Meinen Kommentar zum geplanten Prostitutionsgesetz

…gibt es hier zu lesen: http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001671

Der Titel „Käuflicher Sex: Prostituierte gehören sich selbst“ schließt an eine altehrwürdige Tradition an, die einst mit meiner Einführungsvorlesung über die objektivistische Philosophie ihren Anfang nahm:

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller

In dem Kommentar ist ein Ayn-Rand-Zitat anzutreffen:

„Auf dem Weg zum Etatismus hat jede Einschränkung von Menschenrechten mit der Unterdrückung der am wenigsten attraktiven Ausübenden eines gegebenen Rechts begonnen.“

Dazu noch ein paar kurze Erläuterungen:

Mit der Attraktivität ist nicht die körperliche Attraktivität gemeint. Ayn Rand war kurz gesagt der Meinung, dass Promiskuität und Prostitution die Natur und Funktion der menschlichen Sexualität leugnen (Ethik, nicht Politik):

“Für einen rationalen Menschen ist Sex ein Ausdruck der Selbstachtung – eine Zelebrierung von ihm selbst und des Daseins. Für den Menschen ohne Selbstachtung ist Sex ein Versuch, diese vorzutäuschen, ihre vorübergehende Illusion herbeizuführen. Romantische Liebe ist im umfassenden Sinne des Begriffes ein Gefühl, das nur einem Mann (oder einer Frau) mit ungebrochener Selbstachtung möglich ist: Sie ist seine Antwort auf die eigenen höchsten Werte in der Person eines anderen – eine integrierte Antwort von Geist und Körper, von Liebe und sexuellem Verlangen. Ein solcher Mann (oder eine solche Frau) ist nicht in der Lage, sexuelles Verlangen von spirituellen Werten getrennt zu erleben.”

Siehe zum Thema Sex: http://aynrandlexicon.com/lexicon/sex.html

Der Objektivismus sieht allerdings nicht die Politik in der Rolle des Sittenwächters. Die Politik sorgt optimalerweise dafür, dass Menschen mit schlechten moralischen Entscheidungen (wie Prostitution) nur sich selbst schaden und nicht anderen Menschen. Die Moral oder Ethik befasst sich wiederum mit der Frage, wie man selbst ein gutes Leben führen kann. Kurz gesagt sollte man sich aus objektivistischer Sicht nicht prostituieren und auch nicht die Dienste von Prostituierten nutzen (Ethik), man sollte aber das uneingeschränkte Recht dazu haben, beides zu tun (Politik). Die Sexualmoral ist kurz gesagt keine Staatsaufgabe – aber darum ist sie noch lange nicht beliebig, von der Realität gelöst, willkürlich, subjektiv. Schlechte sexualethische Entscheidungen führen zu schlechten Folgen für einen individuellen Menschen selbst aufgrund der Regelhaftigkeit der Natur und somit des Menschen und menschlicher Interaktion. Nur geht das den Staat nichts an.

Interessanterweise hatten die beiden Satiriker Jonathan Swift und Alexander Pope aus dem 18. Jahrhundert eine weniger „traditionelle“ Auffassung:

„Ein Mann, der eine schöne Frau bewundert, hat so wenig Grund, ihr Ehemann sein zu wollen, wie jemand, der die goldenen Äpfel der Hesperiden bewundert, einen Grund hat, der Drache sein zu wollen, der sie bewacht.“(Aus: Gedanken über die verschiedensten Gegenstände)

13 Kommentare zu “Meinen Kommentar zum geplanten Prostitutionsgesetz

  1. CK sagt:

    Ich würde an dieser Stelle mal wagen einiges zu fragen.

    Wir sind uns jawohl einig, dass Pornographie Prostitution/Sexarbeit VOR DER KAMERA ist. Also ich jedenfalls sehe da keinen Unterschied, der rechtliche in den USA ist reinste Willkür.

    Ayn Rand war nun der Meinung, Pornographie sei widerlich. Die Gründe dafür hast Du ja oben erläutert.

    Jahre später jedoch hat Peikoff mehrmals gesagt, dass es i.O. sei sich Pornos anzusehen, ob alleine (zur Masturbation) oder als Paar. Zumindest im ersten Fall ist aber sexuelles Verlangen entkoppelt von spirituellen Werten.

