Matussek und die Homophobie

Matthias Matussek war stets als Anwalt der konservativen Katholiken in den überregionalen Medien präsent. Dort verteidigte er sein erzreaktionär-katholisches Weltbild. Dagegen hätte ich nichts einzuwenden, wären seine Artikel substanzreicher. Aber Matussek hat sich nie an intellektuellen Debatten beteiligt – jedenfalls nicht auf intellektuelle Art. Sein Lob der Homophobie ist genauso leer und belanglos wie immer, diesmal gilt das jedoch auch für die kritischen Repliken.

In einem Artikel des britischen Journalisten Theodore Dalrymple berichtet der ehemalige Gefängnisarzt über einen Tag in seinem Hospital. Dort tummelten sich regulär die drogenabhängigen, gewaltaffinen Mitglieder der britischen Unterschicht. An einem gewöhnlichen Tag starrte die Oberschwester einst ins Leere und sagte: „Alles ist widerlich“, ohne Betonung oder besonderen Anlass. An diese Anekdote fühle ich mich häufig erinnert, wenn ich einen Blick in die Online-Ausgaben der überregionalen Zeitungen wage und einen Blick auf die Kommentare darunter. Alles, in der Tat, ist widerlich.

Homosexualität, zur Abwechslung unnatürlich

In seinem Artikel Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so auf Welt-Online gelangt Matussek zu keiner klaren Aussage, was man denn nun mit Homosexuellen machen oder nicht machen sollte. Wenn seine kritische Haltung zur Homosexualität keine ethischen oder politischen Implikationen hat, warum erwähnt er sie überhaupt? Es wird immerhin deutlich, dass Matussek den Eindruck hat, Homosexualitäts-Kritiker (oder wie man das nennen will) würden unterdrückt und ausgegrenzt. Er führt Robert Spaemann und Aristoteles an, welche die Homosexualität für „unnatürlich“ erklärten. Vielleicht sollte man in diesem Kontext erwähnen, dass Aristoteles im Gegenzug die Sklaverei für natürlich hielt.

Seine Begründungen für beides wären recht interessant gewesen, schließlich neigte Aristoteles als Philosoph zum Argumentieren. Matthias Matussek hat dies noch nie für nötig erachtet, also erfahren wir keinerlei Argumente, warum genau die Homosexualität unnatürlich sein sollte. Er erwähnt lediglich, dass sie nicht zu Nachkommen führe, aber auch die Musik oder die Bildhauerei führen als typisch menschliche Tätigkeiten nicht zu Nachkommen und trotzdem nennt sie niemand „unnatürlich“. In der Tat wäre demnach das Zölibat katholischer Priester unnatürlich, weil es die Fortpflanzung unterbindet. Der Papst wäre so ziemlich der unnatürlichste Mensch überhaupt.

Doch ein substanzloser Quark mundet erst, wenn er durch ebenso substanzlose Repliken ergänzt wird.

Alles Liebe und so

In seiner Gegenrede Ich liebe, also bin ich. Und das ist auch gut so schreibt Stefan Anker, dass uns Liebe erst zum Menschen mache. Dabei verwechselt er ein Phänomen mit einem Vermögen. „Liebe“ ist ein abstraktes Konzept mit einem hohen Abstraktionsgrad. Liebe beschreibt die Reaktion auf die eigenen höchsten Werte, die von einer anderen Person verkörpert werden. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das zum abstrakten Denken fähig ist und Konzepte wie „Liebe“ kennt. Was den Menschen von anderen Tieren unterscheidet, ist also seine Fähigkeit zum rationalen, abstrakten Denken. Sein Konzept der „Liebe“ ist, ähnlich wie sein Konzept der „Vernunft“, nur eine Erscheinungsform seines essenziellen Denkvermögens.

Ferner redet Stefan Anker dem sexuellen Determinismus das Wort. Demnach sei Homosexualität angeboren – was durchaus umstritten ist, auch unter Homosexuellen. Sie „können nichts dafür“, heißt es dann nämlich. Wofür? Für ihren Makel der Homosexualität. Sie müssen schwul sein, die armen Sünder, sie haben keine Wahl. Der Mensch zeichnet sich aber nun einmal durch einen freien Willen aus. Schwule etwa nicht? Tatsächlich ist Homosexualität „ethisch optional“. Es kann also jeder handhaben, wie er es für richtig hält. Es gibt kein überzeugendes Argument dafür, Homosexualität zu verbieten oder ethisch zu verurteilen. Ob die sexuelle Orientierung angeboren ist oder Resultat einer freien Entscheidung, ist ethisch und politisch belanglos.

