Das berührt denkende Menschen in ihrer Ehre

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat sich dagegen ausgesprochen, die Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) als „radikal-islamisch“ zu bezeichnen. „Dies ist eine Zuweisung, die die Muslime hier in Deutschland in ihrer Ehre berührt.“

„Der ZMD hat das schon immer gemacht und vor einigen Tagen wiederholt deutlich gemacht, dass diese Untaten mit dem Islam, dem Koran und der muslimischen Lebensweise nichts zu tun haben. Darüber wird aber zu wenig in deutschen Medien berichtet.“ (Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime)

Muslime sind unschuldig. Punkt.

Nun beruft sich der IS allerdings auf den Islam. Die Terroristen zitieren den Koran und andere mehr oder weniger heilige Schriften (die Hadithe und das Leben des Propheten). Was die selbsternannten Sprecher der Muslime nun tun müssten: Aufzeigen, warum und inwiefern die Ideologie von IS nichts mit dem Islam zu tun hat. Müsste ja sehr einfach sein! Und wenn sie doch etwas damit zu tun hat, dann vielleicht mal den Islam reformieren. Was sie stattdessen tun: Ohne Argumente und Belege behaupten, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun hat – und sich darüber beschweren, dass dies zu wenig betont wird.

Und wer das anders sieht, ist ohnehin islamophob. Darüber wird leider zu wenig berichtet. Über die ganzen Islamophoben. Der IS bekommt zu viel Aufmerksamkeit.

Eines von vielen Beispielen für die Kritikunfähigkeit in der muslimischen Gemeinschaft. Dort gibt es keinen inhärenten Antisemitismus, denn der ist laut Mazyek nur in die muslimische Gemeinschaft importiert. Dort gibt es keine Ideen, die irgendetwas mit der Islaminterpretation des IS zu tun haben können. Wir sind unschuldig, perfekt, an uns ist nichts zu verbessern.

So wird sich eine Religion niemals weiterentwickeln. So wird sie für immer rückständig und unaufgeklärt bleiben.

Wie gesagt, die Schande beginnt in Syrien, wo die Welt viel zu lange weggesehen hat, wo die Welt zugelassen hat, dass ein Diktator sein eigenes Volk abschlachtet und Terrorgruppen auf diesen Nährboden erst entstehen konnten. (Aiman Mazyek)

Wer hats erfunden? Der Westen! Jetzt soll der Westen sogar am Islamischen Staat schuld sein! Nur, weil wir nicht unsere Bürger opfern, um radikale Muslime zu retten, die sich gegenseitig umbringen und die eine Diktatur durch eine andere ersetzen wollen.

Wir haben innerhalb der über 2000 muslimischen Gemeinden keine Sympathisanten. Bei diesen handelt es sich um junge Leute aus kaputten Familien und mit desaströsen Biografien, die Diskriminierungen erfahren haben und sich von Scharlatanen einlullen und anheuern lassen. (Aiman Mazyek, wie die folgenden Zitate)

Und wer sind diese jungen Leute aus kaputten Familien, die (vom Westen!) Diskriminierung erfahren haben? Gehören die nicht zu den 2000 muslimischen Gemeinden? Zu wem gehören sie dann? Offenbar gehören sie nicht mehr offiziell zu den muslimischen Gemeinden, sobald sie irgendetwas tun, das diese schlecht aussehen lässt.

Den sogenannten Islamismus bekämpft man nun mal am besten mit dem Islam.

Wobei der Atheismus ja auch behilflich sein könnte. Der hat noch weniger mit dem Islamismus zu tun als der Islam. Dabei müssten Muslime nur zwei Wörter weglassen: Statt „Es gibt keinen Gott außer Allah“ lediglich „Es gibt keinen Gott.“

Wir haben ein gesamtgesellschaftliches Problem, und natürlich haben wir Muslime eine besondere Verantwortung. Aber wir müssen uns als Einheit begreifen, statt uns gegenseitig Steine in den Weg zu werfen.

Wir sind zwar besonders verantwortlich, aber nicht wirklich, weil am Ende alle Deutschen gleichermaßen schuld sind.

Fünf Minuten mit Aiman Mazyek und ich sprenge mich für den Islam in die Luft. Oder einfach nur so, um ihm nicht mehr zuhören zu müssen.

