Herrschaft der Tierrechtler

David Horowitz: Indoctrination U. Über die linke Indoktrination amerikanischer Studenten (Encounter Books)

David Horowitz: Indoctrination U. Über die linke Indoktrination amerikanischer Studenten (Encounter Books)

Offenbar ist es unmöglich, eine rationale Antwort von Tierrechtlern auf meine sorgfältige und ausführliche Kritik ihrer Position zu erhalten. Entweder sagen sie gar nichts und tun es ihren geliebten Laboraffen gleich, indem sie auf Knöpfchen drücken, in diesem Fall auf den Knopf für „Daumen nach unten“ neben dem Vortragsvideo – oder sie werfen mir eine unmoralische Grundhaltung vor, weshalb es nicht angemessen wäre, auf meine Argumente zu antworten. Am häufigsten verwenden sie folgende Denkfehler:

1. Moral High Ground Fallacy

Die Tierrechtler behaupten, sie wären mir moralisch laut Definition überlegen und ich hätte darum notwendig Unrecht.

2. Poisoning the Well

Sie behaupten, ich vertrete eine egoistische Ethik und will nur rücksichtslos Fleisch essen und bin somit laut Definition böse.

3. Argumentum ad populum

Die Mehrheit ist für Tierrechte, also habe ich Unrecht, wenn ich es nicht bin.

4. Argumentum ad baculum

Wer die Macht hat, hat das Recht. Es gibt bereits Tierschutzgesetze, also kann man sie weiter ausweiten, egal, was dagegen spricht. Uns gehören die Medien, wir sind die Meinungsführer und du bist nur ein Blogger, der irgendwelche Philosophiebücher liest, die keiner kennt (tja, offensichtlich nicht!).

Nun wurde die Tierrechtsbewegung von den Philosophen Peter Singer und Tom Regan begründet, also sollte man annehmen, dass Tierrechtler in der Lage sind, Argumente auszutauschen. Da sie das meinem Eindruck nach nicht sind, habe ich nach möglichen Ursachen dafür Ausschau gehalten. Dabei bin ich auf folgendes gestoßen:

New York Times: Sagt uns, warum es ethisch ist, Tiere zu essen – ein Wettbewerb

In diesem Wettbewerb fordert die große amerikanische Zeitung New York Times Leser dazu auf, zu begründen, warum Tiere essen ethisch sei. Das ist die Umkehrung des Prinzips Onus probandi: Wer eine Behauptung aufstellt, muss sie begründen. Die Tierrechtler sind es, die behaupten, das Verspeisen von Tieren wäre unethisch, also müssten sie eigentlich ihre Behauptung begründen, die der menschlichen Praxis widerspricht. Stattdessen spielen sich die Tierrechtler als Hüter des Status Quo auf und wer noch immer Tiere isst, soll sich ihnen gegenüber rechtfertigen.

Es wurde von der NYT eine Jury mit der Wahl der besten Kommentare der Leser beauftragt. Diese Kommentare wurden nach dem Wettbewerb von der Zeitung veröffentlicht. Die Jury bestand ausschließlich aus Tierrechtlern.

Die Tierrechtler konnten also selbst entscheiden, welche Essays sie gegen ihre Position veröffentlicht sehen wollten (das muss man sich mal vorstellen! Journalistisch ist das unprofessionell, nicht objektiv, unausgewogen!). Die Tierrechtler haben philosophisch gehaltlose Kommentare von Lesern gewählt, die in der Regel eine hohe Sympathie für die Tierrechts-Position aufweisen. Der am höchsten bewertete Kommentar stammt von Ingrid Newkirk, der Präsidentin der radikalen Tierschutzorganisation PETA (!). Sie argumentiert für das Verspeisen von In-Vitro-Fleisch, also im Labor gezüchtetes Fleisch. Und das ist für die New York Times das beste Argument, warum Fleisch essen ethisch ist.

Der Wettbewerb ist eine neue Dimension von Dreistigkeit. Wir Fleischesser müssen uns gegenüber einer Jury aus Tierrechtlern für unsere Praxis rechtfertigen. Kein einziger Fleisch-Befürworter saß in der Jury.