Homophobie – jetzt neu in unchristlich

Homophobie sei unchristlich, argumentiert Lucas Wiegelmann in seinem Artikel Warum Homophobie unchristlich ist. Seine Argumente:

  1. „Im katholischen Katechismus werden homosexuelle Handlungen als „in keinem Fall zu billigen“ bezeichnet.
  2. Das Zitat von Papst Franziskus: „Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?“
  3. „Ob schließlich die von Matussek zitierte Bibelstelle „Seid fruchtbar und vermehrt euch“ (Genesis 1,28) tatsächlich exklusiv gemeint ist, wird von vielen Theologen bezweifelt.“
  4. „Auf Biologismen war nie Verlass“

Replik:

  1. Für welche Position argumentiert Herr Wiegelmann damit eigentlich?
  2. Es ist nett vom Papst, persönlich keine schwulen Priester zu verurteilen, aber an der offiziellen Kirchendoktrin scheint sich dadurch nichts zu verändern.
  3. Viele Theologen bezweifeln viele Dinge. In der Bibel stehen jedoch einige klare Aussagen.
  4. Das ist auch eine Replik auf die Replik von Wiegelmanns Kollegen Stefan Anker, der sich mit seiner Behauptung, Homosexualität sei angeboren, eines Biologismus bedient.

Als Papst Franziskus noch Erzbischof von Buenos Aires war, nannte er die dort legalisierte Homo-Ehe einen „Schachzug des Teufels“ und einen „zerstörerischen Angriff gegen Gottes Plan“. Angeblich hat er seine Meinung seit 2010 geändert. Das ist bestimmt sehr relevant für eine Kirche, die behauptet, ewige Wahrheiten zu verbreiten und die angeblich in Jahrtausenden denkt und nicht im Drei-Jahres-Takt.

Dass die Homophobie unchristlich sei, belegt Herr Wiegelmann nicht. Dafür wäre zumindest ein Bibelzitat angemessen. Ich kann als Religionskritiker gerne aushelfen:

„Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben.“ (3. Mose 20,13):

Der Begründer des Christentums, Paulus von Tarsus, schreibt Folgendes zum Thema:

„Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben [= Schwule], Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ (1. Kor 6,9-10)

Laut dem Alten Testament soll man Schwule töten und laut dem Neuen Testament befinden sich Schwule auf einer Ebene mit Kinderschändern und Räubern. Das sagt die Bibel zum Thema. QED.

Nun kann man sich verbiegen, wenden und drehen, wie es moderne Theologen allzu gerne tun. Man kann die Verurteilung der Homosexualität in der Bibel ebenso ignorieren wie ihr gestörtes Verhältnis zur Sklaverei und zum Völkermord. Der Bibeltext verändert sich dadurch nicht. Anstatt zu argumentieren, dass dieses oder jenes „christlich“ sei, weil es ein aktueller Trend vorsieht, sollte man lieber seinen Verstand einschalten und sich von Tradition, Offenbarung und Autorität als Erkenntnisquellen abwenden.

Frisch aus dem Sumpf

Nun zu den Kommentaren. Ein gewisser „Birdy“ notiert unter Matusseks Artikel:

„Doch ich glaube auch an die Polarität der Schöpfung und daran, dass es für Kinder wichtig ist, diese Polarität zu erleben.“

Schreibt es an jede Wand!

Noch nie hat ein so stumpfsinniger Satz eine so große Begeisterung auslösen können. Matussek hätte ebenso schreiben können: „Die Polarität der Trinität ist transsubstanziell und Homosexuellen ermangelt die tiefere Transsubstanzialität der Trinität. Das sollte man die Kinder erleben lassen“ – und die Homophoben wären in schiere Exaltation ausgebrochen, was immer der gequirlte Quark auch aussagen mag.

Eine gewisse „Tekla“ bemerkt derweil:

Schön, dass es auch noch Autoren gibt, die nicht dem Mainstream nachjagen und alles nachbeten, was die politisch Leitlinien vorgeben. Danke.

Man muss aber auch nicht jeden Mist schreiben, nur weil er dem Mainstream widerspricht. Es ist auch politisch inkorrekt, Behinderte zu verprügeln oder Holländer aufzuhängen (außerhalb der Fußball-WM) und darum muss man es noch lange nicht gut finden. Einfach gegen alles zu sein, was der Mainstream vorgibt, ist auch nur Anpasserei, negative Anpasserei.

Kirchgänger schreibt:

Danke. Als Familienvater, Steuerzahler und auch sonst unauffällig, habe mich gestern gefragt, ob ich jetzt eigentlich noch normal bin.

Die Historie belegt, was aus Gesellschaften geworden ist, die ohne Gott und Respekt vor der Schöpfung ihren Egoismus ausgelebt haben.

Die Gesellschaften, die das rationale Eigeninteresse in den Vordergrund stellten und ein eher gemischtes Verhältnis zur Religion hatten, waren zum Beispiel das Venedig der Renaissance, das turbo-kapitalistische England des 19. Jahrhunderts und die USA des 18. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Ausschließlich Hochkulturen.