11 Kommentare zu “Das berührt denkende Menschen in ihrer Ehre

  1. Maier sagt:

    Ralph Giordano hat schon vor vielen Jahren zu recht gesagt, dass dieser Typ abgeschoben gehört.
    (… was allerdings nicht viel nützen würde. Denn der Islam ist eine Hydra, die inzwischen an die 50 Millionen Köpfe zum Nachwachsen innerhalb Westeuropas besitzt. Bon appetit.)

  2. Dr. Webbaer sagt:

    Der „Islamische Staat“ ist zwar islamisch, gar ‚radikal-islamisch‘, gar wie ga-anz früher mit Mo, aber er soll nicht so bezeichnet werden. – Was Sinn macht, wenn die SPD auf ihr Wählerpotential schaut oder zu schauen hat.

    Ist der „Islamische Staat“ i.E. ‚islamistisch‘? – wäre die Bonusfrage


    Lustig auch dieser Mazyek-Gag:
    ‚Scharia und Demokratie sind vereinbar‘ (Quelle)

    MFG
    Dr. W

    • Martin sagt:

      Na, da hat er ja sogar recht. Massenmord und Demokratie sind auch vereinbar. Mit Demokratie wird meist implizit eine Art liberaler Rechtsstaat gleichgesetzt, was aber ja gar nicht sein muß.

      • Dr. Webbaer sagt:

        Jenau, die Demokratie ist aus aufklärerischer, liberaler Sicht Nichts ohne Implementierung eben der Ideen und Werte der Aufklärung, das Sapere-Aude soll hier beispielhaft genannt werden.

        Wenn Aiman von der Vereinbarkeit von Scharia und Demokratie schwafelt, dann meint er die Demokratie als formale Herrschaftsform, wie sie auch in der DDR („Doitsche Demokratische Republik“) implementiert war und zurzeit in der Demokratischen Volksrepublik Korea ist. Auch der Iran, Ägypten, die Türkei & die palästinensischen Gebiete lassen bedarfsweise wählen.

        BTW, die Schia setzt sich explizit vom Sunnitentum dadurch ab, dass soz. der Beste „Revolutionswächter“ oder „Oberster Führer“ werden soll. – Man kloppt sich seit Jahrhunderten genau darum.

        MFG
        Dr. W

  3. Dr. Webbaer sagt:

    PS:
    Aiman Mazyek ist übrigens organisitorisch mit der Moslembruderschaft verbunden:
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralrat_der_Muslime_in_Deutschland#Mitgliedsorganisationen_des_Zentralrats (dort selbst bedarfsweise ein wenig schnüffeln)

  4. DeeTee sagt:

    Der Beitrag bringt es gut auf den Punkt.
    Schlechte Dinge, die im Namen Allah´s geschehen, haben nichts mit dem Islam zu tun. Oder dem wahren Islam.

    Hamed Abdel-Samad hat in der Sendung log in ein gutes Beispiel dafür gebracht, wie verlogen die Islamverbände sind:
    Als die dänischen Karikaturen (Mohammed mit Bombe auf dem Turban) erschienen, riefen Sie eine Empörungswelle hervor, die Massenproteste, brennende Fahnen und Todesopfer zur Folge hatten! Denn ein solches harmloses, witziges Comicbildchen beleidige die Muslime weltweit zutiefst.
    Wenn aber permanent auf den ISIS-Fahnen ein Symbol des Islams abgebildet ist und diese Fahne bei Lynchmorden, Massenerschießungen und furchtbaren Greueltaten in diverse Kameras gehalten werden und! wenn doch das alles nichts mit dem wahren Islam zu tun haben soll, wo sind denn dann jetzt die Massenproteste gegen den Mißbrauch islamischer Symbole für wirklich schlimme Dinge?
    Das alles wirft ein schlechtes Licht auf die Muslime. Berechtigt oder nicht, die Deutschen sind daran in diesem Fall mal nicht Schuld; es sind die Muslime selbst, die ihre Warnehmung in der Öffentlichkeit beschädigen.

  5. Alexia sagt:

    „Nun beruft sich der IS allerdings auf den Islam.“
    Stimmt. Und damit ist er islamisch. Oder islamistisch, je nachdem, welcher Begriff gerade wie definiert sein soll.