    Worauf ich hinaus will, ist nicht ob Peikoff recht hat oder nicht (ich stimme ihm eh nicht in allem zu, wenngleich hier schon), sondern vielmehr ob dies also überhaupt ein wessentlicher Dissens ist i.S. dass eine Andersbetrachtung bedeutet, dass man kein Objektivist (mehr) ist. Es gibt ja viele Themenfelder wo Objektivisten verschiedener Meinung sein können, ohne dass einer von ihnen die Grundlagen der Philosophie verletzt. Hier scheint aber eine Grundlage für Dich verletzt zu werden oder nicht? Du schreibst jedenfalls eindeutig, ein Objektivist soll keine sexuellen Dienste gegen Geld in Anspruch nehmen oder anbieten.

    Mir persönlich ist ja egal ob ich deswegen kein Objektivist bin (i.G. bezeichne ich mich ja selber gar nicht mal als Objektivist, sondern allenfalls als „student of objectivism“), aber ich wage doch mal zu fragen ob man das wirklich so eng sehen muss, wie Peikoff es ja anscheinend nicht tut.

    Ich habe kein Problem damit, Sex und romantische Liebe zu trennen, wenngleich natürlich idealerweise beides zusammengefunden wird. Gelegentlich nehme ich auch diverse erotische Dienstleistungen in Anspruch. Das bedeutet nicht notwendigerweise zu einer Hure im klassischen Sinne zu gehen. Es kann sein, dass ich ins Striplokal gehe und schöne, nackte Frauenkörper mir bloß ansehe, es kann sein, dass ich mir den Rücken massieren lasse, es kann sein, dass ich eben Pornos kucke, es kann aber eben auch sein, dass ich mit einer Konkubine Fantasien in Rollenspielform auslebe, Geschlechtsverkehr inklusive. Wichtig ist dabei aber auch immer der soziale Kontakt.

    Die Gründe hierfür sind mannigfaltig, haben aber nichts mit fehlender Selbstachtung zu tun. Man gönnt sich halt mal was Gutes, will sich verwöhnen lassen, sinnlich geniessen oder auch einen Kick erleben, was Neues ausprobieren usw.

    So oft ich Ayn Rand auch sonst zustimme, in diesem Fall habe ich eine vollkommen andere Meinung. Aber sie muss ja auch nicht immer recht gehabt haben, kein Mensch hat immer recht. Punkto ihrer ursprünglichen Ablehnung der Homosexualität lag sie ja auch falsch. Wieso nicht auch hier? Das sollte dann schon klarer herausgearbeitet werden, die obigen Zitate alleine reichen mir nicht.

  2. Skeptiker sagt:

    Die Meinung des Objektivismus zur Sexualität und Liebe scheint mir überdenkenswert zu sein. In der Tat, bei beiden kann und sollte wahrscheinlich auch mehr im Spiel sein.

    Was die Prostitution angeht, muss man sagen, dass viele Prostituierte wohl aus Armut, Naivität oder ähnliches dort abrutschen. Bisweilen werden sie dazu gezwungen.
    Das sollte man bei der Bewertung berücksichtigen.

  3. Friedrich Sommer sagt:

    „So oft ich Ayn Rand auch sonst zustimme, in diesem Fall habe ich eine vollkommen andere Meinung. Aber sie muss ja auch nicht immer recht gehabt haben, kein Mensch hat immer recht. Punkto ihrer ursprünglichen Ablehnung der Homosexualität lag sie ja auch falsch. Wieso nicht auch hier?“

    Das ist (oder war) immer das Problem von Systemen, die Axiome aufstellen und unter deren Geltung Syllogistik betreiben. Dabei kommen ganz zwangsläufig Antinomien heraus, über die man dann bis in alle Ewigkeit streiten kann. (Ein Grund, wieso das auch seit 300 Jahren kaum wer noch macht.)

    Und Ayn Rand hat halt einfach beschlossen, die christlichen Narrative der Sexualität zur ewigen Vernunftwahrheit zu erklären, indem sie die Sexualität eines Menschen zum Ort der authentischsten Selbsterfahrung und innersten Wahrheit macht. Bzw. soll das eigene Sexualverhalten darüber etwas aussagen, wie es um die eigene Selbstachtung bestimmt ist, usw.

