Der Wolf ist dem Menschen ein Wolf

Der Wolf ist zurück in Deutschland. Verschiedene Gesetze und Richtlinien garantieren die fortschreitende Vermehrung des wilden Raubtiers. Was würde Rotkäppchen wohl dazu sagen?

In meinem neuen Novo-Artikel geht es um die Hege und Pflege von wilden Raubtieren in unseren Wäldern, die der Staat befohlen hat (kein Witz):

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001688

Als ich mich zuerst mit dem Thema befasste (als Resultat einer Pressediskussion von Novo) wusste ich zunächst gar nichts zu sagen. Stattdessen habe ich mir vorgestellt, wie ein Tierschützer unsere Pro-Wolf-Gesetzgebung gegenüber einem Landwirt im 19. Jahrhundert verteidigen würde, dessen Tiere immer wieder Opfer von Wolfsangriffen sind. Zu jener Zeit waren die Leute noch unmittelbarer existenziell von dem Wohl ihrer Nutztiere abhängig (wobei man ja argumentieren könnte, dass die Halter von Nutztieren noch immer ein Interesse daran haben, dass jene nicht von Wölfen gekillt werden. Aber da herrscht offenbar Uneinigkeit).

„Verfluchte Wölfe, die haben mir schon wieder zwei Schafe gerissen! Irgendwann erwische ich die!“, schreit Bauer Hubert wütend und wirft die toten Schafe auf seinen Karren.

Frank, der Tierschützer, hört die Beleidigung der Wölfe gar nicht gerne.

„Aber der Wolf ist doch eine gefährdete Art!“, sagt er.

„Allerdings ist der gefährdet! Ich werde gleich ein paar Fallen auslegen!“

„Dass er gefährdet ist heißt, dass man den Wolf schützen muss.“

„Sie meinen die Schafe, die muss man vor dem Wolf schützen!“

„Nein.“

Landwirt Frank schaut Frank verwirrt an und der Tierschützer erklärt:

„Ja, ähm, also wir haben da diese europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz und die besagen, dass der Wolf in Deutschland unter Artenschutz steht und nicht bejagt werden darf.“

„Der Wolf darf nicht bejagt werden? Das ist doch kein Spaß, Mann! Ich muss meine Familie ernähren. Und meine Schafe?“

„Na ja, eine gefährdete Art sind die Schafe nicht. Bauen sie halt einen besseren Zaun, Sie Bauerntölpel!“

„Wie… Ich darf also die Wölfe gar nicht schießen, um meine Schafe zu schützen? Das ist ja verrückt… Und wer sollte mich davon abhalten?“

„Also ich kann diesen Mord an arglosen Raubtieren nicht einfach mit ansehen…“, erklärt Frank, während Bauer Hubert sein Gewehr nachlädt. „Ich werde Sie melden und…“

10 Kommentare zu “Der Wolf ist dem Menschen ein Wolf

  1. Alexia sagt:

    Habe den länglichen Kommentar gelesen und keine Aussage gefunden, die irgendwie diskussionswürdig wäre.
    Ich bin, gelinde gesagt, selten deiner Meinung. Aber bisher boten sich zumindest interessante Diskussionsgrundlagen. Der Kommentar über Wölfe ist einfach nur polemisch und realitätsfern. Eigentlich hätte ich an jedem zweiten Satz etwas auszusetzen und nur keine Lust auf die Tipperei.

    „Aus dem gefährlichen, Schafe reißenden, arglosen Wanderern auflauernden Raubtier Wolf …“
    Wer seine Schafe nicht schützt, weil Zaun zu teuer ist, zahlt halt doppelt. Ist normal.
    Wölfe lauern keinen Wanderern auf.
    Und „gefährlich“ sind Wölfe nur für andere Wildtiere, welche unter anderem im Winter die Baumrinde abnagen. Ziemlich hoher Schaden, nur dadurch verursacht, weil kaum Fressfeinde vorhanden sind.

    „handzahmes Plüschtier“
    Wer behauptet so etwas?

    „Da sich Tiere nicht kulturell weiterentwickeln, sondern instinktiv handeln …“
    Als Tier, welches sowohl über Instinkte als auch Kultur verfügt, fühle ich mich zu Unrecht angesprochen.

    „Seitdem steigt der Bestand rapide an“
    Hier ein Rudel, dort ein Päärchen … immer wieder wird eine überfahrenes oder illegalerweise erschossenes Individuum gefunden. Von einem rapiden Anstieg kann keine Rede sein.