    Eigentlich könnte man es dabei belassen, wenn Menschen nicht so fürchterlich uneinheitlich und inkonsequent wären. 🙂

    „Was die selbsternannten Sprecher der Muslime nun tun müssten: Aufzeigen, warum und inwiefern die Ideologie von IS nichts mit dem Islam zu tun hat. Müsste ja sehr einfach sein!“

    Ist es auch. Die Argumente sind dieselben wie im Christen- und Judentum. Je nachdem wer gefragt wird, bekommst du zu hören, welche Textstellen genau so anzuwenden sind, welche eher metaphorisch zu verstehen oder durch andere aufgehoben sind. Es sind immer wieder andere. Sunniten werden sagen, dass Shiiten keine echten Muslime sind und andersherum. Und dann gibt es solche, für die das alles so bedeutungslos ist wie das „[God] bless you“ oder „Gesundheit“ als Antwort auf ein Niesen.

    Und dann gibt es noch die breite Masse, denen die ganzen Quereleien am allerwertesten vorbeigehen. Sie leben ganz einfach angepasst und folgen nach außen hin den einen oder anderen Vorgaben, weil es eben alle tun.

    „So wird sich eine Religion niemals weiterentwickeln. So wird sie für immer rückständig und unaufgeklärt bleiben.“
    Das ist eine zentrale Eigenschaft vieler Religionen. Die katholische Kirche hat zum Beispiel die Evolutionstheorie inzwischen als Realität anerkannt. Die meisten Christen auch aus anderen Strömungen akzeptieren sie ebenso. Aber ist das Christentum selbst damit aufgekärt?
    Das zentrale Werk erzählt zum Beispiel immer noch dieselbe Schöpfungsgeschichte wie vor 100 Jahren und eine ähnliche wie vor 1000 Jahren und überall gibt es weitere Gruppen und Individuen, welche immer noch auf dieser oder jenen Version bestehen, welche alle Homosexuellen umbringen wollen, welche Todesdrohungen an Leute schreiben, die Witze über Jesus machen und so weiter. Alles im Namen des Christentums.
    Ich bin mir sicher, im Judentum sieht es ähnlich aus.

    Menschen können aufgeklärt sein oder es werden, dogmatische Religionen aus Prinzip nicht. Das bedeutet, dass Menschen und ihre Religion unabhängig voneinander betrachtet werden müssen. Meiner Erfahrung gefällt das nach kaum einem Gläubigen. Aber es ist für Außenstehende ein hilfreicher Ansatz, um gewisse Assoziationen (Muslim = Terrorist, Christ = Klinkenputzender Zeuge Jehovas, Jude = Typ der immer mit einer komischen Kappe herumrennt) bei sich selbst zu verhindern.

    „Yasmin Fahimi hat sich dagegen ausgesprochen, die Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) als “radikal-islamisch” zu bezeichnen. „Dies ist eine Zuweisung, die die Muslime hier in Deutschland in ihrer Ehre berührt.““
    Meine Meinung? Mit dieser Aussage verletzt Yasmin Fahimi viel eher die Ehre (was immer das sein soll) der hier lebenden und zum größten Teil aufgeklärten Muslime, denn dadurch unterstellt sie erst, dass es eine Zuweisung zwischen entspannten Gläubigen und Terroristen gibt, der widersprochen werden müsste.

  6. Martin sagt:

    Herr Mazyek habe ich gefressen, seit ich vor geraumer Zeit diesen Artikel gelesen hatte:
    http://www.welt.de/kultur/article2283221/Darf-man-mit-Mohammed-Witze-reissen.html

    Zu Frau Fahimi fällt mir eigentlich nur ein:
    Muslime HABEN keine Ehre. Sie tröten immer nur lautstark davon, wie der Betrüger der allen ständig lauthals seine Aufrichtigkeit versichert.
    Wer immer nur leugnet, Fehler nur bei Anderen sieht und zu keiner Selbstkritik fähig ist, dem fehlt es offensichtlich an Ehrlichkeit. Und ohne Ehrlichkeit gibt es keine Ehre.

    • Dr. Webbaer sagt:

      Danke für den Webverweis, verdammt lustig, gell?!

      Mazyek: Na gut. Aber was halten Sie von dem? Einmal fragte eine alte Frau den Propheten, ob sie in den Himmel komme. Da entgegnete er: „Nein, alte Menschen kommen nicht in den Himmel.“ Die arme Frau war entsetzt – aber dann sagte der Prophet: „Wenn du im Himmel bist, wirst du nicht mehr alt sein, sondern wieder jung und hübsch!“ Schön, nicht? (Ihre Quelle)

      Hier der Witz nacherzählt im bundesdeutschen Fernsehen (ab 3:35): -> http://www.youtube.com/watch?v=crwaUOQ6I9Q

      Als ob die bärtigen Burschen sich abgesprochen haben, lol.

      MFG
      Dr. W

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