    Nur ist das eben keine Erfindung von Ayn Rand, noch weniger eine objektive Wahrheit, sondern ein Narrativ, das vor 200-300 Jahren die Klostermauern verlassen hat, vom aufstrebenden Bürgertum säkularisiert wurde und im 20 Jhdt. zur Massensexualmoral wurde, gestützt von allerlei medizinischen, päödagogischen, psychologischen, philosophischen und sonstigen wissenschaftlichen, vernünftigen (?), Gründen.

    Ziel: Die Sexualität möglichst von der Lust zu entkoppeln und sie zweckes Sozialdisziplinierung zu sublimieren und zu reglementieren. Grund: neue Lebensbedingungen in der neuen, modernen Gesellschaft.

    Natürlich sind für diese Verknüpfungen (Sexualität – wahres Ich; Sexualität – Selbstachtung; Sexualität – Ort der Begegnung mit dem wahren Ich des anderen; usw) a priori eben überhaupt nicht so einleuchtend. ->

    Man kann nun 2 Dinge tun:

    1) das ignorieren, glauben dieses Narrativ aus irgendwelchen Axiomen ableiten zu können – bis in alle Ewigkeit Antinomien produzieren und darüber streiten. (Was lustig sein kann, in jedem Fall aber fruchtlos)

    2)philosophisch forschen und herausfinden, wo diese Narrative herkommen und wie sie funktionieren, wie sie sich entwickelt haben, wo sie gewirkt haben, ob/wann/wie sie von wem übernommen wurden, modifiziert wurden etc. Nur bezweifle ich, dass dafür das Studium des Objektivismus sehr hilfreich sein wird.

    • Der Objektivismus ist kein rationalistisches System, sondern beruht auf Induktion und Deduktion. Die Sexualethik ist natürlich nicht aus den metaphysischen Axiomen abgeleitet!

      die christlichen Narrative der Sexualität zur ewigen Vernunftwahrheit zu erklären

      Ayn Rand hat sich deutlich von der christlichen Sexualmoral distanziert. Sie hat Sex als etwas Gutes und Wichtiges angesehen. Gerade darum sollte man nicht mit irgendwem beliebig Sex haben. Aber man muss auch nicht verheiratet dafür sein oder Kinder zeugen wollen.

      Der Objektivismus trennt keineswegs Sex von Lust. Er lehnt explizit die platonische Liebe ab. Sex ist eine integrierte Erfahrung von Körper und Geist.

      • Friedrich Sommer sagt:

        „Der Objektivismus ist kein rationalistisches System, sondern beruht auf Induktion und Deduktion. Die Sexualethik ist natürlich nicht aus den metaphysischen Axiomen abgeleitet!“

        Sorry, da habe ich mich unklar ausgedrückt. Aus den „offiziellen“ metaphysischen Axiomen (Existenz, Identität, usw) wird sie wohl nicht abgeleitet.

        Mein Gedanke war:

        Der Objektivismus sagt:
        Die Vorstellung einer objektiven Moral (also wohl inkl. Sexualmoral) steht unter der Prämisse dem (guten) Leben dienen zu müssen, das wiederum von der spezifischen Natur des Menschen determiniert wird. Darin sehe ich philosophiegeschichtlich zwei Kernpunkte:

        1) Das seit Schopenhauer und Nietzsche und generell seit dem 19.Jhdt (Biologie, Politik,…) geltende Dogma des Primats des Lebens (vor dem Geist).

        2) Bei gleichzeitigem Beibehalten eines die Welt strukturierenden, universellen Logos (der halt seit dem 19 Jhdt Natur, Wille udgl genannt wird).

        Der Punkt ist also, dass man auch in der Vernunftkonzeption des Objektivismus Metaphysik vermuten kann. (Es kommt darauf an, ob das, was der Objektivismus durch Induktion glaubt erkennen zu können, tatsächlich durch reine Induktion erkannt wird. Das könnte man bezweifeln, nicht nur durch idealistische, sondern (gerade)durch empiristische Argumente.)