Und das sagt die New York Times über die Fleischesser: „Als Antwort [auf die Argumente der Tierrechtler] hatten jene, die Fleisch lieben, erstaunlich wenig zu sagen. Sie sagen natürlich, dass sie, nun ja, Fleisch lieben oder dass Fleisch tief in ihrer Gewohnheit oder Kultur oder Küche verankert ist oder dass es nahrhaft ist oder dass es einfach Teil der natürlichen Ordnung ist.“

Peter Singer gehört zu der Jury. Er müsste die Argumente gegen seine Position kennen. Er müsste also genau wissen, dass dies keineswegs die Argumente sind, die seine Gegner anführen. Er müsste wissen, warum sein Utilitarismus in der Philosophie höchst umstritten ist und warum sein Prinzip der gleichen Interessensberücksichtigung bei vielen Denkern als völliger Unsinn gilt. Und doch tut er so, als wüsste er dies alles nicht. Das ist eine typische Strategie der Tierrechtler – sie tun so, als hätten ihre Gegner nichts Vernünftiges zu sagen, während ihre Gegner ganze Monografien der Frage nach Tierrechten widmen. Und die werden nur von einer philosophisch interessierten Minderheit gelesen.

Hier nur einige philosophische Artikel und Bücher gegen Tierrechte, die angeblich nicht existieren:

Cohen, Carl: The case for the use of animals in biomedical research.http://spot.colorado.edu/~heathwoo/phil1200,Spr07/cohen.pdf

Klein, Shawn: The problem of animal rights. http://www.atlassociety.org/animal_rights

Locke, Edwin A.: PETA’S latest anti-human campaign. http://archive.frontpagemag.com/readArticle.aspx?ARTID=8422

Moskovitz, D.: Animal rights and vegetarianism.  http://www.atlassociety.org/animal-rights-and-vegetarianism

Machan, Tibor R.: Putting Humans First. Why we are nature’s favourite. Rowman & Littlefield: 2004.

Scruton, Roger: Animal Rights. http://www.city-journal.org/html/10_3_urbanities-animal.html

Tallis, Raymond: Aping Mankind. Neuromania, Darwinitis and the Misrepresentation of Humanity. Acumen: 2011.

Immerhin haben die Tierrechtler recht, dass es große Medien gibt, die bereitwillig grundlegende journalistische Prinzipien über Bord werfen, um nach ihrer Pfeife zu tanzen.

Mein Vortrag über Tierrechte:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=o3XdAvn5wJg[/tube]

33 Kommentare zu “Herrschaft der Tierrechtler

  1. Rechte werden von jemandem gesetzt. Ob Tiere Rechte „haben“, ist also eine Frage der jeweiligen Gesetzeslage.
    Insofern sollte man nicht fragen: „Haben Tiere Rechte?“ sondern „Sollen Tiere Rechte haben?“

    Wenn man aber davon ausgehen will, dass ein Lebewesen „von Natur aus“ Rechte hat, dann wird man dies aus einem subjektiven Bedürfnis heraus begründen: Ich empfinde, dass ich leben will und das Recht auf Leben haben sollte, und dies gestehe ich deshalb auch anderen Lebewesen zu, von denen ich annehme, dass sie ähnlich empfinden. Auch wenn Tiere vielleicht nicht bewusst denken, dass sie ein Recht auf Leben haben, so haben sie doch offensichtlich den Wunsch zu leben, und daher sollte man ihnen das Recht auf Leben zugestehen. Entsprechendes gilt für andere Eingriffe, die von ihnen als negativ empfunden werden, wie bei Tierversuchen.

    • Subjektivismus als ethische Grundlage führt zu noch größeren Problemen als der Utilitarismus. Wenn man Rechte bekommen soll, weil man sie subjektiv haben will – und warum soll es uns subjektiv kümmern, ob Tiere welche haben wollen, nur weil sie ähnlich empfinden? – dann bedeutet es, dass letzten Endes derjenige sich durchsetzt, der seine subjektiven, willkürlichen Interessen durch Gewalt oder Manipulation durchsetzen kann. Rationale Überzeugung, die eine objektive Grundlage und objektive Kriterien erfordert, ist nicht die Methode, die er einsetzen kann, um sich politische Rechte zu besorgen. Insofern bestätigt diese Auffassung, was ich in dem Beitrag gesagt habe. Tierrechtler können sich nur durch Gewalt und Manipulation durchsetzen, weil Rechte für sie ein subjektives und somit willkürliches Konstrukt sind.