Alles ist widerlich

Es gibt offenbar nur noch Leute im öffentlichen Diskurs, die sich mit ihrer Korrektheit oder Inkorrektheit brüsten und dafür Applaus ernten möchten. Meinetwegen könnte jemand in einer großen Zeitung dafür argumentieren, dass wir alle Freitags Schokoladenpudding essen sollten. Es ist mir egal. Hauptsache irgendwer fängt einmal damit an, vernünftige Argumente für die Position zu nennen, die er vertritt, welche das auch sein mag. Es ist gar nicht mehr zu hoffen, dass diese Argumente zu einer systematischen Philosophie gehören.

Stattdessen gibt es nur, „Ich mag keine Schwulen und weiß nicht, warum, aber eigentlich bin ich ganz nett“ und „Ich mag Schwule, ich weiß nicht warum, bitte Applaus“. In meiner perfekten totalitären Utopie würde man jeden, der publizistisch tätig sein möchte, zwanzig Jahre lang in eine Universität sperren und ihn erst frei lassen, wenn er mindestens drei akademische Titel hat oder wenn er seine Aspiration, irgendwen mit seiner Meinung zu belästigen, aufgibt. Jeder meinungsbetonte Zeitungsartikel würde einer Art Peer-Review-Prozess unterzogen. Im Gegenzug könnte der perfekte Staat Journalisten fürstlich entlohnen.

8 Kommentare zu “Matussek und die Homophobie

  1. Dr. Webbaer sagt:

    Den Matussek-Artikel habe ich gelesen, er schien für bundesdeutsche Verhältnisse recht intellektuell.
    Der Kampfbegriff ‚Homophobie‘ ist abzulehnen, viel mehr stand da nicht.
    Die jetzige Besserstellung der „sexuellen Identität: homosexuell“ wird zwar gesellschaftspsychologisch durch die Zweidrittelung je Generation der bundesdeutschen Gesellschaft erklärbar, berücksichtigt aber nicht andere diesbezügliche Identitäten, sie diskriminiert ungünstig.

    MFG
    Dr. W

  2. Armin sagt:

    Matusseks Artikel ist argumentativ schwer erträglich (Warum nicht auch Sadomasochismus) und vermittelt Homophobie als Wert an sich der so offensichtlich zu sein scheint („Polarität der Schöpfung“) dass sich ohnehin jede weitere Diskussion erübrigt (Punkt).

    Sein Autoritätsargument mit Aristoteles ist hier jedenfalls mit Aristoteles Ansichten zur Skalverei köstlich entlarvt.

    • sba sagt:

      „ohnehin jede weitere Diskussion erübrigt (Punkt).“

      …Wenn das Thema in der breitgelatschten Form nicht so endlos langweilig wäre…
      …wenn wir tatsächlich nichts Wichtigeres zu bedenken und zu diskutieren hätten…
      …wenn nicht alles so widerlich wäre…

      …dann könnte man daran immerhin Begriffsbildung und Schwachstellensuche üben.
      (Ehrlich gesagt, hatte ich bei dem Artikel den Eindruck, dass Matussek sich den Begriff „Homophobie“ bloß geklaut und darunter was (angeblich?) anderes versteckt hat. Was der Witz daran sein soll, verstehe ich allerdings nicht.)

      Ist eigentlich gerade Saure-Gurken-Zeit, oder warum dreht sich schon wieder so Vieles um Bettgeschichten, die niemanden etwas angehen?

  3. apoth sagt:

    Ist dieser klassische Bibeltext vom beim Manne liegen wie bei der Frau eigentlich nicht in Wahrheit ein Verbot gegen Bisexualität und nicht Homosexualität

    • sba sagt:

      Hebräischer Text. Im Alt-Hebräischen gibt es kein Wort für „schwul“ oder „homosexuell“. Insofern kann man vom Text her sicher sein, dass keine Gesinnungen oder Präferenzen (Geschmacksurteile) gemeint sind, sondern der schlichte Tatbestand homosexuellen Beischlafs unter Männern, der da mit Strafe bedroht wird.

  4. Rüdiger sagt:

    Kleiner Zusatz zu Deinem Kommentar zur Paulus-Stelle:

    „Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben [= Schwule], Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ (1. Kor 6,9-10)

    Laut dem Alten Testament soll man Schwule töten und laut dem Neuen Testament befinden sich Schwule auf einer Ebene mit Kinderschändern und Räubern. Das sagt die Bibel zum Thema. QED.

