschners Werken eigentlich nur verstehen, wenn man weiß, dass er vor allem eines ist: Gegen physische Gewalt. Deschners Seele ist zerbrechlich wie eine Ming-Vase. Alles, was irgendwie mit Gewalt zu tun hat, versucht er kaputtzuschreiben. Warum getötet wird, in welchem Kontext, ob Mensch oder Tier, ist Nebensache, wenn Deschner es überhaupt erwähnt. Liest man sein amerikafeindliches Buch „Der Moloch“ könnte man meinen, es wäre absolut gleich, ob ein Amerikaner einen Briten während des Unabhängigkeitskrieges tötete oder umgekehrt, oder ein Amerikaner einen Nazi oder umgekehrt. Tod ist Tod, Mord ist Mord. Welch simple, naive, platte Auffassung, die der Komplexität der Gewalt und des menschlichen Lebens nicht annähernd gerecht wird.

Deschner hat sich passenderweise auch als radikaler Tierschützer hervorgetan. Seine philosophische Begründung hierfür lautet:

„Ich neige zum Hylozoismus, wonach jeder Stoff (hyle) von Leben (zoe) erfüllt ist, zum nahverwandten Panpsychismus sogar, der alle Materie für beseelt hält – woran ich nur beim Anblick gewisser Artgenossen zweifle, aber nie vor Tieren, Blumen, einem Baum.“

Nicht alle Menschen sind also beseelt, aber dafür alle Steine und Sträucher. Woran erkennt man diese Beseeltheit? Sicher nicht an dem, was Steine und Sträucher tun. Es handelt sich nicht einmal um eine willkürliche, sondern um eine schlicht falsche Behauptung. Leblose Materie ist laut Definition nicht von Leben erfüllt oder beseelt. Nur Entitäten mit voluntaristischem Bewusstsein sind beseelt – also nur Menschen (sofern die „Seele“ der menschliche Geist ist – ich wüsste nicht, was sie sonst sein sollte).

Steine tun nichts. Steine liegen nur da. Sie müssen auch nichts tun. Sie brauchen nichts denken, sie können auch nicht denken. Steine haben kein Gehirn, keinen Geist und es gibt keine Belege, die auf irgendeine Beseeltheit hindeuten. Nur Lebewesen müssen Handlungen einleiten, um zu überleben. Nur Menschen müssen Gedanken einleiten, um zu überleben. Nur Menschen können darüber reflektieren, was das Bewusstsein ist und ob Steine das auch haben. Was nicht heißt, dass sie alle besonders gut darin wären.

Deschners Denken ist unheimlich nebulös und vom Mystizismus durchdrängt. Er will nicht einmal zwischen Entitäten unterscheiden, für ihn ist alles eins:

„… panta rhei. Aber es ist ein Werden, ganz vom Sein gesättigt (…). Vorher und Nachher in einem, Praeexistenz und Postexistenz, Dynamik ewiger Gegenwart: – wie wenn ein Sommerbild, der Pappelfluß mit grünen Wiesen an den Schultern, lautlos hallend ins Bewußtsein fällt: in e i n e m Augenblick Äonen, Gefühl, daß Zukunft immer schon gewesen, Vergangenheit die Zukunft ist, das Leben mir innerlicher angehört als ich mir selber; Evolution rückwärts, Heimkehr zum Ursprung. (…) Die Individualität vergeht. Eine Welle im Meer. Ein Hauch im Wind.“

Die Zukunft ist Vergangenheit, das Individuum geht im Meer unter. Und wenn das Humanismus sein soll, dann gibt es keinen Humanismus mehr.

Der Altruist

Zu Deschners Sammelsurium an mystischen, irrationalen Ansichten gehört auch der Altruismus, die Selbstaufopferung für andere:

„Unglücklicher als alle: wen fremdes Leid mehr trifft als eigenes, denn fremdes Leid ist immer.“ „Alles Leben ist Leiden. Der wissend gewordene Wille zum Leben ist also von einem tiefen Mitleid mit allen Geschöpfen ergriffen.“

Da ist es wieder, das ewige Mitleid. Es gibt keinen rationalen Grund, warum man das Leid anderer schwerer empfinden oder gewichten sollte als das eigene, darum meint Deschner, er müsse seine Ethik nicht begründen. Kann er schließlich nicht. Das Mitleid sei angeboren. Sehr praktisch.