      • Für Objektivisten sind Rechte objektive Überlebensbedingungen des Menschen. Der Mensch überlebt, indem er seinen Verstand gebraucht, die Natur erforscht und sie für seine Zwecke nutzt.

        • „Objektive Überlebensbedingungen“ sind keine Rechte. Wenn man ein Thema zur Diskussion stellt, sollte man keine Begriffe umdefinieren.

          • Um einen Begriff umzudefinieren, muss man erst einmal eine Definition als Ausgangspunkt der Um-Definierung akzeptieren, die ich nie akzeptiert habe.

            Ein Recht ist ein moralisches Prinzip, das die Handlungsfreiheit eines Menschen in einem sozialen Kontext definiert und sanktioniert. Rechte sind darum Existenzbedingungen, die der Mensch für sein Überleben als Mensch benötigt, weil sie ihm die Freiheit einräumen, in einer Gesellschaft ein moralisches Leben zu führen, also wie ein Mensch zu leben, die Deutschen würden vielleicht sagen, ein „menschenwürdiges Dasein“ zu führen – im Unterschied zu einem Leben als Sklave oder als Tier. Es ist nichts Subjektives an einem Recht. Der Mensch braucht Rechte, um wie ein Mensch leben zu können. Und Tiere nicht, da Tiere instinktiv leben und keine Moral und keinen Gesellschaftsvertrag verstehen und somit auch keine Pflicht, unsere Rechte zu achten.

    • Andreas D. sagt:

      Würden wir Tieren das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zugestehen, dann ergäben sich daraus sehr ernsthafte Konsequenzen für jeden Menschen, der dieses Recht verletzt. Allerdings auch für Tiere, die dieses Recht anderer Tiere verletzen. Und da sie das andauernd tun – beispielsweise fressen sie sich gegenseitig auf – müssten sie auch jedesmal dafür bestraft werden. Selbst Schimpansen, die von den Tierrechtsverfechtern stets mit als erste genannt werden, verletzen sich gegenseitig, ja bringen sich zuweilen auch um. Schimpansenhorden sollen sogar Kriege gegeneinander führen. Wir gehen wir damit um? Sollen die Schimpansen ein Recht auf Leben erhalten, dann muss es sie vor Zugriffen sowohl der Menschen als auch vor Zugriffen von Artgenossen schützen. Dummerweise ist den Schimpansen nicht bewusst, dass sie plötzlich Träger von Rechten geworden sind. Sie sind nicht in der Lage, das Konzept von Rechten zu verstehen. Man wird ihnen auch nicht begreiflich machen können, dass sie dann verpflichtet sind, das Leben anderer Schimpansen zu verschonen.

      • Dr. Webbaer sagt:

        Würden wir Tieren das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zugestehen, dann ergäben sich daraus sehr ernsthafte Konsequenzen für jeden Menschen, der dieses Recht verletzt.

        Es geht hier um physiozentrisches Gedankengut, das neomarxistisch angeleitet ist. Es liegt bspw. mit diesem stark geförderten Projekt ein konzertierter Angriff auf den Humanismus vor:
        -> http://de.wikipedia.org/wiki/Great_Ape_Project

        MFG
        Dr. W

  2. Kiwi sagt:

    Auf die Gefahr hin ganz trivial zu klingen: sind bestimmte Dinge nicht grundsätzlich schlecht? Im Sinne von Naturrecht?
    Jemandem weh zu tun, zum Beispiel? Oder zu töten?
    Notwehr und Notstand ausgeschlossen.

    • „Jemandem“ weh zu tun, Gewalt gegen einen anderen Menschen einzuleiten, ist grundsätzlich schlecht, dem stimme ich zu. Ich würde sogar auch zustimmen, dass es grundsätzlich schlecht ist, Tiere ohne rationalen Zweck zu quälen (ein rationaler Zweck wäre die Erforschung neuer Medikamente). Das wäre in Hinblick auf Tiere allerdings eine Frage der Ethik, keine Frage der Politik.

      • …grundsätzlich schlecht innerhalb einer freien Gesellschaft. Wenn ich in einer Game-of-Thrones-artigen Welt lebe, kann es sein, dass ich töten muss, um zu überleben.

