Der große Kunstschwindel des 20. Jahrhunderts

Frederic Leighton: Des Malers Flitterwochen (ca. 1864)

Frederic Leighton: Des Malers Flitterwochen (ca. 1864)

Die Überschreitung von Grenzen, das Neuartige, die Frage, ob das noch Kunst ist – an diesen Leitlinien orientiert sich die moderne Kunst. Sie möchte provozieren, überraschen und schockieren. Gute Kunst kommt dabei leider nur selten heraus, argumentiert der amerikanische Kunstsammler Frederick Ross. Einiges davon ist sogar überhaupt keine Kunst, wenn der Begriff einen Inhalt haben soll. Mit seiner einflussreichen Stiftung „Art Renewal Center“ (siehe Was ist das ARC?) fördert der Millionär vor allem realistische Künstler und die Rückkehr zu Maßstäben in der bildenden Kunst.

Ich bin stolz, im Feuerbringer-Magazin die deutsche Übersetzung der Rede „Der große Kunstschwindel des 20. Jahrhunderts“ von Fred Ross veröffentlichen zu dürfen. Das war gar nicht so einfach, denn für das Publikationsrecht war ebenso Diplomatie nötig wie die Tatsache, dass ich selbst schon in Der Westen. Ein Nachruf und in einigen Vorträgen kein gutes Haar an der modernen Kunst gelassen hatte. Schließlich ist die Kritik an moderner Kunst in Deutschland, wie vernünftig die Motivation auch aussehen mag, noch immer ein Minenfeld. In dem Kontext möchte ich betonen, dass das ARC dieselbe Auffassung zur Kunstpolitik teilt wie ich: Kunst sollte frei sein. Der Staat sollte Kunst weder fördern, noch zensieren. Auch nicht die moderne Kunst. Deshalb muss man natürlich noch lange nicht, gerade in einem freien Land, davon absehen, sie zu kritisieren.

In dem Essay führt Fred Ross durch die Irrwege der modernen Kunst und verteidigt die hohen Anforderungen und Maßstäbe, die einst zum bis heute unerreichten Zenit in der Kunstgeschichte geführt hatten: Die Akademische Kunst des 19. Jahrhunderts.

Der Essay beziehungsweise die Rede umfasst 21 unterhaltsame, gnadenlose, aber auch witzige und erhellende Seiten mit Bildern von einigen der besten Gemälde der Geschichte. So haben Sie die Kunstgeschichte noch nicht gesehen:

Zum Essay:

Die gesamte Rede gibt es gratis als PDF zum Download.

Im Blogformat:

http://www.feuerbringer-magazin.de/kooperationen/der-grosse-kunstschwindel-des-20-jahrhunderts-1

http://www.feuerbringer-magazin.de/kooperationen/der-grosse-kunstschwindel-des-20-jahrhunderts-2

Der Original-Essay wurde erstmals in den 1990er Jahren veröffentlicht. Das erklärt einige zeitliche Bezüge.

Nach den beiden Kooperationen mit dem irischen Blogger Mark Humphrys ist meine Arbeit mit dem amerikanischen ARC das dritte Kooperationsprojekt des FB-Magazins. Übrigens suche ich weiterhin Übersetzer für das ARC

Eure Meinung?

6 Kommentare zu “Der große Kunstschwindel des 20. Jahrhunderts

  1. Bravo! Solch einen Mäzen bräuchten wir auch für die zeitgenössische tonale Kunstmusik.

  2. Skeptiker sagt:

    Kommentar nach dem ersten Teil:
    An einigen Stellen gibt es etwas zuviel Pathos, etwa wenn die inquisitorische Bücherverbrennung bemüht wird oder bei den Hinweis auf die Huministen. Dennoch fand ich den Text sehr anregend. Ich muss mich wohl mal eingehener mit der Thematik beschäftigen.

    Noch eine Frage: Gibt es eine Quelle dafür, dass die „modernen Künstler“ vor allen Dingen deshalb so gut verkauft wurden, weil sie innerhalb weniger Stunden oder eines Tages ein Werk fertigstellen konnten?

    Aus dem ersten Teil
    Statt die Viktorianer zu Unrecht zu kritisieren, könnte man sie ebenso wie ihre Ära dafür anerkennen, die gesellschaftlichen Veränderungen in Bewegung gebracht zu haben, die zur Aufhebung all dieser Ungerechtigkeiten führten.

    Das Argument halte ich für sehr gelungen. Der Aspekt wird häufig übersehen, wenn die westliche Kultur kritisiert wird.

    Aus dem ersten Teil
    Ich würde zustimmen, dass die ungewöhnliche Zuneigung eines Erwachsenen zu einem Ring aus der Hochschule oder zu Cheerleader-Pom-Poms kleinliche Sentimentalität ist.

    Die Anspielung mit den Ring erschließt sich mir leider nicht.

    • Der Ring, den man von einem Freund in der High School erhalten hat. Sehr amerikanische Beispiele. Die Deutschen sind zu arm, um allen möglichen Leuten Ringe zu schenken. Quellen kann ich da jetzt nicht bieten, gibts aber bestimmt.

  3. Skeptiker sagt:

    Mir ist in diesem Zusammenhang aufgefallen: So einen deutlichen Riss wie etwa in der bildenden Kunst (oder der darstellenden Kunst) scheint es in der Prosa-Literatur und der Musik nicht zu geben.
    Die Literaten von heute können sich durchaus auf Meister ihres Faches, sowohl aus dem 19. Jahrhundert und davor berufen. Jean Paul (Richter) ist zwar unbekannt, aber nicht verpönt (also heute nicht mehr als zuvor).

    Bei Lyrik und manche moderne Musik sieht es wohl wieder anders aus.

  4. Martin sagt:

    Bischen OT, aber der könnte Dir gefallen:
    http://static.nichtlustig.de/toondb/140729.html

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.