Sind die Grünen die neuen Liberalen?

„Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.“ (Faust 1, Johann Wolfgang von Goethe)

Mit der „Weimarer Erklärung“ erklären sich die Grünen zu den neuen Liberalen. Wenn wir schon beim Thema sind: Wusstet ihr, dass in San Francisco jährlich die Saint Stupid’s Day Parade stattfindet?

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Die Grünen beschweren sich in ihrer Erklärung unter anderem, dass dank der Energiewende mehr Kohlekraft eingesetzt wird und die CO2-Bilanz des Landes darum weniger rosig aussieht. Nun, das wäre uns mit mehr Atomenergie nicht passiert, oder?

Aber die Grünen sind sowohl gegen Atomenergie, als auch gegen fossile Brennstoffe und übrig bleibt nicht genug, um Deutschland ausreichend mit Energie zu versorgen. Was also soll bitte die grüne Alternative sein? Sollen wir alle erfrieren, die Ampeln abschalten, den Beatmungsgeräten in Krankenhäusern eine Pause gönnen? Als ob sie die Geister nicht selbst gerufen hätten, ohne eine Ahnung zu haben, wie sie diese wieder loswerden.

Die Energiewende muss von und mit Bürgerinnen und Bürger vorangetrieben werden und nicht für die Konzerne. Die Finanzierung der Energiewende muss gerecht sein – die völlig ausgeuferte Befreiung von Unternehmen von der Umlage muss zurückgefahren werden.

Bürger und Konzerne sind zwei paar Stiefel im Weltbild der Grünen. In Konzernen arbeiten keine Bürger, sondern Klone von Bürgern, Androiden und Außerirdische. Mit Sicherheit keine Grünen. Die Konzerne sollen das Land verlassen. Dazu wollen sie die Grünen durch zu hohe Energiepreise im Vergleich zu anderen Ländern motivieren. Das wird den Bürgern nicht schaden, weil die Bürger ja nicht in den Konzernen arbeiten. Die Konzerne sind nämlich böse und die Bürger sind gut.

Es bleibt als Aufgabe neu zu klären, was ökologische Notwendigkeiten und eine gerechtere Verteilung von Wohlstand und Chancen für die individuelle Freiheit bedeuten.

Spoiler: Sie bedeuten die Abschaffung der individuellen Freiheit. Als ob es die DDR, die Sowjetunion und Nazi-Deutschland mit ihren Umverteilungsorgien niemals gegeben hätte. Komisch nur, dass die Grünen zum gehobenen Bürgertum mit gehobener Bildung gehören. Was bedeutet das eigentlich heutzutage? Deplatzierte Goethe-Zitate von sich geben?

Eine „gerechte Verteilung“ des Eigentums anderer Menschen und eine gerechte Verteilung der „Chancen“ alias der metaphysischen Tatsachen – so lautet das Ziel der Grünen. Als ob es ethisch zu rechtfertigen wäre, anderen Menschen ihr Eigentum zu stehlen, um es jemandem zu geben, von dem man glaubt, dass er es besser gebrauchen könne (Wobei: Wenn die das so sehen, kann ich sicher das Eigentum der Grünen konfiszieren und es an mich selbst umverteilen). Als ob es rational wäre, metaphysische Gegebenheiten (wie die Eltern und Anlagen einer Person) zu bewerten – und obendrein auch noch diese verändern zu wollen.

Wer über selbstbestimmtes Leben redet, der muss auch die sehr ungleiche Verteilung von Chancen, von Teilhabe an Arbeit, Bildung und Einkommen an Zu-gängen zur Freiheit zur Sprache bringen.

Muss ich nicht. Aber hier ist etwas, was ihr tun müsst: Die Worte, die ihr gebraucht, mit eindeutigen Definitionen versehen. Und sie auf Widerspruchsfreiheit prüfen. Ein selbstbestimmtes Leben kann man führen, wenn man die Freiheit hat, dies zu tun, wenn andere Menschen nicht in die eigenen Rechte eingreifen dürfen. Die Grünen gebrauchen ihr Neusprech, um das Konzept der Freiheit zu zerstören. Wenn es die Freiheit erfordern soll, anderen Menschen ihre Freiheit zu nehmen, ihnen vorzuschreiben, wen sie einzustellen haben, wem sie die Bildung zu finanzieren haben, dann werden „Freiheit“ und „Tyrannei“ zu austauschbaren Begriffen.

Doch die soziale Lage in den Krisenstaaten bleibt dramatisch und wurde durch eine überzogene Sparpolitik, die auch durch die deutsche Bundesregierung forciert wurde, weiter verschärft.

Grüner Beitrag zur Lösung der Wirtschaftskrise: Wir sollen den Griechen mehr Geld geben.

3 Kommentare zu “Sind die Grünen die neuen Liberalen?

  1. Dr. Webbaer sagt:

    Die Grünen bleiben natürlich eine Gefahr für die Wirtschaft und werden die unternehmerischen Freiheiten weiter zu unterminieren suchen, mit den bekannten post-religiösen Zielen.
    Ansonsten, mal vom Versuch abgesehen, dass wohl die aktuelle Abwesenheit liberaler Parteien im Parlament mal eben so genutzt werden soll den Liberalismus sprachlich zu übernehmen (wie es in den Staaten vor einiger Zeit gelungen ist), muss es so schlecht nicht sein, wenn sich auch Ökologisten explizit zum Liberalismus bekennen.
    Ich kenne jedenfalls welche, die die Freiheit der Meinung hochhalten.

    So richtig töfte bleibt diese bundesdeutsche Entwicklung natürlich nicht.

    MFG
    Dr. W

  2. Skeptiker sagt:

    Ob fossile Brennstoffe oder Uran für Atomkraftwerke. Bisher sind beide Technologien auf kostspielige (oft zu importierende) Rohstoffe angewiesen.

    Ausserdem beinhalte beide Technologien ein gewisses Risiko. Ein Kohlekraftwerk kann z. B. explodieren und/oder das Klima beeinflussen; in einem Atomkraftwerk kann es zum GAU kommen und es entsteht Atommüll, dessen Entlagerung bis heute noch nicht restlos geklärt ist.

    Wieso soll die Förderung und Entwicklung neuer Technologien in diesem Fall so irrational sein?
    Natürlich haben auch diese Technologien Nachteile, aber sie bieten vielversprechende Ansätze.

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