Neuer Bereich: Politische Aufklärung

Es gibt einen neuen Bereich im Feuerbringer-Magazin: Politik. Dieser befasst sich ohne Rücksicht auf religiöse oder politische Befindlichkeiten mit der politischen Aufklärung. Er ergänzt den Philosophie-Bereich, der meine grundlegenden weltanschaulichen Prämissen behandelt, um eine historische, politikwissenschaftliche und journalistische Perspektive.

Bei der letzten Diskussion über den Nahostkonflikt auf Facebook habe ich „meine Leute“ (Pro-Israel-Fraktion) gefragt, ob es denn eine brauchbare deutsche Website mit Informationen über das Thema gibt. Zu meiner großen Überraschung meinten sie, dass so etwas nicht existiert – und das sagen wirklich die Leute, deren Spezialinteresse der Nahostkonflikt ist. Es gibt lediglich einige Blogeinträge und Artikel mit Infos über das Thema – aber nicht mehr. Was thematisch strukturierte Übersichtsseiten angeht, wurde nur der auf Deutsch übersetzte Eintrag der Jewish Virtual Library genannt. Dieser beantwortet zwar tatsächlich einige Mythen über das Thema, allerdings argumentiert er teilweise aus einer religiösen Sicht (z.B. „Gott hat das Land dem Patriarchen Abraham verheißen.“). Das schreckt sofort Menschen ab und macht sie misstrauisch, welche den jüdischen Glauben nicht teilen – und erst recht jene, die gar nicht religiös sind. Als Atheist finde ich das auch nicht gerade überzeugend.

Nun ist es eigentlich kein Wunder, dass kaum jemand in Deutschland unsere pro-israelische Haltung teilt. In der Schule werden die Leute fehlinformiert, von den meisten Intellektuellen werden sie fehlinformiert, von den meisten Medien werden sie fehlinformiert. Wo wir schon dabei sind: Die Bundeszentrale für politische Bildung geht auch recht selektiv mit ihren Quellen um. Was es an brauchbarem Informationsmaterial gibt, sind gute deutsche Bücher zum Thema (wie Der ewige Sündenbock von Tilman Tarach). Nur braucht man eine Motivation, einen Grund, solche pro-israelischen Bücher zu lesen. Und da die Menschen diesen Grund von kaum einer Seite  im „realen Leben“ erhalten, bleibt nur noch das Internet übrig. Und selbst dort gibt es offenbar kaum etwas in Deutsch.

Ich habe mich darum entschlossen, selbst eine solche Website über den Nahostkonflikt ins Leben zu rufen. Eine Website, die aus säkularer, liberaler Sicht mit zahlreichen Fakten und überprüfbaren Quellen und mit logisch nachvollziehbaren Wertungen das Thema „Israel und Nahostkonflikt“ behandelt. Ich finde, die Pro-Israel-Leute könnten sicher eine Website gebrauchen, die sie bei Diskussionen verlinken können. Ich habe sie in den neuen Bereich „Politik“ im Feuerbringer-Magazin eingegliedert. Wie man erahnen kann, wird es dort letzten Endes nicht nur um dieses Thema gehen. Ich werde allerdings nicht der einzige Autor dieser Website sein.

Im englischen Sprachraum gibt es bereits eine thematische Übersichtsseite zum Thema, die ich – vom Design abgesehen – für einfach perfekt halte. Sie stammt vom irischen Intellektuellen Mark Humphrys. Er hatte überhaupt einen großen Einfluss auf mein eigenes Denken. Entsprechend freue ich mich wie ein Schnitzel, dass er sich bereit erklärt hat, mich seine Website zum Nahostkonflikt ins Deutsche übertragen zu lassen. Wie ihr am ersten Teil erkennen könnt, ist es mehr als nur eine einfache Übersetzung:

– die Links habe ich aktualisiert

– bei einigen Links habe ich deutsche Entsprechungen der Websites  als Quellen gewählt

– Ich übersetze auch Tabellen und teilweise Grafiken

Ansonsten bleibe ich sehr nah am Original. Humphrys notiert seine Gedanken zum Thema systematisch, stichpunktartig, mit fetten Markierungen der wichtigsten Stellen, kursiven Zitaten, Tabellen, Grafiken, zahlreichen weiterführenden Links, illustrierenden Fotos, etc. Ich finde, das ist die didaktisch beste Art, wie man ein solches Thema präsentieren kann. Ich halte journalistische Fließtexte für weniger geeignet zu diesem Zweck.

