Wir brauchen mehr Monster

"Das Ende war mies." "Ja, die Menschen haben überlebt." (c) Cox & Forkum

„Mann… Das Ende war mies!“ „Ja, die Menschen haben überlebt…“ (c) Cox & Forkum

Na gut, kürzen wir das etwas ab. Was, das völlig irre ist, glauben die Deutschen eigentlich nicht?

Da wir in einer Demokratie leben, muss es irgendwie möglich gewesen sein, eine zumindest stille Mehrheit von der Idee zu überzeugen, dass Laissez-faire zwar für wilde Raubtiere in unseren Wäldern eine gute Idee ist, nicht aber für den Menschen.

Mal angenommen, es gäbe ein riesiges, grünes Monster, dass sich von menschlichen Köpfen ernährt. Es stampft durch die Gegend und beißt gelegentlich einem Menschen den Kopf ab, wenn es hungrig wird. „Leider“ gibt es nur noch zehn dieser Monster auf der ganzen Welt. Ich gehe davon aus, dass Umweltschutzorganisationen das Monster zu einer gefährdeten Art erklären würden. Vielleicht dürfte es sich wieder in unseren Wäldern vermehren, denn laut den Kommentaren, die ich jüngst genießen durfte, gilt sinngemäß:

1. Hunde richten statistisch gesehen viel mehr Schaden an als die paar Menschenköpfe abbeißenden Monster. Also brauchen wir mehr Monster, damit sie zu den Hunden aufschließen können.

2. Wir sind „nicht allein auf der Welt“ – was offenbar ein Schicksal ist, an das wir uns gewöhnen müssen. Wir müssen die Erde mit dem Köpfe-verspeisenden Monster teilen. Warum? Das wissen nur die Monster.

3. Die Monster tragen zur „Biodiversität“ bei – der Begriff bedeutet, dass es eine größere Vielfalt an Lebewesen gibt. Wer könnte da etwas dagegen haben? Je mehr Lebewesen, ob gefährlich für den Menschen oder nicht, desto besser. Es ist wie mit viralen Krankheiten wie dem Ebola-Virus. Je mehr, desto besser.

4. Die Monster sorgen für ein „stabiles Ökosystem“. Ohne die Monster würden zu viele Menschen mit Köpfen herumlaufen, was das ganze Ökosystem destabilisieren könnte. Ich weiß auch nicht, warum, aber offensichtlich kann der Mangel an Wölfen das Ökosystem in seiner Stabilität gefährden. Also kann wohl alles das Ökosystem in seiner Stabilität gefährden, das eine Gefahr für den Menschen ist, und von dem es nicht „genug“ gibt.

5. Wenn einen die Monster stören, dann soll man eben einen Genickschutz und einen Helm tragen oder man soll einen größeren Zaun bauen, um sich vor dem Monster zu schützen. Das Monster gar nicht erst in unserer Nachbarschaft anzusiedeln, ist keine Option.

6. Wir lassen ja auch Muslime ins Land. (Ich habe so nette Kommentatoren).

7. Menschenköpfe fressende Monster greifen in der Regel keine Menschen an. Statistisch gesehen passiert das äußerst selten im Vergleich etwa zu Angriffen von Wildschweinen. Ob es daran liegt, dass es nur zehn Monster gibt? Bestimmt nicht.

8. Man sollte die Monster einfach nicht provozieren. Man muss ja nicht extra darauf hinweisen, dass man einen Kopf hat. Vielleicht genügt bereits ein schöner Hut? Und wenn nicht, hilft das wenigstens gegen die Überbevölkerung.

9. Wer ein Problem mit den Monstern hat, arbeitet sowieso nur für die Jäger-Lobby. Denn Jäger sind die einzigen Menschen, die aufgrund überkommener Traditionen ein Problem damit haben, wenn man ihnen den Kopf abbeißt.

10. Der Steuerzahler kommt für die Schäden auf, die die Monster anrichten. Aber das ist in Ordnung, weil für andere Dinge noch viel mehr Steuern verschwendet werden.

Jetzt ziehe ich mal besser den Kopf ein.

Ergänzung: Leider erzähle ich schon wieder Märchen und setze Wölfe mit Monstern gleich. Das geht gar nicht und ist total unaufgeklärt. Übrigens wies mich Ramon Billek auf folgenden Umstand hin:

Deutschland: 100 erst kürzlich „zugezogene“ Wölfe —> bisher 100 tote Nutztiere.
Jakutien [1]: 3500 Wölfe —> 16000 tote Rentiere + 400 tote Pferde
„Die Wölfe wagen sich inzwischen aber auch in Höfe und Ställe.“

„…Im Kreis Werchojansk hatten sich 400 Wölfe zu einem Rudel zusammengerottet und terrorisierten die Einwohner – ganze 11954 Menschen. Mehr als 30 wurden durch Bisse so schwer verletzt, dass der Hubschrauber-Notdienst sie in Krankenhäuser fliegen musste. „

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/panorama/wolfsbestand-soll-drastisch-dezimiert-werden–68118567.html

2 Kommentare zu “Wir brauchen mehr Monster

  1. Dr. Webbaer sagt:

    Es gibt für das Hineinlassen von „Monstern“ genau zwei Ursachen, die Begründung liegt in der den Bestand nicht erhaltenden Fertilitätsrate von oft ca. 1,4 , was eine Zweidrittelung je Generation bedeutet, und die Ursachen sind:
    1.) „Monster“ sind keine Monster, sondern nett, wenn sie von der Gesellschaft angenommen werden, hören sie auf zu beißen und zu kauen – die neomarxistische Sicht
    2.) „Monster“ benötigt alleine schon der Markt, denn ansonsten würden Immobilien und wirtschaftliche Unternehmungen im Einkehrland stark an Wert abbauen.

