Sarrazin erhält Redeverbot im Berliner Ensemble

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ (Voltaire)

Mit feinem Gespür für Selbstironie ist es linksradikalen Demonstranten gelungen, Thilo Sarrazins These zu belegen. Die These, dass in Deutschland ein neuer Tugendterror vorherrscht, der von links-grünen Kräften ausgeht. Sarrazin war vom Politikmagazin „Cicero“ ins Berliner Ensemble zum Foyergespräch eingeladen worden. Linksradikale Demonstranten, die im Netz mit dem Hashtag #TerrorThilo unterwegs sind, brüllten Sarrazin nieder, bevor er überhaupt etwas sagen konnte. Nach einer Stunde ging er nach Hause. 

Jutta Ferbers vom Berliner Ensemble ließ darüber abstimmen, ob die Veranstaltung nun stattfinden solle oder nicht. Die Mehrheit war dafür. Allerdings zog dies keine Konsequenzen nach sich. Die Störer durften bleiben. Man ließ sogar eine Störerin ans Mikrofon treten. „Wir sind der Tugendterror“, brüllte die Demonstrantin daraufhin die Zuhörer an. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Die Veranstalter entschieden sich dagegen, den Saal von der Polizei räumen zu lassen.

Die Reaktion der Veranstalter war vollkommen falsch. Sie hätten nicht darüber abstimmen lassen dürfen, ob die eigene Veranstaltung stattfinden sollte oder nicht. Natürlich sollte sie stattfinden, dafür waren die Gäste ja gekommen! Mal angenommen, es wären genügend Gegendemonstranten im Raum gewesen, damit über 50% mit „Nein“ gestimmt hätten. Wäre es dann richtig gewesen, die Gäste rauszuwerfen? Natürlich nicht! Man lässt sich auf keinen Fall von jenen herumkommandieren, die mit Gewalt anderen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung streitig machen. Die einzig angemessene Antwort auf Gewalt ist Gewalt. Man hätte die Demonstranten erst verwarnen und dann sofort den Raum von der Polizei räumen lassen sollen. Alles andere ist Einknicken vor den Feinden der freien Gesellschaft. Zudem ist das Verständnis von Demokratie als bloße Mehrheitsmacht doch arg limitiert. Es gibt hier Minderheitenschutz, es gibt hier einen liberalen Rechtsstaat, es gibt Grundrechte – es gibt tausend Dinge, die schwerer wiegen als ein Mehrheitsbeschluss.

Das links-grüne Redeverbot für Andersdenkende wird jedem aufgefallen sein, der sich als Andersdenkender öffentlich äußern möchte. Nicht nur Konservativen wie Thilo Sarrazin, sondern auch radikal Liberalen wie mir selbst ist das Phänomen einige Male begegnet (und ich bin nicht einmal so wichtig – aber meine Ideen sind offenbar „gefährlich“ genug, um mich nicht anhören zu wollen oder die Einladung zu überdenken; explizit aufgrund meiner Befürwortung der freien Marktwirtschaft). Nazis und religiöse Fanatiker sind nicht die Einzigen, die als Persona non grata in Deutschland gelten – sondern absolut jeder, der von der öko-sozialistischen Linie abweicht. Den amerikanischen Gründungsvater Thomas Jefferson würde man aufgrund seiner Ansichten – die meinen eigenen weitgehend entsprechen – im heutigen Deutschland nicht reden lassen. Daran habe ich gar keinen Zweifel. Man würde im Grunde so ziemlich keinen großen Philosophen oder Politiker der vergangenen Jahrtausende öffentlich in Deutschland auftreten lassen. Aristoteles hielt schließlich die Sklaverei für eine natürliche Institution und Immanuel Kant sprach sich für die Todesstrafe für Homosexuelle aus. Dagegen ist Thilo Sarrazin gar nichts.

