Der frühe Lebkuchen

Lebkuchenpaar (Bild: morguefile.com, Lizenz M)

Lebkuchenpaar (Bild: morguefile.com, Lizenz M)

In meinem neuen, kurzen Novo-Kommentar geht es um die Idee von einem Drittel der Deutschen, den frühzeitigen Verkauf von Weihnachtsgebäck per Gesetz verbieten zu lassen. Ich plädiere für ein wenig Toleranz für jene geschundenen Bürger, die gerne schon früher Weihnachtsgebäck verkaufen und kaufen möchten:

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001695

Auch lässt sich philosophisch das Recht schwer begründen, anderen Menschen vorzuschreiben, wann sie bestimmte Produkte kaufen und verkaufen dürfen und warum sie Strafe zahlen oder ins Gefängnis gesperrt werden sollten, wenn sie Lebkuchen etwas früher anbieten als von einer bestimmten Personengruppe auf Grundlage des kollektiven Subjektivismus gefordert. Nur mal so als Anregung.

11 Kommentare zu “Der frühe Lebkuchen

  1. Maier sagt:

    Ich glaube, das Problem hat eigentlich nichts mit Politik und auch nichts Marktwirtschaft zu tun.

    Es geht hier nur um die Sitten und Bräuche der deutschen Kultur. Und um deren Niedergang. Es handelt sich um die Folgen der 68er und des Mulkul.

    • Na ja, ich bin sicher nicht hier, um Sitten und Gebräuche zu verteidigen.

      • Martin sagt:

        Na hör mal! Der schöne deutsche Brauch des Kein-Lebkuchen-Essens! Wenn die ganze Familie festlich nicht beisammensitzt und keine Lebkuchen ißt!
        Fast so schön wie die alte Sitte des keine-Ostereier-kriegens!

        • Maier sagt:

          Es geht darum, dass man an Festtagen Dinge tut, die man im Alltag nicht tut. Und außerdem sehen unterschiedliche Feiertage unterschiedliche Bräuche vor. Man ist Lebkuchen in der Adventszeit, und nicht im September. So ist es Sitte. So will es die alte deutsche Tradition.

          Es geht hier um gesellschaftliche Strukturen und kulturelle Spielregeln. Ich glaube nicht, dass die Auflösung gewachsener Strukturen zu mehr Freiheit führen wird. Ganz im Gegenteil

          • Wenn Muslime so argumentieren, steigen Sie denen aber gleich aufs Dach. Was antworten Sie denn, wenn die sagen, dass die Zwangsheirat eine gewachsene Struktur, eine alte muslimische Tradition ist, was ja auch stimmt? Ich habe nichts dagegen, wenn die Leute Weihnachten zur herkömmlichen Zeit feiern und ihr Gebäck zur herkömmlichen Zeit kaufen und es wird sowieso in jeder halbwegs freien Gesellschaft jede weltanschauliche Gruppe ihre Fest- und Feiertage pflegen. Aber ein Argument für irgendetwas ist „Brauchtum“ nun wirklich nicht und „alt“ auch nicht. Das ist lediglich kollektiver Subjektivismus, wie man das in der Ethik nennt: Eine gesellschaftliche Gruppe bestimmt willkürlich, was gut und richtig ist, ohne Argumente zu nennen, die die Allgemeingültigkeit der Aussagen belegen – wozu letztlich nur der Rekurs auf objektive, universelle Tatsachen dienen kann.

            Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist sicher wichtig und gemeinsame Grundwerte ebenfalls. Dafür argumentiere ich auch. Die Tradition ist aber dazu nicht zu gebrauchen. Universell kann man zum Beispiel für die Tugend der Produktivität argumentieren – das ist auch für Muslime gut. Oder für Rationalität – das wäre zur Abwechslung auch mal was für Muslime.

          • Martin sagt:

            Na, dann gehen wir halt auf alten Brauch zurück. Lebkuchen wurde früher, so ab 1300, in Deutschland als Nachtisch und das ganze Jahr über gegessen.
            Eine schöne Sitte. Und nun?

          • Klimax sagt:

            Es geht wohl eher darum, daß die Menschen Angst vor dem Älterwerden haben. Lebkuchen signalisieren: Bald schon wieder Weihnachten, Silvester, Neujahr, da wollen sie im September noch nicht daran denken müssen. Also ein ganz irrationales Problem, und da der Staat bei uns als Gottesersatz herhalten muß, beten sie zu ihm, daß er sie davon erlöst.

            Das könnte man auch ganz anders lösen: Lebkuchen rund ums Jahr verkaufen! Im 17. Jhdt. soll das sowieso noch üblich gewesen sein.

  2. Maier sagt:

    Was ich den Moslems sage? Ich sage: wenn ihr nach euren alten überlieferten Spielregeln leben wollt, dann tut es bitte. … Aber in Anatolien und Arabien und nicht in Deutschland.

    • Tja, das habe ich mir schon gedacht. Und die Implikation ist, dass Zwangsheiraten, Ehrenmord und co. im Grunde in Ordnung sind, solange sie nicht in Ihrer Region stattfinden. Dann gibt es auch keinen Grund, etwa syrischen und irakischen Christen nicht den Kopf abzuschlagen. Sie sind ja nicht in Deutschland. Wirklich, eine äußerst schwache Antwort.

      • Maier sagt:

        Ich finde die Moslems ganz und gar nicht ok, ich fühle mich nur für deren Leben nicht zuständig. Ich bin kein Moslem. Ich bin kein Kosmopolit. Ich bin ein spießiger, rechtspopulistischer Deutscher 🙂

        • Maier sagt:

          Sorry, ich probier es noch mal sachlicher:

          Wir müssen endlich mal checken, dass die Mohammedaner mit ihrer Kultur zufrieden sind. Sie wollen von Vernunft und Aufklärung nichts wissen. Sie sind happy. Sie halten ihre Kultur nicht für verbesserungswürdig. Es ist total sinnlos, sich der Illussion hinzugeben, wir (der Westen) könnten daran etwas ändern.

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