    „In Zukunft wird es also immer wichtiger sein, dass jeder Bürger genau weiß, wie er sich gegenüber wilden Raubtieren zu verhalten hat.“
    Ja.
    Und?
    Das ist vollkommen normal. Jeder Mensch, nicht nur wenn er Bürger ist, muss wissen, wie er sich in seiner Umgebung zu verhalten hat. Nach links und rechts gucken beim Straße überqueren, keine Stadttauben streicheln, Wölfe in Ruhe lassen und nicht durch Wegrennen ihren Jagdtrieb reizen, sich im Dunkeln aus Problemvierteln fernhalten um nicht den Jagdtrieb der dortigen Gestalten zu reizen, bei Krankheit zu Hause bleiben und nicht die Kollegen anstecken …
    Menschen sind nun einmal nicht allein auf der Welt und sollten sich entsprechend verhalten.

    • Man könnte natürlich auch nicht absichtlich wilde Raubtiere in unseren Wäldern sich vermehren lassen und diese schützen, sich in der Wildnis hüten und Überlebenskünstler werden, nur weil man selbst so vollkommen verblödet ist, die Zivilisation durch eine Wildnis zu ersetzen.

      Jeder Mensch, nicht nur wenn er Bürger ist, muss wissen, wie er sich in seiner Umgebung zu verhalten hat. Nach links und rechts gucken beim Straße überqueren, keine Stadttauben streicheln, Wölfe in Ruhe lassen und nicht durch Wegrennen ihren Jagdtrieb reizen

      Weißt du, wenn man den Deutschen vor nur 20-30 Jahren gesagt hätte, dass sie natürlich die Wölfe in ihren Wäldern nicht streicheln sollten, dann hätten sie gelacht. Viel zu lachen gibt es nicht mehr lange.

      • Alexia sagt:

        Niemand redet davon, die Zivilisation zu ersetzen. Das Ziel ist ein Nebenher. Koexistenz. Was ist schlimm daran?
        Und warum sollte jemand lachen, wenn ihm gesagt wird, dass Wölfe nicht gestreichelt werden sollen?
        Es wird sicher welche geben, die es dennoch versuchen und dafür bezahlen werden. Aber die sind dann einfach ein Fall für den Darwin-Award, ähnlich wie Menschen die auf Autobahnen spazieren gehen oder auf die Masten von Hochspannungsleitungen klettern. Aber für Doofheit kann halt keiner was. Am wenigsten die Wölfe, Autos oder Elektronen.

        • Enrico sagt:

          „Niemand redet davon, die Zivilisation zu ersetzen. Das Ziel ist ein Nebenher. Koexistenz. Was ist schlimm daran?“

          Hast Du das mit der Koexistenz schon den Wölfen erklärt? Und haben die verstanden, dass sie z.B. Rehe fressen dürfen, aber mit den Menschen friedlich koexistieren sollen?

  2. DeeTee sagt:

    Ich lebe eher auf der entgegengesetzten Seite von Deutschland, im Nordwesten, hier gibt es glücklicher Weise (noch) keine Wölfe. OK, in großen, entlegenen Waldgebieten hätte ich keine Probleme damit, wenn man ausreichend mit Schildern gewarnt wird. Hier mögen Wölfe dazu beitragen, dass sich Rehe nicht übermässig vermehren und den Baumbestand schädigen.
    Andererseits, wäre ich ein Reh, würde ich lieber vom Auto überfahren oder von einer Ladung Schrot getroffen, als von Wölfen zu Tode gehetzt und zerfleischt zu werden.
    Sobald aber Agrargebiete oder gar Siedlungen zu den Ausbreitungsgebieten des Wolfes gehören, ist es vernünftig und geboten, Schäden für Nutztiere oder sogar Menschen abzuwenden.
    Wir leben hier in einer Kleinstadt auf dem Lande; in meiner Kindheit haben wir in Wald und Feld geströpt, inklusive Hütten, Lagerfeuer, Zelten. Ohne Erwachsene.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein hungriges Raubtier nicht evtl. auch Kleinkinder und Kinder anfallen würde, das tun ja sogar ihre domestizierten Verwandten, die Hunde, wenn der Besitzer nicht aufpasst. Ich würde meine Kinder bis zu einem gewissen Alter nicht mehr alleine durch die Landschaft laufen lassen. Und ihnen damit ein Stück Freiheit und Naturverbundenheit nehmen.