Die Demonstranten waren eine Mixtur aus Linksradikalen und Muslimen – die beiden einflussreichsten Feinde der freien Welt unserer Zeit. Zusammen in einem Theater vereint, um uns etwas vorzuspielen: Dass man heute in Deutschland, wie einst in der Weimarer Republik, Andersdenkenden mit Gewalt ungehindert das Maul stopfen kann. Es war eine naturalistische, glaubwürdige Darstellung.

Quellen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article125344150/Kopftuchmaedchen-verhindern-Sarrazin-Lesung.html 

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/proteste-gegen-sarrazin-meinungsfreiheit-im-freien-verfall-12829754.html

http://www.cicero.de/berliner-republik/berliner-ensemble-demonstranten-verhindern-cicero-foyergespraech-mit-thilo

7 Kommentare zu “Sarrazin erhält Redeverbot im Berliner Ensemble

  1. Maier sagt:

    Man lese einmal was die „aufgeklärten“ Humanisten von hpd und gbs über Sarrazin schreiben. Es ist unfassbar, wie sau-dumm die säkulare Szene ist.

    • Martin sagt:

      Yep. „Humanistisch“ ist leider nur noch ein Euphemismus für „dummlinks“.

  2. Martin sagt:

    „Man hätte die Demonstranten erst verwarnen und dann sofort den Raum von der Polizei räumen lassen sollen. “

    Noch richtiger wäre es gewesen, die die Veranstaltung sehen Wollenden, hätten den Störern die Zähne eingeschlagen und sie gewaltsam aus dem Saal entfernt.

  3. Dr. Webbaer sagt:

    Die Demonstranten waren eine Mixtur aus Linksradikalen und Muslimen – die beiden einflussreichsten Feinde der freien Welt unserer Zeit.

    Früher, zu RAF-Zeiten, war es in D so, dass der öffentlichen Person nicht angeraten werden konnte deutlich gegen den Linksterror und allgemein gegen das extrem linke Gedankengut auszusagen, denn es war gefährlich. – Helmut Schmidt bspw. sprach von verbrecherischem Handeln Einzelner, das nichts, aber auch gar nichts, mit linker Denkart zu tun hatte; Kohl folgte, für den Schreiber dieser Zeilen durchaus überraschend, 1982 dieser Sprachregelung.

    Heute ist es so, dass man es nicht mehr mit ca. 30 zu allem Entschlossenen zu tun hat, sondern international mit Zigtausenden.
    Es sind hier die sogenannte islamistische Kräfte zu beachten, der „Indymedia-Linksunten“-Szene Zuzuordnenden und witzigerweise ist auch der Rechtsstaat mit seinen Antidiskriminierungsregeln und Hate Speech-Tatbeständen bereit auszuhelfen.

    MFG
    Dr. W

  4. Dr. Webbaer sagt:

    Nazis und religiöse Fanatiker sind nicht die Einzigen, die als Persona non grata in Deutschland gelten – sondern absolut jeder, der von der öko-sozialistischen Linie abweicht.

    Ich bin ja liberal, sogar sozial-liberal oder ordoliberal, immer auch das Gemeinwohl als Ziel habend, so wie auch die meisten Sozialisten, die oft nur irren, aber ja: Es ist so, ich könnte meine (sozusagen bis zum Geht nicht mehr verfassungskonforme) Meinung in D nicht mehr unbelästigt verbreiten.

    Ein Konservativer, ein Deutscher, ein zäher „Rechter“, schrieb mir ca. 2005, dass ‚wir die Nazis sind‘, heutzutage in D; eine Idee, die ich zurückwies, sogar vglw. empört, lol, aber es geht mittlerweile schon ein wenig in diese Richtung.

  5. Dr. Webbaer sagt:

    BTW, Peymann hat sich hier für seine Verhältnisse sehr ordentlich erhoben:
    -> http://www.welt.de/kultur/buehne-konzert/article125395822/Peymann-nennt-linken-Protest-nazihaftes-Gepoebel.html

  6. Julian Estragon sagt:

    “Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.”

    Der Satz ist nicht von Voltaire, sondern aus dem Buch „The Friends of Voltaire“ von Evelyn Beatrice Hall.

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