Libertärer Kommentar zum Hoeneß-Prozess

Von den ungefähr 30 Millionen Euro, die sich Hoeneß nicht vom Staat nehmen ließ, hätte man ein Jahr lang 1000 Krippenplätze voll finanzieren können – dies erfährt man von der ARD. Was man nicht erfährt ist, wie viele Millionen Hoeneß über die Jahre hinweg an die Bürger freiwillig und unfreiwillig weitergegeben hat.

Die Moral von der Geschichte: Je mehr Geld jemand erwirtschaftet, indem er Werte produziert und sie freiwillig mit anderen tauscht, desto weniger Geld hat er verdient – und desto mehr Geld darf ihm, soll ihm, muss ihm unter Androhung von Gewalt abgenommen werden.

Das ist nicht die Moral von rationalen Menschen. Das ist die Moral von Parasiten, die von den Leistungen anderer leben. Es ist die Moral von Kannibalen, die ein Recht zu haben glauben, andere Menschen für ihre eigenen Zwecke missbrauchen zu dürfen. Und es ist die Moral der Deutschen.

9 Kommentare zu “Libertärer Kommentar zum Hoeneß-Prozess

  1. Mein ergänzender Kommentar zum Thema Steuerhinterziehung: Der Fall Uli Hoeneß zeigt, dass man seine Steuern aus rationalem Eigeninteresse zahlen sollte. Nicht, weil Steuern uneingeschränkt moralisch legitim wären, sondern weil man sich selbst damit schadet, sie nicht zu zahlen. Man muss immerzu befürchten, erwischt zu werden. Man muss befürchten, nicht länger „dazuzugehören“ (zu irgendwelchen Trotteln, zu denen ich niemals gehören wollte – aber Hoeneß scheint es ja zu kümmern), man gerät in den Konflikt mit dem Rechtsstaat, man macht sich selbst damit fertig und es lohnt sich einfach nicht. Besser, man bewegt sich auf argumentativer Ebene, wenn man sich gegen Steuern oder bestimmte Steuern aussprechen möchte.

  2. Gewiss kann man über die angemessene Höhe und Verteilung der Steuern unterschiedlicher Meinung sein. Die Gerechtigkeit besteht aber darin, dass Menschen mit gleichen Einkommens- und Lebensverhältnissen gleichviel zahlen müssen. Wer Steuern hinterzieht, betrügt damit die ehrlichen Steuerzahler. Auch deshalb ist Steuerhinterziehung keinesfalls moralisch zu billigen.

    • Da habe ich ein anderes Verständnis von „Gerechtigkeit“. Nach meinem Dafürhalten sollte jeder das behalten dürfen, was er sich verdient hat. Die notwendigen Staatsaufgaben sollten alleine mit der Mehrwertsteuer finanziert werden, die einzig potenziell gerechte Steuer. Weil nämlich beim Handel mit anderen die meisten staatlichen Aufgaben (Rechtsschutz, Polizei, Militär) anfallen. Wer nur zu Hause sitzt, verursacht keine Kosten (außer Strom, Gas, Wasser, etc., was privat finanziert werden sollte). Dass Menschen mit gleichen Einkommens- und Lebensverhältnissen gleichviel zahlen müssen, ist eine Art Raubschemata mit durchdachtem PR-Konzept. Das Prinzip ist illegitim – man muss ohne seine freiwillige Zustimmung für etwas zahlen, das man manchmal zum Teil nutzt und manchmal nicht – aber wenigstens wird das Geld ausgewogen gestohlen und die Beute wird fair verteilt.

      • Ich halte Steuerhinterziehung auch für falsch, aber nur, weil man sich selbst damit schadet. Wäre Steuerhinterziehung legal, sollte man es machen. Man könnte nur einen Teil der Steuern hinterziehen und einen Teil für die Nutzung der Straßen, für Polizei, etc. bezahlen.