        „Der Objektivismus trennt keineswegs Sex von Lust. Er lehnt explizit die platonische Liebe ab. Sex ist eine integrierte Erfahrung von Körper und Geist.“

        Sublimierung ist ja nicht Trennung (nur der Vollständigkeit halber).

        „Ayn Rand hat sich deutlich von der christlichen Sexualmoral distanziert. Sie hat Sex als etwas Gutes und Wichtiges angesehen. Gerade darum sollte man nicht mit irgendwem beliebig Sex haben.“

        Hier zwei ideengeschichtliche Anmerkungen:

        1) Distanzierung schließt nicht Kontinuität aus. Wie ich hier, glaube ich mal, gelesen habe, nennen sie Deschner einen christlichen Mystiker. -> Obwohl Deschner nicht christlich ist, denkt er zT in christlichen Narrativen.

        Oder: Obwohl Kant kein Theologe ist, knüpft sein Denken in vielen Punkten an den Protestantismus an.

        2) In nahezu allen Kulturen wird Sex als etwas Gutes und Wichtiges gesehen. Die Frage ist immer, was speziell daran so wichtig ist. Ist es bloß eine Frage der Mäßigung, so wie in der Antike? Dann ist es völlig egal, mit wem, wie oft, oder auf welche Weisen man Sex hat. Wichtig ist nur, dass man das individuelle (!), rechte Maß einhält.

        Erst im Christentum wird Sexualität verinnerlicht, sodass man glaubt, das individuelle Sexualverhalten gebe Auskunft über die seelische Verfasstheit insgesamt, nicht bloß über die Tugendhaftigkeit. (Diese Vorstellung wird später die Psychoanalyse erst möglich machen.)
        Im Sinne des Monogamieideals wird Sex daüber hinaus zu einer existenziellen Erfahrung zwischen zwei Menschen, nicht so sehr im Sinne eines Rausches, sondern in dem Sinne, dass man glaubt, darüber den direktesten und intimsten Zugang zum anderen zu bekommen.

        Im Christentum ist sexuelle Mäßigung übrigens auch weniger eine Frage des individuellen Maßhaltens, wichtiger ist der objektive Maßstab, wieviel und welche Art von Sex unbedenklich ist.

        Diese Vorstellungen überleben, und ab der Aufklärung versucht man sie halt weltlich zu begründen. Manche Punkte fallen dann natürlich weg, wie dass man nur in der Ehe Sex haben darf. Bestehen bleibt aber zB, dass Prositution problematisch ist, weil hier eben Leute zu „Heiden“ werden, weil sie Sex nicht zu einer (säkular)spirituellen Sache machen.

        Nur weil das Christentum nicht mehr Staatsreligion ist, heißt das nicht, dass es das Denken nicht mehr mitbestimmt.

        Und insb. im Bereich der Sexualität haben wir zwar natürlich kein „reines Christentum“ mehr, aber immer noch eine Menge Christentum und das gilt auch für Ayn Rand. (Jedenfalls legt das, was ich hier gelesen habe, die Vermutung nahe.)

        Ich hoffe sie konnten mit dieser kulturgeschichtlichen Kürzestdarstellung etwas anfangen.

        Ob man Ayn Rand jetzt rechtgibt, oder nicht, ist natürlich eine ganz andere Frage, mir gings nur um den kulturgeschichtlichen Aspekt.

        • Der Objektivismus lehnt auch den „Willen“ ab und sein Vernunftbegriff hat nichts mit dem „Welt strukturierenden, universellen Logos“ zu tun. Dass säkulare Philosophen häufig in christlichen Bahnen denken, ist sicher so, aber das heißt nicht, dass es für Ayn Rand auch gilt.

          • Friedrich Sommer sagt:

            „Wille“ und „Natur“ sind nur Bsp. von Variationen desselben Denkmotives in der Philosophiegeschichte, das vA nach dem Ende des dt. Idealismus beliebt wurde.

            Sie kommen in verschiedenen Varianten und Namen vor, auch bei Rand scheint ja das Leben den zentralen Dreh und Angelpunkt zu bilden. -Wenn auch anders, als zB bei Nietzsche. Die geistesgeschichtliche Tendenz ist aber dieselbe.

