Die Zersplitterung des Selbst

Es gibt ja sowieso kein Selbst, sagen moderne „Philosophen“ und „Psychologen“, also kann ich mein Nicht-Selbst genauso auf verschiedene Orte im Netz aufteilen, bis es wirklich kein Selbst mehr gibt – oder gibt es dann am Ende mehr Selbst als zuvor? Selbstverständlich.

Nochmal der Hinweis: Kürzere Blogs schreibe ich jetzt auf Facebook und diskutiere dort auch gelegentlich: http://www.facebook.com/feuerbringer

Ich empfehle meinen Lesern, meine Beiträge dort zu abonnieren oder mir einen Freundschaftsantrag zu schicken.

Sobald ich meine „Von allem angewidert“-Phase erfolgreich beendet habe, wird es auch hier im FB-Magazin und mit Vorträgen weitergehen. Übrigens bin ich jetzt auch auf Vimeo aktiv, weil meine künftigen Videos das professionelle Niveau halten werden: http://vimeo.com/feuerbringer

Leider hängt mein Mitstreiter Mark Humphrys (irischer Blogger) fast nur noch auf Twitter herum und zankt sich dort mit Linken. Ich nehme mir vor, das FB-Magazin besser zu pflegen. Mit Leuten streiten funktioniert bei mir via Twitter sowieso nicht, weil meine Adressaten überhaupt nicht verstehen, wovon ich rede. Z.B. Netzneutralität als arbiträres Konzept, das in die Vertragsfreiheit eingreift – hä? Was bedeutet „arbiträr“? Was ist Vertragsfreiheit? Was ist ein Konzept? Egal, politischer Aktionismus braucht kein Gehirn – es geht heutzutage darum, die Welt zu verändern, nicht mehr darum, sie zu begreifen. Warum auch etwas begreifen, das morgen schon ganz anders aussieht?

Ah, da ist sie wieder, die Phase.

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7 Kommentare zu “Die Zersplitterung des Selbst

  1. Dr. Webbaer sagt:

    Idee: den FB-Account so konfigurieren, dass auch Nicht-FB-Teilnehmer lesen können.

    • Die Beiträge sind im Grunde so öffentlich eingestellt, wie es geht. Ich schätze, da müsste man sich registrieren. Man braucht ja nicht viel über sich selbst schreiben. Die größeren, wichtigeren Beiträge erscheinen weiterhin im Blog. Vielleicht mache ich auch Zusammenfassungen von den Facebook-Einträgen für hier.

  2. Curious.Sol sagt:

    Also mit Verlaub, aber moderne Psychologen sagen das mitnichten, offenbar im Gegensatz zu irgendwelchen ominösen „Psychologen“. Der Begriff des Selbst hat unter anderem in der Entwicklungs- und Sozialpsychologie einen hohen Stellenwert.

    • Vgl. Bruce Hood: The Self Illusion.

      • Der ist ein recht einflussreicher empirischer Psychologe und es gibt noch mehr. Das war ein Trend unter materialistischen Forschern, die den Geist auf den Körper reduzieren. Die Deutschen machen bei sowas weniger eifrig mit.

        • Curious.Sol sagt:

          Eine gängige psychologische Definition des Selbst ist: „Psychologische Erfahrungen,
          die das Verständnis einer Person von ihrem
          Platz in der Welt widerspiegeln.“

          Dass es eine ständige Interaktion des Selbst mit der sozialen Umwelt gibt ist eine triviale Tatsache, ebenso wie dass der Begriff wie viele andere psychologische Konstrukte in Kritik steht.

          Soweit ich die Hood verstehe (z. B. http://www.thepsychologist.org.uk/archive/archive_home.cfm/volumeID_25-editionID_218-ArticleID_2155), geht es ihm um den Alltagsbegriff des Selbst bzw. der Identität. Für die psychologische Forschung sind seine Ausführungen aber nichts wirklich neues, wie er selbst auch sagt.

  3. lioux sagt:

    Zur angesprochenen öffentlichen Lesbarkeit von FB-Seiten:
    Nur Seiten von Organisationen (Firmen, Gruppen, Gemeinschaftsseiten, Projekten..) oder sog. „öffentlichen Personen“ sind auch ohne FB-Account les- (nicht kommentier-)bar, auf „private Profile“ gibt es ohne Account auch keinen lesenden Zugriff. Ein privates Profil lässt sich nachträglich umwandeln in das einer „öffentlichen Person“ oder einer Organisation. Vorherige Freunde werden dann zu Followern.

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