Wie christlich Deschners vermeintlich antichristliches Weltbild doch ist! Der gnostische Glaube an Contemptus mundi, die Verachtung der irdischen Welt. Die Aufopferung des Selbst für andere – eine Ethik nach dem Beispiel Jesu Christi.

Der Misantroph

Ob von Flammen zerfressen, von Würmern, jeder ist Teil eines Fortsetzungsromans ohne Ende.

Ähnlich aufheiternd fallen die meisten von Deschners Aphorismen aus. Das irdische Dasein wäre nur Schall und Rauch. Der Unterschied von Deschner und einem Christen besteht nur darin, dass bei Deschner auch noch Erlösung und Himmel wegfallen. Wir werden von Würmern zerfressen und Ende. Danke auch, sehr humanistisch!

Ayn Rand schrieb einst: „Wer ‚Ich liebe dich!‘ sagen will, muss erst das ‚Ich‘ sagen können.“ In der Tat: Wer „Ich lebe!“ sagen will, muss erst das „Ich“ sagen können. Karlheinz Deschner will es nicht sagen. Er schreibt vielmehr:

Welche Übertreibung: Ich! Adorno nennt es die Unverschämtheit vieler. Doch ist’s nicht eine Übertreibung aller? Die Megalomanie schlechthin? Ist nicht selbst der bedeutendste Geist eine transitorische Größe? Anonym wie ein Windstoß, der kommt und vergeht?

Ist „Ich“ eine Übertreibung? Sprich für dich selbst. Das Ich ist das einzige, was wir haben und das einzige, was zählt. Andere Menschen zählen nur darum, weil sie für das Ich zählen, weil sie unser Leben bereichern, weil sie Werte für uns sind. Der Renaissance-Humanismus führte das Ich, den individuellen Menschen, zur lang ersehnten Wiedergeburt, nachdem es im christlichen Mittelalter Gott geopfert worden war. Die Aufklärung erhob  den Menschen zum Herrscher über sich selbst, zum Lenker seines eigenen Lebens. Die Kollektivismen wie der Faschismus und Kommunismus begruben das Ich in Volk und Klasse und in Massengräbern. Es gibt nur ein heiliges Wort, Herr Deschner: EGO!

Und wo Intelligenz Ethik ausmerzt, herrscht das Verbrechen. So werden die Flammenmeere der Forschung mehr Opfer noch fordern, mehr Menschen und Tiere verschlingen als einst die Scheiterhaufen der Inquisition.“

Sehr poetisch. Aber inhaltlich ein gequirlter Quark mit Soße, um bei der Bildersprache zu bleiben. Von welchen „Flammenmeeren der Forschung“ spricht Deschner hier eigentlich? Welche Menschen verschlingt die moderne Forschung? Keine! Sie rettet unzählige Menschenleben, unter anderem mit Tierversuchen, aber sie verschlingt keine Menschen. Der Vergleich von Tierversuchen mit der Inquisition ist reine Menschenverachtung. Tierversuche dienen dazu, Menschen zu retten. Es handelt sich um einen rationalen Gebrauch von Tieren. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Mensch dagegen argumentiert, Tieren unnötiges Leid anzutun, sie auf irrationale Weise zu behandeln oder zu gebrauchen. Aber sie gar nicht zu gebrauchen, dafür gibt es keinen guten Grund. Nada. Im Gegenteil. Es mag nicht jedem aufgefallen sein, aber das menschliche Leben ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Wir möchten auch leben! Jedenfalls die meisten von uns. Und dafür müssen wir auf bestimmte Weise handeln.

Schließlich wird Deschner von seinen „humanistischen“ Bewunderern hoch dafür geachtet, wie er lebt und arbeitet: In einem unbeheizten, kleinen Zimmer irgendwo in Unterfranken (hier in der Nähe – und so schrecklich lebt sichs hier gewöhnlich nicht), mit Wolldecke und Katzen als Gesellschaft. Ohne Institute, die ihm bei der Forschung helfen. Und in diesem kümmerlichen Zustand vollendet er „heldenhaft“ sein Lebenswerk. Beeindruckend! Für Menschen mit altruistischer Ethik jedenfalls. Nach meinem Dafürhalten ist es irrational und blanke Selbstzerstörung, sich die Bequemlichkeiten der Moderne absichtlich vorzuenthalten. Gewiss: Produktivität, Arbeitseifer, die Verfolgung eines Zieles im Leben, all dies sollte man anerkennen. Und das tue ich auch. Aber selbst gewählte Selbstzerstörung? Niemals. Ein solches Handeln ist Ergebnis einer anti-menschlichen Ethik. Eine Tragödie. Aber nicht anerkennenswert, erstrebenswert, nachahmenswert. Sondern einfach nur tragisch und traurig.