      • Kiwi sagt:

        Der kleinste gemeinsame Nenner ist also, dass es aus ethischen Gründen verwerflich ist, Tiere ohne rationalen Grund zu töten.
        Dann wäre der nächste Schritt, einen Konsens über die Gründe zu finden.

        • Da kommen wir allerdings zu der Frage, was „rational“ ist. Ist es rational, Tiere zu töten, um sie zu essen, wenn man auch mit pflanzlicher Kost überleben kann?

          • Ja, weil Fleisch das Leben bereichert, wie Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen. Überleben kann man auch, wenn man sich täglich nackt im Kloster auspeitscht. Das kann natürlich jeder selbst entscheiden, denn die Politik hat nichts damit zu tun.

          • Das ist wiederum subjektiv. Vegetarier können sich, ggf. mit künstlichen Vitaminzusätzen, genauso gesund ernähren wie Fleischesser. Ein Sadist fühlt sich gewiss „bereichert“, wenn er andere quält; ein Dieb ist im wahrsten Wortsinn „bereichert“, wenn er andere bestiehlt. Was bleibt da noch objektiv „rational“?

          • Ich fühle mich nicht bereichert, wenn ich „andere“ quäle („andere“ bezieht sich auf Personen, Tiere sind keine Personen) und ich fühle mich auch nicht bereichert, wenn ich Tiere quäle. Ich fühle mich aber bereichert, wenn ich Tiere esse. Objektiv ist der Mensch das rationale Tier, das durch die Erkenntnis und Nutzung der Natur für seine Zwecke überlebt. Der Mensch muss frei sein, um seinen Verstand zum Leben gebrauchen zu können und er muss für sich selbst leben. Es gibt keinen Grund, warum wir Tiere nicht für unser Leben nutzen sollten. Also sind wir frei, Tiere für unser Leben zu nutzen. Der alternative Vorschlag lautet, unsere eigenen Bedürfnisse und Interessen Tieren zu opfern. Ich würde sie nicht einmal anderen Menschen opfern und Tieren erst recht nicht. Das alles führt allerdings in die Bereiche Metaphysik und Ethik und da müsste man die erst einmal auf 400 Seiten erläutern. Wenn es Sie interessiert, finden Sie die Argumente für die egoistische Ethik in „Objectivism. The Philosophy of Ayn Rand“ von Leonard Peikoff. Ich werde mich nicht für das Wohl von Tieren aufopfern. Jeder individuelle Mensch ist frei, sich für Tiere aufzuopfern. Wer andere Menschen für Tiere aufopfert, gehört ins Gefängnis und nicht in die Politik.

  3. Wenn Sie „Rechte“ so anthropozentrisch definieren wollen, kann man Ihnen das nicht verbieten. Aber die Aussage „Tiere haben keine Rechte“ erhält dann eine andere Bedeutung als im allgemeinen Sprachgebrauch, und das ist nicht zielführend, wenn Sie andere Menschen erreichen wollen.

    • Ich leugne, dass „Rechte“ im allgemeinen Sprachgebrauch anders verstanden werden. Rechte werden im allgemeinen Sprachgebrauch überhaupt nicht verstanden. Noch werden sie im politischen Diskurs verstanden. Schließlich gibt es im allgemeinen Diskurs Wohlfahrtsrechte, Gruppenrechte, Keimzellenrechte, Embryorechte, etc. – undefinierte Konzepte, Konzepte, die sich gegenseitig widersprechen, die sich selbst widersprechen, etc. Erst einmal muss man ein klares Rechtsverständnis entwickeln, bevor man Tieren Rechte zu- oder aberkennen kann. Und ich habe argumentiert, dass das subjektivistische Rechtsverständnis nichts taugt.

      • „Tiere haben keine Rechte“ ist darum eine legitime Formulierung, weil der Objektivismus die Sein-Sollen-Dichotomie leugnet (aus Fakten folgen Normen). Tiere haben de facto keine Rechte – und wenn die Regierung ihnen dennoch Rechte zuspricht, dann redet sie im Grunde Unsinn und verabschiedet ein unsinniges Gesetz, das nicht funktionieren kann.

