Feministen für ein neues Patriarchat

Vielleicht gibt es doch Menschen, die einfach nur dumm sind. Aktuelles Beispiel sind die Feministen, die behaupten, „alle Frauen“ wären Opfer des Amokläufers Eliott Rodger. Der Jugendliche ermordete in den USA sechs Menschen – vier davon Männer. Die vier toten Männer sind egal, denn es sind zwei unschuldige Frauen ermordet worden. Also hört man überall nur etwas über die toten Frauen. Rodger schrieb in seinem Manifest, dass er ein sehr eifersüchtiger Mensch war und es nicht ertragen konnte, dass Frauen ihm keine Aufmerksamkeit schenkten. Die Ermordung von sechs jungen Menschen und sein eigener Tod werden seine Lage gewiss verbessert haben.

Feministen machen die Männerrechte-Bewegung für den Amoklauf verantwortlich. Die Männerrechtler tun im Grunde dasselbe wie die Frauenrechte-Bewegung unserer Zeit: Politisch garantierte Vorrechte für ihr eigenes Geschlecht einfordern. Will heißen: Ich bin dagegen. Ich bin für individuelle Rechte. Allerdings war Rodger nicht einmal Mitglied einer herkömmlichen Männerrechtsorganisation, sondern in „Pick Up Artistry“-Foren unterwegs. Denen geht es darum, möglichst schnell Frauen ins Bett zu kriegen. Dafür empfiehlt PUA den Männern, sich wie psychopathische Machos aufzuführen – denn Frauen fühlen sich angeblich eher zu denen hingezogen als zu den netten Jungs. Genialer Tipp! Beruht angeblich auf „evolutionärer Psychologie“. Geniales Fachgebiet!

Auf Twitter ist nach dem Amoklauf ein Hashtag etabliert worden namens #YesAllWomen. Dort sind Feministen unterwegs, die Frauen einreden, dass sie überall von bösen Männern belästigt werden. Angeblich ist die ganze Gesellschaft so wie die eigentümliche Ideologie von Eliott Rodger. Weshalb ja auch täglich solche Amokläufe stattfinden.

Der moderne Feminismus ist eine linksradikale Strömung, der es um die Destabilisierung der bürgerlichen Ordnung geht. Das ist recht einfach nachzuvollziehen, wenn man sich vor Augen führt, dass die wichtigen feministischen Theoretiker ausnahmslos einen marxistischen Hintergrund hatten. Laut dem ursprünglichen Marxismus gibt es einen unüberwindlichen, feindlichen Gegensatz zwischen den Klassen in einer Gesellschaft, zwischen Proletariat und herrschendem Bürgertum. Beide Gruppen kämpfen für ihre widerstreitenden Interessen. Aus irgendeinem Grund haben die Proletarier Recht und verdienen Unterstützung und das Bürgertum ist voll böse. Der Feminismus hat das Proletariat durch „alle Frauen“ ersetzt und das herrschende Bürgertum durch „alle Männer“. Für Akif Pirinçci sind moderne Feministen einfach Lesben, die alle Frauen lesbisch machen wollen. So einfach ist es wohl kaum – allerdings finden sich tatsächlich erstaunlich viele Lesben unter den feministischen Theoretikerinnen.

Jedenfalls habe ich ein wenig in der Hashtag-Diskussion mitgemischt. Ich habe die Feministen gefragt, warum sie den Amoklauf für ihre politische Agenda instrumentalisieren. Natürlich wurde ich sogleich zum „Teil des Problems“ erklärt – und ich bin garantiert ein Teil des Problems, den Feministen haben. Besonders aufschlussreich fand ich die Reaktionen des Frauenverstehers Jose Garcia. Während die Frauen in der Diskussion auf die „sehr echten und furchteinflößenden Dinge“ hinwiesen, die sie täglich von diesen bösen Männern zu ertragen haben, bat ihnen Garcia seine uneingeschränkte Solidarität an. Eine Frau schrieb dort, dass sie Männer durchaus nicht „kollektiv beschuldigen, sondern sie [die Frauen] wollen nur Empathie“. Jose Garcia versprach ihnen die Empathie: „Mehr Aufmerksamkeit von uns Jungs wird sie [die Frauen] beschützen und sie unterstützen.“

Das also ist Feminismus: Männer müssen Frauen „beschützen und sie unterstützen“. Das erinnert subtil an die Rolle des Mannes im Patriarchat. Und die Twitter-Diskussion überhaupt: Weinende Frauen, die sich über rücksichtslose Machos beschweren und einfühlsame Männer, die sich auf ihre Seite schlagen. Wo ist jetzt der Unterschied zwischen modernen Feministen und den stetig in Ohnmacht fallenden, hilflosen Damen der viktorianischen Kultur? Wo ist der Unterschied zwischen den feministischen Männern, die das andere Geschlecht für dumm, hilflos und starker Männer bedürftig erachten und den alten Patriarchen?

2 Kommentare zu “Feministen für ein neues Patriarchat

  1. Friedrich sagt:

    Unterschied? Die Patriarchen hatten öfters Geschlechtsverkehr 😀

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