Eine klare, undefinierbare Trennlinie

Nicolaus Fest hat mit einem Kommentar in der BILD am Sonntag einen kleinen Skandal ausgelöst:

http://www.bild.de/news/standards/religionen/islam-als-integrationshindernis-36990528.bild.html

Er bezeichnet darin unter anderem den Islam als „Integrationshindernis“. Ist eine Religion, die einen totalitären Staat fordert, in dem Anhänger anderer Religionen und Atheisten als diskriminierte Untergebene behandelt werden, ein Integrationshindernis (was aus den theologischen Säulen des Islams – Koran, Hadith, Leben des Propheten – sowie den Auslegungen führender Schulen hervorgeht)? Darüber werden wir nur ewig rätseln können! Natürlich glaubt nicht jeder selbstbezeichnete „Muslim“ an den Islam, oder hat den Koran gelesen, oder weiß überhaupt irgendetwas über seine Religion – aber das ändert doch nichts an den Inhalten der Religion! Wenn ein Christ keinen Schimmer hat, was in der Bibel steht, wer Jesus war, was die christlichen Feiertage bedeuten, dann ist er eben ignorant, aber das Christentum ist immer noch definierbar und man kann es immer noch von anderen Religionen abgrenzen.

Allerdings verstehen manche Leute etwas anderes unter „Islam“. Das populäre Islambild im Westen hängt mit der Rolle der Religion in unseren freiheitlichen Gesellschaften zusammen. Bei uns ist Religion Privatsache. Kirche und Staat sind mehr oder minder getrennt. Nur teilt der Islam diese Auffassung der Rolle der Religion nicht. Es handelt sich um eine Übertragung unserer Regeln und Traditionen auf eine andere Weltanschauung, die solche Regeln und Traditionen gar nicht kennt. In der islamischen Welt, in jedem islamischen Land (inzwischen auch in der Türkei) sind Staat und Religion eben nicht getrennt, ist Religion eben keine Privatsache.

BILD-Chef Kai Diekmann stellt folgende Trennlinie auf:

Für BILD und Axel Springer gab und gibt es bei all diesen Debatten eine klare, unverrückbare Trennlinie zwischen der Weltreligion des Islam und der menschenverachtenden Ideologie des Islamismus.

Bei BILD und Axel Springer ist deshalb kein Raum für pauschalisierende, herabwürdigende Äußerungen gegenüber dem Islam

Wie lautet denn die Trennlinie und wie wird sie begründet? Wann ist eine Äußerung pauschalisierend und herabwürdigend? Wenn sie wahr ist? Was beinhaltet die Religion des Islams? Welche Texte sind in welcher Auslegung grundlegend für den Islam und was sind hingegen die ideologischen Grundlagen des Islamismus?

Was darf ein BILD-Redakteur über den „Islam“ schreiben und was darf er über den „Islamismus“ schreiben? Brauchen Redakteure klare Richtlinien? Wenn nicht, dann kann man sie beliebig rauswerfen. Immerhin praktisch.

Ich wette meinen Donut darauf, dass wir es niemals erfahren werden. Weil diese Unterscheidung in keiner Weise durchdacht ist. Niemand kann den Unterschied definieren, erklären oder begründen. Die Welt wäre so viel einfacher, wenn jeder Publizist akademische Standards einhalten müsste. Wenn er schreibt, man müsse zwischen „Islam“ und „Islamismus“ unterscheiden, kann das aber weder definieren noch begründen, dann fliegt er einfach durch die Prüfung. Viel Glück beim nächsten Artikel. Das passiert aber nicht. Stattdessen hat ein Publizist dann recht, wenn die Mehrheit oder irgendeine mächtige Minderheit ihm willkürlich zustimmt, egal, was für einen Unsinn er redet.

Wer es anders sieht, möge den Unterschied zwischen „Islam“ und „Islamismus“ bitte aufzeigen und erläutern – oder er möge für immer schweigen.

4 Kommentare zu „Eine klare, undefinierbare Trennlinie

  1. Islamisten morden bevorzugt Muslime falscher Konfession, bringen gelegentlich Christen und Juden um. Muslime sind oft feige Antisemiten, die Juden verbal attackieren, wenn die Muslime in der Überzahl sind.

  2. Der Unterschied zwischen „Islam“ und „Islamismus“? Vermutlich so was ähnliches wie bei „Apfel“ und „Apfelmus“.

  3. Wer es anders sieht, möge den Unterschied zwischen “Islam” und “Islamismus” bitte aufzeigen und erläutern (…)

    Ist doch ganz einfach, der „Islamismus“ ist die Bad Bank des Islam, in die toxische Werte ausgelagert werden, so dass das Unternehmen weiter bestehen kann.

    Zum „Islamismus“:
    Der Islamismus oder die Islamistik waren bis kurz nach 9/11 die Islamwissenschaften und die Islamisten waren Islamwissenschaftler.
    Auf Grund der Einfuhr der mittlerweile allgemein bekannten Bad Bank, kam es unter den Islamwissenschaftlern, sozusagen als zeitnah zweite Opfer des Großanschlags zum Verlust der Berufsbezeichnung, den diese aber gerne hinnahmen, keine Widerworte wagten, wussten sie doch ganz genau, wie brandgefährlich das Unternehmen ist.

    HTH
    Dr. W

    1. PS:
      Diese seinerzeitige und 9/11 betreffend zeitnahe Reaktion des US-Präsidenten ist im geschilderten Zusammenhang zu berücksichtigen:
      -> http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/news/releases/2001/09/20010917-11.html

      Widersprochen worden ist seinerzeit und auch längere Zeit später wenig, auch wenn ‚Islam‘ klar erkennbar („etymologisch“) ‚Unterwerfung‘ bedeutet und der Moslem in diesem Sinne und bei gleicher Wurzel des Begriffs ein Unterworfener ist.

      Vor diesem Hintergrund ist u.a. auch die Aussage Wulffs zu bearbeiten, dass nämlich die Unterwerfung zu Deutschland gehöre.

      Ein Hintergrund, der genau in diesen kleinen BILD-Disput hineinspielt. Der Schreiber dieser Zeilen kann sich bildlich direkt vorstellen, wie die Axel Springer Erbin, Döpfner und das führende BILD-Personal hier kommunikativ tätig geworden sind, wie telefoniert worden ist, auch das Kanzleramt berücksichtigend.

      In anderen Ländern bleibt man zur gemeinten Veranstaltung aber durchaus „trocken“, vgl. :
      -> http://www.praguepost.com/eu-news/39288-zeman-islam-is-to-blame-for-attack-on-jewish-museum-in-brussels
      -> http://www.praguepost.com/czech-news/39532-zeman-will-not-apologize-for-statements-on-islam (‚The president definitely does not intend to apologize, because he would consider the quotation of the holy Islamic text a blasphemy [Hervorhebung Dr. W, der auch auf den innewohnenden Gag hinweist]‘)

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