Der Verschwörungstheoretiker

Armin Pfahl-Traughber nahm Deschners antiamerikanisches Buch „Der Moloch“ in seiner Rezension Deschners USA-Bild auseinander. Deschner wütet darin undifferenziert gegen die „Yankees“, wie er sie unentwegt nennt. Die Amerikaner personifizieren für ihn das Prinzip der Gewalt. Nicht etwa die Nordkoreaner oder Nazis oder die Palästinenser (und selbst das wäre falsch und das zu schreiben, hochproblematisch) – sondern die Amerikaner. Er lässt keine antiamerikanische Verschwörungstheorie aus. Sei es, dass die Amerikaner von der Aufrüstung während des zweiten Weltkriegs profitiert haben sollen, sei es, dass sie absichtlich Pearl Harbor bombardieren ließen, um einen Kriegsgrund zu haben. Rechtsradikale Quellen sind ihm nicht zu schade für seinen kollektivistischen Hass auf Amerikaner. Erbärmlich.

Und wie sieht es aus mit Deschners Hauptwerk, Die Kriminalgeschichte des Christentums? Ich verurteile keinen, der jetzt sagen würde: Ist mir egal. Das ist schade, aber Deschner hat es selbst zu verantworten.

15 Kommentare zu “Deschner, der altruistische Mystiker

  1. Maier sagt:

    Endlich mal eine kritische Anmerkung zu Deschner.

    Randbemerkung: Deschner schrieb über Hesse. Nicht über Heine. Und den letzten Absatz verstehe ich nicht. Was bedeuten die letzten drei Sätze?

    • Mit seiner irrationalen Weltanschauung vergrault er die Leser. Seine Kirchenkritik wird weniger ernstgenommen und wahrgenommen, wenn er in Interviews und Lesekostproben solchen Unsinn redet.

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Deschner war einer von denjenigen, die mich lange davon abhielten humanistische Positionen zu vertreten, hier eine K-Probe:

    David Signer: Aber es ist doch offensichtlich, dass viele Terroristen heute ihre Morde islamisch legitimieren.
    Karlheinz Deschner: Ja, nach der hier herrschenden öffentlichen Meinung. Doch eine Ende November publizierte weltweite Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung kommt zu einem ander[e]n Resultat. Als Hauptmotiv nämlich politischer Gewalt – sie hat sich in den letzten fünf Jahren verdreifacht – nennt die Studie nicht religiösen Fanatismus, sondern Armut, Misswirtschaft und Unterdrückung. Der religiöse Extremismus, darunter der islamische, nehme zwar zu, umfasse aber insgesamt nur ein Viertel der terroristischen Gruppen. Ihren grössten Anteil, 36 Prozent, stellen, wie eh und je, nationalistische Bewegungen.
    (Quelle)

    MFG
    Dr. W

    • Dr. Webbaer sagt:

      Übrigens muss es auch interessant zu eruieren wie Stiftungen wie die Bertelsmann-Stiftung und andere ineinander greifen und sachfremd Meinung machen…

  3. Skeptiker sagt:

    Man kann natürlich Dreschners historisches (oder literaturkritisches) Werk nicht vollständig würdigen, ohne sich mit den philosophischen Hintergründen auseinanderzusetzen. Allerdings wird es darin auch einige Fakten und Schlussfolgerungen geben, die auch unabhängig davon bestehen können.

    Ich bin nun mit dem Werk nicht gut genug vertraut, um es ausreichend würdigen zu können… Dem „Moloch“ fehlen allerdings sämtliche Quellenangaben.

    Steine tun nichts. Steine liegen nur da. Sie müssen auch nichts tun. Sie brauchen nichts denken, sie können auch nicht denken.