      • Im Prinzip gebe ich Ihnen recht; die Mehrwertsteuer als einzige Steuer wäre wohl am gerechtesten. Unter den derzeit gegebenen Umständen ist es aber gerechter, seine Steuerschuld zu begleichen als durch Steuerhinterziehung die Ungleichheit noch größer zu machen. Letztlich muss man die von der parlamentarischen Mehrheit beschlossenen Gesetze respektieren und auf politischem Weg für Änderungen eintreten.

        • Martin sagt:

          Und da ist meines Erachtens wieder der fundamentale Denkfehler:

          „Unter den derzeit gegebenen Umständen ist es aber gerechter, seine Steuerschuld zu begleichen als durch Steuerhinterziehung die Ungleichheit noch größer zu machen. “

          Keineswegs. Wenn jemand bereits Millionen entrichtet hat, dann ist *nichts* gerecht daran, ihm noch mehr wegzunehmen, um es „nur-nehmern“ und ihren vertretern und apologeten zuzuschanzen.

  3. Rüdiger sagt:

    Ein gewisses Minimum an Steuern ist wohl nötig: Wie soll sonst der Minimalstaat finanziert werden, der seine Bürger vor Angriffen auf ihr Leben und ihr Eigentum schützt? Die Finesse, dass Steuern selbst strenggenommen ein Eigentumsdelikt sind, ist mir dabei bewusst. Aber bei einem freiwilligen Abgabensystem oder gar einem als privatwirtschaftliches Unternehmen geführten Staat ist nicht sichergestellt, dass die Rechte aller Bürger in gleicher Weise geschützt werden.

    Daher sehe ich keine Alternative zu dieser leichten Inkonsequenz. Steuern zahlen ist durchaus ein moralisches Gebot – zur Finanzierung eines Staates, der sich durch massvolle Ausgaben und durch Beschränkung auf seine Kernaufgaben bewähren muss, die er natürlich zuverlässig auszuführen hat (sonst ist er zu stürzen, mit oder ohne Wahl; z.B. haben die Protestler in Venezuela alles Recht, ihre Regierung auf welchem Weg auch immer wegzupusten, die das Leben ihrer Bürger nicht mehr schützen kann oder will).

    Aber bei einem Staat mit einer Staatsquote von 50%, der die Steuern für alle möglichen sinnlosen Launen verpulvert, die den politischen Eliten gerade so einfallen, ist ein Steuerstreik eine nachvollziehbare Protesthandlung.

  4. Dr. Webbaer sagt:

    Ist es eigentlich korrekt, dass die Summe von 27,2 Millionen Euro dadurch entstanden ist, dass H. zigtausendfach irgendwelche Trades getätigt hat, aber dabei sogar noch ins Minus ging?

  5. Martin sagt:

    Huiha… 3 jahre und 6 Monate.
    Tja, da kennen die Parasiten keine Gnade. Wer ihnen sein Geld entziehen will, der kriegt die volle Härte des Gesetzes zu spüren.

    Irgendwie müssen ja die ganzen Bewährungshelfer und die Sozialtherapeuten für die Scheisse auf Beinen, die mal eben jemand tot tritt und dafür zu 2 Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt wird, bezahlt werden.

    „Irgendwie müssen ja die zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung lautet das neue Urteil des Landgerichts gegen Onur K. (19). Außerdem muss Onur K. ein Sozialtraining absolvieren. Das Urteil fällte die Jugendkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    Der Jugendliche hatte im Juni 2009 gemeinsam mit einem Kumpel den Dachdecker Thomas M. (44) am S-Bahnhof Harburg um 20 Cent angebettelt. Als der Mann nicht zahlen wollte, versetzte Onur ihm einen Faustschlag gegen den Oberkörper. Der Dachdecker, leicht alkoholisiert, prallte ungebremst mit dem Kopf auf dem Boden, starb vier Wochen später an den Schädelverletzungen.“

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