Tipp: Objektivismus versus Sir Karl Popper

Ich habe eine ausführliche und sorgfältige Kritik an der Philosophie von Sir Karl Popper gelesen, die ich weiterempfehlen möchte:

http://www.libertarian.co.uk/lapubs/philn/philn037.pdf

(Der Nachfolge-Essay: http://www.libertarian.co.uk/lapubs/philn/philn065.htm)

Der Essay enthält leider anfangs ein schwaches Argument, nämlich dass Popper häufig „Ich glaube, dass…“ schreibt, obwohl er nicht „an den Glauben glaubt“, wie er bemerkt. Nun, hier sind unterschiedliche Konnotationen gemeint – der Begriff bedeutet einmal eine Meinungsäußerung und ein anderes Mal blinden Glauben. Man sollte sich von dieser einen Schwäche jedoch nicht ablenken lassen. Die Kritik ist insgesamt sehr aufschlussreich. Der Autor Nicholas Dykes zeigt auf, dass Popper trotz seiner anderslautenden Beteuerungen selbst zum Idealismus, Determinismus und Subjektivismus neigt und außerdem seinen eigenen Fallibilismus nie auf sich selbst anwendet (seine eigene Methode nie der kritischen Prüfung unterzieht). Weiterlesen

Sollten wir Tieren Rechte zusprechen?

Ein Licht im Dunkeln (Foto: Andreas Müller)

Ein Licht im Dunkeln (Foto: Andreas Müller)

Sollten wir Tieren Rechte zusprechen? Mit dieser Frage befasst sich mein neuer Artikel im Debattenmagazin Novo Argumente.

Manch ein Zeitgenosse, der nur Augen für schwarze Lettern auf weißem Grunde hat, verschmähte jüngst meinen Vortrag über Tierrechte. Er fragte nach dem Verbleib des geschriebenen Wortes? Nunmehr bin ich der Bitte nachgekommen und habe jenen umfassenden Artikel mit einem neuen Inhalt im Vergleich zum Vortrag verfasst. Damit sich der Aufwand auch lohnt und zusätzliche Leser ihren Weg zu meinem Meisterwerk finden, wurde der Artikel erfreulicherweise vom Debattenmagazin Novo Argumente veröffentlicht. Besten Dank an den Chefredakteur Johannes Richardt! Es handelt sich bei Novo Argumente um das deutsche Partnermagazin des britischen Spiked-Magazine, welches einen altehrwürdigen Platz unter meinen Feeds einnimmt.  Man labe sich nunmehr an meinen ausgesuchten Argumenten!

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001626

Um es zu betonen: Der Essay ist neu und unabhängig vom Vortrag. Es handelt sich nicht um eine Mitschrift.

Es gibt ewige Wahrheiten

Ich habe längst akzeptiert, dass es ewige Wahrheiten gibt. Der Artikel Eine Idee wird verdünnt von Ulrich Greiner über christliche Rituale hat mich daran erinnert, dass in der Moderne kaum noch jemand mit mir übereinstimmt. Im Gegenteil wird an der Frage nach ewiger Wahrheit sogar der Graben zwischen religiösem Glauben und wissenschaftlichem Denken festgemacht. Ich bin jedoch ein Atheist, der an ewige Wahrheiten glaubt. Weiterlesen

Wikipedia über das Ayn Rand Institute

Da die Wikipedia-Admins so gut wie nichts mit ihrer Tätigkeit verdienen, müssen sie das aus altruistischer Motivation tun. Allzu gut werden sie also nicht auf eine Philosophie zu sprechen sein, die den Altruismus ablehnt und den rationalen Egoismus verteidigt. Das dürfte ein Teil der Erklärung sein für den bizarren deutschen Wikipedia-Eintrag über das Ayn Rand Institute. Ein anderer Grund für den krassen Mangel an Objektivität bei diesem Eintrag dürfte schlicht die deutsche Kultur sein, die amerikanischen „Konservativen“ feindlich gegenübersteht und die keinerlei Verständnis davon entwickelt hat, was „Libertarismus“ eigentlich sein mag (und warum er nicht konservativ ist). Was der Bauer nicht kennt, das mag er nicht. Weiterlesen

Die Magie des Handels

Ich studiere gerade Microeconomic Principles an der Universität von Illinois – ein Online-Seminar über Ökonomie, das die Universität aus Werbezwecken gratis anbietet und bei dem auch Prüfungen ablegen und sich Zertifikate besorgen kann. Durch die Ausführungen des Professors ist mir richtig klar geworden, dass Handel Werte erzeugt!

Die Idee klingt irgendwie verrückt. Eigentlich sollte nur Produktivität Werte erzeugen. Wenn man ein Produkt herstellt, das zuvor nicht da war, dann erschafft man einen Wert. Aber auch Tauschgeschäfte erzeugen Werte – keine materiellen Werte, aber in Geld berechenbare, echte Werte!