Nun zur Frage, wer Mark Humphrys eigentlich ist: Er ist ein irischer Blogger, beruflich Programmierer, der aus einer Familie mit einer langen Tradition von politischem Aktivismus stammt. Sein Ur-Ur-Großvater war Abgeordneter der Home-Rule-Partei und Senator. Humphrys Urgroßvater war ebenso Abgeordneter der Home-Rule-Partei und ebenso irischer Senator. Sein Großvater nahm 1916 am bewaffneten Widerstand gegen die britische Regierung teil. Sein anderer Großvater beteiligte sich an der Eroberung des Iraks 1917 und war dann dort Kolonialverwalter. Humphrys Großonkel war der erste Premierminister Irlands im Jahr 1922. Dessen Sohn wurde 1973 Premierminister. Humphrys Vater und seine Brüder sind ebenso publizistisch tätig und äußern ihre Meinung zu politischen Fragen. Kurz gesagt stammt er aus einer Tradition, die immer rücksichtslos ihre Meinung zum Ausdruck brachte und für die eigene Unabhängigkeit einstand.

Humphrys eigene politische Haltung passt zu diesem Hintergrund. Er fasst sie wie folgt zusammen:

  • Für ein freies Privatleben: Atheist. Für die Wissenschaft. Für die Vernunft. Für freie Rede. Für die liberale Demokratie.
  • Für ein freies Wirtschaftsleben: Für den Kapitalismus. Für den Westen.
  • Für den Interventionismus: Anti-Isolationist. Beendet die Tyrannei überall. Beendet den Kommunismus. Beendet das islamische Recht.

Unterschiede zwischen Humphrys und mir:

Ich bin weitgehend mit Humphrys einer Meinung. Ausnahmen:

Objektivisten sind nicht interventionistisch. Unserer Ansicht nach sollte das Militär, wie überhaupt Gewalt, nur zur Selbstverteidigung dienen. Der Krieg gegen den „Terror“ (gegen den Dschihad) kann natürlich manchmal zur Selbstverteidigung dienen und somit legitim sein. Wir sind ebenso der Auffassung, dass Tyranneien keine Rechte haben und keine nationale Unabhängigkeit oder territoriale Integrität für sich beanspruchen können. Der Unterschied bei unseren Sichtweisen besteht im Grunde nur darin, dass Humphrys glaubt, wir sollten uns gewaltsam für die Freiheit der Menschen in anderen Nationen einsetzen – während wir Objektivisten der Auffassung sind, dass dies nicht unsere Aufgabe ist.

Humphrys hat zudem ein ziemlich düsteres Menschenbild. Er hält die Menschen tendenziell für irrational und barbarisch. Kein Wunder, wenn man sich seine Geschichtslektionen und politische Analysen durchliest. Dennoch sehe ich eher das menschliche Potenzial und die gelegentlichen Fälle von Heroismus als das Ideal an, das uns die menschliche Natur ermöglicht. Menschen können viel besser sein, als sie es historisch meist gewesen sind. Andererseits wird er das insgeheim auch so sehen – warum sonst sein aufklärerisches Engagement?

Eine frohe Erleuchtung also mit meinem neuen Bereich Politik.

Wenn ihr das Projekt verfolgt und irgendwann zum Schluss gelangt, dass es unterstützenswert ist, so würde ich mich natürlich über eine Spende freuen (siehe rechts auf dem Blog). Ich bedanke mich außerdem an dieser Stelle für die aktuellen Spenden meiner langjährigen Unterstützer!

2 Kommentare zu “Neuer Bereich: Politische Aufklärung

  1. Dr. Webbaer sagt:

    Dennoch sehe ich eher das menschliche Potenzial und die gelegentlichen Fälle von Heroismus als das Ideal an, das uns die menschliche Natur ermöglicht. Menschen können viel besser sein, als sie es historisch meist gewesen sind.

    Sicher. Der Liberalismus leitet zu dieser Sicht ja auch an. BTW, die Menschen entwickeln sich doch ganz vorzüglich, die beiden Kollektivismen sind weggehauen bzw. ausgessen worden und den armseligen Relativismus wird man neben dem neu virulent gewordenen religiösen Wahn auch beizeiten einzuschränken wissen.
    Die jetzige Duldungsstarre ist natürlich unangenehm,
    MFG
    Dr. W

  2. Dr. Webbaer sagt:

    * ausgesessen

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