    Muss man etwas tuen, um Bewusstsein zu haben? Man kann zweifellos auch denken, ohne die Fähigkeit zum Handeln zu haben. Wieso sollte man dann nicht auch bewusst sein können, ohne sogar zu denken?

    Es gibt keinen rationalen Grund, warum man das Leid anderer schwerer empfinden oder gewichten sollte als das eigene, darum meint Deschner, er müsse seine Ethik nicht begründen.

    Es gibt vielmehr umgekehrt keinen rationalen Grund (gegen was grenzt sich der rationale Grund eigentlich ab?), das eigene Leid über das aller anderen zu stellen.

    Ist „Ich“ eine Übertreibung? Sprich für dich selbst.

    Naja, wenn es um schlechte Taten, Dummheiten usw. geht, sind die Menschen tendenziell eher bereit, sie als vom Gehirn determiniert, Wirkungen des Unterbewusstseins oder Notwendigkeiten unter den Druck der Verhältnissen anzusehen als bei guten Taten oder Erfolgen. Insofern gibt es schon die Tendenz, sich gewisse positive Handlungen eher zuzuschreiben.

    Wäre es denn unmöglich, dass diese Übertreibung weitergeht?
    Wieso sollte das „Ego“ ein heiliges Wort sein, dessen Konzept man nicht mehr sinnvoll hinterfragen kann?

    Ohne Institute, die ihm bei der Forschung helfen. Und in diesem kümmerlichen Zustand vollendet er „heldenhaft“ sein Lebenswerk. Beeindruckend!

    Solche Unabhängigkeit und Selbstständigkeit ist schon beeindruckend. Wenn er diese durch Einnahmen aus den Urheberrecht finanziert, dann handelt es sich dabei wohl um das stärkste Argument für ein Urheberrecht.

    • Martin sagt:

      „Es gibt vielmehr umgekehrt keinen rationalen Grund (gegen was grenzt sich der rationale Grund eigentlich ab?), das eigene Leid über das aller anderen zu stellen.“

      Och, doch da sind schon ein paar rationale Gründe anführbar. Zum Beispiel, das es das einzige ist, von dem man tatsächlich weiß, das es auch wirklich erlebt wird.

      • Die Herausforderung des Egoismus wurde traditionell von Philosophen mit der Behauptung beantwortet, dass der Egoismus keine Ethik sei. Jetzt meint Skeptiker einfach, der Altruismus sei die natürliche Ethik und Egoisten müssten ihre Ethik begründen. Nun, die Begründung geht auf das Menschenbild zurück und auf die Frage, wozu der Mensch eine Ethik braucht und wie die Bedingungen des menschlichen Überlebens (wofür er sie braucht) aussehen. Wir sind ein Lebewesen, das mit Hilfe der Vernunft seine Umweltbedingungen erkennt und lernt, die Natur für sein Überleben zu nutzen. Wir haben schließlich keine Instinkte. Der individuelle Mensch muss denken und handeln, um zu überleben. Das Überleben ist der Maßstab, das letztliche Ziel der Ethik. Also muss den Menschen sein eigenes Wohl und Wehe interessieren und dann das jener, von denen er profitiert, die Werte für ihn sind (wie Partner, Mitarbeiter, etc.). Und am wenigsten das Leid von Fremden, die ihn nichts angehen.

    • Dr. Webbaer sagt:

      Es gibt vielmehr umgekehrt keinen rationalen Grund (gegen was grenzt sich der rationale Grund eigentlich ab?), das eigene Leid über das aller anderen zu stellen.

      Haha. Es gibt die Selbsterhaltung. Die gilt als zulässig oder einwandfrei. Das Konzept greift extrapolierend, wenn bspw. ein kompetenter Akademiker, zumindest in jungen Jahren, zu viel von seinem Gehalt an andere abgeben muss, um beruhigt eine Familie zu gründen.

