Mandelas ökonomisches Versagen

Der irische Blogger Mark Humphrys kommt zum selben Ergebnis für die britischen und irischen Medien in Bezug auf die Berichterstattung über Nelson Mandela wie ich über die deutschen Massenmedien: Totalversagen. Vollkommen einseitig positive Darstellung. Hin und wieder in positiven Artikeln versteckte Kritik, aber kein dezidiert kritischer Artikel. (Wenn ihr einen findet, schreibt mir: feuerbringer(at)hotmail.de).

Humphrys hat sich außerdem die ökonomische Entwicklung Südafrikas unter Mandelas Präsidentschaft von 1994-9 angesehen. Fazit: Totalversagen Mandelas. Wer es nicht glaubt:

1. Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts unter Mandela

Entwicklung BIP Südafrika von 1993 bis 2000, Statisik des Ökonomen Angus Maddison, http://www.ggdc.net/MADDISON/oriindex.htm

Entwicklung BIP Südafrika von 1993 bis 2000, Statisik des Ökonomen Angus Maddison, http://www.ggdc.net/MADDISON/oriindex.htm

Fazit: Quasi-Stagnation.

Zum Vergleich die Entwicklung Irlands im selben Zeitraum:

Entwicklung BIP Irland von 1993 bis 2000, Statistik des Ökonomen Angus Maddison

 2. Entwicklung der Arbeitslosigkeit unter Mandela

Entwicklung Arbeitslosigkeit Südafrika, Quelle: http://www.nber.org/papers/w13167.pdf

Die Arbeitslosigkeit stieg unter Mandela von 13% (1994), als Mandela seine Präsidentschaft antrat, auf 25% bei seiner Abdankung. 2001 lag sie bereits bei über 30%. Man stelle sich vor, ein deutscher Bundeskanzler hätte ein solches Ergebnis. Würden die Deutschen ihn als „Der letzte große Mann“ (FAZ) feiern?

3. Entwicklung der Lebenserwartung unter Mandela

Lebenserwartung unter der Apartheid 1990: 62 Jahre (Durchschnittliche Lebenserwartung aller Südafrikaner, inklusive des schwarzen Bevölkerungsanteils)

Lebenserwartung 1999 bei Mandelas Abdankung: 55 Jahre

Lebenserwartung heute (unter Mandelas sozialistischer Partei ANC): 51 Jahre

Man stelle sich vor, ein deutscher Wirtschaftsminister hätte ein solches Ergebnis vorzuweisen! Das passiert mit einem kommunistischen Präsidenten an der Regierung, der einige pragmatische Kompromisse eingehen musste (sonst wäre das Ergebnis noch dramatischer ausgefallen).

Siehe auch:

Ruhe in weiß gewaschener Weste

Die dunkle Seite von Nelson Mandela

2 Kommentare zu “Mandelas ökonomisches Versagen

  1. Dr. Webbaer sagt:

    Stimmen die Daten?, sind andere Zählweisen eingeführt worden?
    Könnte ja sein, Ihr Kommentatorenfreund wäre hier erst einmal skeptisch.

    Ansonsten: Mandela darf ganz richtigerweise zugerechnet werden nicht in die Handlungsart verfallen zu sein, die andere, auf vergleichbare Art und Weise an die Macht Gelangte an den Tag gelegt haben. Ansonsten hätte man vielleicht offene (vs. verdeckte) Rassenhatz gegen Weiße und Winnie als Thronfolgerin.

    Dass so eine Umstellung erst einmal zivilisatorische Nachteile mit sich bringt, ist zu erwarten.

    MFG
    Dr. W (der sich nicht gegen die grundsätzliche Richtung der WebLog-Nachricht sträubt, aber im Detail Fragen behält)
    PS: Wird wohl in den Orcus gehen die Sache… – es geht halt letztlich auch oder gerade bei solchen Fragen um die Kultur.

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