            Was man so im Abschnitt Epistemologie lesen kann, weist schon auf einen logos hin. Die Erkenntnis der Realität erfolgt über die Form, die aber keine Kategorie des Denkens ist, sondern eine Struktur in der Realität. Und die Realität kann von der Vernunft vollständig erkannt werden. Das Telos der Erkenntnis ist also das Ding an sich, wobei es genau genommen kein „an sich“ gibt, da von Anfang an ohnehin vom Objekt her gedacht wird; wie in der Antike und den alten Ontologien eben üblich, an die Rand ja anknüpft.

            Und das, was auf diese Weise die Übereinstimmung von Denken und Welt garantiert, nennt man in der Philosophie logos oder objektive Vernunft.

          • Ayn Rand hat Nietzsches Willen hier kommentiert: http://www.youtube.com/watch?v=U6gV1MUSXMg&list=UU9ykPUyPtZyFlUUUZPb4q7w

            Die Denkkategorien sind ja Kants Idee.

          • Friedrich Sommer sagt:

            Danke für den Link, werde ich mir am Abend anhören.

            „Die Denkkategorien sind ja Kants Idee.“

            Genau, und weil Rand darauf „verzichtet“, habe ich ja gemeint, dass wir hier einen logos haben, der die Brücke zwischen Denken und Welt schlägt, als „verbindendes x“ zwischen reiner Vernunft und Realität, wie Kant sagen würde. Ein anderes Wort für logos/objektive Vernunft ist ja auch Objektivismus.

          • Hm, nun der Verstand dient „nur“ zur Interpretation der Sinnesdaten, aber Informationen über die objektive Realität erhalten wir über die Sinne.

  4. CK sagt:

    „Gerade darum sollte man nicht mit irgendwem beliebig Sex haben.“

    Dem stimme ich zu. Beliebig mit irgendjemandem Sex ist auch nicht mein Ding. Allein schon weil ich recht anspruchsvoll bin, was die optische Attraktivität meines Partners angeht.

    Aber nicht nur das, die Person muss mir auch vom Charakter her sympathisch sein, die Chemie muss sozusagen
    stimmen. Bei Paysex mag dies nur auf einem sehr oberflächlichen Level gewährleistet sein,
    aber völlig belanglos ist es auch nicht. Stichwort: Girl Friend Experience, wo eine Illusion eines romantischen
    Verhältnisses und nicht nur Sex im egtl. Sinne verkauft wird. Es können dabei auch Stammbeziehungen
    entstehen, angeblich sogar über Jahre hinweg.

    Was Ayn Rand sagt, ist quasi: nur der Idealtypus ist es wert, gelebt zu werden. Entweder das vollends echte, ganze Package oder lieber gar nix. Meine Ansicht ist: bitte Idealtypus, aber solange der nicht gefunden ist, spricht auch nix gegen „casual sex“ unter bestimmten selber festgelegten Bedingungen (und „casual sex“ kann evtl. auch Paysex sein.)

    Die Frage wäre nun, ob Letzteres Ersterem schadet. Also man durch „casual sex“ eventuell die Liebe seines Lebens verpasst oder sonst wie sich Schaden zufügt. Ich sehe erstmal nicht wieso, sonst würde ich Ayn Rand wohl zustimmen, dass man sich mögliches zukünftiges Glück verbaut und es deswegen nicht ratsam wäre

    Und dann was ganz Anderes: bezieht Sex sich nur auf klassischen GV? Was ist wenn ich eine Domina bezahle mich mit einer Gerte zu züchtigen? Was sagt überhaupt der Objektivismus zu BDSM? Geht das auch nur im Fall echter Liebe? Und wo wird überhaupt die Grenze gezogen beim Körperkontakt? Eine Massage nur aus Lust heraus (also nicht aus gesundheitlichen Gründen), ist das auch nur in einer Partnerschaft „erlaubt“? Ich kenne Frauen die würde ich bezahlen nur um den Rücken massiert zu bekommen, weil die das einfach draufhaben.

    Bin jetzt mal gespannt auf Erklärungen 😉

    Und nochmal: ich liebe Ayn Rand, aber ich bin zugleich auch ein Lebemann, der es sich gut gehen lässt und in diesem Fall die objektivistische Haltung irgendwie asketisch findet 😉

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