Gasthaus zum Unbehagen

Mir spukt unlängst ein Lied des mit 41 Jahren verstorbenen Punk-Rockers Tony Sly im Kopf herum, „Discomfort Inn“. Seine Band No Use For A Name zeichnete sich durch kompromisslos energetischen Punk Rock und melancholisch-nachdenkliche Lyrics aus. Ich war auf einem seiner letzten Konzerte.

Zum Gedenken an Sly übersetze ich die Lyrics von „Discomfort Inn“. Wenn ich sie richtig verstehe, spricht Sly von seiner Ehe zu einer Frau, die ihn nie geliebt hat und von der er sich nun scheiden lässt. Das Lied hat sehr originelle, provokative und einprägsame Bilder, mit denen er seine Beziehung beschreibt.

Gasthaus zum Unbehagen

Ein armer Mensch mit den Gewohnheiten eines Reichen ist ein toter Mensch

Und eine Waffe ist nichts, bis sie jemand in der Hand hält

Eine Beerdigung ohne Leichnam ist eine Party

Und eine Hochzeit ist zwei Fremde und dann eine Scheidung

Ich brauche einen kleineren Stift, um zu schreiben

Denn der Teufel hat meine untätigen Hände im Blick

Und ich möchte nur etwas Wahres sagen

Es ist eine Lüge, dass du mich auch liebst

Ein Mord ohne Polizei ist ein kalter Leichnam

Und ein Vogel ohne Flügel ist für mich eine Ratte

Wenn du noch einen Tag weitermachen kannst

Kannst du dich glücklich schätzen, bleib wie du bist

Eine Bibel ohne Wörter ist nur Papier

Mit zwei Enden und keinem Inhalt an der mittleren Stelle

Und keinem Chor, aber ich danke dir für die Gitarre

Ich hätte es nicht soweit geschafft

Wenn ich das sage, denke ich an all die Jahre

Meine zwei Töchter und meine rechte Hand, mit der ich die Tränen wegwische

Ich lasse das Sonnenlicht durch, nicht durch Gottes Hand

Und all die Dunkelheit endet mit dir.

Kürzlich erschien ein Tribut-Album für Tony Sly, das ich für sehr gelungen erachte: The Songs of Tony Sly. Ihr könnt ja mal reinhören.