    D.h. es wird hier kollektivistischer Sicht und wertfrei wirtschaftlicher Sicht, nackten zeitnahen Wirtschaftsinteressen folgend Hand in Hand eingeführt, und zwar „Monster“.

    Klar, es könnte davon ausgegangen werden, dass wirtschaftliche Interessen auch langfristig angelegt sein müssten, aber die Wirtschaft ist halt per se unpolitisch und folgt dem möglichst zeitnahen Profit.
    Hand in Hand besorgen es Neomarxisten und die Wirtschaft leider im Negativen…
    Dazu kommt natürlich noch der supranationale Verbund, die EU, die Widerstände auszumerzen versteht.

    MFG
    Dr. W (der hier keineswegs gegen wirtschaftliches Handeln, wie es in offenen Gesellschaften üblich ist, polemisieren wollte)

  2. Alexia sagt:

    … 😀

    Zu 1) In dem Kommentar, zu dem hier Bezug genommen wird, ging es nicht darum Schäden zu vergleichen oder Schädigungspotentiale anzugleichen. Aber bleiben wir mal hier beim Thema. Hunde machen mehr Schaden als das Monster? Vielleicht auch mehr Netto-Schaden nach Verrechnung der positiven Dinge? Dann sollte jemand besser erklären, warum die letzten 10 Monster ausgerottet aber Hunde weiter aktiv gezüchtet und gehegt und gepflegt werden sollen.

    Zu 2) Stell dir mal vor, wir wären nicht allein im Universum und eine außerirdische Rasse (die sich benimmt als wäre sie es) kommt hier an, sieht unsere ganzen Bodenschätze und all das, was wir schon an Metall und anderen Dingen hervorgeholt und veredelt haben und sackt es ein. Der Planet wird dabei um- und alle Bewohner nebenbei unter-gepflügt. Interesse an der Biosphäre besteht nicht. Wozu auch? Nach deiner Argumentation hätten diese Wesen alles Recht der W… äh, des Universums, die zur Verfügung stehenden Ressourcen auzub… zu nutzen. Von den Lebewesen hier hat keiner was. Die sind ja noch nichtmal essbar und kommunizieren können die auch nicht.

    zu 3) Viren sind keine Lebewesen. Und auch wenn manche Viren für die Evolution von Mikroorganismen eine Rolle spielen, dürfte der Nutzen grundsätzlich pathologischer Arten vernachlässigbar sein. Also weg mit Polio & co.

    zu 4) Tut es das wirklich? Ich meine dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht alles wegfressen, sich vermehren und dann verhungern und aussterben? Was könnte man sonst tun, um das zu verhindern? Ach so. Bejagung. So wie es in der Realität mit Rot- und Schwarzwild gehandhabt wird.

    zu 5) Okay. Zäune sind gut. Die Deutschen lieben Zäune! Sie bauen sogar 50cm hohe Zierzäune wo gar keine echten Zäune notwendig sind. (nur halb sarkastisch gemeint)
    Abgesehen davon gibt es noch andere Probleme, vor denen geeignete Zäune schützen würden, was auch notwendig ist. Hunde zum Beispiel.

    zu 6) Wow. Dazu fällt mir nichts ein.

    Ich habe übrigens nichts dagegen, dort einzugreifen, wo eine Spezies zu einer Plage wird. Jakutien hat offensichtlich ein Problem. Aber gleich ausrotten? Ich wurde mal als Kind beim Baden von einem Schwan angegriffen. Sind Schwäne dann als nächstes dran? 🙂

    Oh! Und Ratten und Mäuse! Machen eh nur alles kaputt. Können wir alle vergiften. Und wenn die weg sind, sind Katzen auch nur nutzlose Fresser. Weg damit. So viele Allergiker werden dankbar sein. Und die Katzen würden sowieso nur die Vögel fangen, welche kaum noch Insekten finden, weil wir Fliegen und Mücken wegen der Gefahr von Krankheitsübertragungen vergiftet haben. Andererseits… wozu noch Vögel schützen? Lass sie aussterben. Ein würdiges Ende für die letzten Dinosaurier. Wir brauchen eh nur die Hühner. Dass die Bienen auch weg sind, stört in 60 Jahren keinen mehr. Honig wird vergessen sein. Und was vergessen ist, wird nicht vermisst. Und ein paar Nutzpflanzen, welche sich über Windbestäubung befruchten, gibt es ja noch.
    Hoppla… irgendwie hat die Vergiftung der Gewässer gegen Insektenplagen auch die Lebensräume der Fische beeinträchtig. Was tun? Was tun? Zuchttanks! Die Antibiotika, die für deren Betrieb notwendig sind, bleiben bestimmt noch 50 Jahre oder so wirksam, bis es gegen alles resistente Bakterien überall gibt. Und dann fällt uns schon etwas Neues ein. Soja geht ja immer. Ist nur etwas eintönig. Am besten garnieren wie es mit einem schönen Steak vom … öhm… was ist eigentlich noch übrig?
    Ah! Menschen! Meldet sich jemand freiwillig oder machen wir eine Lotterie?
    😀

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