Ich habe mir diese Illustration dazu überlegt:

Ein Bäcker hat eine ganze Menge Brötchen, die er nicht alle braucht. Ihr möchtet zum Frühstück gerne Brötchen haben, ihr habt aber keine davon. Ihr stellt vielmehr Papier her in eurer Papierfabrik und habt eine ganze Menge Papier, das ihr nicht alles braucht.

Über den Tauschwert Geld tauscht ihr beide etwas, das euch weniger wert ist, für etwas ein, das euch mehr wert ist. Den monetären Gegenwert eures Papiers tauscht ihr mit dem Bäcker gegen ein Brötchen und der Bäcker erhält Geld dafür, das ihm mehr wert ist als das Brötchen.

Auf einmal ist mehr Gesamtwert da als zuvor – durch ein bloßes Tauschgeschäft! Ihr habt eure Brötchen, der Bäcker hat den Gegenwert von dem Papier, das ihr nicht braucht. Indem ihr lediglich Morgens beim Bäcker ein Brötchen kauft, ist mehr Wert da als zuvor. Eine Wirtschaft wächst also nicht nur durch Produktivität, sondern auch durch Handel.

Voll irre! Es ist fast so, als würde man Werte in die Realität hinein zaubern. Vielleicht finde ich das auch nur so erstaunlich, weil ich vorher jahrelang Materialist war. Und aus materialistischer Sicht ergibt das mal überhaupt keinen Sinn. An den realen Dingen, die existieren, ändert sich ja nichts. Sie wechseln nur den Besitzer. Wie Ayn Rand sagte, haben die Dinge immer einen Wert für jemanden. Und manche Dinge, die du herstellst, haben für andere Menschen einen höheren Wert als für dich.

Ich wusste das zwar bereits als Tatsache zuvor, aber so richtig bildlich vorstellen und verstehen konnte ich es bislang nicht. Kommt davon, wenn man sich jahrelang in die Idee hineinsteigert, dass es eigentlich nur subatomare Partikel auf der Welt gibt.

Der Stein des Anstoßes

Wo ich gerade daran zweifle, ob ich weiterhin deutschsprachige Bücher schreiben soll, kommt eine neue Rezension über mein satirisches Werk Ist der Wald endlich tot? auf Amazon gerade recht. Normalerweise kommentiere ich keine Rezensionen – aber diese hier hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Zitat:

Es geht um alles Mögliche, nur nicht um den Wald. Absolut nicht lesenswert, wenn man sich objektiv informieren möchte. Keine Kaufempfehlung

Das wäre ja recht egal, wenn es nicht die Gesamtbewertung des Buches runterziehen würde. Der Titel des Buches ist als Replik auf Rousseaus Schlachtruf „Zurück zur Natur“ gedacht – ist also das Barbarische und Irrationale endlich tot und hat die Zivilisation endlich gesiegt? Na, offensichtlich nicht. Ich bin überzeugt, dass die Buchbeschreibung auf keine Art darauf hinweist, dass der Leser hier mit einem forstwirtschaftlichen Fachbuch konfrontiert ist. Mich bringt das in meiner aktuellen Verfassung sozusagen aus der Fassung und ich habe ein Gedicht als Replik auf die Rezension verfasst:

Sie glauben, ich schreib über Wald.
Ihre Meinung lässt mich kalt.
Hätt ich über Wald gedichtet,
Hätten Sie mir beigepflichtet.

Ich wäre Top-Förster unter Waldkennern.
Kein Spötter unter tausend Pennern,
Die an Linken und Islam nichts Gutes finden
Und in einem Meer aus blödem Quark ertrinken.

Meine Baumhütte wäre so groß wie die Kaaba,
Isoliert gegen blödes Gelaber.
Ich wäre der Scheich der Forstwirtschaft,
kein Knecht der deutschen Urteilskraft.



Sagst du was gegen politisch korrekt,
dann hast du eines nicht gecheckt:
Du bist nur ein Blogger mit einem Gedicht,
Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Erspare dir subtiles Scherzen
Die Deutschen werden das ganz ausmerzen.
Halt die Fresse oder schreib ein ernstes Buch
Von deinen Witzen haben wir genug.

Geh nach England, da gehörst du hin
Wo die britischen Wälder sind.
Die Germanen wollen trockene Zeilen,
Wo Wörter noch wörtlich sind, geh dich beeilen.

Das schreibe ich natürlich nur hier. Aber wer mir einen Gefallen tun möchte und das Buch gelesen hat, der könnte auf Amazon eine kleine Rezension hinterlassen, die nicht vollkommen am Thema vorbeigeht…

(Auf der ernsthafteren Seite: Mein nächstes Buch ist sowieso noch deutschsprachig und im Übrigen bald fertig. Aber wie das mit meinen darauf folgenden Büchern aussieht – wird sich zeigen.)