      HTH
      Dr. W

    • sba sagt:

      Morgen,

      „Muss man etwas tuen, um Bewusstsein zu haben? Man kann zweifellos auch denken, ohne die Fähigkeit zum Handeln zu haben. Wieso sollte man dann nicht auch bewusst sein können, ohne sogar zu denken?“

      Kann ja sein, dass dem so ist. Da wir aber nur auf das eingehen können, was wir erkennen können (mit Kant zu sprechen es um den intelligiblen Charakter der Dinge geht), gilt Occam’s Razor und braucht es schon gute Gründe (oder überhaupt Gründe) um irgendeiner Entität oder Klasse von Entitäten Bewusstsein und Personalität zu unterstellen (und in der ganz harten Fassung habe ich hier mal vertreten, dass dies auch für menschliche Körper gilt, deren Personalität erstmal eine Arbeitshypothese ist, die sich darum als nützlich erweist, weil man auf ihr positive Handlungsanleitung ableiten kann – bei Menschen lässt sich ein Unterschied im Verhalten feststellen, wenn man sie als Personen behandelt oder nicht; bei Steinen ist mir das noch nicht passiert).

      „(gegen was grenzt sich der rationale Grund eigentlich ab?“
      Gegen Willkür, Launen, Gefühl. Letztlich gegen den ganzen Rest möglicher Handlungsmotivationen im Tierreich.

      „Wieso sollte das “Ego” ein heiliges Wort sein, dessen Konzept man nicht mehr sinnvoll hinterfragen kann?“
      Anspielung auf den Schluss von Ayn Rands „Anthem“. Eine der stärksten Stellen, die ich bei ihr kenne. Und die Begründung ist die ganze vorherige Handlung.

      • Dr. Webbaer sagt:

        Muss man etwas tuen, um Bewusstsein zu haben? Man kann zweifellos auch denken, ohne die Fähigkeit zum Handeln zu haben. Wieso sollte man dann nicht auch bewusst sein können, ohne sogar zu denken?

        Das ist natürlich erst einmal „Klapsmühle“, wenn der Kommentatorenkollege ‚Skeptiker‘ beitragen möchte, muss er substanziell werden, ohne Definitionen geht hier nichts.

        MFG
        Dr. W (der diesen Vorgang aber gerne als zwischenzeitlich, als Unpässlichkeit („indischponiert“) bereit ist beizulegen)

  4. apoth sagt:

    Es liest sich recht schön, was er schreibt. Mehr interessiert manche Leute leider nicht.

  5. Die Seele ist sicher nicht das Bewußtsein. Die Seele (Psyche) ist eher das, was befähigt, sein Bewußtsein und seine Vernunft sinnvoll zu gebrauchen. Wer ein Seelenleiden hat (Depression, Psychose, usw.), hat zwar ein Bewußtsein und eine Vernunft, kann daraus aber nichts produktives machen, außer „sinnlos zu leiden“.
    Von einem kranken Bewußtsein spricht man nicht. Bewußtsein ist entweder da oder nicht. Hat man kein Bewußtsein, kann man trotzdem noch eine Seele haben. Nur tritt sie (und ihre Krankheiten) nicht in Erscheinung, solange das Bewußtsein fehlt. Wird man das Bewußtsein nicht wieder erlangen, gibt es auch nichts mehr, was befähigt, dieses zu gebrauchen. Man ist tot. Wie der Stein.
    Bewußtsein und Seele haben aber immerhin gemein, daß sie hirnorganische Phänomene sind.

    • Vielleicht sollte man die Seele einfach „Geist“ nennen und das Bewusstsein als Fähigkeit, aufmerksam zu sein, wäre dann eine Eigenschaft des Geistes. Stimmt aber, das war unscharf formuliert und ich habe es entsprechend geändert.

  6. Claus sagt:

    Also ich habe Deschner am Anfang auch gerne gelesen bes. „Abermals krähte der Hahn“ und „Der Gefälschte Glaube“. Aber er wurde immer seltsamer,besonders sein Tierschutzfanatismus. Einmal schrieb er, die christlichen Forscher töten Tausende Tiere etc… Dabei wurde festgestellt,daß besonders Biologen/Physiker/Chemiker stark zum Atheismus neigen.

    Und was er über Tierversuche schreibt ist tatsächlich Bullshit. Leider immer noch notwendig,wird die Zahl eher noch steigen,weil Ersatzmethoden noch viel weniger auf den Menschen übertragbar sind.

    Ich habe zB eine transgene Maus gemacht, die eine menschliche Erbkrankheit simuliert. Versuche an den Mäusen werden helfen das Leiden betroffener Kinder etwas zu lindern.Eine Alternative ist Experimente direkt an den betroffenen Kindern zu verüben. Aber vielleicht will er ja das ?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.