Todenhöfer in Kurzform

Beim Besuch der Website von Jürgen Todenhöfer habe ich mich gefragt, wie ich mich selbst in Deutschland nach außen darstellen müsste, um so erfolgreich zu sein wie er. Die Vorstellung war dann aber doch zu schrecklich, also fasse ich lieber kurz seine Meinungen zusammen, damit sonst niemand seine Website lesen muss:

Jürgen Todenhöfer

„Der Westen ist schuld“

1. Terrorismus

Terrorismus ist irgendwie schon ein wenig falsch oder so. Aber was die USA tut, ist ein viel schlimmerer Terrorismus als der von Terroristen! Weil Terroristen bringen Zivilisten um und die USA verteidigen sich gegen Terroristen.

2. Nahost

Israel und die Palästinenser bekämpfen sich gegenseitig. Es kann schon sein, dass es die Hamas ist, die immer wieder den Waffenstillstand bricht und die bei allen Friedensverhandlungen jedes noch so großzügige Angebot abgelehnt hat und auch, dass in der Hamas-Charta die Vernichtung der Juden gefordert wird. Aber Gaza ist kleiner als Israel. Und Israel hat die besseren Waffen und trifft häufiger. Also ist Israel im Unrecht. Außerdem: Denkt doch mal einer an die Kinder! So viele verletzte palästinensische Kinder werden in israelischen Krankenhäusern behandelt (während das zentrale Krankenhaus in Gaza als Stützpunkt der Hamas dient)! So grausam sind die Israelis!

3. Syrien

Die USA soll endlich ihren Krieg des syrischen Präsidenten gegen die Extremisten beenden. Niemand interessiert sich für das Leid des syrischen Volkes außer mir.

Zitat: „Assad ist ein sehr ruhiger, nachdenklicher Mann“. Der ist so eine coole Socke, der wird total missverstanden!

4. Ukraine

Der Westen ist Mitschuld an dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Russland ist der geborene Bündnispartner Deutschlands. Siehe die geniale Politik Bismarcks. Überhaupt sollten wir zur Politik zurückkehren, die zum Ersten Weltkrieg geführt hat, nur ohne den Weltkrieg, denn Verhandlungen sind besser als Kriege.

5. Irak

Wir sollten uns bemühen, Diktatoren wie Saddam Hussein besser zu verstehen, damit wir sie nicht angreifen oder uns gegen sie verteidigen.

6. Antisemitismus

Man muss ja nicht gleich jedem aufopferungsvollen Volkshelden wie mir eines mit der Antisemitismuskeule überziehen, auch wenn das eigentlich die Frau Knoblauch gar nicht gemacht hat (wobei ich ihren Brief auch nicht gelesen habe, ich war lieber auf Facebook). Ich bin immerhin wirklich nach Gaza gereist, also kann ich kein Antisemit sein. Ich habe mir ganz viele Kinder im Krankenhaus angeschaut und viele Kinder in ihrer Ausbildung finanziert. Kinder sind unschuldig, ich habe viel mit Kindern zu tun, also bin ich auch unschuldig. Kinder, Kinder, Kinder!

7. Zivilisten im Krieg

Vorschläge an den Bundespräsidenten (Zitat):

1. Ein Besuch im syrischen Aleppo oder in Homs. Damit Sie einmal persönlich erleben, was Krieg bedeutet.

2.Vier Wochen Patrouillenfahrt mit unseren Soldaten in afghanischen Kampfgebieten. Sie dürfen auch Ihre Kinder oder Enkel schicken.

Schließlich ist der Bundespräsident ein Soldat der Bundeswehr und die Soldaten erwarten von ihm, Seite an Seite mit dem Bundespräsidenten und mit seinen Kindern und Enkeln im Schützengraben zu liegen. Ab mit den deutschen Kindern in den Krieg! Aber, oh, das schreckliche Leid der palästinensischen Kinder!

8. Falludscha

Zitate: „In diesen Tagen denke ich oft an Falludscha“, „Die Bevölkerung wurde während der Kämpfe mit dröhnender Rockmusik beschallt. Man wollte ihre Moral brechen.“ (Anm: Ich beschalle mich oft freiwillig mit dröhnender Rockmusik, ohne dass es meine Moral gebrochen hätte. Bei Herrn Todenhöfer bin ich mir nicht sicher, ob die Beschallung einen so guten Einfluss auf seine Moral hatte; AM)

9. Fußball

„Irak, Libyen, Syrien – seit 50 Jahren bereist Jürgen Todenhöfer Krisengebiete. Fußballspiele sind Höhepunkte in seinem Leben.“ (FAZ)

Die Krisengebiete sind hingegen eher langweilig. Es ist ja sowieso immer die USA an allem schuld. Aber Fußball, echt ein spannendes Spiel! Da kennt man das Ergebnis nicht schon im Voraus.

7 Kommentare zu “Todenhöfer in Kurzform

  1. Martin sagt:

    Ja, Todenhöfer hat genau so einen schweren Sockenschuss wie der gute Elsässer.

    Der Philosophen-Richie ist aber auch nicht schlecht…

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_club_der_toten_lichter_heute_richard_david_precht

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Jürgen Todenhöfer (entschuldigend) in seinem Web-Biotop bei Facebook:

    ADMIN: Zur Info: Das Photo hat keinen Bezug zum Islam. Der Islam ist eine Religion des Friedens. Die Photomontage beruht auf einem Photo von Al Zawahiri, der nicht als Friedensfreund bekannt ist. (Quelle)

    Und Todenhöfer wird dies anzunehmenderweise bis zu seinem Lebensende glauben, wie dies aber auch politisch gewünscht ist, sogar von George W. Bush und anderen US-amerikanischen Republikanern.

    Was durch das neomarxistisch angeleitetes Vorhaben den Islam von seinen toxischen Bestandteilen zu trennen, als „Islamismus“, auch „irgendwie“ geht, wobei eine derartige Umsetzung schon einmalig [1] zu sein scheint, Ideenlehren [2] betreffend.

    MFG
    Dr. W

    [1] Bedeutet wohl auch: Ideenlehre brandgefährlich.
    [2] Der Islam (Bedeutung: „Unterwerfung“ unter „Allah“) ist eine Ideenlehre.

    • Dr. Webbaer sagt:

      PS: Ne Korrekturmöglichkeit oder Vorschau geht wohl nicht?!

    • Ex-Verteidiungsminister Rumsfeld hat in einem Gespräch mit David Horowitz angedeutet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dass Bush und er den Islam eigentlich gar nicht für eine Religion des Friedens halten und das nur gesagt haben, damit es keine Angriffe auf Muslime gibt: http://www.horowitzfreedomcenter.org/david_horowitz_interviews_donald_rumsfeld

      • Dr. Webbaer sagt:

        Es bestand nicht die Notwendigkeit das US-amerikanische Volk oder die dementsprechende Bevölkerung derart zu belügen.
        Es ging auch anders (und abwiegelnd).
        Der sachlich falsche Narrativ vom „Islam heißt Frieden“ hat sich dementsprechend ungünstig zäh gehalten, auch wenn klar erkennbar etymologisch falsch.
        Das war eine Fehlleistung, die auch heute noch US-amerikanischen Republikanern promoviert wird, auch McCain bringt es in diesem Zusammenhang nicht.
        Wenn schon in den Staaten des Volk belogen wird, muss sich nicht gewundert werden, wenn die Kairoer Rede Obamas und folgendes möglich wird.

        MFG
        Dr. W (der sich nun ausklinkt, sich bekanntlich auch nicht aufregen soll)

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