        Aber auch umgangssprachlich haben Tiere keine Rechte, wenn man „Rechte“ als etwas versteht, auf das man einen Anspruch hat. Tiere haben einen Anspruch auf gar nichts (normativ, ethisch betrachtet. Laut aktueller Gesetzgebung haben sie gewisse Ansprüche).

        • Es stimmt, dass Regierungen in freien Nationen die Rechte der Bürger schützen. Der Zweck besteht darin, die Handlungsfreiheit der Menschen in einer Nation zu definieren und zu sanktionieren. Man darf frei handeln, solange man nicht die Rechte anderer Menschen verletzt. Das wäre der Optimalfall. Nun ist der Grund, warum Regierungen unsere Rechte schützen sollten, jener, dass Rechte Überlebensbedingungen sind, dass wir Rechte zum Überleben brauchen. Ohne Rechte dürfte uns etwa ein Räuber einfach erschießen.

          • „dass Rechte Überlebensbedingungen sind“

            Nach dieser Definition lässt sich aber nicht klar zwischen Mensch und Tier trennen. Wenn ich einen Hund schlecht behandle (und er mich nicht als ranghöher akzeptiert), riskiere ich, dass er mich angreift, was, wenn er groß und kräftig genug ist, für mich tödlich enden kann.

          • Vollen Kontext beachten, Aussagen nicht aus dem Kontext reißen. Rechte gegenüber Tieren (das Recht, nicht von einem Hund gebissen zu werden) sind aus denselben Gründen sinnlos wie Tierrechte. Wollen Sie den Hund vor Gericht stellen?

          • Davon abgesehen hängt die Frage nach dem Überleben des Menschen als Mensch vom metaphysischen Menschenbild ab.

        • „Tiere haben einen Anspruch auf gar nichts“ (normativ, ethisch betrachtet. Laut aktueller Gesetzgebung haben sie gewisse Ansprüche).“

          Aber letzteres ist doch „normativ“! Und Ethik ist wiederum subjektiv.

    • Dr. Webbaer sagt:

      Wenn Sie “Rechte” so anthropozentrisch definieren wollen, kann man Ihnen das nicht verbieten. Aber die Aussage “Tiere haben keine Rechte” erhält dann eine andere Bedeutung als im allgemeinen Sprachgebrauch, und das ist nicht zielführend, wenn Sie andere Menschen erreichen wollen.

      ‚Tiere haben keine Rechte.‘ bedeutet erst einmal, dass Tiere keine Rechte haben sollen, aus bestimmter Sicht, aus Sicht eines Erkenntnissubjekts, anders geht es nicht.

      Spannend ist natürlich wie Tierrechte anders als anthropozentrisch entwickelt und gepflegt werden sollen, in praxi nimmt der Tierrechtler eine physiozentrische Position ein, die er für sich zu (er)kennen glaubt, die aber für ein Erkenntnissubjekt gar nicht zu vertreten ist.

      Insofern geraten Tierrechtler zwingend in den Ruf Erleuchtete zu sein.

      MFG
      Dr. W

  4. Martin sagt:

    Ich lehne Tierrechte ab, weil das Konzept reiner Speziesmus und extrem diskriminierend ist.
    Die Durchsetzung der Forderungen würde bedeuten, das nur eine Spezies Pflichten gegenüber den anderen Spezies hätte, während diese nur Rechte hätten.
    Das ist ohne Zweifel speziesistisch und diskriminierend.

    Das wars, Tierrechte tot 🙂

  5. niv sagt:

    Hallo Andreas,

    meine Frage ist off-topic, aber ich stelle sie mal an dieser Stelle, weil sie sich u.a. auf das Buch „Indoctrination U“ bezieht, das Du hier als Illustration verwendet hast.

    In Horowitz‘ Buch, und auch im gleichnamigen Dokumentarfilm von Evan Maloney, geht es um die linke Meinungshoheit an US-Universitäten. Da ich weder das US-Hochschulsystem noch die konservativ/libertäre/objektivistische Szene in den USA besonders gut kenne, meine Frage:

    Die entsprechenden Universitäten scheinen größtenteils privat zu sein – zumindest wird in der Kritik wenig Unterschied zwischen privaten oder öffentlichen Hochschulen gemacht. Generell haben private Hochschulen ja ohnehin den besseren Ruf in den USA. Gibt es eigentlich Bestrebungen zur Hoschschulgründung durch diejenigen Kreise, die mit den Entwicklungen dort nicht einverstanden sind? Seien dies konservative oder libertäre Intelektuelle, oder einfach solche, die mit der linken Voreingenommenheit schlicht aus Gründen der wissenschaftlichen Neutralität Probleme haben? Eigentlich müssten doch sowohl der amerikaische Gründergeist wie auch die Vorhandenheit eines entsprechenden Publikums doch dafür sprechen?