    Ehrlicherweise gebe ich zu, dass ich Angst vor Hunden habe, ich habe mich wohl mehrfach falsch verhalten beim Joggen am Fluss und der arme Hund konnte nicht anders als zuzubeissen. Die Hundebesitzer („der tut nichts“) steht lächelnd daneben; ich hätte halt nicht rennen sollen, aber dies bleibt ja bei sportlicher Betätigung nicht aus.
    Daher rufe ich nun immer schon von Weitem und hole demonstrativ mein Pfefferspray aus der Hosentasche, denn es ist mein Recht, nicht angegriffen zu werden und mich ggf. zu verteidigen (wenn der Besitzer nicht erfolgreich einschreitet), und es ist auch mein Recht nicht alle richtigen Verhaltensweisen gegenüber diversen Tierarten kennen zu müssen.

    • Alexia sagt:

      „Ehrlicherweise gebe ich zu, dass ich Angst vor Hunden habe, ich habe mich wohl mehrfach falsch verhalten beim Joggen am Fluss und der arme Hund konnte nicht anders als zuzubeissen. Die Hundebesitzer (“der tut nichts”) steht lächelnd daneben; ich hätte halt nicht rennen sollen, aber dies bleibt ja bei sportlicher Betätigung nicht aus.“
      Wenn ich jogge, komme ich ständig an Leuten mit Hunden vorbei und senke dann meine Geschwindigkeit auf normales Gehen, bis ich wieder 20 Meter weg bin.
      Aber vielleicht hatte ich auch nur Glück, dass mir beigebracht wurde, vor Hunden nicht wegzurennen.

      Manche Tiere jagen. Aber deswegen muss man sie nicht gleich ausrotten. Ein stabiles Ökosystem mit hoher Biodiversität nützt am Ende allen. Und ein bisschen Verhaltensanpassung ist ein wirklich kleiner Preis.

      • Was uns doch so alles nützt, ohne dass wir es nachvollziehen könnten. Ein riesiges Monster, das die Köpfe von Menschen frisst, würde vermutlich ebenso zu einem stabilen Ökosystem mit hoher Biodiversität beitragen.

        • Alexia sagt:

          Was für Monster? Es geht hier doch um Wölfe oder nicht?
          Das sind zwar keine Plüschtiere aber auch nicht gerade dämonische Ausgeburten deren einzige Tätigkeit es ist, Menschen nachzustellen.

      • DeeTee sagt:

        „Wenn ich jogge, komme ich ständig an Leuten mit Hunden vorbei und senke dann meine Geschwindigkeit auf normales Gehen, bis ich wieder 20 Meter weg bin.
        Aber vielleicht hatte ich auch nur Glück, dass mir beigebracht wurde, vor Hunden nicht wegzurennen.“

        Ist ja doll, was man Dir alles so beigebracht hat! Wenn ich jogge, dann laufe ich auf Zeit. Wenn der Hundebesitzer trotz Leinenzwang seinen Hund frei über die Wiesen laufen lässt (wo er übrigens Wildtiere aufscheucht) und dieser mir schon aus hundert Meter Entfernung entgegenrennt, sollte ich mich wohl am Besten flach auf den Boden legen? Nein, ich laufe natürlich normal weiter, will ja nicht meinen Lauf unterbrechen und aus dem Takt kommen. Aber vielleicht haben ja die Hundebesitzer der nächsten Generation das Glück, dass ihnen beigebracht wurde, man solle besser seine Hunde im Griff haben, da sich das Tier sonst an Joggern verletzen könnte. Wäre ja „ein bisschen Verhaltensanpassung zum wirklich kleinen Preis“.
        Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich mag die Natur und Biodiversität ist sicher wichtig für ein funktionierendes Ökosystem. Aber Wölfe? Ich glaub es hackt, wie wäre es denn mit Alligatoren, die waren vor einigen Jahrmillionen auch mal hier heimisch…
        Ich mag Tiere (solange sie mich nicht jagen, beissen, mich fressen, mich krank machen oder an mir herumkrabbeln wollen), bedaure aber nicht, dass
        hiesige Prädatoren ausgestorben sind (z.B. Säbelzahntiger), im Gegenteil, ich wäre dabei gerne behilflich.

  3. Martin sagt:

    Pocken sind übrigens auch eine fast ausgestorbene Art, die nur noch in einigen Labors existiert. Wir sollten sie daher wieder auswildern – vorzugsweise in Alexia.

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