Die Deutschen finden Planwirtschaft gut

Sind die Deutschen strohdumm oder dumm wie Stroh? Vor diese Alternative sieht man sich aufgrund einer Allensbach-Umfrage gestellt, welche die F.A.Z. jüngst in Auftrag gab, siehe:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/allensbach-analyse-stille-liebe-zur-planwirtschaft-12682183.html

Demnach finden Planwirtschaft – die Wirtschaftsordnung, die im 20. Jahrhundert mehrere Millionen Menschen in China, Sowjetrussland, Kambodscha, etc. verhundern ließ und welche die Ostdeutschen verarmte und sie versklavte – und Marktwirtschaft, der universelle Wohlstandsgenerator, bei den Deutschen ungefähr die gleiche Zustimmung.

Der Wahnsinn schlechthin ist die Antwort der Deutschen auf zwei Fragen, die sich auf die staatliche Preisfestsetzung beziehen. Einmal wurden sie gefragt, ob sie es gut finden, wenn der Staat Obergrenzen auf die Preise von Grundnahrungsmitteln festlegen würde oder nicht. 46% stimmten dem zu und 37% lehnten dies ab. Dann wurde diesselbe Frage gestellt, nur mit Bezug auf die Festlegung von Obergrenzen bei Mietpreisen (die geplante „Mietpreisbremse“). Dann stimmten 71% der staatlichen Preisfestsetzung zu.

Wieso? Das ist dasselbe Prinzip! Wenn Preisfestsetzungen eine gute Idee sind, sollte es der Staat natürlich auch bei Grundnahrungsmitteln machen. Sind sie eine schlechte Idee, dann sollte der Staat die Preise überhaupt nicht festsetzen. Ein Mensch mit funktionierendem Verstand kann unmöglich gegensätzliche Antworten auf diese Fragen geben! Man kann doch nicht die Preise von Mieten festsetzen wollen, aber nicht die Preise von Grundnahrungsmitteln. Wenn die Preisfestsetzung funktionieren würde, dann sollte man sie sogar zuerst beim Wichtigsten, bei den Grundnahrungsmitteln einführen. Logisch. Aber mit Logik, Denken und dem ganzen Zeug haben es die Deutschen ohnehin nicht so. Das ist zu angelsächsisch, wir Kontintentalen leben in unseren höheren Gefilden, wo sich Widersprüche im dialektischen Tanz vergnügen.

Die Marktwirtschaft wird von den Deutschen zudem – im Unterschied zur Planwirtschaft – mit „Gier“, „Rücksichtslosigkeit“ und „Ausbeutung“ assoziiert. Da haben linke Intellektuelle und Journalisten ganze Arbeit geleistet. Ihre giftige Ideologie wird noch immer mit der Muttermilch aufgesogen. Wie ist es eigentlich, eine gemeingefährliche Wahnidee, von der man weiß, dass sie zur Katastrophe führen muss, im Volk zu verbreiten?

Die Deutschen haben die Marktwirtschaft nie verstanden – und sie haben sie offensichtlich nie verstehen wollen. Zugegeben habe ich sie bis in die Oberstufe auch nicht wirklich verstanden. Aber irgendwann setzt man sich im Prozess des Aufwachsens einmal hin und informiert sich über ein so wichtiges Thema, wenn man nicht ewig ein Dummbolzen bleiben will. Ludwig Erhard würde im Grab rotieren.

Wenn ich nur daran denke, was die große Koalition an Staatsgeschenken plant – und alles davon müssen meine und die folgenden Generationen finanzieren (was wir übrigens nicht tun werden, weil wir dann schon längst ausgewandert sind). Da sieht man, wer tatsächlich rücksichtslos, gierig und ausbeuterisch ist: Die neuen Sozialisten, die glauben, dass die Staatseinnahmen wie Mana vom Himmel fallen. Und die derweil ihre Kinder und Kindeskinder ausnehmen. Arschlöcher.

Danke an Andreas Dietz für den Hinweis!

5 Kommentare zu “Die Deutschen finden Planwirtschaft gut

  1. Milfweed sagt:

    Viele verwechseln persönliche Präferenzen mit politischen Gesetzgebungsberg, die ausnahmslos immer mit Gewalt durchgesetzt werden.
    Sie lesen also nicht „Sollte der Staat die Mietpreise festsetzen?“
    , sondern „wollen sie höhere Mietpreise zahlen?“

    • Martin sagt:

      Das stimmt wohl. Lustig, das sich hinter dem Schein des „Sozialen“ doch immer der nackte Egoismus verbirgt.

  2. Babo Webbaer sagt:

    Allgemein treffend berichtet:

    Die Deutschen haben die Marktwirtschaft nie verstanden – und sie haben sie offensichtlich nie verstehen wollen. Zugegeben habe ich sie bis in die Oberstufe auch nicht wirklich verstanden.

    Manche schon. – ‚A-Löcher‘ war deftig, aber angemessen, wie kann ein derart doppelsozialistisiertes Volk nur derart aufgestellt bleiben?

    MFG
    Dr. W

  3. Joachim sagt:

    Wirtschaftslehre kommt in den allgemeinbildenden Schulen nicht vor. Dazu haben wir uns jahrzehntelang an den Wohlstand gewöhnt. Sogar Selbständige, die ich kenne, rallen nicht, warum sie immer mehr Steuern und andere Abgaben zahlen müssen. Spätestens der Mindestlohn macht vielen kleinen Betreiben dann den Garaus – aber wir sehen in Frankreich, daß nichtmal das für ein böses Erwachen sorgen wird. Auf Zettels-Raum erschien dazu mal ein ausführlicher Beitrag.

  4. Positron sagt:

    Hallöchen,

    aktuell scheint durch unsere Presse ein Wellen an Berichten über „Chinas Superwaffen“ zu rollen. Hier beispielsweise: http://www.fr-online.de/meinung/analyse-usa-fuerchten-chinas-neue-super-waffen,1472602,11597552.html oder im aktuellen Welt der Wunder Maganzin. Nun sollte es niemanden überaschen, das China seine Streitkräfte kontinuierlich modernisiert und erweitert ist ja nichts neues. In den Artikeln klingt es allerdings so, dass diese „Superwaffen“ einfach so aus dem Ärmel geschüttelt wurden und allem was es sonst so gibt total überlegen sein. Zumindest das erstgenannte halte ich für mehr als unwarscheinlich. Allerdings würde mich mal interessieren, wie es denn nun tatsächlich um die Leistungsfähigkeit des chinesischen Militärs bestellt ist. Ihr kennt da wohl nicht ein paar halbwegs vertrauenswürdige Quellen?

    Denkt ihr China wird zur alles dominierenden Weltmacht?

    MfG Positron

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