    Und – falls Du etwas dazu sagen kannst – wie sieht das Ganze in Deutschland/Eurpa aus?

    Vielen Dank und Grüße, niv

    • Hier gibt es Studien über die politischen Ansichten amerikanischer Professoren:
      http://www.studentsforacademicfreedom.org/news/1893/FacultyStudies.htm

      „Faculty at colleges and universities of all kinds in America are overwhelmingly liberal in their political ideology, creating a strong campus political culture. Categorized according to both self- identification and voting patterns, faculty are heavily weighted towards the Left. Indeed, those who identify as independents and moderates actually vote more like liberals and Democrats.“
      http://www.studentsforacademicfreedom.org/file_download/25

      Die Erkenntnisse gelten also generell für amerikanische Universitäten. Man kann davon ausgehen, dass einige spezielle private Universitäten, wie evangelikale Unis, davon ausgenommen sind. Es gibt einige objektivistische Schulen, Institute und Professoren an nicht-objektivistischen Universitäten, aber keine objektivistischen Universitäten. So ist das auch mit libertären Universitäten. Ich halte es auch nicht für ein sinnvolles Ziel, auf die linke Universitätskultur und die linke Dominanz bei den Lehrkräften mit der Gründung von libertären Universitäten zu reagieren. Ich halte es für sinnvoller, sich für politische Neutralität oder wenigstens Ausgeglichenheit an den Universitäten einzusetzen.

      In Deutschland ist die linke Dominanz bei Lehrkräften in Universitäten meiner Einschätzung nach offensichtlich, allerdings sind mir dazu keine Umfragen oder Studien bekannt. Professoren werden ja vom Staat bezahlt hierzulande und es entsteht bei ihnen offenbar die Neigung, ihren Arbeitgeber (den Staat) zu unterstützen. Studien bzw. Umfragen zum Thema fände ich interessant, habe ich nicht gefunden. Libertäre Unis oder dergleichen gibt es in Deutschland sowieso nicht. Ich glaube, es gibt hier rund 300 Libertäre, hat Roland Baader mal geschätzt.

  6. Dr. Webbaer sagt:

    Sogenannte Tierrechtler arbeiten durchgehend mit physiozentrischen (das Fachwort) Sichten, sie argumentieren nicht humanistisch („anthropozentrisch“) und selbst Religionen können ihnen mit duozentrischen Sichten sittlich weit voraus sein, wenn sie nämlich bspw. wie das Christentum theozentrisch und anthropozentrisch theoretisieren.

    Ansonsten spricht natürlich nichts gegen den angemessen erscheinenden Umgang mit der Ökologie und mit dem Tier.
    Auch Ökologisten, die es „wg. Ismus“ also ein wenig übertreiben, können hier eingebunden sein, sofern sie eben keinen rein physiozentrischen Weltbildern huldigen.

    MFG
    Dr. W

  7. Zaigan sagt:

    Menschen sind Säugetiere und Wirbeltiere etc.
    Nur die Mitglieder dieser Tierart können Rechte abstrakt zubilligen, (tatsächlich kannst du auch in einem Wolfsrudel z.bsp. Futtervorrecht erhalten vor dem Omega)
    D.h. Säuglinge, Demente etc. sind dazu nicht in der Lage. Das heißt es mangelt ihnen an der Fähigkeit sozialen Zubilligung in nichtmenschlichen Kulturen.
    Es ist ethisch sinnvoll Leiden zu minimieren von Lebewesen welche die Fähigkeit haben zu leiden.

  8. Zaigan sagt:

    Und selbstverständlich muss man sich für Tätigkeiten rechtfertigen gegenüber dem sein lassen von Tätigkeiten.
    Dazu kommt noch dass man sich als Sadist ganz selbstverständlich am Leid anderer erfreuen kann wie sich jemand an einem Kuchen erfreuen kann.

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