    Hier hast Du das paulinische Sündenregister listig verkürzt auf diejenigen Sünden, die die meisten Menschen heute wirklich abscheulich finden. Ehebruch und Unzucht (also z.B. Onanie) hast Du weggelassen, da diese längst Mainstream geworden sind und von den meisten Menschen geduldet, gutgeheissen, gefördert und praktiziert werden.

    Umgekehrt selektierend, könnte ich sagen:

    Homosexualität steht also auf einer Stufe mit anderen Formen „ungeordneter Sexualität“ (so der Ausdruck dafür im Katechismus), wie z.B. Selbstbefriedigung

    Wenn man liest, was alles – neben diesem „Sündenregister“ – im NT so als Sünde betrachtet wird, muss man eigentlich zu der verzweifelten Frage kommen: „Wer kann dann bestehen?“ (Ps 130,2-3). Und das ist gerade der springende Punkt: dass wir aus uns selbst heraus, so sehr wir uns auch bemühen, die Erlösung nicht finden können, sondern im Zustand der Sünde leben: „Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.“ (Röm 3:12-14).

    Das nur als kleiner „Ausflug“ am Rande auf einem atheistischen Blog. 🙂

    Sexualität ist etwas Persönliches und Intimes – an sich widerstrebt es einem, sie in das grelle Licht der Öffentlichkeit zu ziehen. Es gibt insbesondere keinen Grund, jemand anderem verbieten zu wollen, Homosexualität zu praktizieren. Auch darf jeder Homosexualität moralisch oder unmoralisch finden, ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen.
    Dass Toleranz nur dulden, nicht gutheissen bedeutet, ist sehr schön in dieser Souhtpark-Folge beschrieben:

    http://www.southpark.de/alle-episoden/s06e14-todescamp-der-toleranz

    Um diejenigen, die Homosexualität gut finden, mache ich mir dabei keine grossen Sorgen, sie sind im Mainstream wohlgeborgen.

    Aber man darf auch keinen Druck ausüben auf solche, die unter ihrer Homosexualität leiden oder versuchen, ihre Orientierung zu verändern oder gar nicht auszuleben. Solche gibt es auch – und das sind nicht nur diejenigen, die sich moralisch nach dem richten, was ihr Pfarrer sagt, sondern auch ganz weltlich Gesonnene, die schlicht mit der homosexuellen Lebenspraxis unzufrieden sind. Auch sie haben das Recht, ihre Entscheidung zu leben und nicht ständig darin verunsichert zu werden.

  5. […] Kämpfer im Glauben um Sitte und Moral, kürzlich federführend in Person von Matthias Matussek als bekannter katholischer Krawallbruder, welcher sich auch gerne mal selbst zum Märtyrer stilisiert und den selben Befindlichkeitsreflex stimuliert wie z.B. Sarrazin, sind mittlerweile geübt darin der Homophobie mit einem Glaubensdogma als “Gegengift” theologische Züge zu verleihen, womit man direkt zu einem der Ursprünge der Homophobie nahe kommt. Verkürzt, zweifelsohne. Doch geht es auf dieser Seite nun mal um die Religion. Wie bei der “Überfremdung Europas” ist auch die Homophobie Ansatzpunkt um diffuse Ängste zu schüren, als stünde der Untergang des Abendlandes mal wieder kurz bevor. Die Zeit, meint man, heilt alle Wunden. Vielleicht ist noch nicht genug Zeit vergangen. Matussek klassifiziert unter vollständiger Ignoranz des christlichen Verständnisses von Liebe, wie es im Cicero sehr schön entlarvt wurde, Homosexualität als eine defizitäre Liebe, in dem er sie mit einem alten rhetorischen Taschenspielertrick, der Verkürzung, auf die Fortpflanzung beschränkt. In der Definition von Rassismus als subjektive Infragestellung von Gleichrangigkeit einer Gruppe zu einer anderen ist Matusseks Plädoyer gegen die Homosexualität ein Paradebeispiel für Rassismus und Diskriminierung. Doch steckt schon in der Begrifflichkeit von Homosexualität der Fehler im Detail. Nahezu ausschließlich wird von Homophoben die gleichgeschlechtliche Liebe auf den Sexualakt beschränkt. Die Bilder jedoch werden im Kopf des Empfängers konstruiert, und so konstruiert Matussek aus dem Entwurf zur Sexualerziehung an Schulen, die für die Gleichheit und Vielgestaltigkeit eintritt, eine Predigt für sexuelle Vorlieben und ist sich auch nicht zu peinlich den Sadomasochismus in die Debatte einzuführen – was immer er da auch zu suchen hat. Sexualpraktik und Sexualität schwimmt vor dem zornigen Auge des katholischen Sittenpredigers zu einem Brei ungehemmter Fleischeslust. Seine Einlassungen zu Aristoteles als Beweisführung durch Autoritäten sind im Feuerbringer-Magazin klassisch entlarvt. […]

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